mini|Arscham Schahinjan
Arscham Schahinjan (; * 1. November 1918 in Jerewan, Demokratische Republik Armenien; † 13. Dezember 2004 ebenda, Republik Armenien) war ein (sowjetisch-)armenischer Bildhauer, Dozent und Professor. Zudem war er Mitglied des Künstlerverbandes der UdSSR und Armenischen SSR. Er zählt zu den bekanntesten armenischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1972 wurde er mit dem sowjetischen Ehrentitel „Verdienter Künstler der Armenischen SSR“ ausgezeichnet ().
Leben Arscham Schahinjans Eltern, Artasches und Woski Schahinjan, waren armenische Intellektuelle aus Moks (heute Bahçesaray, Türkei). Im Jahr 1915 mussten sie aufgrund des Völkermords an den Armeniern ihre Heimat verlassen und nach Jerewan fliehen.
Bereits in jungen Jahren entdeckte Arscham Schahinjan seine Leidenschaft für die Kunst und seine künstlerische Begabung. Die ersten Erfahrungen sammelte er in der Arbeitsgemeinschaft für Bildhauerei am Pionierpalast in Jerewan. Im Jahr 1951 absolvierte Arscham Schahinjan die Kunsthochschule in Jerewan (später „Staatliche Kunst- und Theater-Hochschule Jerewan“, heute „Staatliche Kunstakademie Jerewan“, ).
Nach seinem erfolgreichen Abschluss wurde der Künstler als Dozent an die Kunstfachschule „Panos Terlemesjan“ (heute „Staatliches Kunstcollege Panos Terlemesjan“) berufen und war dort von 1951 bis 1980 als Dozent und gleichzeitig von 1978 bis 1980 als Rektor der Einrichtung tätig. Von 1969 lehrte er zudem als Dozent, seit 1990 als Professor an der „Staatlichen Kunst- und Theater-Hochschule Jerewan“. Er gehörte zu den bedeutendsten Lehrern für Bildhauerei und Kunst dieser Bildungsstätten.
Werke mini|Toros Roslin
Arscham Schahinjans Werke gehören zu der Gattung der monumentalen, monumental-dekorativen und dreidimensionalen Bildwerke. Arscham Schahinjan hat im Laufe seiner langjährigen künstlerischen Tätigkeit eine Reihe von Skulpturen und Denkmälern erstellt, die in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts ihren Ehrenplatz gefunden haben.
Im Jahr 1967 erschuf Arscham Schahinjan das Denkmal für den bekannten Meister der mittelalterlichen armenischen Buchmalerei Toros Roslin. Die im klassischen Stil gehaltene Skulptur aus Basalt steht vor dem Eingang des Instituts für alte Handschriften „Matenadaran“. Diese bildet ein Ensemble mit fünf weiteren Skulpturen historischer Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur.
Eines der berühmtesten Werke von Arscham Schahinjan ist das Sardarapat-Memorial. Das Werk wurde in Zusammenarbeit mit den Bildhauern Ara Harutjunjan, Samwel Manasjan und dem Architekten Rafajel Israjeljan im Jahr 1968 fertiggestellt. Das Memorial befindet sich 10 km von Armawir entfernt und ist dem Sieg des armenischen Volks über die türkische Armee in der Schlacht von Sardarapat im Jahre 1918 gewidmet. Das Denkmal zählt zu den besten Denkmälern und monumentalen Skulpturen der Gegenwart.
Im Jahr 1980 schuf Arscham Schahinjan gemeinsam mit dem Architekten Arakel Gabrieljan ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Das Denkmal befindet sich in Meghradzor.
Die Gedenkstätte zur Erinnerung an die Erbauer des armenischen Stadtteils der ukrainischen Stadt Slawutytsch zählt zu den wichtigsten Werken von Arscham Schahinjan. Dieser Stadtbezirk wurde unter der Leitung des Architekten Stefan Lasarjan im Jahr 1988 gebaut. Sie sollte als Heimat für die umgesiedelten Arbeiter und deren Familien aus dem Gebiet der Tschernobyl-Katastrophe dienen.
Arscham Schahinjan nahm aktiv an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerbern teil und wurde mehrfach mit höchsten staatlichen Auszeichnungen geehrt.
Die Schriftstellerin Marietta Schahinjan beschreibt in ihrem Buch Eine Reise durch Sowjetarmenien eines der Werke von Arscham Schahinjan als „eine der besten bildhauerisch-plastischen Arbeiten der letzten Jahre“.Marietta Schahinjan: Путешествие по Советской Армении (deutsch: „Reise durch das sowjetische Armenien“). Издательство Молодая гвардия (Junge Garde), 1950.
Als langjähriger Professor der Kunstakademie bildete er eine Generation von talentierten Künstler und Bildhauern aus, die heute in unterschiedlichen Ländern aktiv sind.
Werke (Auswahl) mini|Das Portal des „Memorial Sardarapat“
1951: Skulptur „Zukünftige Baumeister“ (Diplomarbeit) 1954: Denkmal für Stepan Schahumjan, Basalt, Jerewan Mädchengestalt „Nachdenklich“, Jerewan 1955: Skulptur Weiblicher Figur, Marmor, Privatsammlung 1957: Skulptur „Meditation“, Marmor, Nationalgalerie Armeniens 1959: Porträt K. Sarkisjan, Jerewan 1962: Skulptur „Mutterschaft“, Marmor, Jerewan 1963: Porträt „Zoghik“, Marmor, Jerewan 1964: Skulptur „Abschied“, Jerewan Die Abbildung „Bauerin“, Jerewan 1965: Denkmal für den Dichter Wahan Terjan, Marmor, Architekt B. Harutjunjan, Jerewan Weibliche Figur „Morgen“, Marmor, Jerewan Denkmal für Stepan Schahumjan, Basalt, Ararat 1966: Porträts von Mowses Chorenazi, (spätantiker armenischer Historiker); Porträt von Jeghische Wardapet (armenischer Geschichtsschreiber) 1967: Denkmal für Toros Roslin, Basalt, Institut für Alte Handschriften „Matenadaran“, Jerewan 1968: „Memorial Sardarapat“, Armavir 1969: Denkmal für den Schriftsteller Raffi, Basalt, Jerewan 1970: Porträt von Admiral Iwan Issakow, Marmor, Kriegsmuseum, Jerewan Skulptur von Komponist Dikran Tschuchadschjan, Marmor, Armenisches Nationales Opern- und Ballett-Theater, Jerewan 1971: Skulptur von Dikran Tschuchadschjan, Marmor, Jerewaner Musikschule „Dikran Tschuchadschjan“, Jerewan Skulptur weibliche Figur „Sonnenaufgang“, Marmor, Sewan 1972: Denkmal für Anania Schirakatsi (armenischer Gelehrter, Mathematiker und Geograph, VII Jahrhundert), der erste Preis, Gjumri 1974: Porträt von E. Schuschanjan, Vanadzor Denkmal für Chatschatur Abowjan, Basalt, Dilidschan Denkmal für Mesrop Maschtoz, Basalt, Dilidschan „Mutter“, Militärmuseum, Jerewan 1975: Porträt von Komitas, Jerewan 1976: Denkmal für den Dichter Wahan Terjan, Basalt, Architekten Astghik Schahinjan und Stefan Lazarjan, Orenburg, Russland 1980: Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten, Architekt Arakel Gabrieljan, Meghradzor Denkmal „Unsterblichkeit“, Jerewan 1987: Erinnerungsdenkmal, gewidmet den Erbauern des armenischen Stadtteils in Slawutytsch (Ukraine), Architekt Stefan Lasarjan Denkmal für Schriftsteller Raffi, Granit, Raffi-Gesamtschule, Jerewan
Grabdenkmale, Reliefs 1967: Grabdenkmal für Akademiemitglied A. Aleksanjan, Jerewan 1973: Grabdenkmal für M. Kasarjan, Jerewan 1978: Relief an der Fassade des Sportpalastes in Konakowo (Russland), Bronze
Familie Ehefrau Ewelina Schahinjan (Ter-Martirosjan) (1925–2013) – Ärztin
Kinder Astghik Schahinjan (* 1947), Architektin Zoghik Schahinjan (* 1949), Chemikerin Zowinar Schahinjan (* 1957), Kunstwissenschaftlerin Armine Schahinjan (* 1964), Grafikerin
Galerie
Literatur Шагинян Аршам („Schahinjan Arscham“). Jerewan: Издание Дома художника Армении, 1971. „Arscham Schahinjan“ (). In: Armenische Sowjet-Enzyklopädie (). В. В. Амелин, Д. Н. Денисов: Армяне в Оренбургском крае. Оренбург: ООО ИПК „Университет“, 2014. ISBN 978-5-4417-0469-4
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Armenien) Kategorie:Bildhauer der Moderne Kategorie:Kunstpädagoge Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Armenier Kategorie:Geboren 1918 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann