Büchel oder auch Großbüchel ist der Name eines Ortsteils und einer Straße im Stadtteil Herrenstrunden von Bergisch Gladbach.

Geschichte Der Name Büchel bezieht sich auf eine mittelalterliche Siedlungsgründung, die das Urkataster als Hof Büchel verzeichnet. Die Gründung des Bücheler Hofes reicht vermutlich in die fränkische Rodungsphase im 9. und 10. Jahrhundert hinein. Unter der Bezeichnung Büchel findet sich eine urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1666. Der Hof wird im Lagerbuch der Kommende Herrenstrunden von 1732 mit 8 Morgen Hofland, 71 Morgen Wiesen und Ackerland und 48 Morgen Waldbesitz erwähnt.

Es gibt zwei mögliche Erklärungen zum Siedlungsnamen Büchel: Abgeleitet vom germanischen „bukil“ bzw. dem mittelhochdeutschen „buckel“ (= halbrunde Erhebung) verweist der Siedlungsname auf die topographische Lage, das heißt die hügelige Geländeform. Der Siedlungsname könnte sich auch auf die heimische Buche beziehen, wenn Büchel aus dem mittelhochdeutschen „büechel“ (= Buchnuss, Frucht der Buche) bzw. dem mundartlichen „Boochel“ hergeleitet würde.

1879 wurde eine Gesteinsschicht der mittleren Devonzeit nach dem beim Bücheler Hof gelegenen Steinbruch als „Bücheler Schichten“ bezeichnet.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 184 f., ISBN 3-9804448-0-5

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als drei gemeine Höfe kategorisiert wurde und mit Büggel bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Buchel. Aus ihr geht hervor, dass Büchel zu dieser Zeit Teil der Honschaft Combüchen im Kirchspiel Paffrath war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Büchel wurde politisch der Mairie Gladbach im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Gladbach im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Büchel und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Ober Büchel verzeichnet. Auf der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er als Büchel und auf späteren Messtischblättern regelmäßig als Großbüchel verzeichnet.

+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Politische / kirchliche Zugehörigkeit 1822 23 Hofstelle Bürgermeisterei Gladbach, Kirchspiel Paffrath 1830 28 Hofstelle Bürgermeisterei Gladbach, Kirchspiel Paffrath 1845 22 4 Hofstelle Bürgermeisterei Gladbach, Pfarre Paffrath gen. Ober-Büchel 1871 18 2 Hofstelle Bürgermeisterei Gladbach 1885 25 3 Wohnplatz Bürgermeisterei Gladbach, Kirchspiel Paffrath 1895 16 4 Wohnplatz Bürgermeisterei Gladbach, Kirchspiel Paffrath 1905 21 3 Wohnplatz Bürgermeisterei Gladbach, katholische Pfarre Paffrath Siehe auch Bodendenkmal Steinbruch Großbüchel Einzelnachweise

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