Apulien ( []; oft im Plural Puglie []; ) ist eine in Südost-Italien gelegene Region mit der Hauptstadt Bari. Sie hat Einwohner (Stand ). Die Halbinsel Salento im Süden Apuliens bildet den Absatz des sogenannten italienischen Stiefels und der Gargano den Stiefelsporn.
Geografie Geografische Lage mini|Landschaften Apuliens
Die Region erstreckt sich entlang des Adriatischen und des Ionischen Meers. Mit der Punta Palascìa, auch bekannt als Capo d'Otranto, erreicht die Küste bei Otranto den östlichsten Punkt Italiens, der nur 80 km von der albanischen Küste entfernt ist. Der südlichste Punkt ist die Punta Ristola.
Apuliens Landschaften sind vielfältig und reichen von den flachen, landwirtschaftlich geprägten Ebenen wie dem Tavoliere delle Puglie und den sanften Hügeln des Valle d’Itria mit Olivenhainen und Trulli bis hin zu den bergigen Gebieten im Norden. Der Gargano (der „Stiefelsporn“) bietet bergige und bewaldete Landschaften mit felsigen Küsten, während die Halbinsel Salento im Süden von roten Böden und jahrhundertealten Olivenhainen geprägt ist. Daneben prägen kilometerlange Küstenabschnitte mit einer Mischung aus Sandstränden und steilen Klippen sowie Karstlandschaften mit Höhlen und Dolinen die Region. Die Landschaften Apulien werden wie folgt angegeben: Gargano Tavoliere delle Puglie Sub-Appennino Dauno Terra di Bari Valle d'Itria Arco Ionico Tarantino Salento
Oberflächengestalt Das Gebiet besteht zu 53,3 % aus Ebenen, zu 45,3 % aus Hügelland und zu 1,5 % aus Gebirge. Damit ist Apulien die flachste Region Italiens. Die Landschaften sind von Norden nach Süden die bergige Halbinsel Gargano mit den vorgelagerten Tremiti-Inseln, die ebenen Tavoliere delle Puglie, die anschließende Ebene Terra di Bari, die Kalkhochebene der Murge, die Küstenebene von Tarent und das Valle d’Itria, welches das südlichste Gebiet, die größtenteils ebene Halbinsel Salento, abschließt. Die Monti della Daunia, das einzige Gebirge über 1000 m neben dem Gargano, bilden die Grenze zu Kampanien und erreichen im Monte Cornacchia 1152 m Höhe.
Klima Apulien hat ein typisches mediterranes Klima (Csa) mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die Region ist bekannt für ihre über 300 Sonnentage im Jahr; die Klimadaten wie folgt: Sommer (Juni bis August): Die heißeste Zeit des Jahres mit Durchschnittstemperaturen zwischen 25 °C und 30 °C, Spitzenwerte können auch über 40 °C erreichen. Es ist sehr trocken, der August hat den wenigsten Niederschlag. Die Wassertemperaturen sind mit bis zu 26 °C ideal zum Baden. Herbst (September bis November): Angenehm warm mit Temperaturen von 20 °C bis 28 °C im September und Oktober. Die Wassertemperaturen bleiben bis Ende Oktober badetauglich. Winter (Dezember bis Februar): Mild und feucht. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen bei 10 °C bis 15 °C, können aber auch unter 10 °C fallen. Der Februar ist der regenreichste Monat, während der Dezember die meisten Regentage hat. Frühling (März bis Mai): Die Temperaturen steigen an und erreichen im Mai 20 °C bis 24 °C. Ab Mai kann man in der Regel auch wieder im Meer baden.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Apuliens behandelt die historische Entwicklung der südostitalienischen Region Apulien, die in etwa den Stiefelabsatz der italienischen Halbinsel einnimmt. Apuliens Geschichte reicht von der griechischen Kolonisation (Magna Graecia) über die römische Herrschaft, die die Region durch die Via Appia erschloss, bis zu Invasionen durch Ostgoten, Araber, Normannen und Staufer. Nach dem Ende des Stauferreiches herrschten die Anjou und die Aragonier, gefolgt von den Bourbonen und schließlich dem Anschluss an das Königreich Italien 1860. Heute ist die Region bekannt für ihre landwirtschaftliche Produktion (besonders Olivenöl) und ihre lange Küstenlinie von der Adria im Osten bis zum Ionischen Meer im Süden und Westen.
Politik Regionalpräsidenten
Seit dem 7. Januar 2026 ist Antonio Decaro (Partito Democratico) Präsident Apuliens.
Regionalparlament
Verwaltungsgliederung und größte Städte Apulien besteht aus den Provinzen Foggia, Barletta-Andria-Trani, Tarent, Brindisi, Lecce und der Metropolitanstadt Bari. Die 2004 gegründete Provinz Barletta-Andria-Trani wurde erst mit den Wahlen zur Provinzversammlung am 6. und 7. Juni 2009 geschäftsfähig. mini|Provinzen und Metropolitanstadt Apuliens Provinz bzw. Metropolitanstadt Hauptstadt ISO Gemeinden Einwohnerzahl() Fläche (km²) Bevölkerungs-dichte (Einw./km²) Bari Bari IT-BA 41 3.825 Barletta-Andria-Trani Barletta, Andria und Trani IT-BT 10 1.539 Brindisi Brindisi IT-BR 20 1.839 Foggia Foggia IT-FG 61 7.175 Lecce Lecce IT-LE 97 2.759 Tarent Tarent IT-TA 29 2.437 Apulien Bari IT-75 258 19.366
Bari ist mit einer Agglomeration von fast 600.000 Einwohnern die Metropole Apuliens und nach Neapel die zweitgrößte Stadt Süditaliens. In der Region gibt es die folgenden größeren Städte. (Einwohnerzahlen Stand ) Quelle: ISTAT
GemeindeProvinz bzw. MetropolitanstadtEinwohnerBariBariTarentTarentFoggiaFoggiaAndria Barletta-Andria-TraniLecce LecceBarletta Barletta-Andria-TraniBrindisiBrindisi
Die Liste der Gemeinden in Apulien beinhaltet alle Gemeinden der Region mit Einwohnerzahlen.
Wirtschaft Im Vergleich mit dem Pro-Kopf-BIP der EU (kaufkraftadjustiert) erreichte die Region Apulien im Jahr 2015 einen Index von 63 (EU 28: 100).EUROSTAT Newsrelease, 52/2017 – 30. März 2017. Mit einem Wert von 0,852 erreicht Apulien Platz 17 unter den 20 Regionen Italiens im Index der menschlichen Entwicklung.
Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 18,8 %.
Landwirtschaft In den fruchtbaren Küstenebenen gedeihen neben Mandeln, Oliven, Getreide und Tomaten auch Kaktusfeigen, Trauben, Feigen sowie Zitrusfrüchte. Der milde Winter ist ideal für den Stängelkohl, der an wilden Brokkoli erinnert und die Basis des berühmten apulischen Gerichts Orecchiette con cima di rapa bildet.
Apulien ist ein wichtiges Weinbaugebiet mit vorwiegend gehaltvollen Rotweinen. Wichtige Rebsorten sind Primitivo, Negroamaro und Nero di Troia. Auf einer Anbaufläche von 107.571 Hektar wird eine Gesamtproduktion von 7.580.000 Hektolitern (DOC-Produktion: 259.900 hl) erzeugt. Bekannte Weinbau-Regionen sind Manduria, die Halbinsel Salento, die Gebiete um das Castel del Monte, Canosa di Puglia, Locorotondo und Foggia.
Apulien wurde 2013 als erste europäische Region vom Olivenbaumsterben betroffen und in entsprechende Schutzzonen aufgeteilt.
Flughäfen Apulien bildete luftfahrthistorisch das Sprungbrett Italiens in den Orient. Aus diesem Grund gibt es in dieser Region eine starke Konzentration von Zivil- und Militärflugplätzen. Die Betreibergesellschaft Aeroporti di Puglia betreibt neben dem Aeroporto di Bari-Palese Karol Wojtyla (BRI) auch den Aeroporto di Brindisi-Casale – Aeroporto del Salento (BDS) sowie die Flugplätze von „Aeroporto di Taranto-Grottaglie Marcello Arlotta“ (TAR) und Aeroporto di Foggia „Gino Lisa“ (FOG). Der Flughafen von Bari ist zusammen mit dem Flughafen Brindisi-Casale der wichtigste in der Region Apulien, Tarent und Foggia haben hingegen nur regionale beziehungsweise lokale Bedeutung.
Der Flughafen Bari liegt acht Kilometer nordwestlich von Bari, der Hauptstadt der Region Apulien. Er wurde Ende 2005 nach dem bürgerlichen Namen des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Karol Wojtyła benannt.
Stahlindustrie Die riesige Stahlfabrik ILVA S.p.A. in Tarent stellt mehr als 30 % des italienischen Stahls her und beschäftigt 25.000 Menschen. Es ist die größte Anlage dieser Art in Europa. Wegen massiver Umweltbelastungen mit vielen Todesfällen in der Region sind allerdings Teile der Anlage zurzeit stillgelegt und der italienische Staat übernahm die Kontrolle über den wichtigsten Arbeitgeber in der Region.
Literatur Pina Belli D’Elia: Romanisches Apulien. Echter, Würzburg 1989, ISBN 3-429-01242-2.
Gianni Farneti: 1000 oasi e parchi naturali da vedere in Italia. Rizzoli, Mailand 2011, S. 690–727. Kathleen M. Lynch: Introduction. In: Thomas H. Carpenter, Kathleen M. Lynch, Edward G. D. Robinson (Hrsg.): The Italic People of Ancient Apulia: New Evidence from Pottery for Workshops, Markets, and Customs. Cambridge University Press, 2014, S. 1–9. (academia.edu) Maria Carmen Morese: Gebrauchsanweisung für Apulien und die Basilikata. 2. Aufl. Piper, München 2016, ISBN 978-3-492-27652-8.
Weblinks
Internetpräsenz der Region Apulien (italienisch) Vorgeschichte Apuliens (italienisch) Archäologie (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Italienische Region Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1948