mini|hochkant=0.6|Kurd Graf von Berg-Schönfeld. Portrait: Niedersächsisches Landesarchiv Abteilung Stade, Rep. 180 B Nr. 1403.

Karl Ludwig Hermann Kurd Graf von Berg-Schönfeld (* 25. Februar 1856 in Berlin; † 1. Oktober 1923 in Schönfeld (Uckermark), nach anderen Quellen in Kleptow (Uckermark)) war ein deutscher Verwaltungsbeamter.Karl Ludwig Hermann Kurd, Graf von Berg-Schönfeld auf Geneall.net.

Leben Kurd von Berg-Schönfeld studierte von 1877 bis 1880 Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Bonn und Berlin. 1878 wurde er Mitglied des Corps Palatia Bonn. Nach Abschluss des Studiums trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Von 1891 bis 1899 war er Landrat des Landkreises Gifhorn. 1899 trat er als Gegner des Mittellandkanals (Kanalrebell) auf, wurde deshalb disziplinarisch belangt und wurde als Landrat in Gifhorn abberufen. 1900 wurde er als Oberregierungsrat an das Oberpräsidium in Hannover versetzt. 1903 wurde er zum Polizeipräsidenten des Stadtkreises Kassel ernannt.Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Stadtkreis Kassel (Territorial.de). 1905 wechselte er als Polizeipräsident nach Hannover.Rolf Jehke-Herdeke (Hrsg.): Stadtkreis Hannover (Territorial.de). Von 1909 bis 1911 war von Berg-Schönfeld Regierungspräsident im Regierungsbezirk Stade.Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Regierungsbezirk Stade (Territorial.de). 1911 wechselte er als Regierungspräsident zum Regierungsbezirk Hannover, wo er das Amt bis 1917 innehatte.Regierungsbezirk Hannover Verwaltungsgeschichte, Landdroste und Regierungspräsidenten auf der Website territorial.de (Rolf Jehke). Er wurde zum Kammerherrn ernannt.Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1930. Im Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt am Main 1930, 14 (Corps)/(Lfd. Nr. dort) 436. Kurd von Berg-Schönfeld verstarb bei einem Autounfall.

Berg-Schönfeld wurde als Landrat Mitglied des Provinziallandtags von Hannover und saß von 1893 bis 1900 für den Wahlkreis Lüneburg 1 (Isenhagen, Gifhorn) als konservativer Abgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus.

Familie Kurd von Berg-Schönfeld war der Sohn von Karl Ludwig Graf von Berg-Schönfeld (1825–1900) und dessen Ehefrau Klara geb. von Olszewska (1821–1882). Einer der älteren Vorfahren war Christian von Berg-Schönfeld.

Er war zweimal verheiratet. In erster Ehe 1906 mit Anna von Rheden-Rheden (1883–1908) und in zweiter Ehe 1912 mit deren Schwester Maria von Rheden (1886–1945, von Russen in Altentreptow ermordet). Aus der ersten Ehe stammen der Gutserbe auf Schönfeld, Carl-Ludwig Graf Berg-Dewitz (* 1907), adoptiert von seiner Tante Ursula von Dewitz-Krumbeck, sowie Hans-Hubert von Berg (* 1908). Er wiederum wurde vom einflussreichen Politiker und Vetter Friedrich von Berg-Markienen adoptiert und übernahm auch dessen Besitzung Markienen in Ostpreußen. Aus der zweiten Ehe entsprossen der Leutnant Joachim von Berg (1912–1943), Elisabeth (* 1914), Gerhard (* 1916) und Ilse (* 1922).

Kurd Graf von Berg war Fideikommissherr auf Schönfeld (Uckermark). Die Begüterung Schönfeld hatte 1923 einen Umfang von 1007 ha und wurde durch einen Verwalter geführt. Das in der Nachbarschaft dazugehörige Rittergut Klein Spiegelberg mit 214 ha dagegen blieb verpachtet.

Literatur Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867 bis 1945 In: Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte. Bd. 70, Hessische Historische Kommission Darmstadt, Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-88443-159-5, S. 95. Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 61. Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A, Band 10: Hannover, Hrsg. Institut, Marburg (Lahn) 1981, S. 720. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1975. Band VIII, Band 63 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1976, S. 34.

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Einzelnachweise

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