mini|Erste Seite der Partitur für Klavier und Violoncello. Die Cellostimme wird sowohl im Bassschlüssel als auch im C-Schlüssel notiert Sicilienne ist der Titel eines impressionistischen Musikstücks von Gabriel Fauré aus dem Jahre 1893. Im Werkverzeichnis des Komponisten trägt es die Opuszahl 78. Ursprünglich war es als Bestandteil einer Musik für die Ballettkomödie Der Bürger als Edelmann (Le bourgeois gentilhomme) von Molière gedacht, doch dazu kam es nicht.Woodstra, Chris; Brennan, Gerald; Schrott, Allen (Hrsg.): Sicilienne, for cello & piano, op. 78. All Music Guide to Classical Music. London 2006, S. 432 Dafür ist es in Faurés Schauspielmusik für Maurice Maeterlincks Pelléas et Mélisande enthalten. 1898 bearbeitete er das Stück kammermusikalisch für Klavier und Violoncello, doch entstanden auch zahlreiche weitere Transkriptionen und Bearbeitungen. Fauré widmete sein Werk dem englischen Cellisten William Henry Squire (1871–1963), die Sicilienne ist bis heute ein beliebtes und oft gespieltes Vortragsstück.
Musikalische Struktur Der weibliche französische Begriff Sicilienne bezieht sich auf eine Satzbezeichnung der Barockmusik, dem Siciliano, für den ein wiegender Rhythmus charakteristisch ist. Ähnlich wie dieser weist Faurés Stück eine lieblich-melancholische melodische Tonfolge auf. Gesetzt ist das Werk in der Tonart g-Moll. Als Tempo für den gleitenden, nicht zu schnellen durchgehenden 6/8 – Takt gibt der Komponist die Metronomzahl 10px = 50 an, die punktierte Viertelnote soll also in 50 Schlägen pro Minute gespielt werden (andantino). Die Tonstärke beginnt mit einem 10px (piano, schwach-leise). Nur selten setzt Fauré mit einem 10px (forte, stark-laut) einen dynamischen Akzent in dieser durchgehend sanften und zurückhaltenden Musik. Das Stück besteht aus drei Teilen; der erste erstreckt sich über 43 Takte, dann schließt sich ein Zwischenspiel über 18 Takte in Es-Dur an. Beendet wird die Sicilienne nach weiteren 25 Takten mit einem Wiederaufnehmen der Anfangsmelodie in g-Moll und einem 15px (pianissimo) sehr leisen g-Moll-Schlussakkord.Jacques Hamelle (Hrsg.): Gabriel Fauré, Sicilienne pour Violoncelle et Piano, Notenblatt, Paris 1898
Bearbeitungen Das Stück wurde von Fauré selbst in einer orchestrierten Fassung 1898 als dritter Satz für seine Suite Pelléas et Mélisande, op. 80 verwandt, wobei Querflöte als melodietragendes Instrument und Harfe als rhythmische Begleitung die dominierenden Instrumente des Orchesters sind.Orchestre du Capitole de Toulouse, Leitung: Michel Plasson Am bekanntesten ist die Version für Violoncello und Klavier.Gautier Capuçon, Violoncello und Michel Dalberto. Klavier Darüber hinaus gibt es von der Sicilienne zahlreiche Bearbeitungen für die unterschiedlichsten Instrumente. Weit verbreitet sind Interpretationen für Violine oder Flöte mit Klavierbegleitung. Aber auch die Kombination Flöte und Harfe können dem impressionistischen Charakter der Musik sehr nahe kommen.Franziska Kannewischer-Fisch, Flöte und Magdalena Zimmerer, Harfe Eine Interpretation für Gitarre solo legte der türkische Gitarrist Emre Sabuncuoğlu vor.Emre Sabuncuoğlu, Gitarre
Einzelnachweise und Hörproben
Weblinks Notenblätter für Faurés Sicilienne bei der IMSLP Petrucci Music Library
Kategorie:Kammermusikalisches Werk Kategorie:Musikalisches Werk (19. Jahrhundert) Kategorie:Werk von Gabriel Fauré