mini|hochkant=1.4|Die letzten Tage der Menschheit, 2014 Die Liste der Schauspielbesetzungen der Salzburger Festspiele 2012 bis 2016 führt alle künstlerischen Mitwirkenden der Schauspielproduktionen der Salzburger Festspiele während der Schauspieldirektion Sven-Eric Bechtolf an.
Konzeption Der deutsche Schauspieler und Regisseur Bechtolf war der Wunschkandidat von Intendant Alexander Pereira für die Leitung des Schauspiels.https://web.archive.org/web/20160620142825/http://www.news.at/a/wunschkandidat-pereira-salzburg-bechtolf-schauspielchef-245448 Pereira hatte Bechthold bereits mehrfach als Opernregisseur am Opernhaus Zürich engagiert und übertrug ihm auch während seiner Salzburger Intendanz die Regie der Urfassung von Ariadne auf Naxos, sowie der drei Da-Ponte-Opern von Mozart. Das Schauspielprogramm Bechtolfs zeichnet sich durch stilistische und inhaltliche Breite und Internationalität aus. Seine wichtigste Entscheidung betraf die Salzburger Institution Jedermann, dessen Neuinszenierung im Jahr 2013 er einem Regie-Duo aus dem angelsächsischen Bereich übertrug, dem US-Amerikaner Brian Mertes und dem Briten Julian Crouch. Als Protagonisten wurden Cornelius Obonya als Jedermann und Brigitte Hobmeier als Buhlschaft verpflichtet.http://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-festspiele/schauspiel/sn/artikel/der-jedermann-muss-das-loslassen-lernen-61699/ Die Neuinterpretation erzielte hohe Akzeptanz der Presse und Begeisterung seitens des Publikums. 2016 übernahm Miriam Fussenegger die Rolle der Buhlschaft.
Die Spannweite des Bechtolf’schen Programms reicht von Neuinterpretationen klassischer Texte bis zu avantgardistischen und experimentellen Produktionen, wie Klaus Händls Uraufführung Meine Bienen. Meine Schneise. (2012), Katie Mitchells Forbidden Zone oder Suzanne Andrades 1927.Golem (beide 2014). Er öffnete die Festspiele für Puppenspiel (Thalias Kompagnons, 2012), Maschinentheater (Sans object, 2013) und Stücke für Kinder (Theatre-Rites 2012 und Nicolas Liautard 2013). Hohe Zustimmung seitens Presse und Publikum konnten drei Koproduktionen mit dem Wiener Burgtheater erzielen: 2012 die Andrea-Breth-Inszenierung von Kleists Prinz Friedrich von Homburghttp://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-festspiele/nachtkritik/sn/artikel/prinz-von-homburg-mit-feiner-klinge-an-grosse-visionen-23196/, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/festspiele/salzburger-festspiele-der-tod-als-kur-der-fuersten-11836272-p2.html, 2013 die Matthias-Hartmann-Interpretation von Nestroys Lumpacivagabundushttp://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-festspiele/nachtkritik/sn/artikel/nachtkritik-lumpazivagabundus-als-sommertheater-69154/ und 2014 die Georg-Schmiedleitner-Inszenierung der Letzten Tage der Menschheit von Karl Kraus. Letztere Produktion stellte auch einen Tabubruch dar, da Karl Kraus zeitlebens die Festspielgründer Hugo von HofmannsthalUrbach: Karl Kraus und Hugo von Hofmannsthal. I.: 1892 - 1899, II:1899-1935, in: Hofmannsthal-Blätter 6, 1971, S. 447–458, Hofmannsthal-Blätter 12,1974, S. 372–424 und Max Reinhardt kritisiert, verhöhnt und bekämpft hatte.http://www.judentum-projekt.de/persoenlichkeiten/liter/reinhardt/index.html
Das Schauspielprogramm des Festspielsommers 2015 wirkte deutlich abgespeckt, was einerseits auf die finanzielle Knappheit der Festspiele zurückzuführen war, andererseits auf die Doppelbelastung Bechtolfs, der – nach dem vorzeitigen Abschied Pereiras – zusätzlich interimistisch die Intendanz der Festspiele für die Jahre 2015 und 2016 übernahm.http://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-festspiele/hinter-den-kulissen/sn/artikel/salzburger-festspiele-auf-sparkurs-bewaehrtes-statt-neuem-127050/ Zudem musste nach dem Ausstieg des Sponsors das Young Directors Project beendet werden.http://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-festspiele/hinter-den-kulissen/sn/artikel/salzburger-festspiele-schauspiel-ebenfalls-abgespeckt-127069/ Für 2016 sind drei hochkarätig besetzte Inszenierungen angekündigt: Shakespeares Der Sturm, inszeniert von der britischen Regisseurin Deborah Warner, die von Peter Stein erstmals in den 1990er Jahren nach Salzburg verpflichtet worden war, Becketts Endspiel in einer Koproduktion mit dem Burgtheater und mit Nicholas Ofczarek und Michael Maertens in Hauptrollen sowie 43 Jahre nach der Salzburger Uraufführung Thomas Bernhards Der Ignorant und der Wahnsinnige – mit dem Intendanten Bechtolf in einer tragenden Rolle.
Schauspiel 2012 Regie, Ausstattung, LichtDarstellerinnenDarsteller Jedermann, 20. Juli bis 30. August 2012, DomplatzChristian StücklMarlene PoleyMarkus Zwink MusikArs Antiqua AustriaGunar Letzbor Musikalische LeitungBirgit Minichmayr BuhlschaftLina Beckmann WerkeElisabeth Rath Jedermanns MutterBritta Bayer Schuldknechts WeibNicholas Ofczarek JedermannBen Becker TodMartin Reinke Gott/Ein armer NachbarPeter Jordan Jedermanns guter Gesell/TeufelRobin Sondermann Ein SchuldknechtFelix Vörtler Dicker VetterThomas Limpinsel Dünner VetterSascha Oskar Weis MammonRobert Reinagl KochDavid Supper KnechtRiederinger Kinder Spielansager Prinz Friedrich von Homburg, 28. Juli bis 12. August 2012, Salzburger Landestheater, Koproduktion mit dem Wiener BurgtheaterAndrea BrethMartin Zehetgruber, Moidele BickelFriedrich RomBert Wrede MusikAlexander Nefzger SounddesignWolfgang Wiens DramaturgieAndrea Clausen Die KurfürstinPauline Knof Prinzessin Natalie von OranienElisabeth Orth Gräfin BorkPeter Simonischek KurfürstUdo Samel Feldmarschall DörflingAugust Diehl Prinz von HomburgHans-Michael Rehberg Oberst KottwitzHans Dieter Knebel HenningsGerhard König Graf TruchßRoland Koch Graf HohenzollernMarcus Kiepe Rittmeister von der GolzDaniel Jesch Graf Georg von SparrenBernd Birkhahn StranzBranko Samarovski Siegfried von MörnerSven Dolinski Graf Reuß Peer Gynt in einer englischen Fassung von Irina Brook, 30. Juli bis 18. August 2012, Perner-Insel, Hallein (zehn Aufführungen)Irina BrookNoëlle Ginefri, Magali CastellanArnaud JungGuillaume Antonini Musikalische LeitungHelene ArntzenFroydis Arntzen Dale BrautAnne-Emmanuelle DavyMireille MaaloufShantala ShivalingappaGuillaume AntoniniDiego AsensioJerry Di GiacomoScott KoehlerRoméo MonteiroChristophe RodomistoAugustin RuhaburaIngvar E. Sigurdsson Peer GyntGen Shimaoka La Tempête in einer französischen Fassung von Irina Brook, 24. bis 28. August 2012, Perner-Insel, Hallein (vier Aufführungen)Irina BrookNoëlle Ginefri, Sylvie Martin-Hyszka, Nathalie SaulnierArnaud JungGuillaume Antonini Musikalische LeitungYsmahane YaqiniRenato GiulianiScott KoehlerHovnatan AvédikianBart David Soroczynski Meine Bienen. Eine Schneise von Händl Klaus, 23. bis 31. August 2012, Salzburger Landestheater (sechs Aufführungen) – Uraufführung (Auftragswerk der Salzburger Festspiele)Nicolas LiautardGiulio Lichtner, Nicolas Liautard, Marie OdinJérémie PapinAndreas Schett, Markus Kraler KompositionAndreas Schett Musikalische LeitungMusicbanda FranuiBrigitte Hobmeier KathrinStefan Kurt PeterAndré Jung WimEin Wiltener Sängerknabe Lukas Mojo, eine Produktion des Theatre-Rites, 9. bis 12. August 2012, Perner-Insel Hallein (fünf Aufführungen) – Koproduktion mit dem Barbican Centre LondonTheatre-RitesSue Buckmaster RegieArthur Pita, Claire Cunningham ChoreographiePeter Mumford Bühne und LichtdesignAdriano Adewale, Leo Altarelli KompositionKeith Clouston Musikalische LeitungPhilippe Cherbonnier DramaturgieSuzy Peters KostümeJohn van der Put Konsulent für ZaubereiMichael Fowkes PuppendesignYvonne Stone Leitung PuppenmacherScott Brooker, Helly McGrother, Jonathan Saville PuppenmacherRachel DonovanSarah FitzpatrickTanya Richam-OdoiAdriano AdewaleLeo AltarelliRobin BeerMohsen NouriSimon Palmer Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär, 7. bis 17. August 2012, Schauspielhaus Salzburg (acht Aufführungen) – Koproduktion mit der Tafelhalle NürnbergThalias KompagnonsJoachim Torbahn, Tristan Vogt Konzept und RegieJoachim Torbahn Puppen und BühneRonald Hermann DramaturgiePeter Fulda KompositionSasa Batnozic LichtdesignSusanne Claus PuppenspielerinLutz Großmann, Joachim Torbahn, Tristan Vogt PuppenspielerPeter Fulda PianoWerner Treiber Percussion Kafkas Schloss, 19. bis 21. August 2012, Schauspielhaus Salzburg (drei Aufführungen) – Koproduktion mit der Tafelhalle NürnbergThalias KompagnonsTristan Vogt Bearbeitung und SpielJoachim Torbahn Regie, Bühne, PuppenSasa Batnozic Lichtdesign
Schauspiel 2013