Saint-Martin-du-Mont ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Saint-Martin-du-Mont liegt in der Landschaft Bresse, 5,5 Kilometer ostsüdöstlich von Louhans an der Departementsstraße D21 von Louhans nach Flacey-en-Bresse. Die nördliche Gemeindegrenze bildet der Ruisseau de BlaineRuisseau de Blaine, Länge 25,9 km, Zufluss zur Vallière, Quelle bei in Courlaoux auf ca. 221 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 177 m, Ruisseau de Blaine auf sandre.eaufrance.fr, der hier noch Blanette genannt wird und der Ruisseau de l’Étang du VillardRuisseau de l’Étang du Villard, Länge 6,8 km, Zufluss zum Ruisseau de Blaine, Quelle bei in Le Fay auf ca. 198 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 184 m, Ruisseau de l’Étang du Villard auf sandre.eaufrance.fr. Im Südwesten bildet die VallièreLa Vallière, Länge 50,8 km, Zufluss zum Solnan, Quelle bei in Revigny auf ca. 419 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 178 m, La Vallière auf sandre.eaufrance.fr die Grenze zum Nachbarort Bruailles. Die Gemeinde weist nur im Westen und Osten größere bewaldete Flächen auf.

Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: la Baraque, la Blaine, Bois-Jannin, le Carruge-Garnier, les Chambards, Champ-Diot, la Charrière, les Courbes, les Culets, le Curtil, la Montagne, Moulin-des-Chalires, les Poiriers, les Prosts, le Ronceau, Saint-Martin, les Sapins, la Tournelle.

Klima Das Klima in Saint-Martin-du-Mont ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,0 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1042 mm, dabei ist der November mit 119 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 62 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2725 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Ort taucht erstmals 930 auf als In pago Scodingensi… foresta de Montis, damit wird also ein Bergwald erwähnt. Die Kirche war dem Heiligen Martin geweiht, wodurch sich der Name der heutigen Gemeinde bildete. Vermutlich war der heutige Weiler Tournelle eher bedeutender, er war jedenfalls ein eigenes Lehen, es bestand ein Schloss und eine Familie nannte sich nach diesem Ort.

Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurden Ortsnamen, die sich auf Heilige bezogen, im Allgemeinen umbenannt. So trug auch Saint-Martin-du-Mont während einiger Zeit den Namen Montagne-de-Mont.

Geschichte Es ist anzunehmen, dass das Gebiet durch Mönche besiedelt war und dass die Sankt-Vinzenz-Kirche in Mâcon hier Ländereien besaß. 930 wird in deren Kartularien Foresta de Montis (Wald von Mont) erwähnt, 1218 der Mont de Saint Martin.

1289 kam es zum Gebietsabtausch zwischen Herzog Robert II. und Amé (Amadeus) V., Graf von Savoyen. Dadurch gehörte die Kastellanei von Sagy mit den zugehörigen Orten endgültig zum Herzogtum Burgund.

Nach dem Gebietsabtausch im Jahr 1289 wurden die Burgunderherzöge zusehends überheblich. Sie ließen die Mönche plagen und quälen, beraubten sie und zerstörten ihre Gebäude. Die Benediktiner klagten beim Parlement de Paris und machten einen Schaden von über 25.000 Livres geltend. Herzog Hugues V. lehnte aber die Zuständigkeit des Gerichtes ab, das 1308 den Herzog zu Schadensersatz verpflichtete. Die Mönche vermochten sich allerdings nicht gegen die Macht der Herzöge durchzusetzen.

Die Herzöge von Burgund ließen die Kastellanei von Sagy weiter bestehen, sie umfasste insbesondere das Gemeindegebiet von Saint-Martin-du-Mont. Die Herren waren die Kastellane und erst spät begannen sich Einzellehen herauszubilden.

Die Kirche von Saint-Martin-du-Mont wurde 1659 wieder aufgebaut, musste also schon früher bestanden haben. Sie ist dem Heiligen Martin geweiht. Die Herren von Saint-Martin-du-Mont Ein Lehen in Saint-Martin-du-Mont war La Tournelle (700 Meter nördlich des Bourg von Saint-Martin) nach der sich eine Familie benannte. Guillaume de la Tournelle war 1220 Maréchal de France und im 14. Jahrhundert war ein Guillaume de la Tournelle Kastellan in Sainte-Croix. Das Lehen gehörte um 1540 den de Moisy, später dem Jean de la Borderye, 1576 dem Theode Bouton. Sein Sohn Salomon vererbte es an Jean-Baptiste, der mit 21 Jahren starb. Es war schließlich seine Schwester, Marie Bouton, die la Tournelle bekam und 1643 in die Ehe mit Joseph-Guillaume de Rovorée, Herr von Attignat brachte. Er war auch Herr von Châteaurenaud.

Gegen 1700 kaufte Antoine Mailly den ganzen Besitz der d’Attignats. Er war Präsident am Cour des Comptes in Dole. Durch das Edikt von 1696 wurde er durch seine Funktion adlig. Von den Eltern erbte 1714 Joseph Michel François Gabriel Raphaël Xavier de Mailly (* 31. März 1721, † 15. August 1747), Präsident am Cour des Comptes. mini|Antoine de MaillyEr starb mit 26 Jahren und hinterließ als Erben Antoine Anne Alexandre Marie Gabriel Joseph François de Mailly (* 25. November 1742, † 12. Juni 1819). Er war – nebst vielen anderen Ämtern – Deputierter an den Generalständen von 1789 und Deputierter von Saône-et-Loire. Zu seinen Gunsten wurde die Herrschaft Châteaurenaud durch Lettre patente vom Juli 1752 mit allen zugehörigen Lehen zum Marquisat erhoben.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel. Heraldik Die Gemeinde verwendet ein modernes Wappen, geschaffen von Jean-Françcois Binon, das die Besonderheiten der Gemeinde hervorheben soll: Auf Blau zwei silberne gewellte Schrägbalken, im geteilten Schildhaupt links auf Blau ein silberner steigender Hermelinlöwe, rechts ein rotes Feld mit einem goldenen Pferdekopf.

Die silbernen gewellten Schrägbalken im Schild dürften darauf hinweisen, dass im Gemeindegebiet auf 505 Meter Höhe die Ougne entspringt. Der Hermelinlöwe bezieht sich auf die Gegend, in der der Ort liegt, nämlich die Bresse, deren inoffizielles regionales Wappen der steigende Hermelinlöwe auf Blau ist. Der Pferdekopf dürfte darauf hinweisen, dass Pferdezucht und -haltung wichtige Erwerbszweige in der Gemeinde sind.

Bevölkerung mini|Kirche Saint Martin in Saint-Martin-du-Mont

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %175948121,1

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Männer auf, diese machen 53,7 % der Bevölkerung aus. Dabei sind 46 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 17,1 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 32 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 45 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein verstärkter Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999100964+44,9 % = 31 WE davon Hauptwohnsitz 77Zweit- oder Ferienwohnsitz13vakant10

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes GewerbeBaugewerbe1Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie3Information und Kommunikation1Finanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen1Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen2Sonstige Dienstleistungen1Land- und Forstwirtschaftsbetriebe3 In der Gemeinde befinden sich ein Schönheitssalon und ein Maler/Gipser, ferner eine Turn- und Sporthalle, ein Mehrzwecksaal und ein Restaurant. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner weitgehend in Louhans.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Saint-Martin-du-Mont Volaille de Bresse und Dinde de Bresse, ferner Crème et beurre de Bresse zugelassen.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde bestehen keine schulischen Einrichtungen mehr, die Kinder werden in den Schulen von Sagy ausgebildet. Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.

Literatur

Weblinks

Siehe auch Geschichte der Bresse Römerstraßen in der Bresse Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté