Der Wielki Staw (Großer Teich) ist der größere von zwei Karseen auf polnischer Seite des Smogornia (Mittagsberg, tschech. Stříbrný hřbet). Mit einer Fläche von 8,3 Hektar und einer Tiefe von 24,4 Metern ist er der größte See glazialen Ursprungs im Riesengebirge.
Lage Der Große Teich befindet sich am Nordosthang des Mittagsbergs in einer Höhe von , in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kleiner Teich und dessen Gletscherkessel. Beide Seen liegen in Nähe der tschechisch-polnischen Grenze, ca. 6 km nordöstlich von Spindlermühle (tschech. Špindlerův Mlýn, poln. Szpindlerowy Młyn) und 6 km westsüdwestlich von Krummhübel.
Entstehung Neben den Karen der Schneegruben am Hohen Rad sind die Gletscherkessel am Großen und Kleinen Teich die markantesten Karformen, die auf polnischer Seite des Riesengebirges zu finden sind. Die kesselförmigen Täler an den östlichen Hängen des Mittagsbergs, deren Steilhänge am Wielki Staw 180 Meter aufragen und zur Lawinenbahn des Smogornia gehören, wurden durch die Tätigkeit eiszeitlicher Gletscher geschaffen, die an den Talsohlen tiefe Mulden zurückließen, in denen sich dann das Wasser zu Bergseen sammelte. Der talseitige Abschluss des Kars wird am Wielki Staw durch eine felsige Karschwelle (Karriegel) und eine 30 Meter hohe Endmoräne gebildet.
Wasserhaushalt Wichtigster Zufluss des Sees ist der Bialy Potok (Weißbach), dessen Quelle in der Westwand des Kessels auf etwa entspringt. Dieser Gebirgsbach durchfließt den See, bildet seinen Abfluss und mündet in einer Höhe von in die Łomnica (Lomnitz).
Im Winter und mehr als die Hälfte des Jahres ist der See von Eis bedeckt. Das Wasser ist sauber, klar und wie für alpine Bergseen typisch nährstoffarm. Die Wassertemperatur überschreitet auch in den wärmeren Monaten ein Maximum von 14 °C nicht.
Flora, Fauna und Naturschutz Der Wielki Staw, die Steilhänge des Gletscherkessels und das Ufergebiet liegen in der Zone I des polnischen Nationalparks Karkonoski Park Narodowy (KPN). Aufgrund der Vorschriften dürfen diese Gebiete nicht betreten werden. Nahe am oberen Rand des Kessels führt jedoch der Weg der polnisch-tschechischen Freundschaft (Kammweg) entlang. Die eindrucksvolle Aussicht, die von hier möglich ist, entschädigt aber für alle Einschränkungen und wer möchte, kann auf den Wanderwegen am benachbarten Mały Staw, der zur weniger strengen Schutzzone II gehört, die Pflanzen- und Tierwelt noch unmittelbarer erleben.
Die Ränder des Sees werden von subalpiner Vegetation wie Lappland-Weide, Zwerg-Birke und Latschenkiefer bestimmt. Das Wasser bietet Lebensraum für seltene Arten, einige davon sind Eiszeit-Relikte wie das See-Brachsenkraut und das Seemäuschen Otomesostoma auditivum, eine zur Ordnung der Seriata gehörende Strudelwurmart. Hier lebt auch der Bergmolch und die BachforellenRaj A., 2008: Karkonoski Park Narodowy. Agencja Fotograficzno-Wydawnica Mazury na zlecenie KPN, ISBN 83-86565-32-2 sowie eine melanistische Form der ErdkröteRąpała R., 2008: Zwierzęta w Karkonoskim Parku Narodowym. Karkonoski Park Narodowy, Jelenia Góra.. mini|x250px|links|Panorama am Tschechisch-Polnischen Freundschaftsweg
Weblinks
Eine Wanderroute ab Karpacz Unterwasserexpedition am Maly Staw und Wielki Staw I (tschechisch) Unterwasserexpedition am Maly Staw und Wielki Staw II (tschechisch)
Einzelnachweise
SWielki Staw Kategorie:Gewässer im Riesengebirge Kategorie:Karpacz Kategorie:Karsee