Das Sternchen, auch der Stern, Asteriskus oder AsteriskDuden. Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Hrsg. von der von Dudenredaktion. Dudenverlag, Berlin 2015, S. 188. (*, als Anmerkungszeichen älter auch ※; von spätlateinisch asteriscus, von altgriechisch asterískos, „Sternchen“) ist ein typografisches Zeichen in Form eines kleinen fünf- oder sechsstrahligen Sterns.
mini|hochkant=2|8-strahliges Sternchen als Fußnotenzeichen in einem deutschen Druck von 1779
mini|hochkant=2| Das Sternchen in den Schriftarten Arial, Times New Roman, Calibri, Cambria, Palatino Linotype, Andron Mega Corpus, DejaVu Sans, DejaVu Serif, Cardo, Courier New und Consolas, jeweils zusammen mit dem Buchstaben I zur Markierung der Versalhöhe
Verwendung
Typografie und Schriftwesen
Fußnotenzeichen: eine Anmerkung in Druckwerken, die aus dem Fließtext ausgelagert wird, um den Text flüssig lesbar zu gestalten Formulare: Kennzeichnung von Pflichtfeldern (* Name:) Platzhalter für nicht ausgeschriebene Buchstaben in tabuisierten oder aus anderen Gründen nicht auszuschreibenden Wörtern (f*** für „fuck“, oder schei*e)Friedrich Forssman, Ralf de Jong: Detailtypografie. 2. Auflage. Schmidt, Mainz 2004, ISBN 3-87439-642-8, S. 190: Satzzeichen – Alltägliche Sonderzeichen. Ahnenforschung: genealogisches Zeichen für „geboren“ (* 13. Mai 1968) – 1910 unter der Bezeichnung „Stern“ vom Berliner Verein Herold konzipiert und erstmals im Supplementband zur 6. Auflage von Meyers Großem Konversations-Lexikon verwendetStephan Kekule von Stradonitz: Über den Nutzen einer internationalen Hilfssprache für die genealogische Forschung. In: Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte. Heft 6, Leipzig 1910, S. 30; genealogy.net abgerufen am 7. September 2024. Trans-Sternchen: Versinnbildlichung von Geschlechtsidentitäten im Transgender-Spektrum (trans* Personen) Gendersternchen: Mittel der Inklusion aller Geschlechtsidentitäten (Lehrer*innen) Netzjargon: Einklammerung von Gefühlsäußerungen in Chats und Internetforen (*grins*), einzelne Sternchen für Korrekturen in Chats und Kommentaren auf Internetplattformen (*seit oder seit*) Asteriskus (Psalmengebet): zeigt die Mittelkadenz eines Psalmverses an
Kommunikationstechnik und Datenverarbeitung
mini|hochkant=0.8|Klarstern-Taste auf einer Tischrechenmaschine, ca. 1970 Sondertaste auf Telefontastaturen Auf Rechenmaschinen ist die Summen-Taste mit einem Sternsymbol (Klarstern) gekennzeichnet.Erich Ruhland: Die Sekretärin. Ein Lehr-, Arbeits- und Nachschlagewerk in Frage und Antwort. 5. Auflage. Frankfurt am Main 1972, S. 144: 60. Was bewirkt die Summentaste? – Sie bewirkt das Drucken des Ergebnisses („Klarstern“) und bringt das Zählwerk wieder auf Null. In dieser Funktion ist das Symbol standardisiert in DIN ISO 7000 „Graphische Symbole auf Einrichtungen“ als Symbol ISO-7000-0656 „Total“ (deutsch „Resultat“). Verschiedene Computer-Anwendungsprogramme akzeptieren das Sternchen als Tastatureingabe für das Malzeichen und stellen dieses dann auch als Sternchen dar. Bei der Eingabe von Passwörtern werden anstelle der eingegebenen Zeichen aus Sicherheitsgründen oftmals nur Sternchen angezeigt. Viele Betriebssysteme verwenden zu diesem Zweck mittlerweile das Sonderzeichen „schwarzer Kreis“ (●, siehe Unicodeblock Geometrische Formen). Fettkennzeichnung: Wenn keine Text-Formatierung verfügbar ist, wird das Sternchen häufig wie ein Anführungszeichen verwendet, um damit eine Hervorhebung oder den Schriftstil fett zu kennzeichnen. Da diese Schreibweisen auch in E-Mails gängig sind (da oft kein Rich Text Format verfügbar ist, beziehungsweise beim Aufkommen von E-Mail für diese noch nicht verwendbar war) wird in vielen E-Mail-Programmen solcher Text hervorgehoben. Zunehmend wird auch in den Kommentarfunktionen vieler Weblog-Systeme auf diese Funktionen zurückgegriffen, meist mithilfe verschiedener vereinfachter Auszeichnungssprachen (wie zum Beispiel Markdown): Diese verwenden zum Teil das Sternchen als „Quellcode“ zur Hervorhebung von Textstellen (*kursiv*, **fett**). Aufzählungszeichen: Ähnlich wie zur Fettkennzeichnung verhält es sich mit dem Sternchen als Aufzählungspunkt für Listen. Viele Textverarbeitungsprogramme wandeln daher ein alleinstehendes Sternchen am Beginn eines Absatzes während der Eingabe automatisch in ein formatiertes Listenelement um. Zum Beispiel Markdown oder auch Wikisyntax wandeln Zeilen die mit einem Sternchen beginnen nach bestimmten Regeln (eben der Syntax) in Listenelemente um.
Mathematik Operator in der formalen Sprache, dort Kleene-Stern genannt Symbol für einen bestimmten/speziellen Wert oder einen Punkt mit einer besonderen Eigenschaft, einen kritischen/stationären Punkt/Wert, zur Abgrenzung von regulären Werten/Punkten, beispielsweise für einen Schnittpunkt, Extremum, eine Nullstelle usf. Symbol für die Faltung, einem mathematischen Operator zur Verknüpfung von Funktionen Kennzeichnung von konjugiert komplexen Zahlen und adjungierten Matrizen Kurzschreibweise für signifikante Gruppenunterschiede in der Statistik. Die Anzahl der Sternchen markiert hierbei das Signifikanzniveau, häufig verwendet werden p<0,05: *; p<0,01: ** und p<0,001: ***.
Informatik In vielen Programmiersprachen dient das Zeichen als Multiplikations-Operator. Zwei aufeinanderfolgende Sternchen sind in BASIC, Ada, Fortran, Perl, Python und Ruby der Exponentialoperator. In C und C++ ist es außerdem der Dereferenzierungs-Operator und dient der Deklaration von Zeigern. Platzhalter (sogenannte Wildcards) in vielen Betriebssystemen oder Computerprogrammen, es steht für eine beliebige Zeichenkette. Bei der Eingabe von Suchbegriffen bei Suchmaschinen, innerhalb von Websites oder in Datenbanken wird es oft als Platzhalter für unbekannte Zeichen(ketten) akzeptiert.
Sprachwissenschaft In der Sprachwissenschaft (Linguistik) steht ein Sternchen oder manchmal verstärkend ein Doppelsternchen vor ungrammatischen, nicht akzeptablen Wortformen oder Satzkonstruktionen: (du) *gießst (Kennzeichnung einer Falschschreibung). Im sprachwissenschaftlichen Zweig der Philologie und in der Etymologie zeigt es an, dass eine Wurzel, ein Wort, eine Wortform oder eine Lautung nicht schriftlich bezeugt (belegt, überliefert), sondern erschlossen ist (rekonstruiert).
Chemie In der Chemie kennzeichnet es das (oder ein) Stereozentrum bei chiralen Molekülen.
Kunsttopographie Im Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, der bekanntesten kunsttopograpischen Reihe im deutsprachen Raum, werden seit den 1960er JahrenRalph Paschke: Über die Fortschreibung des Dehio. Ein persönlicher Erfahrungsbericht. In: Florian Abe, Christine Beese (Hrsg.): Bauten – Bilder – Geschichten. Kunsthistorische Perspektiven auf Architektur. Festschrift für Christian Freigang. Gebrüder Mann Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-7861-2917-2, S. 291–312, hier S. 304; ub.uni-heidelberg.de als besondere Auszeichnung sogenannte „Dehio-Sternchen“ an der Seite des Satzspiegels verwendet. Die Begründung des Verlegers Michael Meier lautete: „Für die den Dehio nutzenden Reisenden solle gelten, dass die Aufnahme eines Objektes im Dehio einen Umweg auf ihrem touristischen Stadtspaziergang auslösen möge. Ein Sternchen hingegen solle darüber hinaus signalisieren, dass das Objekt eine eigene Reise wert sei. Dies sei nur ein Hinweis für Reisende, keinesfalls jedoch ein Urteil über die Bedeutung hinsichtlich des Denkmalschutzes.“Ralph Paschke: Über die Fortschreibung des Dehio. Ein persönlicher Erfahrungsbericht. In: Florian Abe, Christine Beese (Hrsg.): Bauten – Bilder – Geschichten. Kunsthistorische Perspektiven auf Architektur. Festschrift für Christian Freigang. Gebrüder Mann Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-7861-2917-2, S. 291–312, hier S. 305; ub.uni-heidelberg.de In einem Band soll die Anzahl von 150 Sternchen nicht überschritten werden.Ralph Paschke: Über die Fortschreibung des Dehio. Ein persönlicher Erfahrungsbericht. In: Florian Abe, Christine Beese (Hrsg.): Bauten – Bilder – Geschichten. Kunsthistorische Perspektiven auf Architektur. Festschrift für Christian Freigang. Gebrüder Mann Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-7861-2917-2, S. 291–312, hier S. 306; ub.uni-heidelberg.de Die Dehio-Sternchen gingen auf ein Vorbild in den seit 1846 gebräuchlichen Auszeichnungen der Baedeker-Reiseführer zurück.
Zeichencodierung Unicode Der Unicode definiert eine Vielzahl an Sternen und sternähnlichen Symbolen:
+ Kodierung in Unicode Codepunkt Zeichen Beschreibung Bezeichnung im Standard Block U+002A * Sternchen ASTERISK Basis-Lateinisch (0000–007F) U+066D ٭ Arabischer Stern, fünfzackig ARABIC FIVE POINTED STAR Arabisch (0600–06FF) U+203B ※ Vierpunktkreuz (japanische Verweismarke) REFERENCE MARK Allgemeine Interpunktion (2000–206F) U+2042 ⁂ Dreifachsternchen ASTERISM Allgemeine Interpunktion (2000–206F) U+204E ⁎ tiefgestelltes Sternchen LOW ASTERISK Allgemeine Interpunktion (2000–206F) U+2051 ⁑ zwei vertikal angeordnete Sternchen TWO ASTERISKS ALIGNED VERTICALLY Allgemeine Interpunktion (2000–206F) U+205C ⁜ Kreuz mit Punkten DOTTED CROSS Allgemeine Interpunktion (2000–206F) U+2217 ∗ Hodge-Stern-Operator ASTERISK OPERATOR Mathematische Operatoren (2200–22FF) U+229B ⊛ eingekreister Sternoperator CIRCLED ASTERISK OPERATOR Mathematische Operatoren (2200–22FF) U+22C6 ⋆ Stern-OperatorVerwendung: power in APL STAR OPERATOR Mathematische Operatoren (2200–22FF) U+2605 ★ Schwarzer fünfzackiger Stern BLACK STAR Verschiedene Symbole (2600-26FF) U+2606 ☆ Weißer fünfzackiger Stern WHITE STAR Verschiedene Symbole (2600-26FF) U+26B9 ⚹ Sextil SEXTILE Verschiedene Symbole (2600–26FF) U+2731 ✱ fettes Sternchen HEAVY ASTERISK Dingbats (2700–27BF) U+2732 ✲ fettes Sternchen mit offener Mitte OPEN CENTRE ASTERISK Dingbats (2700–27BF) U+2733 ✳ Vierbalkenkreuz EIGHT SPOKED ASTERISK Dingbats (2700–27BF) U+29C6 ⧆ Von einem Quadrat umschlossenes Sternchen SQUARED ASTERISK Verschiedene mathematische Symbole-B (2980–29FF) U+2A6E ⩮ Gleichheitszeichen mit übergesetztem Stern EQUALS WITH ASTERISK Zusätzliche Mathematische Operatoren (2A00–2AFF) U+A673 ﹡ slawisches Sternchen SLAVONIC ASTERISK Kyrillisch, erweitert-B (A640–A69F) U+FE61 ﹡ kleines Sternchen SMALL ASTERISK Kleine Formvarianten (FE50–FE6F) U+FF0A * Sternchen vollbreit (CJK) FULLWIDTH ASTERISK Halbbreite und vollbreite Formen (FF00–FFEF) U+1F7BE 🞾 fettes Vierbalkenkreuz HEAVY EIGHT SPOKED ASTERISK Geometrische Formen, erweitert (1F780–1F7FF)
Außerdem existieren im Unicodeblock Dingbats im Bereich U+2729–U+274B eine Reihe von mehr oder weniger sternförmigen Symbolzeichen (teils als ASTERISK benannt).
TeX/LaTeX In den Auszeichnungssprachen des Formelsatzes TeX respektive LaTeX kodiert man:
+ Kodierung in Latex Anweisung Symbol Bemerkung * * Am Zeilenanfang ggf. \** benutzen \textasteriskcentered \ast Mathematik-Modus ($...$) benötigt \circledast Paket "amssymb" und Mathematik-Modus ($...$) benötigt \star Mathematik-Modus ($...$) benötigt \bigstar Paket "amssymb" und Mathematik-Modus ($...$) benötigt \FiveStarOpen ☆ Paket "bbding" benötigt; beim Tief- oder Hochstellen in \mbox{} oder \text{} einzubetten
Die von Scott Pakin erstellte Comprehensive LaTeX Symbol List bietet einen umfassenden Blick über Möglichkeiten, mit LaTeX ein sternförmiges Symbol zu erzeugen..
Weblinks
Einzelnachweise
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