Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der russischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Die russische Mannschaft wird von der FIFA als Nachfolgerin der Fußballnationalmannschaft der UdSSR gesehen und deren Erfolge werden Russland zugerechnet. In der ewigen Rangliste wird Russland daher auf dem 13. Platz geführt. Russland nahm bisher viermal an der Endrunde zur Weltmeisterschaft teil, während es die Mannschaft der UdSSR auf sieben Teilnahmen brachte. 2018 richtete Russland die Endrunde aus, war damit automatisch qualifiziert und erreichte das Viertelfinale. Für 2022 und 2026 war Russland wegen des Russischen Überfalls auf die Ukraine nicht zugelassen.

Überblick mini|Platzierung der Mannschaft der UdSSR und der russischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Russland war von 1922 bis 1991 Teil der Sowjetunion, russische Spieler stellten neben den ukrainischen Spielern das Hauptkontingent der sowjetischen Nationalmannschaft, z. B. Lew Jaschin, der mit der UdSSR 1958, 1962, 1966 und 1970 an der WM teilnahm und dabei immer die Vorrunde überstand. Beste Platzierung war der vierte Platz 1966. Die russische Mannschaft konnte an die Erfolge nicht anknüpfen und schied vor 2018 immer in der Vorrunde aus. 2018 konnte der Heimvorteil und die damit verbundene Positionierung als Gruppenkopf genutzt und erstmals die Gruppenphase überstanden werden.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1994 USA Vorrunde Brasilien, Schweden, Kamerun 18. Pawel Sadyrin Oleg Salenko gelingen als erstem und bis jetzt einzigem Spieler der WM-Geschichte fünf Tore in einem Spiel. Mit 6 Toren wird er zusammen mit Christo Stoitschkow Torschützenkönig. Er ist bis heute der einzige Torschützenkönig einer Mannschaft, die in der Vorrunde ausgeschieden ist. 1998 Frankreich nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Italien gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Bulgarien der 2. Platz belegt wurde 2002 Südkorea/Japan Vorrunde Tunesien, Japan, Belgien 22. Oleg Romanzew 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal und der Slowakei gescheitert, die in den Play-offs ebenfalls scheiterte 2010 Südafrika nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Slowenien gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Deutschland der 2. Platz belegt wurde 2014 Brasilien Vorrunde Südkorea, Belgien, Algerien 24. 2018 Russland Viertelfinale Kroatien 8. Stanislaw Tschertschessow Gastgeber der 1. WM in Osteuropa 2022 Katar suspendiert Für das Halbfinale der Play-offs der Ausscheidungsspiele qualifiziert (Gegner Polen), aufgrund des Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar 2022 zuvor aber vom Wettbewerb ausgeschlossen 2026 Kanada/Mexiko/USA ausgeschlossen Die Mannschaft wurde wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine suspendiert.

WM-Turniere Turnier mit 24 Teilnehmern 1994 in den Vereinigten Staaten In der Qualifikation für die WM in den USA, die am 8. Dezember 1991 ausgelost wurde, sollte die UdSSR in einer Sechsergruppe gegen Griechenland, Island, Ungarn, Luxemburg und Jugoslawien antreten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion übernahm die russische Mannschaft den Platz der UdSSR. Da Jugoslawien aufgrund der UN-Sanktionen suspendiert wurde, entfielen die Spiele gegen Jugoslawien. Am 14. Oktober 1992 trafen die Russen in ihrem ersten WM-Qualifikationsspiel auf Island und gewannen mit 1:0. Auch die beiden folgenden Spiele gegen Luxemburg und das Spiel gegen Ungarn wurden ohne Gegentor gewonnen. Danach folgten zwei Remis und ein Sieg mit Gegentor in Ungarn, so dass Griechenland und Russland vor dem letzten Spiel gegeneinander punktgleich waren, die Russen aber die bessere Tordifferenz hatten. Da beide schon vier Punkte Vorsprung auf den Dritten Island hatten, ging es nur noch um den Gruppensieg, denn beide hatten sich schon erstmals für die WM qualifiziert. In Griechenland verloren die Russen dann mit 0:1 und wurden Gruppenzweiter.

In den USA trafen die Russen im ersten Spiel auf den späteren Weltmeister Brasilien und verloren mit 0:2. Nach einem 1:3 im zweiten Spiel gegen Schweden, wobei Oleg Salenko in der vierten Minute durch einen verwandelten Foulelfmeter das erste WM-Tor für Russland erzielte, waren die Russen schon ausgeschieden. Im letzten damit bedeutungslosen Spiel gewannen sie mit 6:1 gegen Kamerun. Dabei erzielte Salenko als erster und bis jetzt einziger Spieler der WM-Geschichte fünf Tore in einem Spiel. Zusammen mit dem Bulgaren Christo Stoitschkow, der ebenfalls sechs Tore, aber in sieben Spielen erzielte, wurde er Torschützenkönig als erster Spieler, der in der Vorrunde ausschied. Da die FIFA die Ergebnisse der UdSSR und Russland zusammenfasst, starteten die Russen auf dem 6. Platz der ewigen Rangliste, den sie in den folgenden Jahren aber nicht halten konnten.

Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Vier Jahre später konnten sich die Russen nicht für die zweite WM in Frankreich qualifizieren. Zwar belegten sie wieder Platz 2, diesmal hinter Bulgarien, dieser berechtigte aber nicht zur direkten Qualifikation, da die Russen in der Gruppe mit den weiteren Gegnern Israel, Zypern und Luxemburg nur viertbester Gruppenzweiter wurden. Entscheidend für den zweiten Platz war ein 1:1 in Zypern, wodurch sie am Ende einen Punkt weniger als die Bulgaren hatten. In den Playoffspielen der zweit- bis neuntbesten Gruppenzweiten trafen sie auf Vizeweltmeister Italien. Nach einem 1:1 im Heimspiel verloren sie in Italien mit 0:1 und verpassten damit die Endrunde.

2002 in Japan und Südkorea In der Qualifikation für die erste WM in Asien mussten die Russen gegen Slowenien, die Bundesrepublik Jugoslawien, die Schweiz, die Färöer und erneut Luxemburg antreten. Mit sieben Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage gegen Slowenien setzten sich die Russen als Gruppensieger durch und waren direkt für die Endrunde qualifiziert. Den Slowenen gelang es sich, gegen Rumänien in den Playoffspielen der Gruppenzweiten durchzusetzen und sich erstmals für die Endrunde zu qualifizieren.

In Asien trafen die Russen im ersten Gruppenspiel auf Tunesien und gewannen mit 2:0. Gegen Gastgeber Japan verloren sie dann mit 0:1, lagen damit aber vor dem letzten Spieltag noch auf Platz 2 vor Belgien und wären mit einem Remis Gruppenzweiter. Da sie aber mit 2:3 verloren, schieden sie wie acht Jahre zuvor in der Vorrunde aus.

2006 in Deutschland Für die WM 2006 in Deutschland konnten sich die Russen dann wieder nicht qualifizieren. In einer Siebenergruppe mit Portugal, der Slowakei, Estland, Lettland, Liechtenstein und wieder Luxemburg belegten sie punktgleich mit der Slowakei, aber der schlechteren Tordifferenz nur den dritten Platz. Die Russen verloren dabei zwar nur ein Spiel, aber dieses in Portugal mit 1:7. Aber bei fünf Unentschieden ließen sie zu viele Punkte liegen.

2010 in Südafrika Auch für die erste WM in Afrika konnten sich die Russen nicht qualifizieren. Diesmal landeten sie auf Platz 2 hinter Vizeeuropameister Deutschland, gegen den sie beide Spiele verloren. Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein hatten mit der Entscheidung um den Gruppensieg nichts zu tun. Die Russen waren zwar bester Gruppenzweiter, dieser musste aber auch in die Playoffs der Gruppenzweiten. Zugelost wurde ihnen Slowenien und nach einem 2:1 im Heimspiel verloren sie mit 0:1 in Slowenien, wodurch sie aufgrund der Auswärtstorregel ausgeschieden waren. Durch die verpasste Qualifikation fielen sie aus den Top-10 der ewigen Rangliste.

2014 in Brasilien In der Qualifikation zur zweiten WM in Brasilien konnten sich die Russen dann ohne den Umweg über die Play-offs qualifizieren. In der Gruppenphase waren Portugal, Israel, wieder Aserbaidschan, Nordirland und erneut Luxemburg die Gegner. Gesichert wurde die Qualifikation aber erst am letzten Spieltag durch ein 1:1 in Aserbaidschan. Der Gruppenzweite Portugal, der nur einen Punkt weniger hatte, musste in die Playoffs und setzte sich dort gegen Schweden durch.

In Brasilien trafen die Russen im ersten Spiel auf Südkorea und kamen nicht über ein 1:1 hinaus. Im zweiten Spiel war Belgien der Gegner und bis zur 88. Minute blieb das Spiel torlos, dann gelang den Belgiern noch der 1:0-Siegtreffer. Mit einem Sieg im letzten Spiel gegen Algerien bei gleichzeitigem Remis oder Niederlage der Südkoreaner gegen die bereits für das Achtelfinale qualifizierten Belgier, hätte sich Russland aber noch für die K.-o.-Runde qualifizieren können. Russland ging auch bereits in der sechsten Minute durch Alexander Kokorin mit 1:0 in Führung und obwohl die Belgier in der zweiten Halbzeit gegen Südkorea aufgrund einer Roten Karte mit einem Spieler weniger spielten, hielten sie zunächst das 0:0 und konnten sogar in der 78. Minute das 1:0-Siegtor erzielen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Algierer aber schon ausgeglichen und den Russen gelang es nicht mehr, ein weiteres Tor zu erzielen. Damit war Algerien als Gruppenzweiter für das Achtelfinale qualifiziert, wo sie dem späteren Weltmeister Deutschland das Leben schwer machten. Russland hatte aber als Dritter erneut die K.-o.-Runde verpasst und musste nun auf ein besseres Ergebnis bei der Heim-WM 2018 hoffen.

2018 in Russland Für die 2018 WM war Russland als Gastgeber automatisch qualifiziert und behielt die WM trotz Annexion der Krim 2014. Russland erreichte das Viertelfinale, in dem die Mannschaft im Elfmeterschießen an Kroatien scheiterte. Dabei hatte die Mannschaft keine gute Vorbereitung. Beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2017, den Russland als WM-Gastgeber ebenfalls ausrichten musste, wurde nur das Eröffnungsspiel gegen Ozeanienmeister Neuseeland gewonnen. Nach Niederlagen gegen Europameister Portugal und CONCACAF-Meister Mexiko schieden die Russen nach der Gruppenphase aus. Das erste Freundschaftsspiel danach gegen Südkorea wurde im Oktober 2017 zwar mit 4:2 gewonnen, danach folgten aber drei Remis und vier Niederlagen bis zum WM-Start. Damit waren die Russen der in der FIFA-Weltrangliste vor WM-Beginn am schlechtesten platzierte Teilnehmer. Das Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien, der in der FIFA-Weltrangliste zweitschlechteste WM-Teilnehmer, gewannen sie dann aber mit 5:0. Durch ein 3:1 gegen Ägypten im zweiten Spiel waren sie bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Das Endspiel um den Gruppensieg verloren sie dann aber mit 0:3 gegen Uruguay. Im Achtelfinale trafen sie auf Ex-Weltmeister Spanien und gerieten bereits in der 11. Minute durch ein Eigentor von Rekordnationalspieler Ignaschewitsch in Rückstand, konnten diesen aber in der 41. Minute durch einen verwandelten Handelfmeter ausgleichen. Da beiden Mannschaften danach kein weiteres Tor gelang und auch die Verlängerung keine Entscheidung brachte, kam es zum Elfmeterschießen, in dem der russische Torhüter Igor Akinfejew zweimal erfolgreich war, während dies seinem spanischen Gegenüber versagt blieb. Im Viertelfinale gegen Kroatien konnten die Russen in der 31. Minute durch das vierte Turniertor von Denis Tscheryschew in Führung gehen, mussten aber acht Minuten später den Ausgleich hinnehmen. Dabei blieb es bis zur 90. Minute. In der nun wieder notwendigen Verlängerung gingen die Kroaten in Führung, fünf Minuten vor Ende der Verlängerung gelang dem aus Brasilien eingebürgerten Mário Fernandes aber der Ausgleichstreffer, so dass es erneut zum Elfmeterschießen kam. Zwar konnte Akinfejew wieder einen Elfmeter halten, seinem Kontrahenten gelang dies aber auch und da zudem Fernandes am Tor vorbeischoss, während alle anderen Schützen erfolgreich waren, schieden die Russen aus. Kroatien erreichte dann auch das Finale, wieder nach Verlängerung, verlor dieses aber gegen Frankreich.

2022 in Katar