mini|Kuckuckshabicht Der Kuckuckshabicht (Kaupifalco monogrammicus), auch Kehlstreifbussard oder Sperberbussard genannt, ist ein in Afrika weit verbreiteter Vertreter der Familie der Habichtartigen.
Aussehen Die Vögel haben eine Körperlänge von 35 bis 38 Zentimetern, die Flügelspannweite beträgt 1,2 Meter. Die Farbe der Federn am Rücken, dem Kopf und der Brust ist ein helleres Grau. Um die Augen, an der Kehle und am Schwanzansatz sind sie weiß. Der Schnabel ist orange, die Schnabelspitze ist aber schwarz gefärbt. Die kräftigen Beine sind orange und tragen scharfe, schwarze Krallen. Als besondere Auffälligkeit haben die Tiere einen weißen Kehlfleck mit einem länglichen, schwarzen Streifen. Die Unterseiten der Flügel und des Schwanzes sind schwarz.
Lebensweise Sie jagen von höheren Bäumen, welche als Ansitz dienen, im sonst für Greifvögel schwierigeren Gelände wie hohem Gras oder Buschwerk, nach größeren Insekten, Eidechsen, Schlangen, Fröschen oder kleineren Säugern. Die Beute wird je nach Größe entweder gleich am Boden oder in höherer Vegetation verzehrt.
Verbreitung Der Kuckuckshabicht kommt in ganz Afrika südlich der Sahara vor. Dort bewohnt er die Savannen, Buschgebiete und Wälder.
Fortpflanzung Der flache Horst aus Zweigen, welcher mit Moos und Gräsern ausgelegt ist, wird in Astgabeln von Bäumen meist in einer Höhe von 7 bis 25 Metern von beiden Partnern angelegt. Das Weibchen legt nur 1 bis 3 hellgrüne oder bläuliche Eier. Nach einer Brutzeit von ca. 32 Tagen, welche das vom Partner versorgte Weibchen allein wahrnimmt, schlüpfen die Jungvögel. Die Jungen haben ein brauneres und dunkleres Gefieder als adulte Tiere.
Gefährdung Aufgrund der weiten Verbreitung stuft die IUCN diese Art als ungefährdet (Least Concern) ein.
Unterarten Es sind zwei Unterarten bekannt:IOC World Bird List New World vultures, Secretarybird, kites, hawks & eagles Kaupifalco monogrammicus monogrammicus (, 1824)Coenraad Jacob Temminck, S. 314 – Die Nominatform kommt im Senegal und Gambia bis Äthiopien und Kenia vor. Kaupifalco monogrammicus meridionalis (, 1860)Gustav Hartlaub u. a., S. 109 – Diese Unterart ist vom südlichen Kenia bis Angola, Namibia und Südafrika verbreitet.
Etymologie und Forschungsgeschichte Coenraad Jacob Temminck beschrieb die Art unter dem Namen Falco monogrammicus.Coenraad Jacob Temminck, Tafel 314, Text S. 182–183Edward Clive Dickinson arbeitet in seinem Artikel die genauen Publikationsdaten von Temmincks Werk heraus. Die Tafel 314 gehörte zur Lieferung 53 aus dem Jahre 1824. Als Fundort des Typusexemplars nannte er Senegal.Coenraad Jacob Temminck, S. 183 Erst später wurde er der 1854 von Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte neu eingeführten Gattung Kaupifalco zugeschlagen.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 533 Der erste Teil des Namens ehrt den deutschen Zoologen Johann Jacob Kaup (1803–1873), der zweite leitet sich vom lateinischen »falco, falconis« für »Falke« ab.James A. Jobling, S. 213 Das Artepitheton »monogrammicus« ist ein Gebilde aus dem griechischen »monos, « für »einzeln« und »grammikos, grammē « für »gesäumt, Linie«.James A. Jobling, S. 259 »Meridionalis« ist das lateinische Wort für »südlich« und leitet sich von »meridies« für »Süden« ab.James A. Jobling, S. 251 Da Hartlaub die Unterart unter der Abkürzung Kaupifalco monogrammicus merid. beschrieb, greifen hier aus Sicht der Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur die Direction 82, dass der Name des ersten Korrektors Priorität hat.Frances Hemming, S. 352–360
Quellenangabe
Die große ENZYKLOPÄDIE DER VÖGEL. Orbis Verlag, München 1996, ISBN 3-572-00810-7, S. 95–96. Afrika Tierwelt in Farbe. Karl Müller, Erlangen 1989, S. 56–57.
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Kategorie:Habichte und Sperber