Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der rumänischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Rumänien nahm bisher siebenmal an der Endrunde zur Weltmeisterschaft teil und gehört zu den wenigen europäischen Mannschaften, die bereits an der ersten WM 1930 teilnahmen. In der ewigen Rangliste belegt Rumänien den 30. Platz. Die besten Ergebnisse wurden in den 1990er Jahren erreicht. Im 21. Jahrhundert konnte sich Rumänien nicht mehr qualifizieren.

Überblick

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen, Besonderheiten und Ergebnisse 1930 Uruguay Vorrunde Peru, Uruguay 8. Die Anreise wurde vom König finanziert, sie reisten zusammen mit den Belgiern und Franzosen auf der Conte Verde an. Peru wurde mit 3:1 (0:1) besiegt. Nach der Niederlage gegen Uruguay mit 0:4 (0:4) schied man als Gruppenzweiter aus. 1934 Italien Achtelfinale Tschechoslowakei 12. Die im K.-o.-System ausgetragene WM startete im Achtelfinale, wo man dem späteren Vize-Weltmeister mit 1:2 (1:0) unterlag. 1938 Frankreich Achtelfinale Kuba 9. Wie vier Jahre zuvor wurde die WM im K.o-System ausgetragen, das Achtelfinale entsprach erneut der ersten Runde. Nach dem 3:3 n. V. (2:2, 1:1) in der ersten Begegnung, folgte eine Niederlage mit 1:2 (1:0) im Wiederholungsspiel. 1950 Brasilien nicht teilgenommen 1954 Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Tschechoslowakei gescheitert 1958 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien gescheitert 1962 Chile zurückgezogen Zu den Qualifikationsspielen gegen Italien nicht angetreten. 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal gescheitert 1970 Mexiko Vorrunde England, Tschechoslowakei, Brasilien 10. Die Spiele gegen den amtierenden und den werdenden Weltmeister wurden nur mit einem Tor Unterschied verloren, gegen die Tschechoslowakei 2:1 gewonnen. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an der DDR gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Ungarn und England gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Nordirland gescheitert 1990 Italien Achtelfinale Irland 12. 0:0 n. V., 4:5 im Elfmeterschießen 1994 USA Viertelfinale Schweden 6. 2:2 n. V. (1:1, 0:0), 4:5 im Elfmeterschießen 1998 Frankreich Achtelfinale Kroatien 11. 0:1-Niederlage durch einen Elfmeter 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs an Slowenien gescheitert 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Tschechien gescheitert 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien und Frankreich gescheitert 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs an Griechenland gescheitert 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen und Dänemark gescheitert 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und Nordmazedonien gescheitert 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an der Türkei gescheitert. Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der rumänischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen/zurückgezogen: 2× (8,7 %; 1950 und 1962) Nicht qualifiziert: 14× (60,9 %; 1954, 1958, 1966, 1974, 1978, 1982, 1986, 2002, 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 und 2026) Sportliche Qualifikation: 5× (21,7 % bzw. bei 28 % der Versuche) Ohne Qualifikation teilgenommen: 2× (8,7 %; 1930 und 1938) Vorrunde: 2× (8,7 %; 1930 und 1970) Achtelfinale bzw. Erste Runde: 4× (17,4 %; 1934, 1938, 1990 und 1998) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 1994)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay mini|Szene aus dem Spiel gegen Peru: Torhüter Ion Lăpușneanu fängt den Ball vor Stürmer Julio Lores Rumänien nahm als eine von nur vier europäischen Mannschaften zusammen mit Frankreich und Belgien die dreiwöchige Schiffsreise auf der Conte Verde auf sich, um an der ersten Weltmeisterschaft teilzunehmen. Die Anreise wurde vom König finanziert, der auch den Kader persönlich zusammenstellte und die Spieler von ihren Arbeitgebern freistellen ließ. Am 14. Juli 1930 bestritten die Rumänen ihr erstes WM-Spiel und gingen bereits in der ersten Minute durch ein Tor von Adalbert Deșu gegen Peru in Führung. Dabei blieb es zunächst, bis Peru in der 63. Minute ausgleichen konnte. In der 70. Minute wurde der peruanische Kapitän Plácido Galindo als erster Spieler bei einer WM vom Platz gestellt und die Rumänen nutzten die Überzahl um zwei weitere Tore zu schießen, so dass sie am Ende mit 3:1 gewannen. Das Spiel sahen nur 300 Zuschauer und damit die wenigsten aller WM-Spiele.In einer anderen Statistik nennt die FIFA das Spiel Chile – Frankreich in Montevideo (URU) am 19. Juli 1930 als Spiel mit den wenigsten Zuschauern (2000, ) und für das Spiel Rumänien – Peru 2549 Zuschauer (de.fifa.com) Gegen Gastgeber Uruguay verlor Rumänien dann mit 0:4 vor 70.022 Zuschauern und schied als Gruppenzweiter aus und belegte in der ersten Rangliste den achten Platz, ihre bis dato beste Platzierung.

1934 in Italien Für die erste WM in Europa mussten sich die Rumänen durch zwei Spiele gegen Jugoslawien und die Schweiz qualifizieren, wobei jede Mannschaft ein Heim- und ein Auswärtsspiel hatte. Am 29. Oktober 1933 bestritten die Rumänen in Bern ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und erreichten ein 2:2 gegen die Schweiz. Da sie beim Spiel einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatten, wurde das Spiel nachträglich am Grünen Tisch mit 2:0 Toren und 2:0 Punkten für die Schweiz gewertet. Gegen Jugoslawien wurde am 29. April 1934 in Bukarest mit 2:1 gewonnen und da die Jugoslawen gegen die Schweiz nur 2:2 gespielt hatten, waren die Rumänen trotz der Niederlage am Grünen Tisch Gruppenzweiter und qualifizierten sich zusammen mit den Schweizern für die WM-Endrunde.

In Italien trafen sie im ersten Spiel auf den späteren Vizeweltmeister Tschechoslowakei und verloren nach 1:0-Führung noch mit 1:2. Damit war die WM für die Rumänen bereits nach einem Spiel beendet, womit sie auch aus den Top-10 der ewigen Rangliste fielen, da acht Neulinge an ihnen vorbeizogen.

1938 in Frankreich Für die erste WM in Frankreich sollte sich Rumänien gegen Ägypten qualifizieren. Da Ägypten zurückzog, waren die Rumänen kampflos qualifiziert.

In Frankreich trafen sie im Achtelfinale auf WM-Neuling Kuba und erreichten zunächst nur ein 3:3 nach Verlängerung. Damit war ein Wiederholungsspiel notwendig, das die Rumänen überraschend mit 1:2 verloren und sich damit für 32 Jahre von der WM-Bühne verabschiedeten. Für Kuba war dann im Viertelfinale mit 0:8 gegen Schweden Endstation und bis dato konnten sich die Kubaner nicht mehr für die WM qualifizieren und nie mehr gegen eine europäische Mannschaft gewinnen.

1950 in Brasilien Rumänien hatte zwar noch während des Zweiten Weltkriegs bis Juni 1943 Länderspiele ausgetragen, bereits im September 1945 wieder mit dem Länderspielbetrieb begonnen und bis 1949 zahlreiche Spiele bestritten, an der zweiten WM in Südamerika nahmen die Rumänen aber nicht teil.

1954 in der Schweiz Für die WM in der Schweiz musste sich Rumänien gegen die Tschechoslowakei und Bulgarien qualifizieren. Die Rumänen gewannen die Spiele gegen die Bulgaren, verloren aber beide gegen die Tschechoslowaken und waren damit als Gruppenzweiter nicht qualifiziert.

1958 in Schweden Zur WM in Schweden musste sich Rumänien gegen Jugoslawien und Griechenland qualifizieren. Gegen Griechenland wurden beide Spiele gewonnen, gegen die Jugoslawen reichte es im Heimspiel nur zu einem Remis, das Auswärtsspiel wurde dagegen verloren. Damit waren die Rumänen als Gruppenzweiter wieder nicht qualifiziert, womit sie auch aus den Top-20 der ewigen Rangliste fielen.

1962 in Chile Zur Qualifikation für die dritte WM in Südamerika sollte die rumänische Mannschaft gegen Italien antreten, zog aber zurück. Italien musste dann gegen den Sieger der Nahost-Qualifikation antreten und konnte sich durch zwei Siege gegen Israel für die WM qualifizieren.

1966 in England Vier Jahre später mussten die Rumänen erstmals in einer Vierergruppe zur Qualifikation antreten. Portugal erwies sich dabei als zu stark und auch die Tschechoslowakei lag am Ende noch vor Rumänien. Nur die Türkei war noch etwas schwächer. Entscheidend war, dass die Rumänen zwar alle Heimspiele gewannen, aber alle Auswärtsspiele verloren, während Portugal die Auswärtsspiele bei den beiden anderen Gegnern gewann und auch die Tschechoslowakei in der Türkei.

1970 in Mexiko Für die erste WM in Mittelamerika konnte sich Rumänien dann erstmals nach 32 Jahren wieder qualifizieren. Mit drei Siegen, sowie zwei Unentschieden und einer Niederlage wurde in einer Gruppe mit Griechenland, der Schweiz und dem WM-Dritten Portugal, der nur Letzter wurde, der erste Platz belegt.

In Mexiko wurden sie in eine Todesgruppe mit Titelverteidiger England, der Tschechoslowakei und WM-Favorit Brasilien gelost. Im ersten Spiel gegen den Titelverteidiger verloren sie durch ein Tor des dreifachen Finaltorschützen von 1966, Geoff Hurst mit 0:1. Gegen die Tschechoslowakei gelang nach 0:1-Rückstand ein 2:1-Sieg. Da England gegen Brasilien mit 0:1 verloren hatte, hatten Rumänen und Engländer vor dem letzten Spieltag 2:2 Punkte und 2:2 Tore. Mit einem Sieg gegen Brasilien hätten die Rumänen noch das Viertelfinale erreichen können. Sie verloren aber mit 2:3, wogegen England mit 1:0 gegen die Tschechoslowakei gewann. Damit waren die Rumänen als Gruppendritter ausgeschieden, während die Engländer in der Neuauflage des WM-Finales von 1966 auf Deutschland trafen und mit 2:3 nach Verlängerung verloren. Für die Rumänen war es für 20 Jahre das letzte WM-Spiel.

1974 in der Bundesrepublik Deutschland Denn für die WM in Deutschland konnten sich die Rumänen dann wieder nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit der DDR, Finnland und Albanien belegten sie nur den zweiten Platz. Die DDR konnte sich damit zum einzigen Mal für die Endrunde qualifizieren, wo sie auf den Gastgeber traf.

1978 in Argentinien Auch für die vierte WM in Südamerika konnte sich Rumänien nicht qualifizieren. Diesmal war Spanien stärker, das außer den beiden Heimspielen auch in Jugoslawien gewann, während die Rumänen je einmal gegen beide Gegner gewannen und verloren, wodurch sie als Gruppenzweiter die Endrunde verpassten.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM in Spanien qualifizierte sich Rumänien ebenfalls nicht. Erstmals mussten sie in einer Fünfergruppe spielen. Gegner waren Ungarn, England, die Schweiz und Norwegen. Rumänien gewann nur zwei Spiele, spielte viermal remis und verlor zwei Spiele. Sie mussten zwar die wenigsten Gegentore (5) hinnehmen, schossen aber auch nur fünf Tore. Ungarn und England qualifizierten sich beide für die Endrunde, konnten dort aber keine großen Erfolge feiern.

1986 in Mexiko Vier Jahre später waren die Engländer in der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko wieder stärker, zudem diesmal Nordirland. Rumänien konnte nur Finnland und die Türkei auf die Plätze verweisen. Entscheidend war ein torloses Remis zwischen den Nordiren und den bereits qualifizierten Engländern am letzten Spieltag, wodurch die Nordiren einen Punkt mehr hatten als die Rumänen. Allerdings hatten die Nordiren auch beide Spiele gegen die Rumänen gewonnen und damit den Rumänen die einzigen Niederlagen in der Qualifikation beigebracht. Durch die verpasste Qualifikation fielen sie auch aus den Top-30 der ewigen Rangliste und fielen auf Platz 33, ihre bis dato schlechteste Platzierung.

1990 in Italien