Falkenberg ()Siehe Literatur: Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Stuttgart 2005, S. 226. Zur niedersorbischen Namengebung siehe Kapitel Ersterwähnungen und Namengebung. ist ein Ortsteil der Gemeinde Tauche im Landkreis Oder-Spree des Landes Brandenburg. Falkenberg liegt neun Kilometer südwestlich der Kreisstadt Beeskow inmitten von Feldern und Wiesen. Ackerbau und Viehzucht bestimmen das Wirtschaftsleben des 1495 erstmals erwähnten Platzdorfs und ehemaligen Ritterguts. Die Kirche des ursprünglichen Pfarrdorfs wurde 1770 abgerissen und nicht wieder ersetzt. In Falkenberg befindet sich eine Außenstelle des Meteorologischen Observatoriums Lindenberg.
Geographie Naturraum und Gemarkung Falkenberg liegt nördlich des Großen Kossenblatter Sees auf der Beeskower Platte, die als Nr. 824 in den Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands in der Haupteinheitengruppe Nr. 82 Ostbrandenburgisches Heide- und Seengebiet geführt wird. Im Untergrund der Platte überwiegen Saaleeiszeitliche Grundmoränenflächen, die weitgehend von flachwelligen Endmoränenbildungen der letzten Eiszeit überlagert werden.Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur jungquartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe. S. 2. Dissertation, Humboldt-Universität Berlin, 2001. Auch in: Berliner Geographische Arbeiten. 95. ISBN 3-9806807-2-X, Berlin 2003. Siehe Abbildung 2 Platten und Urstromtalungen im Jungmoränenland südlich Berlins in Kapitel 1 und im Kapitel 4 Abb. 32 und die Unterabschnitte 4.3.4.3 und 4.3.4.5.
Die etwa quadratische, 421 Hektar umfassende Gemarkung Falkenberg liegt auf dem „platten Land“ auf einer Höhe zwischen rund im Norden und rund im Süden. Der Dorfkern befindet sich auf einer mittleren Höhe von . Das Gebiet ist weitgehend von Offenland mit Wiesen und Äckern geprägt. Entlang der Fließe gibt es einige größere Baumbestände.Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg : Brandenburg-Viewer, Digitale Topographische Karten 1:10.000 (Menu – „Mehr Daten“ – anklicken und entsprechend auswählen; zu den Gemarkungsgrenzen „Liegenschaftskataster“ und dort „Gemarkungen“ zuschalten.)
Nachbarorte und Verkehrsanbindung mini|links|Falkenberg in der Preußischen Uraufnahme von 1846. Der Kartenausschnitt gibt etwa die heutige Gemarkung des Orts wieder.
Die Gemarkung Falkenberg grenzt im Osten an die Gemarkung Tauche, den namengebenden Ortsteil und Verwaltungssitz der großflächigen, amtsfreien Gemeinde Tauche. Im Süden schließt sich das Gebiet Wulfersdorfs, im Westen das Gebiet Görsdorfs und im Nordwesten das Gebiet Lindenbergs an. Diese drei Dörfer gehören gleichfalls zur Gemeinde Tauche. Im Nordosten folgt die Gemarkung Buckow, ein Ortsteil der Gemeinde Rietz-Neuendorf.
Hauptverkehrsader des Dorfs ist die Landesstraße 422, die den Ort nach Westen mit Görsdorf und nach Osten mit Kohlsdorf, einem Ortsteil der Kreisstadt Beeskow, verbindet. In Wendisch-Rietz und Beeskow stellt die Landesstraße den Anschluss an die Bundesstraße 246 her, in Beeskow ferner an die Bundesstraße 87. Von Norden mündet zudem die Kreisstraße 6727 aus Lindenberg kommend in das Dorf ein und endet dort. Im Öffentlichen Nahverkehr vernetzt die Linie 405 des Busverkehrs Oder-Spree (BOS) Falkenberg mit den umliegenden Dörfern und mit den Bahnhöfen in Lindenberg, Wendisch-Rietz, Beeskow und Storkow. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Lindenberg und Buckow, beides Haltepunkte der eingleisigen Nebenbahn Königs Wusterhausen–Grunow (ODEG Linie 36 zwischen Berlin-Lichtenberg und Frankfurt (Oder)).
Dorfstruktur und Gewässer Angelegt wurde Falkenberg als Viereckplatzdorf,Joachim Schölzel (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. (HOL). S. 72 f. eine typische Siedlungsform der Deutschen Ostsiedlung. Der von Nord nach Süd ausgerichtete Platz bildet noch das Zentrum des Dorfs und wird von der Falkenberger Hauptstraße (Teil der Landesstraße 422) eingefasst. Zumeist giebelständig zur Straße hin gruppieren sich die Bauernhäuser um den Platz. Später entstanden weitere Wohngebiete im Westen entlang der Premsdorfer Straße und im Südwesten entlang dem Wulfersdorfer Weg.
mini|Zentraler Dorfplatz mit dem Kossenblatter Mühlenfließ.
Der zentrale langgestreckte Platz besteht aus einer teils baumbestandenen Wiese und wird mittig vom Kossenblatter Mühlenfließ durchflossen. Das Fließ tritt im Norden auf einer Höhe von 69,4 m ü. NN in den Platz ein und verlässt ihn im Süden auf einer Höhe von 67,2 m, sodass es beim Lauf durch das Dorfzentrum 2,2 Höhenmeter verliert. Das Kossenblatter Mühlenfließ entspringt westlich von Buckow auf einer Höhe von rund 82 m, durchfließt südlich von Falkenberg mehrere Fischteiche, anschließend den Großen und Kleinen Kossenblatter See, und mündet nach 10,854 Kilometern LängeLandesumweltamt Brandenburg (LUGV): Stand 25. April 2014, S. 27. nördlich des Schlosses Kossenblatt auf einer Höhe von rund 40 Metern in die Schlossspree, einen Nebenarm der Krummen Spree. Östlich des Falkenberger Ortskerns entspringt der 1,467 Kilometer langeLandesumweltamt Brandenburg (LUGV): Stand 25. April 2014, S. 9. Falkenberger Graben, der nach kurzem Lauf südlich des Dorfkerns in das Kossenblatter Mühlenfließ mündet. Im Nordwesten der Gemarkung Falkenberg beginnt das Görsdorf-Wulfersdorfer-Fließ, das gleichfalls von Nord nach Süd strömt und nach 4,952 KilometernLandesumweltamt Brandenburg (LUGV): Stand 25. April 2014, S. 11. westlich von Wulfersdorf im Großen Kossenblatter See endet.
Allerdings sind die Wasserläufe stellenweise unterbrochen oder liegen trocken. Das Kossenblatter Mühlenfließ ist Teil des Gewässerentwicklungskonzepts (GEK) Krumme Spree zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), das die Durchgängigkeit des Kossenblatter Mühlenfließes und weiterer Gewässer der Region wiederherstellen will.Landesumweltamt Brandenburg: Flyer, Potsdam 2010.
Geschichte Die Liste der Bodendenkmale verzeichnet in Falkenberg eine Siedlung aus der Urgeschichte und eine der Bronzezeit sowie den „Dorfkern deutsches Mittelalter“ und den „Dorfkern Neuzeit“. Für eine slawische Landnahme gibt es keine Anhaltspunkte oder Funde.
Ersterwähnungen und Namengebung Die erste urkundliche Erwähnung des Orts – bereits in der heutigen Schreibweise „Falkenberg“ – befindet sich in dem Meißener Bistumsmatrikel von 1495.Reinhard E. Fischer gibt in Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, Be.Bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-937233-30-X, auf S. 53 das Jahr 1346 als urkundliches Ersterwähnungsjahr Falkenbergs an. Als Quellen nennt Fischer das HOL und das Brandenburgische Namenbuch von Sophie Wauer. Da beide Werke jedoch 1495 und nicht 1346 angeben, können entweder 1346 oder Fischers Belege nicht stimmen. Im Erbregister der Herrschaft Storkow von 1518Erbregister der Herrschaft Storkow von 1518, wiedergegeben in: Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis, Erster Hauptteil, Band XX (A 20), Berlin 1861, S. 511. (Falkenberg gehörte allerdings zur benachbarten Herrschaft Beeskow) und in einem Landreiterbericht von 1652 ist das Dorf als Falckenbergk verzeichnet.Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Stuttgart 2005, S. 60.
Der Name geht zurück auf das mittelniederdeutsche Valkenberch, von mittelniederdeutsch valke ‚Falke‘ und berch für ‚Berg‘. Nach dem Brandenburgischen Namenbuch handelt es sich bei Falkenberg um einen Modenamen der Deutschen Ostsiedlung, der allein im Land Brandenburg siebenmal vorkommt. Da sich bei Falkenberg keine wesentlichen Erhebungen befinden, hält das Namenbuch auch einen heraldischen Namen für möglich. Das heißt, dass sich der Falke im Wappen des Gründers beziehungsweise Besitzers des Orts befunden haben könnte.
Der niedersorbische Name Sokolnica ist eine jüngere Übersetzung des deutschen Ortsnamens Falkenberg (ober- und niedersorbisch Sokoł = Falke), die auf Arbeiten des sorbischen Volkskundlers Arnošt Muka aus dem 19./20. Jahrhundert beruht. Die sorbische Namensform Sokolnica geht also mit einiger Sicherheit nicht auf einen historischen slawischen Ortsnamen zurück,Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Stuttgart 2005, S. 226. zumal in Falkenberg keinerlei slawische Siedlungstätigkeit nachgewiesen ist.
Falkenberg im Besitz derer von Maltitz und von Hobeck, 1520 bis 1652 mini|hochkant=0.6|Wappen derer von Maltitz. Im Jahr 1520 war Falkenberg im Besitz des Nickel von Maltitz aus dem alten meißnisch-sächsischen Adelsgeschlecht von Maltitz, das im Bereich der heutigen Gemeinde Tauche und in weiteren Orten der Herrschaft Beeskow reich begütert war und das zu den wenigen Familien der Region gehörte, die Teile ihres Besitzes bis in das späte 18. Jahrhundert halten konnten. Ihren letzten Besitz Kummerow verkauften die von Maltitz 1793. Allerdings gelang es der weit verzweigten Familie nach Angabe des Historikers Carl Petersen nicht, einen größeren Gutskomplex in diesem Landstrich für längere Zeit zusammenzufassen und zu befestigen.Derselbe: Carl Petersen: Die Geschichte des Kreises Beeskow-Storkow. Beeskow 1922, S. 413–416.
Laut Petersen hatte Nickel von Maltitz durch seine Gutskäufe seine Kräfte derart überspannt, dass er Falkenberg bereits 1530 an die von Hobeck weiterverkaufte. Donnerstags nach Bartholomäi 1553 (24. August) erhielten Joachim der Ältere, Joachim der Jüngere und Asmus Gebrüder von Hobeck von Bischof Johann VIII. (Horneburg) von Lebus die Belehnung für Falkenberg mit Zubehör. Mitbelehnt zur gesamten Hand waren ihre Vettern Georg und Franz von Hobeck auf Radlow.Carl von Eickstedt: Beiträge zu einem neueren Landbuch der Marken Brandenburg: Prälaten, Ritter, Städte, Lehnschulzen, oder Roßdienst und Lehnwahr. Creutz, Magdeburg 1840, S. 19. Falkenberg blieb das Hauptgut derer von Hobeck bis nach 1620. Im Stichjahr 1600 verfügten die von Hobeck über das Kirchenpatronat. Die Familie von Hobeck sei bald in völligen Verfall geraten und ihre Streitigkeiten und Gewaltsamkeiten hätten den Kurfürsten gezwungen, die beiden letzten Besitzer von Falkenberg, Heinrich und Joachim von Hobeck, des Landes zu verweisen. Um 1620 ging Falkenberg zurück an die von Maltitz, diesmal an Nickel von Maltitz zu Giesensdorf, in dessen Hand das Dorf bis 1652 blieb.Carl Petersen: Die Geschichte des Kreises Beeskow-Storkow. Beeskow 1922, S. 414 f.
Im Jahr 1553 ist Falkenberg als Dorf, Rittersitz und Vorwerk verzeichnet. 1576 waren zwei Bauern, zwölf Kossäten und ein Häusler ansässig. Im Jahr 1600 gliederte sich Falkenberg in 19 Ritterhufen und drei Bauernhufen, daneben gab es zwölf Kossäten und einen Hirten im Ort. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde wahrscheinlich die Kirche zerstört. Vier Jahre nach Kriegsende, 1652, waren nur noch sieben Kossäten vorhanden; drei wüste Bauernhufen wurden zum Rittersitz gezogen. Ein Kossät, dessen Hof abgebrannt war und der ein Meier des Junkers war, wohnte auf einem Kossätenhof, der keinen Wirt mehr hatte.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg, Entwicklung 1652 bis 1738