mini|Das Krankenhaus Evangelisches Stift St. Martin in Koblenz mini|Das neuerbaute Krankenhaus in der neuen Südlichen Vorstadt um 1900 Das Evangelische Stift St. Martin ist ein Krankenhaus in der Südlichen Vorstadt von Koblenz. Das 1844 gegründete Stiftungskrankenhaus verfügt über 12 Kliniken und 10 zertifizierte bzw. anerkannte Einheiten mit insgesamt 349 Betten und ist Teil des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, ein 2014 gegründeter Klinikverbund der Maximalversorgung. Auf dem Krankenhausareal befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz, über den Notfall-Patienten mithilfe eines Rettungshubschraubers schnell eingeliefert werden können. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Mainz. Der Standort Evangelisches Stift versorgt mit rund 680 Mitarbeitenden jährlich rund 11.900 stationäre (inkl. teilstationäre) und 25.600 ambulante Patienten (inkl. ambulante OP).
Geschichte Gegründet wurde das Evangelische Stift St. Martin im Herbst 1844 von Johann Friedrich Kehr, dem Repräsentanten der evangelischen Kirche im Rheinland, als „Waisen- und Krankenhaus Evangelisches Stift St. Martin“. Ein Grund für die Einrichtung war, dass im städtischen Bürgerhospital von den dort arbeitenden Borromäerinnen in aggressiver Weise versucht wurde die evangelischen Bürger zum Übertritt zur römisch-katholischen Kirche zu bewegen. Unterstützt wurde Kehr von König Friedrich Wilhelm IV., der ihm 3000 Taler schenkte und ein Haus in Koblenz zur Verfügung stellte. Ende des 19. Jahrhunderts war bedingt durch das rasche Wachstum des Stiftungskrankenhauses ein neues Gebäude erforderlich. Im Rahmen der südlichen Stadterweiterung wurde in der neuen Südlichen Vorstadt 1898 ein neues Krankenhaus eingeweiht. Der historische Putzbau des Herborner Architekten Ludwig Hofmann zeigte sparsame Formen der Spätgotik. Das neue Gebäude erweiterte man in den Jahren 1902 und 1906.
Das alte Krankenhausgebäude wurde 1966 abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt, der am 9. April 1970 eingeweiht wurde. Dem langjährigen Chefarzt und Historiker Fritz Michel wurde 1989 nahe dem Eingang zum Hauptgebäude ein Denkmal gesetzt. Im Jahr 2003 schloss sich das Evangelische Stift St. Martin mit dem Gesundheitszentrum zum Heiligen Geist in Boppard und dem Diakoniezentrum Paulinenstift in Nastätten zum „Stiftungsklinikum Mittelrhein“ zusammen.
Aufgrund einer Bombenentschärfung am 4. Dezember 2011 musste das Krankenhaus, wie alle Häuser in der Gefahrenzone, vollständig geräumt werden.Vgl. Das Stiftungsklinikum Mittelrhein bezifferte seine Kosten auf rund eine Million Euro, 200.000 Euro für die Evakuierung und 800.000 Euro an Umsatzeinbußen.
Der Klinikverbund wurde 2014 um den Kemperhof in Koblenz und das Krankenhaus St. Elisabeth in Mayen erweitert. Der neue und größere Klinikverbund trägt den Namen Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein.Klinikfusion zwischen dem Stiftungsklinikum Mittelrhein und dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen ist nun vollzogen in: Rhein-Zeitung, 25. Juli 2014.
Das Krankenhaus erhielt 2014 von der Deutschen Stiftung Organtransplantation eine Auszeichnung für sein Engagement in der Organtransplantationsmedizin. Im Vorjahr wurden alleine hier 18 Organentnahmen durchgeführt, was bundesweit ein Spitzenwert ist.Organspende: Evangelisches Stift des Koblenzer Gemeinschaftsklinikums für Spitzenwert geehrt in: Rhein-Zeitung, 12. Dezember 2014.
Im Jahr 2017 konkretisierten sich die Planungen der Geschäftsführung sowie der Gesellschafter, den Standort evangelisches Stift mittelfristig aufzugeben und alle Abteilungen aus wirtschaftlichen Gründen am Standort Kemperhof zusammenzulegen.www.rhein-zeitung.de: Verschmelzung von Stift und Kemperhof ist so gut wie sicher, abgerufen am 12. Januar 2018. Voraussetzung hierfür sollen eine entsprechende finanzielle Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz bei den notwendigen Baumaßnahmen sowie ein Nachnutzungskonzept für den bisherigen Standort sein.
Als erste Klinik im Norden von Rheinland-Pfalz wurde die Klinik im November 2024 zusammen mit dem Standort Kemperhof erstmals von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum zertifiziert.
Medizinische Abteilungen Das Krankenhaus verfügt über die folgenden Kliniken:
Innere Medizin – Akutgeriatrie Innere Medizin – Kardiologie Innere Medizin – Hämatologie/Onkologie, Palliativmedizin Allgemein- und Viszeralchirurgie Orthopädie und Unfallchirurgie (BG-Klinik) Plastische, Hand-, Ästhetische und Verbrennungschirurgie Neurochirurgie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Anästhesie, Notfall- und Schmerzmedizin Intensivmedizin Diagnostische und interventionelle Radiologie, Neuroradiologie Augenheilkunde
Daneben existieren folgende Zentren und Einheiten:
Chest Pain Unit (Brustschmerzeinheit) Onkologisches Zentrum Koblenz-Mittelrhein Zentrum für Hämatologische Neoplasien Koblenz Alterstraumazentrum Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung Regionales Traumazentrum Zentrum für Querschnittlähmung Ästhetikzentrum Mittelrhein Hirntumorzentrum Vaskuläre und ökologische Neurochirurgie Zentrum für Robotische Chirurgie Zentrum für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Angehörigenfreundliche Intensivstation Studienzentrum Ambulantes OP-Zentrum
Des Weiteren verfügt das Krankenhaus über eine Krankenpflegeschule und durch die Konzerngesellschaft Seniocura über den mobilen Pflegedienst „Stiftmobil“, mit dem hilfsbedürftige, kranke, alte und behinderte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung gepflegt werden.
Darüber hinaus rundet das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Mittelrhein das ambulante Angebot mit den Praxen für Neurochirurgie, Chirurgie, Nuklearmedizin, sowie Innere Medizin/Hausärztliche Versorgung ab.MVZ Mittelrhein, abgerufen am 12. Januar 2018.
In räumlicher nähe zum Krankenhaus wird die Senioreneinrichtung Wohnstift St. Martin durch die Tochtergesellschaft Seniocura GmbH betrieben. Hierzu gehört eine Seniorenwohnanlage mit 44 vollstationären Plätzen sowie eine Einrichtung der Kurzzeitpflege.
Die Stiftung evang. Stift St. Martin betreibt gemeinsam mit dem Koblenzer Hospizverein in unmittelbarer nähe zum Krankenhaus und in enger Zusammenarbeit mit diesem ein stationäres Hospiz.www.hospizinkoblenz.de: Stationäres Hospiz St. Martin, abgerufen am 12. Januar 2018.
Bekannte Patienten 1966: John Taylor, der Rennfahrer starb nach einem schweren Unfall auf dem Nürburgring
Literatur Kehr: Das evangelische Stift zu Koblenz in den Jahren 1851, 1852 und 1853. Dilibri dilibri.de digitalisierte Ausgabe von 1854 Energieversorgung Mittelrhein GmbH (Hrsg.): Geschichte der Stadt Koblenz. Gesamtredaktion: Ingrid Bátori in Verbindung mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Theiss, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-0876-X. Band 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Theiss, Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1036-5.
Weblinks
Offizielle Webseite des Evangelischen Stifts St. Martin Koblenz
Einzelnachweise
Kategorie:Krankenhaus in Koblenz Koblenz Kategorie:Martin von Tours als Namensgeber Kategorie:Unternehmensgründung 1844