Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der peruanischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Peru nahm bereits an der ersten WM 1930 teil und konnte sich danach noch viermal qualifizieren, zuletzt für 2018 nach 36 Jahren Pause.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay Vorrunde Uruguay, Rumänien 10. Erste Mannschaft, die einen Spieler durch Platzverweis verlor. 1934 Italien zurückgezogen Peru trat nicht zu den Qualifikationsspielen gegen Brasilien an. 1938 Frankreich nicht teilgenommen 1950 Brasilien zurückgezogen Peru trat nicht zu den Qualifikationsspielen an, so dass Uruguay und Paraguay kampflos qualifiziert waren. 1954 Schweiz nicht zugelassen Anmeldung zu spät eingereicht 1958 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Brasilien gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an Kolumbien gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Uruguay gescheitert 1970 Mexiko Viertelfinale Brasilien 7. In der Vorrunde fand das erste von bis heute zwei Spielen gegen Deutschland statt. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation nach Entscheidungsspiel an Chile gescheitert 1978 Argentinien Zwischenrunde Brasilien, Polen, Argentinien 8. Nach dem 0:6 gegen Argentinien wurden von Brasilien Vorwürfe der Bestechung erhoben. 1982 Spanien Vorrunde Kamerun, Italien, Polen 20. Das 1:5 Perus gegen Polen war das einzige Spiel dieser Gruppe, das nicht remis endete. Dadurch schied Peru als Gruppenletzter aus. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Argentinien gescheitert 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Uruguay gescheitert 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Argentinien und Kolumbien gescheitert 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die erstmals im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Bewerbern – außer Brasilien, das als Weltmeister direkt qualifiziert war – ausgetragen wurde, belegte Peru nur den 5. Platz. Die ersten Vier konnten sich qualifizieren. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die erstmals mit allen südamerikanischen Mannschaften im Liga-System ausgetragen wurde, belegte Peru nur den 8. Platz. Die ersten Vier konnten sich direkt qualifizieren, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Australien. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Peru nur den 9. Platz. Die ersten Vier konnten sich direkt qualifizieren, Uruguay als Fünfter scheiterte diesmal in den Play-offs gegen Australien. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Peru nur den 10. und letzten Platz. Die ersten Vier konnten sich direkt qualifizieren, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Costa Rica. 2014 Brasilien nicht qualifiziert Durch eine 2:3-Niederlage am drittletzten Spieltag gegen Venezuela verpasste Peru die Qualifikation. 2018 Russland Vorrunde DänemarkFrankreichAustralien 20. Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Gruppenspielen hatte Peru schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Australien, gegen das dann gewonnen wurde, keine Chance mehr, das Achtelfinale zu erreichen. 2022 Katar nicht qualifiziert Als Fünfter der Südamerika-Qualifikation scheiterte Peru in den interkontinentalen Play-offs an Australien. 2026 Kanada, Mexiko und USA nicht qualifiziert In der im September 2023 begonnenen Qualifikation traten wieder alle zehn CONMEBOL-Mitglieder in Hin- und Rückspielen gegeneinander an. Die sechs bestplatzierten Mannschaften qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde 2026. Der Siebtplatzierte nahm als südamerikanischer Teilnehmer am WM-Play-off-Turnier im März 2026 teil und scheiterte dort. Peru konnte sich als Neunter nicht qualifizieren. Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der peruanischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Teilnahmeverzicht/zurückgezogen/nicht zugelassen: 4× (17,4 %; 1934, 1938, 1950 und 1954) Nicht qualifiziert: 14× (60,1 %; 1958, 1962, 1966, 1974, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002, 2006, 2010, 2014, 2022 und 2026) Sportliche Qualifikation: 4× (17,4 % bzw. bei 22,2 % der Versuche) Teilnahme ohne Qualifikation: 1× (4,3 %; 1930) Vorrunde: 3× (13,0 %; 1930, 1982 und 2018) Viertelfinale bzw. 2. Finalrunde mit 8 Mannschaften: 2× (8,7 %; 1970 und 1978)

Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay mini|Szene aus dem Spiel Peru gegen Rumänien: der rumänische Torhüter Ion Lăpușneanu fängt den Ball vor Stürmer Julio Lores

Peru nahm bereits an der ersten Weltmeisterschaft in Uruguay 1930 teil. In der Vorrunde traf die vom Spanier Francisco Bru trainierte Mannschaft auf Uruguay und Rumänien. Das erste WM-Spiel gegen Rumänien wurde mit 1:3 verloren, wobei Luis Souza das erste WM-Tor für Peru zum zwischenzeitlichen 1:1 erzielte. Dabei waren die Peruaner bereits in der 1. Minute in Rückstand geraten und verloren in der 70. Minute Plácido Galindo durch den ersten Platzverweis der WM-Geschichte. Gegen Gastgeber Uruguay zogen sie sich mit 0:1 dann noch achtbar aus der Affäre und verabschiedeten sich für 40 Jahre von der WM-Bühne. Mit dem Turnieraus endete die Amtszeit von Trainer Francisco Bru und viereinhalb Jahre lang fanden keine Länderspiele mehr statt. In der Abschlusstabelle belegten die Peruaner als beste punktlose Mannschaft den zehnten Platz, ihre bis dato beste Platzierung.

1934 in Italien Für die erste WM in Europa hatte Peru zwar zunächst gemeldet, trat dann aber nicht zu den Qualifikationsspielen gegen Brasilien an, so dass die Brasilianer kampflos qualifiziert waren. Dadurch fiel Peru in der ewigen Rangliste aus den Top-10 auf Platz 20 und konnte bisher nicht wieder in die Top-10 zurückkehren.

1938 in Frankreich Auch vier Jahre später nahmen die Peruaner, die 1936 noch an den Olympischen Spielen in Berlin teilgenommen hatten, nicht teil. In der ewigen Rangliste fiel Peru aus den Top-20 auf Platz 23.

1950 in Brasilien Für die erste WM in Brasilien sollte sich Peru in einer Gruppe mit Ecuador, Paraguay und Uruguay qualifizieren. Da Peru ebenso wie Ecuador zurückzog, waren Paraguay und Uruguay kampflos qualifiziert.

1954 in der Schweiz Vier Jahre später meldeten sich die Peruaner wie mehrere andere Mannschaften zu spät an und wurden nicht zugelassen.

1958 in Schweden Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1958, an der nun acht südamerikanische Mannschaften teilnehmen wollten, musste sich Peru gegen Brasilien qualifizieren. Am 14. April 1957 fand in Lima das erste WM-Qualifikationsspiel der Peruaner statt, das 1:1 endete. Im Rückspiel eine Woche später in Rio de Janeiro verloren sie mit 0:1 und waren damit ausgeschieden. In der ewigen Rangliste fielen sie dadurch aus den Top-30 auf Platz 31.

1962 in Chile Vier Jahre später musste Peru in der Qualifikation für die WM in Chile gegen Kolumbien antreten und verlor das erste Spiel in Bogotá mit 0:1. Eine Woche später reichte es nur zu einem 1:1 in Lima, wodurch die Endrunde wieder verpasst wurde.

1966 in England Für die WM in England wollten sich neben Titelverteidiger Brasilien, der automatisch qualifiziert war, erstmals alle anderen neun CONMEBOL-Mitglieder qualifizieren. Die Qualifikation für die drei Startplätze wurde in drei Dreiergruppen durchgeführt und Paraguay traf dabei auf Uruguay und Venezuela. Peru konnte nur die Spiele gegen Venezuela gewinnen, verlor aber beide Spiele gegen Uruguay, das auch beide Spiele gegen Venezuela gewann. Damit schied Peru als Gruppenzweiter aus.

1970 in Mexiko Vier Jahre später konnten sich die Peruaner dann erstmals sportlich qualifizieren. In einer Dreiergruppe mit Argentinien und Bolivien konnte sich Peru, das vom ehemaligen brasilianischen Weltmeister Didi trainiert wurde, überraschend durchsetzen. Dabei gewannen sie am 3. August 1969 erstmals ein WM-Qualifikationsspiel (1:0 gegen Argentinien).

In Mexiko trafen sie im ersten Spiel auf Bulgarien und gewannen nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2. Im zweiten Spiel gegen WM-Neuling Marokko gelang ein glattes 3:0, so dass es im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland nur noch um den Gruppensieg ging, da auch die Deutschen zuvor beide Spiele gewonnen hatten. Der Sieger durfte im Viertelfinale in Leon spielen, dem Verlierer drohte ein Spiel gegen Turnierfavorit Brasilien. Bei einem Unentschieden wäre gelost worden. Darauf ließen es die Deutschen aber nicht ankommen, sondern gingen durch einen „lupenreinen“ Hattrick von Gerd Müller schnell mit 3:0 in Führung. Teófilo Cubillas gelang zwar noch eine Minute vor der Halbzeitpause durch einen abgefälschten Freistoß das Tor zum 1:3, in der zweiten Halbzeit scheiterten die Angreifer beider Mannschaften aber immer wieder an den gegnerischen Torhütern oder verfehlten das Tor, so dass keiner Mannschaft mehr ein Tor gelang.WC 1970 West Germany vs. Peru 3-1 (10. Juni 1970) Im Viertelfinale traf Peru dann auf den Nachbarn Brasilien und verlor mit 2:4. Mit fünf Toren war Teófilo Cubillas drittbester Torschütze. Nach der WM endete die Amtszeit von Trainer Didi, der in der Folgezeit nur noch Vereinsmannschaften trainierte. In der ewigen Rangliste konnte Peru den größten Sprung machen und sich um elf Plätze auf Rang 24 verbessern.

1974 in der Bundesrepublik Deutschland In der Qualifikation zur WM in der BRD sollte Peru gegen Chile und Venezuela antreten. Venezuela zog aber zurück, sodass nur die Spiele gegen Chile notwendig waren. Beide gewannen ihr Heimspiel mit 2:0, so dass ein Entscheidungsspiel notwendig war. In Montevideo verlor Peru mit 1:2. Chile musste danach noch in den „Interkontinentalen Play-offs Europa – Südamerika“ gegen die UdSSR antreten. Diese weigerte sich aber, nach einem 0:0 in Moskau im Estadio Nacional de Chile anzutreten, da dort während des Putsch in Chile mehrere Tausend Oppositionelle festgehalten, gefoltert und ermordet worden waren. Die UdSSR wurde daher disqualifiziert und Chile nahm an der WM in Deutschland teil.

1978 in Argentinien Die Qualifikation zur WM in Argentinien wurde in zwei Runden gespielt. Peru setzte sich in der ersten Runde gegen Chile und Ecuador durch und in der zweiten Runde zusammen mit Brasilien gegen Bolivien.