Israel Finkelscherer (20. Juni 1866 in Brody, Kaisertum Österreich – 6. Oktober 1942 im Ghetto TheresienstadtIsrael Finkelscherer Eintrag im Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945) war ein deutscher Rabbiner in München.

Leben Israel Finkelscherer war der Sohn des Lehrers Chaim Finkelscherer und dessen Frau Sara geb. Deligdisch. Er studierte von 1887 bis 1893 am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau. 1893/94 studierte er an der Universität Jena und wurde dort promoviert. Der Titel seiner Dissertation lautete Moses Maimunis Stellung zum Aberglauben und zur Mystik. Von 1890 bis 1898 half Finkelscherer als Lehrer am Jüdisch-Theologisches Seminar in Breslau aus. Zum 1. Juli 1898 wurde er von der Israelitischen Kultusgemeinde München als Rabbinatsstellvertreter und Religionslehrer an den humanistischen Gymnasien in München, an der Städtischen Höheren Töchterschule sowie an der Volkshochschule angestellt.

Im Jahr 1902 heiratete Israel Finkelscherer die aus Berlin stammende Bella Lewy (1875–1943Bella Finkelscherer geb. Lewy Eintrag im Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945), eine Tochter seines Lehrers Israel Lewy (1841–1917). Aus dieser Ehe entstammen die beiden Söhne Herbert (1903–1942Herbert Lewy Eintrag im Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945) und Bruno (1906–1943Bruno Lewy Eintrag im Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945), die ebenfalls Rabbiner wurden.

Israel und Bella Finkelscherer wurden am 25. Juni 1942 von München aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie 1942 bzw. 1943 starben. Ihre beiden Söhne sowie die Frau von Herbert, Flora Finkelscherer geb. Mayer (1902–1942Flora Finkelscherer geb. Mayer Eintrag im Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945) wurden ebenfalls ermordet.

Literatur Tobias Weger: Israel Finkelscherer, 1866 (Brody/Galizien)–1942 (Theresienstadt). In: Beth ha-Knesseth – Ort der Zusammenkunft. Zur Geschichte der Münchner Synagogen, ihrer Rabbiner und Kantoren. Katalog zur Ausstellung im Jüdischen Museum München (2. Dezember 1999–31. Mai 2000). Buchendorfer Verlag, München 1999, ISBN 3-934036-09-0, S. 113–114. Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 2, Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871–1945, Band 1, München 2009, ISBN 978-3-598-24874-0, S. 154. Israel Finkelscherer, in: E. G. Lowenthal (Hrsg.): Bewährung im Untergang. Ein Gedenkbuch. Stuttgart : Deutsche Verlags-Anstalt, 1965, S. 49

Einzelnachweise

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