Mühlenhof ist seit 1974 ein Ortsteil der Gemeinde Techentin, zuvor gehörte es von 1950 bis 1974 zur Gemeinde Augzin. Heute gehören beide Dörfer zum Amt Goldberg-Mildenitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

Geografie und Verkehr Mühlenhof liegt an der Kreisstraße K 24 von Techentin nach Lübz. Östlich befindet sich der Sehlstorfer Forst mit dem Großen und Kleinen Hexenmoor. Nördlich der Siedlerkoppel befand sich die Glashütte auf dem Flurstück Alte Glashütte. Westlich in Richtung Herzberg befindet sich das Mühlenholz mit dem Lindenbach als Grenzbach.

Geschichte Mühlenhof wurde am 6. Mai 1417 erstmals erwähnt, als Otto von Schwerin zu Darze erklärte, dass sein von der Mutter zu Techentinerhagen (heute Langenhagen) ererbter Pfandbesitz am Molenvelde durch Hermann Hagenow zu Brüsewitz (heute Brüz) eingelöst worden sei.LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin. Regesten Nr. 104. Nicht erwähnt wurde, ob das Mühlenfeld schon bebaut oder eine unbewohnte Feldmark war. In dem von 1424 bis 1426 zwischen Mecklenburg und Brandenburg stattgefundenen Krieg soll auch das Dorf Mühlenhof zerstört worden sein.J. C. Buchholz: Von der Acquisition des Mühlenfeldes. In: Ausführliche Nachrichten von Kirchen und Pfarrsachen zu Mestlin und Ruest. Mestlin 1784, 1785 S. 163.

1428 setzte Hermann Hagenow das wüste Dorf Molenvelde bei den HerceßbergeFranz Schildt: Die untergegangenen Dörfer Mecklenburg-Schwerins, Land Goldberg. MJB 56 (1891) S. 195. (heute Herzberg) dem Parchimer Kaland als Pfand. 1429 verkauften die Hagenows das wüste Dorf und die Feldmark für 500 lübsche Mark an den Propst Hinrich Voss und die Priörin Abele von Grabow vom Kloster Dobbertin. Das Kloster baute die Wirtschaftszimmer des Hofes wieder auf und nannte es den Neuen Mühlenhof. Dazu konnte der Mestliner Pastor Johann Buchholz am 12. Februar 1787 in der Urkundensammlung des Dobbertiner Closter Archiv beim Klosterhauptmann Hans Friedrich Christian von Krackewitz diese Urkunden einsehen, abschreiben und übersetzen.

In den Bauernlisten der Amtsbücher erscheint der Hof auf dem Mühlenfeld als Mühlenhof 1560 als Neugründung.LHAS 10.63-1 Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Nr. 275 Bauernlisten der Ämter Goldberg und Sternberg mit dem Klosteramt Dobbertin. 1593 ist im Clagbuch des Klosters Dobbertin vermerkt, dass des Schusters Hans Schmitt Sohn Christoffer und Chim Schulz, des Hofmeisters Hans Schulz Bruder, beide Drescher zu Mühlenhof, in eine Schlägerei mit Leuten aus Kogel und Sparow verwickelt waren. 1594 wurden Thomas Dreval als Kuhhirte und seine Frau als Schweinehirtin angenommen. 1597 kamen weitere Mestliner Ackerflächen zum Mühlenhof. Bis zum Dreißigjährigen Krieg sollen 12 Bauernhufen auf dem Mühlenfeld bestanden haben, die 1638 alle wüst wurden, da der Ort durch den Krieg auch in Mitleidenschaft gezogen wurde.Fred Ruchhöft: Die Wüstungsphasen des Spätmittelalters. 2001 S. 280, 281, 287. Zwischen 1720 und 1742 gab wiederholt Grenzstreitigkeiten zwischen den Klostergütern Mestlin und Mühlenhof und den Dörfern Techentin und Augzin des fürstlichen Amtes in Goldberg.

Die Mühlenhöfer Feldmark wurde bis 1747 ein Vorwerk des Mestliner Hofes und hatte nach der Trennung Abgaben an die Mestliner Kirche zu liefern.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster, Klosteramt Dobbertin. Nr. 3998, 4059 Pachtkontrakte mit dem Hof Mestlin und Mühlenhof.

Glashütte Von 1745 bis 1760 bestand auf dem sogenannten wüsten Felde der Mühlenhofer Feldmark eine Glashütte.Burghard Keuthe: Pümpeltut. 2004 S. 45. Sie befand sich etwa ein Kilometer östlich des heutigen Ortes, sogar der Flurname Glashüttenbarg erinnert noch daran.

Der Glassmeister Leutnant Gundelach, der eine Glashütte bei Bolz besaß, legte schon 1745 dem Dobbertiner Klosteramt einen Contract zur Anlegung einer Glas Hütte in dem Hochdadligen Closter Holtz für zwölf Jahre vorgelegt.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin Nr. 3281 Contract Glashütte Mühlenhoff 1746. Doch die Klostervorsteher, der Klosterhauptmann Geheimrath Henning Friedrich von Bassewitz auf Prebberede und der Provisor Obrist Leutnant von Thomstorff auf Rotspalk schlossen 1747 den Glashüttenvertrag mit dem Drost von Müller, dem Amtsrat aus Stavenhagen. Dieser verpachtete den Mühlenhof an den Glasemeister Johann Christian Seitz, der ab 1751 mit seiner Frau, Schwiegermutter und Schwägerin, zwei Mägden, dem Schäfer David Hahn und zwei Knechten auf dem Hof wohnten. Die Seitz waren eine weitverzweigte Glasmacherfamilie in Mecklenburg.Gisela Masurowski, Dieter Mombour: Die Glashütten im Landkreis Waren. In: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern. Beiheft 11, Waren 2008. Für den geregelten Produktionsablauf auf der Glashütte war der Vizemeister Frantz Brauer verantwortlich, der mit seiner Frau noch vier Mägde und drei Knechte in seinem Hause beschäftigte. Denn sein Nebenverdienst war die Betreibung des Hüttenkrug, wo er Bier brauen und ausschenken durfte und Lebensmittel verkaufte.Fred Beckendorff: Was alte Akten erzählen können. 1997 (Unveröffentlicht) Nach dem Beichtkinderverzeichnis von 1751 lebten in der Glashüttensiedlung noch ein Schulmeister und 57 Arbeiter. Bei zeitweise 22 Familien hatte der Lehrer über 50 Kinder zu betreuen. Am 4. Mai 1751 gab es noch einen Vergleich über die Mühlenhoffer Mühle zwischen den Pastoren Karl Helmuth Neander aus Mestlin, Adam Lantzius aus Benthen und Johann Christoph Lange aus Brüz.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 4352 Mühlenhoffer Glashütte.

1760 wurde der Glashüttenbetrieb eingestellt. Nach Ende der Glasproduktion waren die abgeholzten Flächen ackerbaulich nutzbar und durch die Beweidung mit Schafen für eine landwirtschaftliche Nutzung vorbereitet.

Dorf, Gutsanlage mini|Gutshaus, Ringstr. 20 (2013) Nachdem 1760 die Glashütte einging, legte das Klosteramt Dobbertin einen kleinen Hof als Meierei (Nebenhof) an. Später wurde Mühlenhof ein selbstständiger Pachthof mit eigenen Arbeitern. Erster Pächter des Hofes und der gesamten Feldmark war dann Adam von Drieberg.Fred Beckendorff: Mühlenhof 580 Jahre? Einiges aus der Vergangenheit des Dorfes. 1997 (Unveröffentlicht) Nachdem Drieberg den Hof seines Bruders übernahm, pachtet 1762 Oberhauptmann Hans Friedrich von Plessen als Erbherr auf Herzberg das Gut und ließ es durch seinen Verwalter bewirtschaften. In dieser Pachtperiode der von Plessen gab es viele Beschwerden, Streit mit dem Dienstpersonal, Klagen von Sehlstorfer Bauern wegen Entwendung gepfändeter Schweine und Prozesse mit dem Klosteramt Dobbertin.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 4368 Gerichtsbarkeit, Klage wegen Entwendung gepfändeter Schweine. Das Dobbertiner Klosteramtsgericht hatte in Mühlenhof mehrfach zu tun. 1774 soll der Bruder des Pächters Holsten die Frau eines Einliegers geschlagen haben. Dafür musste er 1 Reichstaler und 24 Schillinge Buße zahlen und durfte nicht wieder schlagen. Für die Prügelei mit Pächter Sauerkohl hatte man 1798 Soltow zu 6 Karbetschen Streichen verurteilt und er musste die Protokoll Gebühren zu bezahlen. Und zwei Mühlenhöfer Knechte wurden wegen Trunkenheit mit 15 Rohrhieben, aufs Brusttuch zu belegen bestraft. Der Dorfkrug noch nach 1810 noch in Betrieb.

Verwaltungsmäßig gehörte Mühlenhof zum Klosteramt Dobbertin, kirchlich zur Kirchgemeinde Mestlin, die eine Patronatskirche des Klosters Dobbertin war.J. C. Buchholz: Chronik Mestlin. 1785. Nach dem Verzeichnis von 1783 lebten 55 Menschen, davon 23 Kinder, in Mühlenhof. Auf dem Hof des Pächters Gustav Holst waren es 13 Personen. Im äußeren Katen, dem Krug und Holländerei lebten mit dem Krüger und Schneider Friedrich Pesecke und dem Dröscher Hinrich Luckmann noch 11 Arbeiter. Im Katen der Schäferei wohnten mit dem Schäfer Stephan Ulrich Bade weitere zehn Arbeiter. Im vordersten Hirtenkaten betreute die Witwe Stieren den Hirt Daniel Menck und weitere Hüttenarbeiter.J. C. Buchholz: Chronik Mestlin. 1785 S. 34, 73.

Während der Franzosenzeit in den Jahren 1806 bis 1813 hatte auch Mühlenhof unter Kriegslieferungen, Abgaben und Plünderungen zu leiden. In der Aufstellung des Pächters Friedrich Hamann von 1817 wurden alle entwendeten Rinder, Pferde, Hafer, Roggen, Weizenmehl im Wert von 210 Reichstalern aufgelistet. Neben dem Gut hatte Mühlenhof zu dieser Zeit noch einen Dorfkrug und eine Schmiede. Der Krug lag damals an der Kreuzung der wichtigen Fernlandstraße von Wismar nach Berlin, die über Sternberg, Mestlin weiter über Lübz führte. In Mühlenhof kreuzte sich diese Fernlandstraße mit der von Güstrow über Kläden, Techentin, Augzin, Herzberg nach Parchim. Seit dem Bau der Kunststraßen, der befestigten und gepflasterten Straßen lag Mühlenhof abseits der großen Landstraße.

Einer Nachricht der Dobbertiner Klostervorsteher, dem Rittmeister und Provisor Gottfried Hartwig von Weltzien auf Benthen, dem Erbherr und Provisor von Hobe auf Jürfenstorff und dem Klosterhauptmann Kammerjunker Hans Friedrich Christian von Krakewitz auf Briggow vom 5. August 1807 ist zu entnehmen, dass Mühlenhof nach einem heftigen Gewitter das Unglück hatte, dass ein Blitz in das dortige Viehhaus einschlug und der Brand es dann in Asche legte.LHAS 3.2-4 Ritterschaftliche Brandversicherung. Nr. 557–566 Mühlenhof, Klosteramt Dobbertin. Bei diesem heftigen Gewitter in der Goldberger Umgebung schlug der Blitz auch in den Dobbertiner Kirchturm ein. Nach dem Plan der Gebäude des Gutes Mühlenhof von 1818 für die Mecklenburg-Schwerin-Güstrowschen Brandversicherungskasse hatte das Gut neben dem Pächterhaus, dem Holländerhaus noch vier Ställe für die Pferde, Schafe und das Kleinvieh, zwei Scheunen und ein Wagenschauer. Etwas abseits hinter dem Pächterhaus befanden sich das Backhaus, das Milchhaus und der Torfschauer.

Zwischen 1832 und 1865 entstanden im Dorf ein Schulmeisterhaus mit einem Stall und das Krughaus mit zwei Wohnungen. Das vormalige Holländerhaus und einige zweihischige mit Schilf eingedeckte Katen, als Haus mit zwei Wohnungen, erhielten nun Steindächer. Denn nach den baupolizeilichen Vorschriften des Klosteramtes sollten von nun an nicht feuersicher gedeckte Wohngebäude eine feuersichere Bedachung erhalten.Horst Alsleben: Schon vor 245 Jahren gab es im Kloster ein Spritzenhaus. SVZ Lübz 11. Oktober 2003. 1870 wurde ein dreihishiger Kathen errichtet.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokolle. 22. November 1870, Nr. 17. Auf dem Gutshof standen zwei und im Dorf eine Pumpe.

1866 wurde das heutige eingeschossige Gutshaus mit Ziegeln aus der klostereigenen Ziegelei von Mestlin errichtet.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 28. November 1866, Nr. 11. Der ziegelsichtige Bau von acht Achsen mit einem Krüppelwalmdach steht auf einem hohen Kellergeschoss aus Feldsteinen. Beidseitig wurde das Dachgeschoss mit Zwerchhäusern in ausgemauertem Fachwerk versehen. Der Eingang befindet sich auf der ehemaligen Hofseite mit einer vorgebauten Treppenpodest. An dem recht schlichten Bau wurden nur die Trau- und Gurtgesimse der Giebel mit gemauerten Zierleisten versehen. Hinter dem Gutshaus gab es einen kleinen, heute kaum noch erkennbaren, Gutsgarten mit sehenswerten alten Buchen. Das Viehhaus wurde 1867 errichtet.