Wüstenherscheid ist der Name eines Ortsteils und einer Straße im Stadtteil Bärbroich von Bergisch Gladbach.
Geschichte Wüstenherscheid ist aus einer mittelalterlichen Siedlung hervorgegangen, deren Entstehungsdatum in die Zeit zwischen 1100 und 1300 zurückreicht. Die Kirchenbankordnung von 1630 in Herkenrath wies dem guit im wüsten Heescheid eine Kirchenbank zu. Das Urkataster verzeichnete den Weiler westlich von Oberselbach als Im Wüstenherscheid.
Das Bestimmungswort wüste leitet sich etymologisch von dem althochdeutschen „wuosti“ (= wüst, öde, einsam) bzw. dem mittelhochdeutschen „wüeste/wuoste“ (=Wüst, verlassen; als Substantiv: öde Gegend, Wildnis) ab und weist auf ein nicht kultiviertes Grundstück bzw. eine zerfallene oder verwahrloste Siedlung hin. Das Grundwort herscheid ist auch in die Siedlungsnamen Dresherscheid und Ottoherscheid eingeflossen. Es lässt sich aus der früheren Form Haenscheid erschließen. Haen stellt eine Nebenform von „Hain/Hohn“ (in Flurnamen = eingehegter Wald) dar, während „scheid“ generell eine Grenze (auch bewaldete Erhöhung) bezeichnet. Demzufolge lässt sich herscheid als Waldgrenze bzw. Grenzwald deuten.Andree Schulte: Bergisch Gladbach Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 225 f. ISBN 3-9804448-0-5
Aus Carl Friedrich von Wiebekings Charte des Herzogthums Berg 1789 geht hervor, dass Wüstenherscheid zu dieser Zeit Teil der Honschaft Herkenrath im gleichnamigen Kirchspiel war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898 Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Wüstenherscheid wurde politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824, auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 und ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 auf Messtischblättern regelmäßig als Wüstenherscheid verzeichnet.
Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Wüstenherscheid Teil von Bergisch Gladbach. + Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie Bemerkung 1822 35 Tagelöhner-Häuser gen. (Wüsten-)Herscheidt 1830 47 Tagelöhner-Häuser 1845 43 7 Bauergüter gen. Wüsten-Herscheid 1871 58 10 Hofstelle 1885 75 15 Wohnplatz 1895 55 9 Wohnplatz 19056312 Wohnplatz Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Bärbroich