Pettnau ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Telfs.
Geografie Pettnau (nicht zu verwechseln mit Pettneu am Arlberg) liegt im Inntal westlich von Innsbruck. Vom Inn, der in etwa 600 Meter über dem Meer fließt, steigt das Land nach Norden bewaldet auf knapp 1500 Meter an. Die Gemeinde ist über zehn Quadratkilometer groß. Davon sind zwei Drittel bewaldet, ein Fünftel wird landwirtschaftlich genutzt, drei Prozent entfallen auf Gewässer.
Gemeindegliederung Die langgestreckte Gemeinde nördlich des Inn besteht, von Osten nach Westen, aus den Ortsteilen Dirschenbach Leiblfing Tiefental Unterpettnau Mitterpettnau Kellertal Oberpettnau
Nachbargemeinden
Geschichte Die Besiedlung des Gemeindegebietes dürfte um 800 erfolgt sein. Die erste urkundliche Erwähnung betrifft den Ortsteil Leiblfing. Im Jahr 1238 übergab der Probst Heinrich von Wilten Güter an Kuno den Libolvinger. Diese lateinische Urkunde mit dem Namen des ersten Leiblfingers befindet sich heute im Stiftsarchiv Wilten.
„Pettnau“ kommt erstmals im Inntaler Steuerbuch im Jahr 1312 vor. Weiters findet sich ein Kaufvertrag, in dem 1382 der Alte Bernhard von der Pettnau und seine Frau Adelheid den Hof des „Oswald dem Milser“ in Ober-, Unterpettnau und Mühlberg kaufen. Das Inntal war damals ein sumpfiges Gebiet. Als die Bewohner versuchten, den Inn zurückzudrängen und urbares Land zu gewinnen, kam es 1418 zum Streit mit den Gemeinden südlich des Inn.
Der Theresianische Kataster des Jahres 1775 führt Pettnau als Steuergemeinde, seit 1817 ist Pettnau eine eigenständige Gemeinde.
Ortsname Der Ortsname setzt sich vermutlich aus dem mittelhochdeutschen Wort „bette“ bzw. „pette“, was so viel wie Mulde oder Tümpel bedeutet, und dem Wort „Au“ zusammen. Folglich bezieht sich der Ortsname auf die Innauen, die jedoch durch das Anlegen des künstlichen Bachbettes verschwanden. In der Chronik erscheinen veraltete Varianten des Ortsnamens wie „Pettnave“ oder „Pettenawe“.
Der Name des Ortsteils Leiblfing geht auf die Einwanderung der Bajuwaren zurück. Die ansässige Sippe nannte sich vermutlich „Leuwolf“ oder „Libolv“, die Endung -ing ist typisch für bajuwarische Siedlungen.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Leiblfing in Tirol mini|Filialkirche Oberpettnau mini|Mellaunerhof
Katholische Pfarrkirche Leiblfing in Tirol hl. Georg Katholische Filialkirche Oberpettnau hl. Josef Der Mellaunerhof mit barocker Lüftlmalerei ist seit 1291 überliefert und gehört somit zu den ältesten Wirtshäusern Tirols. Früher diente er als Salzumschlagplatz und Poststation, denn zwischen Pettnau, Flaurling und Hatting bestand regelmäßiger Fährverkehr über den Inn.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den dreißig landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden zwölf im Haupt-, sechzehn im Nebenerwerb und je eine von einer Personengemeinschaft und einer juristischen Person geführt. Diese letzte bewirtschaftete 44 Prozent der Flächen. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor war der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit 72 Erwerbstätigen. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)30372236Produktion1063525Dienstleistung4223161186 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Berufspendler Im Jahr 2011 lebten beinahe 500 Erwerbstätige in Pettnau. Davon arbeiteten hundert in der Gemeinde, achtzig Prozent pendelten aus.
Fremdenverkehr Die Gemeinde zählt rund 10.000 Übernachtungen jährlich. Der Großteil davon entfällt auf die Monate Juni, Juli und August.
Verkehr An der Inntalautobahn befindet sich die Autobahnraststätte Pettnau, die von beiden Fahrtrichtungen angefahren werden kann. Zwar hat Pettnau keine eigene Autobahnausfahrt, aber über Zufahrt der Autobahnraststätte Pettnau kann auf die Inntalautobahn auf- und abgefahren werden.
Politik mini|Gemeindeamt Die letzten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen fanden am 27. Februar 2022 statt. Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 11 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2022 wie folgt zusammen:
Wählergruppe Prozent Stimmen Sitze imGemeinderat Allgemeine Liste Pettnau – ALP 47,04 278 5 Liste Pettnau Franz Haider – LPH 40,61 240 5 Alternative für Pettnau – AFPA 12,35 73 1
Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl 2022 wurde Martin Schwaninger wieder zum Bürgermeister gewählt.
Bürgermeisterkandidat Prozent Stimmen Martin Schwaninger 51,95 319 Franz Haider 37,62 231 Angelika Auer10,4264 Wappen Das 1973 verliehene Gemeindewappen zeigt den heiligen Christophorus, der das Jesuskind auf seinen Schultern übers Wasser trägt. Der Patron der Fährleute erinnert daran, dass auf dem Gemeindegebiet von Pettnau einst drei Fähren über den Inn führten.
Persönlichkeiten Friedrich Haider (1921–2009), Volkskundler, Brauchtumsforscher und Rundfunkmitarbeiter
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land