mini|hochkant|Valentin von Streffleur Valentin Ritter von Streffleur (* 18. Februar 1808 in Wien; † 5. Juli 1870 in Purkersdorf) war ein k.k. Generalkriegskommissar und Sektionschef.

Leben Streffleur war ein Nachkomme des Johann Georg Streffleur (um 1678 bis 1754), kaiserlicher Fourier der Hartschieren-Leibgarde,Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe. Limburg an der Lahn 2003, S. 202 sowie Sohn des Hofkriegsratsbeamten Leopold Streffleur.Hof- und Staats-Schematismus des Österreichischen Kaiserthumes. Wien 1817, S. 276; books.google.deÖsterreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation. Band 13. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Lfg. 62, 2010), S. 385f. Der k. k. Hauptmann im Geniestab Joseph Streffleur (1805–1852), zuletzt mit der Leitung der Festungsbauten auf dem Blocksberg bei Ofen betraut, war Valentin Streffleurs älterer Bruder.

Valentin Streffleur begann seine Laufbahn im 49. Infanterieregiment zu St. Pölten, wechselte dann zur Ausbildung für den Waffendienst zur Kadettenkompagnie in Graz. 1830 kehrte er im Rang eines Fähnrichs in das 49. Infanterieregiment zurück, wo er bis zum Oberleutnant avancierte und dann im Generalquartiermeisterstabe einrangiert wurde. Als Hauptmann und Lehrer wechselte er in die italienische adelige Leibgarde. Nach seiner Beförderung zum Major im 7. Infanterieregiment fiel Streffleur 1847 bis 1848 die Aufgabe zu, den Erzherzog Franz Joseph in den Kriegswissenschaften zu unterrichten. Im Mai 1848 wurde er Garde-Generaladjutant und von Juli bis Oktober desselben Jahres als Major Oberkommandant der Wiener Nationalgarde.Felix Czeike: Wiener Nationalgarde. In: Historisches Lexikon Wien. Band L–R. Aktualisierte und erweiterte Auflage. 2004, ISBN 978-3-218-00740-5, S. 352 (Wienbibliothek)

Von Mitte Oktober 1848 bis zum Frühjahr 1849 war Streffleur für den Wahlbezirk Bruck an der Leitha Deputiertenstellvertreter an der Frankfurter Nationalversammlung.

Im Jahre 1850 trat Streffleur endgültig in den Zivildienst über. So fand er verschiedentlich Verwendung als Leiter des Bauarchivs, Sekretär des Statistischen Büros, Sektionsrat und Referent für die Katastralverwesung sowie als Vorstand des Triangulierungs- und Calcul-Büros. 1859 schließlich wurde er zum Generalkriegskommissar im Kriegsministerium berufen und übernahm 1860 die Redaktion der Österreichischen Militärische Zeitschrift. Diese Redaktionstätigkeit behielt er bis zu seinem Lebensende inne. Sie wird noch vor seiner umfänglichen Publikationstätigkeit als bedeutend und verdienstvoll gewürdigt. Im März 1865 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und im Oktober wurde ihm die Hebung in den Ritterstand zuteil. Nach kurzer Krankheit starb er 1870 während seines Sommeraufenthaltes des im Wienerwald gelegenen Purkersdorf.Mittheilungen der k.k. geographischen Gesellschaft in Wien, Wien 1871, S. 100 f.; .

Valentin Streffleur war Ehrenmitglied der k.k. Gesellschaft der Ärzte in Wien und Vizepräsident des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich, und unter anderem Mitglied der Wiener geographischen Gesellschaft sowie Korrespondent der k.k. geologischen Reichsanstalt. Im Jahr 1879 wurde im Wiener Gemeindebezirk Brigittenau ihm zu Ehren eine Straße Streffleurgasse benannt.Streffleurgasse. Kulturabteilung der Stadt Wien, Wiener Straßennamen und ihre historische Bedeutung, Brigittenau (20. Bezirk).

mini|Grab von Valentin von Streffleur auf dem Hütteldorfer Friedhof

Seit dem Jahr 1839 war Streffleur mit Anna Hett (1811–1880)Partezettelsammlung-Traueranzeigen adeliger Familien. (PDF) Oberösterreichisches Landesarchiv, Linz 2005 verheiratet. Das Ehegrab befindet sich heute noch auf dem Hütteldorfer Friedhof im Wiener Gemeindebezirk Penzing. Es ist dort eines von neun ehrenhalber gewidmeten Gräbern der Stadt Wien.Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“, Foto Grabstein des Ehepaares von Streffleur. (datiert 28. November 2013) In der Ehe wurden vier Töchter geboren. Die Tochter Gabriele (1843–1902) hatte 1862Annemarie Fossel: Cäcilie Dierzer (1808–1897), Leben, Aufstieg und soziale Ideen einer Linzer Bürgerin im 19. Jahrhundert. In: Oberösterreichische Heimatblätter, 1985, 39. Jahrgang, Heft 3, S. 221–238, , hier S. 233 Josef, Sohn des gleichnamigen Textilindustriellen Josef Dierzer von Traunthal († 1857), geheiratet.Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band II, Band 131 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn 1974, S. 478 Die Tochter Hermine (1840–1920) hatte 1861 den Wiener Architekten Heinrich Ritter von Förster (1832–1889), einen Sohn des Architekten Ludwig Förster, geheiratet.Architektenlexikon Wien 1770–1945 (abgerufen am 28. November 2014) Hermine von Förster geb. von Sreffleur erwirkte 1904 beim Kaiser die Bewilligung zur Namenvereinigung für sich und ihre Deszendenz.Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band III, Band 61 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn 1975, S. 317 Einer ihrer Söhne war der Sektionschef Rudolf Ritter von Förster-Streffleur (1864–1936), der im österreichischen Ministerium für Kultus und Unterricht die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine moderne Denkmalpflege schuf und 1918 den Verbleib der Kunstschätze der ehemaligen Hofsammlungen gegen Ansprüche der Nachfolgestaaten sicherte. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte er sich entschieden für die Kunstförderung und Musikpflege eingesetzt. Seit 1893 war er mit Marie Dierzer von Traunthal vermählt.Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation. Band 1. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Lfg. 4, 1956), S. 333 f.

Werke (Auswahl) Die Erscheinungen der Ebbe und Fluth unter dem Einfluße der Rotazion, Wien 1847, (Digitalisat beim Münchener Digitalisierungszentrum) Die Dienst-Vorschriften sämmtlicher Waffengattungen und Branchen der k. k. östreichischen Armee: als Handbuch für Militär-Individuen, welche sich für Dienststellungen vorzubereiten wünschen, die, wie z. B. im General-Quartiermeisterstabe, in der Adjutantur (et)c. eine umfassendere Dienstkenntniß nothwendig machen, Wien 1851, (Digitalisat beim Münchener Digitalisierungszentrum) Einiges über Wasserstands-(Pegel-)Beobachtungen: Aus d. Novmbr-Hft des Jahrg. 1851 der Sitzungsber. d. mathem. naturwiss. Cl. d. Kais. Acad. d. Wiss., Wien 1851, (Digitalisat bei Bayerische Staatsbibliothek) Orographisch-hydrographische Studien über das Gebiet des Oesterreichischen Kaiserstaates Aus d. März-Hefte des Jahrg. 1852 der Sitzungsberichte der math.-naturw. Cl. d. kais. Akad. d. Wiss. (Digitalisat) Über die Errichtung einer Austro-ostindischen Handelsbahn und die Gründung einer österreichischen Südalpen-Eisenbahngesellschaft, Wien 1856, (Digitalisat)

Die Oberflächen-Gestaltung und die Darstellungsweisen des Terrains für Ingenieure, Militärs, Naturforscher, Geographen etc.: In Verbindung mit der Lehre der topographischen Zeichnung, nach allen Massstäben in Landkarten und Plänen, bearbeitet von August Neuber, Wien 1878 (posthum); books.google.de

Literatur

Rudolf Ritter von Förster-Streffleur: Die Förster, Streffleur und Dierzer: Eine familiengeschichtliche Studie. Wien 1940.

Nekrolog. In: Streffleur’s österreichische militärische Zeitschrift, 1870, S. 106 ff.; books.google.de

Weblinks

Streffleur, Valentin von (1808–1870) auf CERL Thesaurus

Einzelnachweise

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