Adolph Oberdörffer (* 21. Oktober 1822 in Hamburg; † 17. August 1887 ebenda) war ein deutscher Apotheker und Chemiker.
Leben thumb|Apothekerglas, Pharmacognostische Sammlung A. Oberdörffer Oberdörffer war ein Sohn des Apothekers Johann Hinrich Christian Oberdörffer, der eine Apotheke in Hamburg am Burstah betrieb. Nach dem Schulbesuch am Johanneum absolvierte Oberdörffer ab 1838 eine fünfjährige Lehre in einer Altonaer Apotheke. Er verbrachte die Zeit von 1843 bis 1846 als Apothekergehilfe in Dresden und in der väterlichen Apotheke in Hamburg, dann folgte bis 1848 ein Studium in Jena bei Heinrich Wilhelm Ferdinand Wackenroder. 1849 trat er als Teilhaber in die Apotheke seines Vaters ein. Nach dem Tod des Vaters übernahm Oberdörffer 1852 die Apotheke zunächst als Pächter und ab 1870 als alleiniger Besitzer.
Ab 1856 erteilte Oberdörffer pharmakognostischen Unterricht in der Hamburger Pharmazeutischen Lehranstalt, deren Leitung er später übernahm.
Eine Herstellung von Mineralwasser, die sein Vater zunächst als Nebengeschäft führte, baute Oberdörffer 1857 zu einem selbstständigen Geschäft aus. Er betrieb die Fabrikation gemeinsam mit Eduard Zinkeisen unter der Firma Oberdörffer & Zinkeisen.
Von 1859 bis 1862 gehörte Oberdörffer der Hamburgischen Bürgerschaft an. Dort war er 1861 und 1862 Schriftführer.
Er besaß eine pharmakognostische Sammlung, die nach seinem Tod die Pharmazeutische Lehranstalt erhielt.
Ämter Oberdörffer hatte zahlreiche weitere Ämter inne.
Pharmazie 1856 Ernennung zum beeidigten Handelschemiker durch den Hamburger Senat 1857–1858 Armenapotheker 1859–1869 Mitexaminator der Visitationskommission des Gesundheitsrats 1862–1864 Armenapotheker 1864–1868 Vorsitzender des Hamburg-Altonaer Apothekervereins 1866–1872 Armenapotheker 1870 und 1871 Pharmazeutisches Mitglied der Visitationskommission des Gesundheitsrats 1875–1880 Vorsitzender des Hamburg-Altonaer Apothekervereins ab 1878 Assessor des Medizinalkollegiums für Pharmazie 1883–1887 Vorsitzender des Hamburg-Altonaer Apothekervereins ab 1885 Angehöriger der Prüfungskommission für Apothekergehilfen
Kirche Oberdörffer engagierte sich in der Gemeinde der St. Nikolaikirche und hatte dort verschiedene Ehrenämter inne. 1853–1856 Adjunkt 1857–1870 Hundertachtziger (1869 und 1870 Jurat) 1871–1877 Kirchenvorsteher 1877–1887 Gemeindeältester 1885–1887 als Abgeordneter des Gemeindevorstands Mitglied der Synode
Naturwissenschaft 1868–1878 Verwalter der ethnographischen Sammlung bzw. des Kulturhistorischen Museums ab 1876 Mitglied des Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung zu Hamburg
Sonstige Ämter 1853–1856 Armenpfleger 1870 außerordentliches Zivilmitglied der Kreisersatzkommission 1875–1878 Niederrichter 1880–1887 Mitglied der Bibliothekskommission der Patriotischen Gesellschaft
Veröffentlichungen Auszugsweise einige Veröffentlichungen von Oberdörffer:
Literatur
Weblinks
Adolph Oberdörffer Universität Hamburg Fachbereich Chemie
Einzelnachweise
Kategorie:Apotheker (19. Jahrhundert) Kategorie:Chemiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (Hamburg) Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (1859–1919) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1822 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Pharmazeutische Wissenschaften)