miniatur|120px|Dresdner SC Fahne Der Dresdner Sport-Club e. V. war ein bekannter Sportverein in Dresden von 1898 bis 1946.

Geschichte miniatur|Eröffnungsplakat für das neue Stadion am Ostragehege Am 30. April 1898 gründeten fünf junge Männer den Dresdner Sport-Club in Dresden. Sie waren kurz vorher aus dem Neuen Dresdner Fußball-Club ausgetreten, da sie auch andere Sportarten aufnehmen wollten. Es wurden zunächst eine Fußballmannschaft sowie eine Leichtathletik-Abteilung gebildet. 1913 erfolgte der Eintrag in das Vereinsregister der Stadt Dresden. Sportstätte war das Stadion am Ostragehege.

Bis zum Januar 1945 wurden Sportveranstaltungen durchgeführt. Ab Mai 1945 war der Dresdner SC verboten. Sein Vermögen und die Sportstätten wurden beschlagnahmt. 1946 wurde er aus dem Handelsregister gelöscht. Viele Mitglieder, Sportler und Funktionäre schlossen sich zunächst der neuen SG Friedrichstadt an, andere gingen in den Westen. Nach deren Auflösung 1950 gingen auch die meisten verbliebenen ehemaligen DSC-Sportler und -Funktionäre nach West-Berlin oder in die Bundesrepublik. Luise Krüger blieb in Dresden und wurde dort Sportdozentin.

Fußball Übersicht mini|Dresdner SC 1921 Die Fußballmannschaft des Dresdner SC nahm seit 1901 an den Dresdner Stadtmeisterschaften teil. Die größten Erfolge waren Mitteldeutscher Meister: 1904/05, 1925/26, 1928/29, 1929/30, 1930/31 und 1932/33 (danach nicht mehr ausgetragen) Mitteldeutscher Pokalsieger: 1927/28, 1932/33 Sächsischer Meister 1940 Tschammerpokalsieger: 1940 und 1941 deutscher „Superpokalsieger“ 1940 (ein damals nicht verwendetes Wort. Es handelte sich um ein Privatspiel, das auch als „Herausforderungskampf“ bezeichnet wurde)Spielbericht im Kicker vom 18. März 1941 (sic) Deutscher Meister: 1942/43 und 1943/44.Saisonübersicht DSC-Archiv, mit Angaben zu den einzelnen Jahren

Meisterschaftsendspiele Der erste deutsche Meistertitel gelang gegen den SV Saarbrücken mit 3:0 im Berliner Olympiastadion vor etwa 80.000 Zuschauern am 27. Juni 1943. Zur Mannschaft gehörten Willibald Kreß – Herbert Pechan, Heinz Hempel – Herbert Pohl, Walter Dzur, Helmut Schubert – Heiner Kugler, Heinrich Schaffer, Richard Hofmann, Helmut Schön, Franz Erdl, mit dem Trainer Georg Köhler.

Das Endspiel um die letzte deutsche Kriegs-Meisterschaft 1943/44 wurde gegen den Luftwaffen-SV Hamburg mit 4:0 im Berliner Olympiastadion am 18. Juni 1944 gewonnen. Zur Mannschaft gehörten Willibald Kreß – Fritz Belger, Heinz Hempel – Herbert Pohl, Walter Dzur, Helmut Schubert – Rudi Voigtmann, Helmut Schön, Fritz Machate, Richard Hofmann, Heinrich Schaffer, mit dem Trainer Georg Köhler.

Sächsische Meisterschaften 1933/34 bis 1944/45 Die Gauliga Sachsen war die höchste mögliche Spielklasse seit 1933/34 (als Nachfolger der Mitteldeutschen Meisterschaft). Der Sieger bestritt danach weitere Spiele gegen Mannschaften aus anderen Ligen um die Deutsche Meisterschaft, meist im K.-o.-System.

Saison Platz Tore Punkte 1933/34 1. 76:21 34-6 1934/35 2. 53:18 26-10 1935/36 2. 38:17 25-11 1936/37 4. 31:27 20-16 1937/38 4. 46:26 23-13 1938/39 1. 41:19 26-10 1939/40 1. 39:9 18-2 1940/41 1. 126:22 42-2 1941/42 2. 78:33 28-8 1942/43 1. 136:14 36-0 1943/44 1. 102:17 32-4 1944/45 – 23:1 5-1

Nationalspieler Die bekanntesten Fußballer des Dresdner SC waren die Nationalspieler Richard Hofmann, Helmut Schön und Willibald Kreß.

Helmut Schön, 16 Spiele, 1937–1941, 17 Tore Richard Hofmann 13, 1927–1933 (außerdem 6 für SC Meerane 07) Willibald Kreß, 16, 1929–1934 (auch für Rot-Weiß Frankfurt) Georg Köhler, 5, 1925–1928 Hugo Mantel, 5, 1927–1933 (auch für Eintracht Frankfurt) Walter Dzur, 3, 1940–1941 Helmut Schubert, 3, 1941 Richard Gedlich, 2, 1926–1927 Friedrich Müller, 2, 1931 Herbert Pohl, 2, 1941 Arno Neumann, 1, 1908 Martin Haftmann, 1, 1927 Rudolf Berthold, 1, 1928 Karl Schlösser, 1, 1931 Kurt Stössel, 1, 1931

Trainer (Auswahl)Dresdner SC Mitarbeiterhistorie Transfermarkt

1907–1914: John Cameron 1925: Jimmy Hogan 1932–1933: Hans Sauerwein 1935–1944: Georg Köhler 1935–1937: Hans-Josef Kretschmann

Helmut Schön war 1974 Trainer der westdeutschen Weltmeisterelf.

Weitere Sportarten Leichtathletik mini|hochkant|Rudolf Harbig bei seinem 800-Meter-Europameisterlauf 1938 Die Leichtathletikabteilung bestand seit der Vereinsgründung 1898. Sie brachte einige erfolgreiche Sportler hervor. Rudolf Harbig wurde zweifacher Europameister 1938, Staffelolympiadritter 1936, sechsfacher Weltrekordler und siebenfacher deutscher Meister. Käthe Krauß wurde Olympiadritte 1936, Staffel-Europameisterin 1938 und vielfache deutsche Meisterin. Luise Krüger wurde Olympiazweite 1936 im Speerwerfen und zweifache deutsche Meisterin.

Sonstige Sportarten mini|Entscheidungsspiel um die Sächsische Hockeymeisterschaft 1935

Weitere Sportarten waren Radsport, seit 1898 Fechten, ab Herbst 1901, später aufgelöst Tischtennis, seit 1901, seit 9. Januar 1931 und 5. November 1936 Kricket, ab 15. Juli 1905 Tennis, seit 1901, Neugründungen 1910 und 20. März 1913, Auflösung im Sommer 1918 Schlittschuhlaufen, seit 1901 weiterer Wintersport, seit 1913 Schlagball, seit 1916 Hockey, seit August 1915 von Dresdner Gymnasiasten auf Initiative von Arno Neumann, 1917 wieder eingestellt, danach neu gegründet Schlagball, seit 1916 Korbball, seit 1919 Trommelball, seit 1919 Turnen seit 1919 Gewichtheben, Ringen, Boxen, seit 1920 Handball, seit 1920 und seit 1923, seit 1939/40 in der Bezirksklasse Sachsen Boxen, eigene Abteilung seit August 1922 und seit 1924 Faustball, seit 1926 Kanu, seit 1928 Pushball, seit 1928 Schwimmen, seit 1935 durch Eugen Fritzsche begründet

Literatur Klaus Querengässer: 100 Jahre Fußball in Dresden. Kassel 1995.

Weblinks

Vereinsgeschichte DSC-Archiv, mit vielen Angaben zu verschiedenen Dresdner Sportvereinigungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemaliger Sportverein (Dresden) Kategorie:Dresdner SC Kategorie:Vereinsgründung 1898 Kategorie:Aufgelöst 1946