Der Wettergott von Zippalanda ist eine hethitische Wettergottheit, die ihren Hauptverehrungsort in der hethitischen Stadt Zippalanda hatte.
Namen
Als sein Name wird meist WašezzilVolkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 236. angenommen, das auch als WašezziliPiotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 55. belegt ist. Daneben hat der Wettergott von Zippalanda mehrere Beinamen, etwa ZiplantilPiotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 44., das den hattischen Maskulinmarker -il enthält und als „der aus Zippalanda“ gedeutet werden kann, und WašezzašuPiotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 55..
Aufgaben
Wettergötter waren im alten Anatolien die Herren des Himmels und der Berge.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 228. Sie schickten Donner, Blitz, Wolken und Regen ebenso wie Stürme.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 228. Auch der Wettergott von Zippalanda wurde als Regenspender verehrt.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 54. Er war ein Wettergott der jüngeren Generation,Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 54. der auch als Vegetationsgottheit diente.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 224. Zudem galt Wašezzili als „Löwe“ unter den Göttern, also als göttlicher Held.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 55.
Ein in Kayalıpınar, dem hethitischen Šamuḫa, gefundener Keilschrifttext (Kp 15/45a) beschreibt die Statue des Wettergottes als ein auf zwei Bergen stehender Stier.Michele Cammarosano: Kultinventare aus Kayalıpınar (Šamuḫa). In: Elisabeth Rieken (Hrsg.): Keilschrifttafeln aus Kayalıpınar 1. Textfunde aus den Jahren 1999–2017. Harrassowitz Verlag, 2019, ISBN 978-3-447-11220-8, S. 93f.
Familie
Im offiziellen Staatspantheon galt der Wettergott von Zippalanda als Sohn des Wettergottes von Ḫatti und der Sonnengöttin von Arinna.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 91. Als Sohn der Sonnengöttin von Arinna konnte er als göttlicher Fürsprecher bei seiner Mutter wirken.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 241. Allerdings galt er in seiner Kultstadt Zippalanda nicht als Sohn des obersten hethitischen Götterpaares, sondern als Sohn des Wettergottes des Himmels und der Sonnengöttin der Erde.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 236. Gemeinsam mit dem Wettergott des Himmels bildete der Wettergott von Zippalanda dort eine Dyade.Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Oakville 2011, S. 236. Auch galt Wašezzili als untrennbarer Gefährte des Wettergottes.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 42, 55. Als Gefährtin des Wettergottes von Zippalanda galt die Göttin Anzili oder Enzili,Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 56. die in hethitischen Geburtsritualen eine Rolle spielte.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 156. Allerdings galt sie auch als Gefährtin des Wettergottes von Šarišša.Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 56.
Literatur Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-51695-9. Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8.
Einzelnachweise
Kategorie:Hethitische Gottheit Kategorie:Hattische Gottheit Kategorie:Männliche Gottheit Kategorie:Wettergottheit