Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der marokkanischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften.

Marokko nahm 1970 als erste afrikanische Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg an einer Weltmeisterschaft teil und bestritt bis 2018 mit 111 Qualifikationsspielen die meisten aller afrikanischen Mannschaften.

Überblick

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat 1934 Italien nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat 1938Frankreich nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat 1950Brasilien nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat 1954Schweiz nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat 1958Schweden nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs Europa vs. Afrika an Spanien gescheitert. 1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand. 1970 Mexiko VorrundeDeutschland, Peru, Bulgarien 14. Als Gruppenletzter ausgeschieden 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 4. Runde an Zaire gescheitert. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Tunesien gescheitert. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 4. Runde an Kamerun gescheitert. 1986 Mexiko Achtelfinale Deutschland 11. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Tunesien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1994 USA Vorrunde Belgien, Saudi-Arabien, Niederlande 23. Ohne Punktgewinn als Gruppenletzter ausgeschieden 1998 Frankreich Vorrunde Norwegen, Brasilien, Schottland 18. Nach einem Remis gegen Norwegen, einer Niederlage gegen Brasilien und einem Sieg gegen Schottland als Gruppendritter ausgeschieden. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde am Senegal gescheitert. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Tunesien gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde erneut an Kamerun gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation konnte sich Marokko gegen die Elfenbeinküste, Gambia und Tansania nicht durchsetzen und hatte bereits nach fünf Spielen keine Chance mehr sich zu qualifizieren 2018 Russland Vorrunde IranPortugalSpanien 27. Nach 2 Niederlagen in den Gruppenspielen hatte Marokko keine Chance mehr das Achtelfinale zu erreichen 2022 Katar Spiel um Platz 3 Kroatien4. Walid Regragui In der 2. Qualifikationsrunde setzte sich Marokko mit sechs Siegen gegen Guinea, Guinea-Bissau und den Sudan durch. In der dritten Runde setzte sich die Mannschaft gegen die Demokratische Republik Kongo durch und traf in Katar in der Gruppe auf Belgien, Kanada und Kroatien sowie im Achtelfinale auf Spanien, im Viertelfinale auf Portugal und im Halbfinale auf Frankreich. 2026 Kanada/Mexiko/USA Viertelfinale Frankreich Mohamed Ouahbi In der Afrika-Qualifikation gegen Tansania, Sambia, den Niger und die Republik Kongo durchgesetzt und als erste afrikanische Mannschaft qualifiziert. Bei der Endrunde treffen die Marokkaner auf Brasilien, Schottland und erstmals Haiti. Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der marokkanischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen (kein selbständiger Staat, kein FIFA-Mitglied): 6× (26,1 %; 1930 bis 1958) Zurückgezogen: 1× (4,3 %, 1966) Nicht qualifiziert: 9× (39,1 %; 1962, 1974, 1978, 1982, 1990, 2002, 2006, 2010 und 2014) Sportliche Qualifikation: 7× (26,1 % bzw. bei 41,7 % der Versuche) Vorrunde: 4× (17,4 %; 1970, 1994, 1998 und 2018) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 2026) Achtelfinale: 1× (4,3 %; 1986) Spiel um Platz 3: 1× (4,3 %; 2022) Vierter: 1× (4,3 %; 2022)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1958 Marokko war von 1912 bis 1956 französisches Protektorat und konnte daher nicht an den ersten fünf Weltmeisterschaften teilnehmen. Die Fédération Royale Marocaine de Football wurde zwar bereits 1955 gegründet, aber erst 1960 in die FIFA aufgenommen. Daher konnte Marokko auch an der Weltmeisterschaft 1958 nicht teilnehmen. Mit Abderrahman Mahjoub stand aber 1954 ein in Marokko geborener Spieler im französischen WM-Kader und auch Just Fontaine, französischer Torschützenkönig der WM 1958 war in Marokko geboren worden.

1962 in Chile An der Qualifikation zur WM in Chile durfte Marokko erstmals teilnehmen und am 30. Oktober 1960 fand in Casablanca das erste WM-Qualifikationsspiel der Marokkaner statt und wurde gegen Tunesien mit 2:1 gewonnen. Da das Rückspiel in Tunis 14 Tage später mit 1:2 verloren wurde, musste ein drittes Spiel stattfinden. Da dieses in Palermo 1:1 nach Verlängerung endete, kam es zum Losentscheid, durch den Marokko in die nächste Runde einzog. In dieser war Ghana der Gegner und nach einem 0:0 in Accra wurde das Rückspiel in Casablanca mit 1:0 gewonnen. Damit stand Marokko als Sieger der Afrika-Zone fest, musste aber noch gegen Spanien antreten und verlor beide Spiele (0:1 und 2:3), so dass kein afrikanischer Vertreter an der WM teilnehmen konnte.

1966 in England Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ sollte Marokko in der Qualifikationsvorrunde gegen den Senegal und Mali antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück.

1970 in Mexiko Für die WM in Mexiko wurde den Afrikanern dann erstmals ein direkter Startplatz zuerkannt. In der Qualifikation musste Marokko in der ersten Runde gegen den Senegal antreten. Nach einem 1:0 im Heimspiel wurde das Rückspiel mit 1:2 verloren. Da die Auswärtstorregel nicht galt, gab es ein drittes Spiel, das Marokko in Las Palmas mit 2:0 gewann. In der zweiten Runde war Tunesien der Gegner und wie acht Jahre zuvor gab es wieder drei Spiele, nur jeweils ohne Sieger (zweimal 0:0 und einmal 2:2 n. V.). Daher musste erneut das Los entscheiden und wieder hatte Marokko das Glück auf seiner Seite. In der letzten Runde waren dann Nigeria und der Sudan die Gegner und mit einem Punkt Vorsprung vor Nigeria qualifizierte sich Marokko erstmals für die WM.

In Mexiko traf Marokko in seinem ersten WM-Spiel auf Deutschland und konnte gegen den Favoriten durch ein Tor von Houmane Jarir in der 21. Minute in Führung gehen. Diese hielt auch bis in die zweite Hälfte, dann konnten aber Uwe Seeler und Gerd Müller das Spiel noch drehen, so dass Marokko mit 1:2 verlor. Auch im zweiten Spiel gegen Peru konnten die Nordafrikaner lange das 0:0 halten, erst in der 85. Minute gelang Teófilo Cubillas das 1:0 für die Südamerikaner, dem noch zwei Tore folgten. Im letzten Gruppenspiel gegen die ebenfalls bereits ausgeschiedenen Bulgaren erkämpfte dann Marokko mit einem 1:1 den ersten WM-Punkt und verabschiedete sich für 16 Jahre von der WM-Bühne.

1974 in Deutschland In der Qualifikation für die WM in der Bundesrepublik Deutschland erreichte Marokko durch ein 0:0 und ein 2:1 gegen den Senegal die zweite Runde. In der zweiten Runde war Guinea der Gegner und mit 1:1 und 2:0 wurde die dritte Runde erreicht. Mit 1:1 und 4:1 wurde hier die Elfenbeinküste ausgeschaltet und die vierte Runde erreicht. Hier waren Zaire und Sambia die Gegner. Nach einer 0:4-Niederlage in Sambia wurde zwar das Rückspiel mit 2:0 gewonnen, nach einer 0:3-Niederlage in Zaire trat Marokko aber zum Rückspiel nicht mehr an, so dass es für Zaire gewertet wurde, womit sich Zaire als erste Subsahara-Mannschaft für die WM qualifizieren konnte. Dies blieb aber bis dato die einzige Teilnahme für Zaire bzw. die Demokratische Republik Kongo.

1978 in Argentinien In der Qualifikation zur WM in Argentinien musste Marokko wieder einmal in der ersten Runde gegen Tunesien antreten. Da beide Spiele 1:1 endeten, musste das inzwischen eingeführte Elfmeterschießen entscheiden, das Tunesien mit 4:2 für sich entschied und in der Folge die erste Qualifikation für die WM-Endrunde schaffte.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM in Spanien 1982 wurden den Afrikanern erstmals zwei Startplätze zuerkannt. In der Qualifikation setzten sich die Marokkaner in der ersten Runde gegen den Senegal mit 1:0 und 0:0 durch. In der zweiten Runde wurde Sambia nach 2:0 und 0:2 durch den Sieg Elfmeterschießen (5:4) ausgeschaltet und in der dritten Runde Ägypten mit 1:0 und 0:0. In der letzten Runde verlor die Mannschaft dann aber beide Spiele gegen Kamerun (0:2 und 1:2) und verpasst damit die zweite Qualifikation für eine WM-Endrunde.

1986 in Mexiko In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko setzte sich Marokko in der ersten Runde mit 1:0 und 4:0 gegen Sierra Leone durch. In der zweiten Runde wurde Malawi mit 2:0 und 0:0 und in der dritten Runde Ägypten mit 0:0 und 2:0 ausgeschaltet. In der Finalrunde gewann die Mannschaft dann gegen Libyen im Heimspiel mit 3:0, so dass sie das 0:1 im Rückspiel verkraften konnte und Marokko wieder in Mexiko dabei war.

In Mexiko traf Marokko im ersten Gruppenspiel auf Polen und erkämpfte gegen den WM-Dritten von 1982 ein 0:0. Auch gegen England gelang im zweiten Gruppenspiel ein 0:0 und mit dem ersten WM-Sieg, einem 3:1 gegen Portugal, wurde Marokko überraschend als erste afrikanische Mannschaft Gruppensieger und stand im Achtelfinale gegen den Vizeweltmeister Deutschland. Auch gegen die favorisierten Deutschen hielt Marokko lange das 0:0. Erst in der 88. Minute gelang Lothar Matthäus durch einen direkt verwandelten Freistoß der Siegtreffer.youtube.com: WM 1986 Achtelfinale: Deutschland-Marokko 1:0 (German TV) Marokko verabschiedete sich damit für acht Jahre von der WM-Bühne.

1990 in Italien Für die Qualifikation zur zweiten WM in Italien mussten die Marokkaner erst in der zweiten Runde antreten, belegten aber in einer Gruppe mit Tunesien, Sambia und Zaire nur den letzten Platz. Tunesien scheiterte dann in der dritten Runde an Kamerun, das bei der WM sogar bis ins Viertelfinale vordringen konnte und im Eröffnungsspiel Titelverteidiger Argentinien schlagen konnte.

1994 in den Vereinigten Staaten Auch durch die Erfolge Marokkos und Kameruns bei den Weltmeisterschaften 1986 und 1990 erhielten die Afrikaner für die WM in den USA einen weiteren Startplatz. Für die Qualifikation wurde Marokko in eine Gruppe mit Tunesien, Äthiopien und Benin gelost. Marokko setzte sich ungeschlagen mit vier Siegen und zwei Remis durch und zog in die zweite Runde. In dieser waren Sambia und der Senegal die Gegner. Mit drei Siegen und einer Niederlage erreichte Marokko den ersten Platz und qualifizierte sich für die WM.

Im ersten Gruppenspiel gegen Belgien geriet Marokko bereits in der 11. Minute in Rückstand und dabei blieb es. Auch das zweite Spiel gegen WM-Neuling Saudi-Arabien verlor Marokko, diesmal mit 1:2. Und auch das dritte Gruppenspiel gegen die Niederlande wurde mit 1:2 verloren. Damit schied Marokko punktlos als Letzter aus.

Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Marokko hatte sich neben Frankreich und der Schweiz als Ausrichter der WM beworben und nach dem Rückzug der Schweiz unterlag Marokko bei der Abstimmung mit 7:12 gegen Frankreich, so dass sich die Mannschaft sportlich qualifizieren musste. Die Qualifikation verlief dann auch erneut erfolgreich. Den Afrikanern standen nach Vergrößerung des Teilnehmerfeldes nun fünf Startplätze zu. In der ersten Runde hatte Marokko zunächst ein Freilos und konnte sich in der zweiten Runde gegen Sierra Leone, Ghana und Gabun durchsetzen, wobei kein Spiel verloren wurde und nur beim 2:2 in Ghana Gegentore hingenommen werden mussten.