Der Bundesvision Song Contest (kurz BuViSoCo oder BSC) war ein deutscher Musikwettbewerb und eine Fernsehshow auf ProSieben, der 2005 von Stefan Raab ins Leben gerufen und erstmals ausgestrahlt wurde. Der Name ist ein Kofferwort aus der Vorsilbe „Bundes…“ bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland und Eurovision Song Contest.
Im ersten Jahr wurde die Veranstaltung an einem Samstag angesetzt, der bei den Hauptsendern in der Regel für besonders quotenträchtige Sendungen vorbehalten ist. Seitdem fand der Wettbewerb an einem Donnerstag oder Freitag statt. Die zehnte Ausgabe im Jahr 2014 wurde erstmals wieder samstags ausgerichtet. In den ersten Jahren fand die Veranstaltung immer Mitte Februar statt. Seit Stefan Raab im Frühjahr 2010 die Castingshow Unser Star für Oslo organisierte, wurde der Bundesvision Song Contest im Frühherbst ausgetragen.
Der elfte und letzte BuViSoCo fand am Samstag, den 29. August 2015, in Bremen statt und wurde von Mark Forster für Rheinland-Pfalz gewonnen. Es handelte sich um die letzte Ausgabe mit Stefan Raab, der sich zum Jahresende 2015 aus dem Fernsehen zurückzog. ProSieben gab 2016 bekannt, dass der Bundesvision Song Contest im selben Jahr nicht stattfinden werde. Eine Einstellung der Sendung wurde nicht offiziell mitgeteilt.
Idee Beim zehnten BuViSoCo wurde unter anderem auch darüber gesprochen, wie es zu der Idee des Bundesvision Song Contests gekommen war: Max Mutzke (so Elton) sei „schuld“ daran. Als Raab mit Mutzke am Eurovision Song Contest 2004 in Istanbul teilnahm, ärgerten sie sich darüber, dass sie trotz guter Prognosen „nur“ den achten Platz erreichten, sie hatten sich eine wesentlich bessere Platzierung erhofft. Die Schuld gaben sie den Staaten des ehemaligen Ostblocks, die sich gegenseitig die Punkte zuspielten. Die Idee des Bundesvision Song Contests war geboren und wurde direkt im Folgejahr umgesetzt.
Ablauf Es traten 16 Interpreten gegeneinander an, die jeweils ein deutsches Bundesland repräsentierten. Ein Anliegen der Sendung war die Förderung der deutschsprachigen Musik, daher bestand eine Teilnahmebedingung, wonach mindestens die Hälfte des Textes deutsch sein musste. Wie beim Eurovision Song Contest wurde der Wettkampf des folgenden Jahres im Gewinnerland ausgetragen.
Von 2005 bis 2013 wurden alle Interpreten in den vier Wochen vor dem BSC zu TV total eingeladen und mit Hilfe eines Interviews, eines Werbespots und eines Liveauftrittes beworben. In den Werbespots stellten sich die Künstler vor und zeigten die schönsten und beliebtesten Schauplätze ihres Heimat-Bundeslandes. Während der Liveshow wurde vor jedem Auftritt erneut ein Einspieler gezeigt, der stets mit dem Slogan: „Und jetzt kommen wir zu dem mit Abstand schönsten Bundesland …“ begann und erneut die Interpreten zeigte, die über ihr Bundesland redeten.
Ab 2014 wurden die Interpreten im Vorfeld nicht mehr zu TV total eingeladen. Es erfolgte lediglich ein kleiner Hinweis auf das Stattfinden des Wettbewerbs. Es wurden nur noch kurz vor den Liveauftritten kleine Einspieler gezeigt, in denen Stefan Raab und die Heavytones sich mit dem jeweiligen Interpreten in einem Proberaum trafen und eine kleine Jamsession abhielten.
Der Sieger wurde per Telefon-/SMS-Abstimmung von den Zuschauern gewählt. Im Gegensatz zum Eurovision Song Contest war es dabei auch möglich, für das eigene Bundesland zu stimmen. Die Stimmen wurden dabei wie beim europäischen Vorbild nach Ländern getrennt gewertet und durch Liveschaltungen in jedem Land bekannt gegeben. Unterstützt wurde ProSieben dabei von lokalen Radiosendern (je einer pro Land), die an der Auswahl der Kandidaten beteiligt waren.
Moderation Jahr Hauptmoderation Green-Room-Moderator Fan-Block-Moderator 2005 Stefan Raab Annette Frier Oliver Pocher 2006 Janin Reinhardt Elton 2007 Johanna Klum 2008 2009 2010 2011 Lena Meyer-Landrut Elton 2012 Sandra Rieß Elton 2013 2014 2015
Austragungen Jahr Veranstaltungsort(Bundesland,Stadt, Halle) SiegerTitelAutoren Punkte ZweitplatzierterTitel DrittplatzierterTitel 12. Feb. 2005 Oberhausen, König-Pilsener-Arena JuliGeile ZeitJonas Pfetzing, Simon Triebel 159 Fettes BrotEmanuela Sido mit Brainless WankersMama ist stolz 9. Feb. 2006 Wetzlar, Mittelhessen-Arena SeeedDingBased, Boundzound, David Conen, Dellé, Peter Fox, DJ Illvibe, Rüdiger Kusserow 151 RevolverheldFreunde bleiben In ExtremoLiam 9. Feb. 2007 Berlin, Tempodrom Oomph! feat. Marta JandováTräumst duAndreas Crap, Robert Flux, Dero Goi 147 Jan DelayFeuer Kim FrankLara 14. Feb. 2008 Hannover, TUI Arena Subway to SallyAuf KielBodenski, Eric Fish, Gerit Hecht, Milan Polak, Simon Michael Schmitt, Fabio Trentini 147 CluesoKeinen Zentimeter Down BelowSand in meiner Hand 13. Feb. 2009 Potsdam, Metropolis-Halle Peter FoxSchwarz zu blauPierre Baigorry, David Conen, Vincent Graf von Schlippenbach 174 Polarkreis 18The Colour of Snow RageGib dich nie auf 1. Okt. 2010 Berlin, Max-Schmeling-Halle UnheiligUnter deiner FlaggeDer Graf, Henning Verlage 164 SillyAlles rot Ich + Ich feat. Mohamed MounirYasmine 29. Sep. 2011 Köln, Lanxess-Arena Tim BendzkoWenn Worte meine Sprache wärenTim Bendzko 141 Flo MegaZurück Bosse & Anna LoosFrankfurt/Oder 28. Sep. 2012 Berlin, Max-Schmeling-Halle XAVASSchau nicht mehr zurückMilan Martelli, Xavier Naidoo, Matthew Tasa, Savas Yurderi 172 LaingMorgens immer müde Ich kann fliegenMich kann nur Liebe retten 26. Sep. 2013 Mannheim, SAP-Arena BosseSo oder soAxel Bosse 153 Johannes OerdingNichts geht mehr MC FittiFitti mit’m Bart 20. Sep. 2014 Göttingen, Lokhalle Göttingen RevolverheldLass uns gehenNiels Grötsch, Kristoffer Hünecke, Jakob Sinn, Johannes Strate 180 Jupiter Jones Plötzlich hält die Welt an Teesy Keine Rosen 29. Aug. 2015 Bremen, ÖVB-Arena Mark ForsterBauch und KopfMark Cwiertnia, Ralf Christian Mayer, Daniel Nitt 170 Donots Dann ohne mich Yvonne Catterfeld Lieber so
Zahlen und Fakten
+ Ewige Punkte-ListeLand Punkte Siege 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 Radio-PartnerPunktebekanntgabe 2011: Teil 1, Teil 2 1035 3 23(11) 16(12) 105(3) 50(7) 141(1) 100(3) 174(1) 66(7) 96(4) 151(1) 113(3) 2× Kiss FM (’05, ’15), 9× Energy Berlin (’06–’14) 864 2 84(4) 15(13) 153(1) 109(3) 102(3) 4(16) 12(15) 94(4) 147(1) 59(6) 85(4) 11× radio ffn (’05–’15) 789 1 82(6) 58(7) 51(8) 172(1) 91(4) 39(9) 103(4) 46(9) 23(10) 47(9) 77(5) 8× bigFM (’05–’07, ’09–’13), 2× Radio Regenbogen (’08, ’15), 1× Energy Stuttgart (´14) 761 0 114(3) 25(11) 13(13) 33(9) 13(12) 79(6) 53(6) 146(2) 88(6) 134(3) 63(7) 8× Radio Top 40 (’05, ’07–’11, ’13–’14), 1× 89.0 RTL (’06), 2× Antenne Thüringen (’12, ’15) 759 1 117(2) 46(8) 20(12) 97(4) 76(7) 164(1) 112(3) 16(14) 95(5) 6(16) 10(15) 4× Radio NRW (’05–’06, ’10–’11), 1× Radio Köln (’07), 1× Antenne Düsseldorf (’08), 1× Metal Only (’09), 2× BigFM (’12–’13), 2× ohne Radiopartner (’14–’15) 703 0 28(10) 87(5) 68(6) 76(6) 8(16) 60(7) 44(8) 75(6) 101(3) 26(11) 130(2) 4× delta radio (’05–’07, ’14), 6× Radio Flensburg (’08–’13), 1× RSH (’15) 668 1 46(9)180(1) 61(7) 18(13) 111(2) 20(11) 25(11) 20(11) 20(11) 136(2) 31(11) 11× Energy Bremen (’05–’15) 665 0 14(13) 28(10) 145(2) 28(10) 66(8) 40(8) 73(5) 19(12) 138(2) 70(5) 44(9) 1× Tide 96,0 (’05), 7× Energy Hamburg (’06, ’08, ’10–’14); 2× Radio Hamburg (’07, ’09); 1× ohne Radiopartner (’15) 621 1 76(7) 33(9) 29(11) 19(11) 12(13) 18(13) 53(6) 51(8) 67(7) 104(4) 159(1) 6× Hit Radio FFH (’05–’06, ’08–’11), 1× SkyRadio (’07), 4× planet more music radio/planet radio (’12–’15) 617 0 84(4) 10(16) 35(9) 142(2) 89(5) 20(11) 131(2) 12(15) 13(13) 10(15) 71(6) 2× RADIO PSR (’05, ’15), 2× Lokalradios (’06–’07), 7× Energy Sachsen (’08–’14) 545 1 50(8) 10(15) 94(4) 8(16) 12(13) 87(5) 37(9) 147(1) 11(15) 35(10) 54(8) 1× rs2 (’05), 1× BB Radio (’06), 1× Sector_B (KenFM) (’07), 7× 94.5 Radio Cottbus (’08–’14), 1× Radio Potsdam (’15) 526 1 170(1) 124(2) 31(10) 20(11) 86(6) 17(14) 23(12) 17(13) 10(16) 18(12) 10(15) 4× bigFM (’05–’07, ’11), 6× RPR1 (’08–’10, ’12–’13, ’15), 1× Rockland (’14) 490 0 13(14) 102(3) 12(14) 10(15) 12(13) 152(2) 10(16) 96(3) 56(8) 12(14) 15(13) 3× Radio Brocken (’05–’07), 2× Rockland (’08–’09), 2× Radio SAW (’10–’11), 4× ohne Radio-Partner (’12–’15) 425 0 10(15) 101(4) 8(16) 41(8) 66(8) 22(10) 23(12) 79(5) 13(13) 50(8) 12(14) 11× Antenne MV (’05–’15) 397 0 2(16) 81(6) 12(14) 13(14) 26(10) 94(4) 34(10) 32(10) 33(9) 53(7) 17(12) 1× Rock Antenne (’05), 8× Energy München und Nürnberg (’06–’08, ’10–’14), 1× Bayern 3 (’09), 1× ohne Radio-Partner (’15) 343 0 15(12) 12(14) 91(5) 92(5) 17(11) 12(15) 21(14) 12(15) 17(12) 17(13) 37(10) 4× Radio Salü (’05–’08), 6× bigFM (’09–’12, ’14–’15), 1× Radio Saarbrücken (’13)
Einschaltquoten Folge Datum Zuschauer Quote Quelle Gesamt 14 bis 49 Jahre Gesamt 14 bis 49 Jahre 1 3,23 Mio. 2,55 Mio. 11,0 % 21,2 % 2 2,48 Mio. 2,14 Mio. 9,1 % 18,3 % 3 2,04 Mio. 1,72 Mio. 7,6 % 16,3 % 4 1,58 Mio. 1,31 Mio. 8,0 % 15,0 % 5 2,24 Mio. 1,91 Mio. 8,1 % 17,5 % 6 2,38 Mio. 1,83 Mio. 9,2 % 17,0 % 7 1,67 Mio. 1,31 Mio. 7,0 % 12,8 % 8 1,32 Mio. 1,07 Mio. 5,7 % 11,9 % 9 1,29 Mio. 1,02 Mio. 5,6 % 11,5 % 10 1,44 Mio. 1,10 Mio. 6,3 % 13,0 % 11 1,46 Mio. 1,04 Mio. 7,4 % 15,2 %
Legende:Beste Quote wird fett dargestellt, die schlechteste kursiv.
Diskografie Die folgende Liste führt alle veröffentlichten Sampler zum BuViSoCo auf. Die Tabelle enthält neben der Daten der Erstveröffentlichung auch die Platzierungen in den offiziellen Compilationcharts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Auszeichnungen ECHO Pop 2005: in der Kategorie „Medienpartner des Jahres“
Weblinks
Bundesvision Song Contest auf Brainpool.de
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehsendung (ProSieben) Kategorie:Musiksendung (Fernsehen) Kategorie:Fernsehsendung der 2000er Jahre Kategorie:Fernsehsendung der 2010er Jahre Kategorie:Fernsehsendung (Stefan Raab) Kategorie:Gesangswettbewerb Kategorie:Echo-Pop-Preisträger Kategorie:Erstveranstaltung 2005 Kategorie:Heavytones Kategorie:Letzte Veranstaltung 2015