Sölk ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Liezen in der Steiermark, die durch die Zusammenlegung der vormals eigenständigen Gemeinden Großsölk, Kleinsölk und Sankt Nikolai im Sölktal im Rahmen der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform 2015 entstand.Steiermärkische Gemeindestrukturreform. Eine Beschwerde, die von der Gemeinde St. Nikolai im Sölktal gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof eingebracht wurde, war nicht erfolgreich.Erkenntnis des VfGH vom 24. November 2014, G 183/2014.
Die Gemeinde Sölk ist flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde der Steiermark (nach Mariazell und Admont).
Geografie Die Gemeinde Sölk liegt überwiegend in den Niederen Tauern, die Ortschaft Stein an der Enns im äußersten Norden befindet sich bereits im Ennstal. Sie umfasst die als Sölktal oder Sölktäler bezeichneten Talungen des Sölkbachs und seiner beiden Quellbäche, dem Großsölkbach und dem Kleinsölkbach. Das Sölktal zweigt bei Stein an der Enns gegenüber Gröbming aus dem Ennstal Richtung Süden ab. Bei Großsölk verzweigt es sich in das Richtung Südwesten verlaufende Kleinsölktal mit der Ortschaft und das Großsölktal, das über Sankt Nikolai im Sölktal zum Sölkpass führt und die Schladminger Tauern von den Rottenmanner und Wölzer Tauern östlich trennt. Sonst spricht man hier im Raum beiderseits der beiden Sölktäler von Sölker Alpen.
Der Naturpark Sölktäler, dessen Gebiet mit dem der Gemeinde kongruent ist, gehört zu den fünf steirischen Naturparks.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (Fläche Stand , Einwohner Stand ):
Großsölk (, Ew.) samt Gatschberg, Schatten, Schlein und Stein an der Enns Kleinsölk (, Ew.) samt Brandstatt, Dörfl, Gelsenberg, Hinterwald, Reith, Schweiger, Sölkdörfl, Stein an der Enns und Vorderwald St. Nikolai (, Ew.) samt Fleiß, Hochegger und Mößna
Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Großsölker Teil von Stein an der Enns.
Nachbargemeinden
Geschichte Sölk wurde um 1075 bis 1080 erstmals urkundlich erwähnt. Großsölk war Sitz einer Grundherrschaft.
Eine Tür und ein Stubeninventar eines Wirthauses von Mössna, datiert aus dem Jahr 1577, gelangte vor 1900 ins 1895 von Karl Lacher gegründete Culturhistorische und Kunstgewerbemuseum. Die Türinschrift mit zwei Zitaten aus dem Johannesevangelium, übersetzt nach Martin Luther, dokumentiert den Einzug der Reformation im Sölktal, weil die Bewohner mit den verweltlichten und inkompetenten Amtsträgern der katholischen Kirche unzufrieden geworden waren.Ulrich Becker: Die Reformation, Website museum-johaneum.at (Abschnitt: Mehr als eine Tür − Die Tür aus Mössna, abgerufen am 16. Juni 2025)
Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848; die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark. Am 15. November 1944 stürzte bei der Putzental-Alm ein US-amerikanischer Bomber ab. 1945 bis 1955 war das Gebiet Teil der britischen Besatzungszone in Österreich. 1959 wurde eine Fahrstraße auf Ennstalerseite von Kaltenbach und auf Murtalerseite von der Kreutzerhütte bis zur Sölkpasshöhe errichtet.
Bevölkerungsentwicklung
Gemeindepartnerschaften Seit 1. Juni 1972 besteht eine Gemeindepartnerschaft von Kleinsölk mit der Stadt Ilshofen in Baden-Württemberg, Deutschland.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Niederschloss Großsölk mini|Pfarrkirche St. Nikolai im Sölktal
Großsölk Schloss Großsölk / Naturparkhaus Denkmalanlage Niederschloss Großsölk Katholische Pfarrkirche Großsölk hl. Leonhard Leonhardkreuz Großsölk Kleinsölk Katholische Pfarrkirche Kleinsölk zur Kreuzauffindung Kirche Stein an der Enns Kirche Kleinsölk St. Nikolai im Sölktal Katholische Pfarrkirche St. Nikolai im Sölktal Mesnerhaus / Heimatmuseum
Regelmäßige Veranstaltungen „Sölkpassmesse“ am 1. Sonntag im August
Wirtschaft und Infrastruktur
Gemeindeeigene Betriebe Orts- und Infrastrukturentwicklungs-KG Kleinkraftwerk Knallbach der Gemeinde Sölk GmbH Kläranlage St. Nikolai Freibad Mößna Schilift Mößna
Bildung Kindergarten Stein an der Enns Kindergarten St. Nikolai im Sölktal Volksschule Stein an der Enns Volksschule St. Nikolai im Sölktal Neue Mittelschule Stein an der Enns
Politik
Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 3 FPÖ und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 2 FPÖ und 1 SPÖ.
Bürgermeister
seit 2015 Werner Schwab (ÖVP)
Wappen
Alle drei Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. links|100px Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 16. November 2015. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet: „In einem durch eine rot unterlegte silberne Kette im Göpelschnitt geteilten Schild oben in Grün je ein silbernes sechsspeichiges Wagenrad, unten in Schwarz ein springender silberner Hirsch, unterlegt von einem silbernen Lilienstab.“95. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 29. Oktober 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Sölk (politischer Bezirk Liezen), abgerufen am 3. November 2015128. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 20. Oktober 2016, mit der die Verlautbarung über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Sölk (politischer Bezirk Liezen) geändert wird, abgerufen am 3. November 2016
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Sölk
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 2015 Kategorie:Schladminger Tauern Kategorie:Rottenmanner und Wölzer Tauern Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert