Diese Liste bedeutender Seeunfälle 1941–1950 verzeichnet Unfälle der Seeschifffahrt mit Toten oder hohen Sachschäden im fünften Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.
Liste Datum Name Tote Hergang 9./10. Februar 1941 Kervegan 26 Der von Halifax nach London laufende britische Frachter Kervegan (2.018 BRT) geriet vor Nova Scotia in einen schweren Sturm und kenterte (vermutlich) nach einem Verrutschen der Ladung. Obwohl mehrere Notrufe abgesetzt wurden, konnte von der 26 Mann starken Besatzung niemand gerettet werden. Lediglich Trümmerstücke des Schiffes wurden einige Tage später an der Küste der Kap-Breton-Insel angeschwemmt. 16. März 1941 Bremen 0 An der Columbuskaje brannte die Bremen nach der Brandstiftung eines Schiffsjungen trotz Flutung aus. 17. September 1941 Göteborg, Klas Horn und Klas Uggla 31 Im Stützpunkt Horsfjärden bei Stockholm (Schweden) kam es auf dem schwedischen Zerstörer Göteborg (1.040 ts) zu einer Kesselexplosion. Der daraus entstehende Heizölbrand griff auch auf die neben der Göteborg vertäuten Zerstörer Klas Horn und Klas Uggla (je 1.020 ts) sowie ein Wohnschiff über. Die Zerstörer brannten aus, das Wohnschiff sank. Insgesamt starben 31 Menschen, 11 weitere wurden verletzt. Bis auf die Klas Uggla konnten die Schiffe später wieder repariert und erneut in Dienst gestellt werden. 17./18. Oktober 1941 Indra 25 Der schwedische Frachter Indra (2.032 BRT) geriet in der Biskaya aus ungeklärten Gründen in Verlust. Das Schiff, auf dem Weg von Barry nach Huelva, passierte am 16. Oktober Barry Island und meldete sich von da an nicht mehr. Später wurden ein Rettungsboot und Trümmer nahe Barry Island angeschwemmt. Vermutlich brach das über 40 Jahre alte Schiff in schwerer See um den 17./18. Oktober auseinander und sank. U-Boot-Angriffe oder Minen werden als Verlustursache ausgeschlossen. Die gesamte Crew von 25 Mann fand den Tod. 11. November 1942 Blia 43 Das norwegische Fischerboot Blia sank in schwerem Sturm auf der Fahrt zu den Shetland-Inseln beim Transport norwegischer Widerstandskämpfer und Flüchtlinge im Rahmen des Shetland Bus. Alle 43 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. 25. November 1941 Proteus 58 Der kanadische Bauxitfrachter Proteus (10.563 BRT), ein ehemaliger US-Flottentender, verschwand aus ungeklärten Gründen auf der Fahrt von den Kleinen Antillen nach Ottawa. Vermutlich brach das Schiff um den 25. November in der östlichen Karibik im Sturm auseinander und sank. Von der 58 Mann starken Crew wurde niemand gerettet. Das rund 30 Jahre alte Schiff hatte von 1924 bis 1940 untätig im Hafen von Norfolk gelegen und es wird daher vermutet, dass die Schotten und Bordwände infolge dieser langen Liegezeit durchgerostet waren und unter der Last einer Bauxitladung im Sturm nachgaben. Interessant ist hierbei, dass die Schwesterschiffe der Proteus, die Cyclops 23 Jahre zuvor und die Nereus nur wenige Wochen später, unter ähnlich mysteriösen Umständen verloren gingen. Eine Feindeinwirkung (U-Boot, Mine) wird für die vermutete Untergangszeit und den Verlustort ausgeschlossen. 7. Dezember 1941 Windflower 23 Während der Sicherung des Konvois SC-58 kollidierte im Nordatlantik die kanadische Korvette Windflower (925 ts) mit dem Frachter Zypenberg und sank. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte dichter Nebel. Mit dem Schiff gingen 23 Besatzungsangehörige unter. Etwa 70 Überlebende konnten gerettet werden. 12. Dezember 1941 Nereus 61 Auf dem Weg von den Kleinen Antillen nach Baltimore verschwand der kanadische Erzfrachter Nereus (10.647 BRT) aus nicht genau geklärten Gründen. Das mit Bauxit beladene Schiff, ein ehemaliger amerikanischen Flottentender, zerbrach vermutlich in einem starken Sturm und sank innerhalb weniger Minuten vor der Küste von Virginia. Von der 61 Mann starken Besatzung überlebte niemand. Wrackteile wurden nie gefunden. Wahrscheinlich, so wurde später gemutmaßt, sank das 30 Jahre alte Schiff aufgrund von Materialermüdung. Die Seitenwände des Rumpfes waren durch die Kohle, welche jahrelang transportiert worden war, allmählich erodiert und hatten den Belastungen im Orkan nicht mehr standgehalten. 9. Januar 1942 Lamoricière 301 Die Lamoricière (4.712 BRT), ein Passagierschiff der französischen Reederei Compagnie Générale Transatlantique, war mit 394 Passagieren und Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von Algier nach Marseille, als sie den Notruf eines in Seenot geratenen Frachters empfing. Das Schiff änderte seinen Kurs und geriet vor der Baleareninsel Menorca in einen schweren Sturm. Durch ein Leck im Rumpf drangen große Mengen Seewasser ein und überfluteten die Kesselräume. Die Lamoricière sank schließlich bei schwerer Schlagseite. Nur 93 Menschen überlebten das Unglück. 17. Januar 1942 San José 0 Vor Atlantic City stießen die beiden US-Frachter San José (3.404 BRT) und Santa Elisa (8.379 BRT) in der Dämmerung zusammen. Personalverluste entstanden keine, aber die zur United Fruit Company gehörende San José sank kurze Zeit später. Der Frachter Santa Elisa geriet in Brand, konnte aber abgeschleppt und später repariert werden. 18. Januar 1942 Rosemonde 25 Im Bereich der Azoren verschwand aus ungeklärten Gründen der britische U-Boot-Jäger Rosemonde (364 ts) mit seiner gesamten Besatzung von 25 Mann. Der bewaffnete Trawler hätte nach zwei im Sturm von einem Konvoi abgedrifteten Frachtern suchen sollen, kehrte aber von dieser Mission nie zurück. Eventuell wurde das Schiff in der Nacht des 18./19. Januar von dem deutschen U-Boot U 581 versenkt. 9. Februar 1942 Lafayette 1 In New York sollte der dort wegen des Krieges aufgelegte französische Transatlantikliner Normandie (79.280 BRT) der CGT zu einem Truppentransporter der amerikanischen Marine mit Namen Lafayette umgerüstet werden. Arbeiter entfachten bei Schneidarbeiten versehentlich Feuer in einem Ballen von Schwimmwesten. In der Folge der Löschversuche brachte das in großen Mengen eingebrachte Löschwasser die Normandie schließlich zum Kentern. Bei dem Unfall gab es nur einen Toten, aber mehr als 270 Menschen erlitten Verletzungen (zumeist durch Rauchinhalation). Eineinhalb Jahre blieb das riesige Schiff im Schlick des Piers von Brooklyn liegen, bis es aufgerichtet werden konnte. Erst im Oktober 1947 war die Verschrottung abgeschlossen. 15. Februar 1942 Van Ghent 0 Der niederländische Zerstörer Van Ghent (1.316 ts) lief nahe Tjilatjap auf das Bamidjo-Riff auf und wurde zum Totalverlust. Die Crew konnte vollständig von dem Zerstörer Banckert gerettet werden. Das Unglück geschah in den Nachtstunden, vermutlich weil die Besatzung übermüdet war. 18. Februar 1942 Truxtun und Pollux 203 Vor der Küste Neufundlands kam ein aus dem Versorgungsschiff Pollux (7.350 BRT) und zwei Zerstörern bestehender amerikanischer Geleitzug in einem Schneesturm vom Kurs ab und geriet nahe der Placentiabucht auf Grund. Der Versorger und der Zerstörer Truxtun (1.215 ts) strandeten an der Steilküste und wurden vom Seegang zerschlagen. Insgesamt starben dabei 203 amerikanische Seeleute, davon 110 Angehörige der Zerstörercrew und 93 Mitglieder der Besatzung des Versorgers. 183 Menschen konnten von Anwohnern des nahen Fischerdorfes St. Lawrence mit an Tauen befestigten Stühlen von den Felsen abgeborgen und gerettet werden. 23. März 1942 Lanciere und Scirocco 460 Auf dem Rückmarsch von der zweiten Schlacht im Golf von Syrte gerieten die beiden italienischen Zerstörer Lanciere (1.620 ts) und Scirocco (1.430 ts) südöstlich von Sizilien in einen schweren Sturm. Nach dem Ausfall der MaschinenWhitley, Mike J.: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Technik, Klassen, Typen. Motorbuchverlag, Stuttgart 1991, S. 161. kenterten beide Schiffe in meterhohen Wellen und sankenhttps://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/42-03.htm. Insgesamt 460 Seeleute (226 an Bord der Lanciere und 234 an Bord der Scirocco) fanden hierbei den Tod. Lediglich sieben Überlebende wurden am nachfolgenden Tag von Seeflugzeugen gerettet. 1. Mai 1942 Punjabi 49 Während der Sicherung des alliierten Nordmeergeleitzuges PQ 15 rammte in dichtem Nebel das britische Schlachtschiff King George V den Zickzackkurse fahrenden Zerstörer Punjabi (1.854 ts), welcher in zwei Teile zerbrach und sank. Mit dem Schiff gingen 49 Seeleute unter. 209 Crewmitglieder des Zerstörers konnten gerettet werden. Durch die Kollision wurde auch das Schlachtschiff stark am Bug und an der Rumpfunterseite beschädigt, da die in der abgerissenen Hecksektion des Zerstörers gelagerten Wasserbomben unter dem Schiff explodierten. 6. August 1942 U 612 2 Das deutsche U-Boot U 612 (769 ts) sank nahe Gotenhafen nach einer Kollision mit dem deutschen U-Boot U 444. Beide Boote stießen während einer Ausbildungsfahrt zusammen. Zwei Mann der Besatzung von U 612 kamen dabei ums Leben, 43 Mann wurden von U 444 gerettet. Das gesunkene Boot wurde später wieder gehoben und erneut in Dienst genommen. 22. August 1942 Ingraham 218 Bei der Sicherung des Geleitzuges AT-20 kollidierte der amerikanische Zerstörer Ingraham (1.839 ts) vor Nova Scotia mit dem amerikanischen Tanker Chemung. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes herrschte dichter Nebel. Der Zerstörer sank nach der Kollision sofort und riss 218 Besatzungsangehörige mit in die Tiefe. Nur zehn Seeleute wurden gerettet. 2. September 1942 U 222 42 In der Ostsee, westlich von Pillau, stießen während einer Ausbildungsmission die beiden deutschen U-Boote U 222 (769 ts) und U 626 in der Dunkelheit zusammen. U 222 sank innerhalb weniger Minuten, wobei 42 Crewangehörige ums Leben kamen. Nur drei Überlebende konnten von U 626, das erheblich beschädigt später in den Hafen von Pillau zurückkehren konnte, gerettet werden. 26. September 1942 I-33 33 In der Lagune des Atolls Truk sank der japanische U-Kreuzer I 33 (2.584 ts) infolge eines Wassereinbruchs. Bei dem Versuch, den Bug des Bootes im Kontext von Reparaturarbeiten anzuheben durch die kontrollierte Flutung von Ballasttanks im Achterschiff – um Technikern einen besseren Zugang zu einem der Torpedorohre zu ermöglichen –, brachen die Vertäuungen und die hieraus resultierende Schaukelbewegung drückte das Vorschiff unter Wasser. Die Folge war ein unkontrollierbarer Wassereinbruch durch das (offenstehende) Torpedorohr, der I-33 in nur zwei Minuten zum Sinken brachte, wobei 33 Seeleute ertranken. I 33 wurde im Dezember 1942 gehoben und wieder in Dienst gestellt. Siehe zu diesem U-Boot auch den Eintrag vom 13. Juni 1944. 2. Oktober 1942 Curacoa 338 Während einer Geleitschutz-Mission im Nordatlantik, etwa 60 Seemeilen nordwestlich von Irland, wurde der Zickzackkurse fahrende britische Flugabwehrkreuzer Curacoa (4.850 ts) von dem mit hoher Fahrt (28 Knoten) marschierenden britischen Luxusliner Queen Mary gerammt und zerbrach in zwei Teile. Mit dem Kreuzer gingen 338 Seeleute unter. Nur 26 Überlebende, darunter der Kommandant, wurden von anderen Geleitfahrzeugen gerettet. Der Luxusliner unternahm wegen der Bedrohung durch U-Boote keinen Rettungsversuch. 22. November 1942 Sokrushitelny 35 Während einer Sicherungsmission für den von Murmansk nach Island laufenden alliierten Geleitzuges QP 15 verlor der sowjetische Zerstörer Sokrushitelny (1.635 ts) in der Barentssee in einem schweren Sturm am 21. November 1942 den Bug. Das beschädigte Schiff sank am nachfolgenden Tag. 35 Seeleute kamen dabei ums Leben. Der Großteil der Besatzung, insgesamt wurden 187 Seeleute gerettet, wurde von drei anderen sowjetischen Zerstörern aufgenommenhttps://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/42-11.htm. 30. November 1942 Uckermark und Thor 54 Im Hafen von Yokohama explodierte aus nicht genau geklärten Gründen (Funkenflug durch Schweißarbeiten?) ein Ladetank an Bord des deutschen Tank- und Versorgungsschiffes Uckermark (10.698 BRT). Die Explosion war so heftig, dass auch der neben dem Schiff liegende deutsche Hilfskreuzer Thor (3.862 BRT) völlig zerstört wurde. Beide Schiffe wurden zum Totalverlust. Durch die Explosion und Brände kamen insgesamt 54 Menschen ums Leben, darunter 13 an Bord der Thor. 12. Dezember 1942 C. J. Barkdull 58 Im Nordatlantik, vermutlich etwa 100 Seemeilen östlich von Halifax