Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der kolumbianischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Die Kolumbianer nahmen bisher sieben Mal an Weltmeisterschaften teil. Das beste Abschneiden ist das Erreichen des Viertelfinales 2014, in dem sie gegen Gastgeber Brasilien ausschieden, aber mit James Rodríguez den Torschützenkönig stellten. Nachdem die WM 2022 verpasst wurde, konnte sich die Mannschaft für 2026 wieder qualifizieren.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB). Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1934 Italien nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1938Frankreich zurückgezogen 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht teilgenommen 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Paraguay gescheitert 1962 Chile Vorrunde Uruguay, UdSSR, Jugoslawien 14. Das 4:4 gegen die Sowjetunion ist das torreichste Remis innerhalb der normalen Spielzeit. 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Chile gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Brasilien gescheitert 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Uruguay gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Brasilien gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Peru gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Argentinien gescheitert 1990 Italien Achtelfinale Kamerun 14. Niederlage in der Verlängerung 1994 USA Vorrunde Rumänien, USA, Schweiz 19. Kolumbien schied als Gruppenletzter aus. Andrés Escobar, Schütze eines Eigentores gegen die USA, wurde kurz danach vor einer Bar in Medellín erschossen. 1998 Frankreich VorrundeRumänien, Tunesien, England 21. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation belegte Kolumbien nur den 6. Platz. Die ersten Vier, darunter der spätere Weltmeister Brasilien, qualifizierten sich direkt, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Australien. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Kolumbien wieder nur den 6. Platz. Die ersten Vier qualifizierten sich direkt, Uruguay als Fünfter scheiterte diesmal in den Play-offs gegen Australien. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Kolumbien nur den 7. Platz. Die ersten Vier qualifizierten sich direkt, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Costa Rica. 2014 Brasilien Viertelfinale Brasilien 5. In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften (außer Brasilien) ausgetragen wurde, qualifizierte sich Kolumbien am 11. Oktober 2013 durch ein 3:3 gegen Chile vorzeitig. Nach drei Siegen in der Gruppenphase schlug Kolumbien Uruguay im Achtelfinale mit 2:0, verlor allerdings im Viertelfinale mit 1:2 gegen Brasilien. 2018 Russland Achtelfinale England 9. In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, qualifizierte sich Kolumbien als Viertplatzierter, noch vor Peru, welches in die Play-offs musste. Nach zwei Siegen und einer Niederlage in der Gruppenphase unterlag Kolumbien England im Achtelfinale mit 4:5 nach Elfmeterschießen. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Kolumbien nur den 6. Platz. Die ersten Vier qualifizierten sich direkt, die fünfte Mannschaft spielt im interkontinentalen Play-off gegen Neuseeland. 2026 Kanada, Mexiko und USA AchtelfinaleSchweiz 10. In der im September 2023 begonnenen Qualifikation traten wieder alle zehn CONMEBOL-Mitglieder in Hin- und Rückspielen gegeneinander an. Die sechs bestplatzierten Mannschaften qualifizierten sich direkt für die WM-Endrunde 2026. Der Siebtplatzierte nahm als südamerikanischer Teilnehmer am WM-Play-off-Turnier im März 2026 teil und scheiterte dort. Kolumbien qualifizierte sich als Dritter.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der kolumbianischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Teilnahmeverzicht: 5× (21,7 %; 1930 bis 1954) Nicht qualifiziert: 11× (47,8 %; 1958, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 2002, 2006, 2010 und 2022) Sportliche Qualifikation: 7× (30,4 % bzw. bei 38,9 % der Versuche) Vorrunde: 3× (13,0 %; 1962, 1994 und 1998) Achtelfinale: 3× (13,0 %; 1990, 2018 und 2026) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 2014)

Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1954 Die Federación Colombiana de Fútbol wurde zwar bereits 1924 gegründet, trat aber erst 1936 der FIFA bei und konnte so nicht an den ersten beiden WM-Turnieren teilnehmen. Für 1938 hatte Kolumbien zwar zunächst gemeldet, verzichtete dann aber wie Costa Rica, Mexiko, El Salvador und Niederländisch-Guayana, die ihnen zugelost worden waren. Für 1950 und 1954 erfolgte keine Anmeldung.

1958 in Schweden Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 wollte sich die kolumbianische Mannschaft dann erstmals qualifizieren und musste gegen Paraguay und Uruguay antreten. Am 16. Juli 1957 bestritten die Kolumbianer in Bogotá ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und erreichten gegen Uruguay ein 1:1. Bei diesem Punkt blieb es, denn die anderen drei Spiele wurden verloren, so dass Kolumbien sich als Gruppendritter nicht qualifizieren konnte.

1962 in Chile Besser lief es vier Jahre später in der Qualifikation für die WM in Chile. Am 30. April 1961 gelang mit einem 1:0 gegen Peru in Bogotá der erste Sieg in einem WM-Qualifikationsspiel. Ein 1:1 im Rückspiel in Lima reichte für die erste WM-Teilnahme.

In Chile trafen die vom Argentinier Adolfo Pedernera trainierten Kolumbianer am 30. Mai 1962 in ihrem ersten WM-Spiel auf Ex-Weltmeister Uruguay und verloren mit 1:2. Es ist bis heute das letzte Vorrundenspiel zwischen zwei südamerikanischen Mannschaften bei einer WM. Im zweiten WM-Spiel erkämpften sie ein 4:4 gegen die Sowjetunion, neben dem 4:4 n. V. zwischen England und Belgien bei der WM 1954 das bis heute torreichste Unentschieden bei einer WM und das einzige Länderspiel, in dem der sowjetische Torhüter Lew Jaschin vier Tore hinnehmen musste.rsssf.org: „Lev Ivanovich Yashin - International Appearances“ Das letzte Gruppenspiel gegen Jugoslawien ging dann mit 0:5 verloren und als Gruppenletzter verabschiedeten sich die Kolumbianer für 28 Jahre von der WM-Bühne. In die ewige Rangliste stiegen die Kolumbianer als bester Turnierneuling auf Platz 25 ein.

1966 in England Für die WM in England musste sich Kolumbien in einer Gruppe mit Ecuador und Chile qualifizieren. Kolumbien konnte nur das Heimspiel in Barranquilla gegen Chile gewinnen, verlor aber die drei anderen Spiele und schied als Gruppendritter aus. Chile und Ecuador machten den Startplatz bei der WM in einem Entscheidungsspiel unter sich aus, das Chile zu seinen Gunsten entschied. In der ewigen Rangliste wurden sie durch die beiden Überraschungsneulinge Portugal und Nordkorea auf Platz 27 verdrängt.

1970 in Mexiko

Erneut konnten sich die Kolumbianer nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit Brasilien, Paraguay und Venezuela belegte Kolumbien nur den dritten Platz, der nicht zur Qualifikation reichte. Dabei wurde nur das Heimspiel gegen Venezuela gewonnen und in Venezuela ein Unentschieden erreicht. Gegen Brasilien und Paraguay wurden alle Spiele verloren. In der ewigen Rangliste verlor Kolumbien fünf Plätze und fiel aus den Top-30.

1974 in der Bundesrepublik Deutschland

In der Qualifikation zur WM 1974 in der BRD musste Kolumbien gegen Uruguay und Ecuador antreten. Am Ende waren Uruguay und Kolumbien zwar punktgleich, die Uruguayer hatten aber die bessere Tordifferenz, so dass für Kolumbien nur der undankbare zweite Platz blieb, obwohl sie gegen Uruguay nicht verloren und in Uruguay sogar gewonnen hatten. Aber zwei Remisspiele gegen Ecuador waren dann für die Punktausbeute zu wenig. In der ewigen Rangliste verlor Kolumbien wieder fünf Plätze.

1978 in Argentinien

Für die vierte WM in Südamerika konnten sich neben Gastgeber Argentinien nur noch zwei weitere südamerikanische Mannschaften qualifizieren. Die Qualifikation um die beiden Plätze wurde in zwei Runden gespielt, aber Kolumbien schied bereits in der ersten Runde gegen Brasilien und Paraguay aus und konnte lediglich gegen Paraguay zwei Remis erreichen, verlor aber beide Spiele gegen den Rekordweltmeister.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien

In der Qualifikation für die WM in Spanien konnte sich Kolumbien nicht gegen Peru und Uruguay durchsetzen. Beide Heimspiele endeten nur remis und die Auswärtsspiele wurden verloren, so dass am Ende Peru die Nase vorn hatte, bei der WM aber in der Gruppenphase ausschied und sich danach erst wieder für die WM 2018 qualifizieren konnte. In der ewigen Rangliste verlor Kolumbien vier Plätze und fiel aus den Top-40.

1986 in Mexiko

Eigentlich war Kolumbien für die WM 1986 als Gastgeber qualifiziert, da aber Kolumbien die Auflagen der FIFA nicht erfüllen konnte, wurde 1983 von der FIFA Mexiko zum neuen Austragungsort bestimmt und Kolumbien musste in die Qualifikation. Die Qualifikation wurde über zwei Runden geführt, wobei sich die drei Gruppensieger direkt qualifizierten. Vier weitere Mannschaften spielten den vierten Startplatz aus. Zu diesen gehörte Kolumbien, das in der Gruppenphase in einer Vierergruppe hinter Argentinien und Peru nur Platz 3 belegt hatte. In der zweiten Runde scheiterten sie dann an Paraguay.

1990 in Italien Für die zweite WM in Italien war Kolumbien in eine Qualifikationsgruppe mit Paraguay und Ecuador gelost worden. Mit einem Punkt Vorsprung setzte sich Kolumbien gegen Paraguay durch. Als schlechtester Gruppensieger musste Kolumbien aber noch gegen den Ozeanien-Sieger antreten. Dies war Israel und nach einem 1:0 im Heimspiel und einem 0:0 im Rückspiel, konnte Kolumbien zum zweiten Mal an der WM-Endrunde teilnehmen.

In Italien kamen die von Francisco Maturana trainierten Kolumbianer im ersten Gruppenspiel zu ihrem ersten WM-Sieg: Gegen WM-Neuling Vereinigte Arabische Emirate wurde mit 2:0 gewonnen. Im zweiten Spiel unterlagen sie dann aber mit 0:1 gegen Jugoslawien. Im letzten Gruppenspiel gegen den späteren Weltmeister Deutschland hielten sie lange ein 0:0, mussten dann aber in der 88. Minute das 0:1 hinnehmen. Nahezu postwendend gelang ihnen aber in der zweiten Minute der Nachspielzeit der Ausgleich,youtube.com: WM 90 Deutschland - Kolumbien 1-1 so dass sie als bester Gruppendritter ins Achtelfinale einzogen. Dort trafen sie auf die Überraschungsmannschaft aus Kamerun, die im Eröffnungsspiel Titelverteidiger Argentinien besiegt hatte. Nach torlosen 90 Minuten ging es zum ersten Mal für die Kolumbianer bei einer WM in die Verlängerung. In dieser erzielte der 38-jährige Roger Milla zwei Tore für die Afrikaner. Das Tor zum 1:2 durch Bernardo Redín reichte nicht, um das Spiel noch einmal zu drehen. Kamerun stand damit als erste afrikanische Mannschaft in einem WM-Viertelfinale, verlor dort aber gegen England in der Verlängerung. Kolumbien hatte immerhin erstmals die Vorrunde überstanden und gegen den späteren Weltmeister Deutschland nicht verloren. In der ewigen Rangliste verbesserten sich die Kolumbianer und kehrten in die Top-40 zurück.

1994 in den Vereinigten Staaten