Auguste Maria Clara Schmidt, verheiratet Auguste Baum, (* 28. September 1807 in Weimar;entsprechend Taufeintrag Hofkirche. Bei WeGA 8. September und 8. November, jeweils 1808, bei Ludwig Eisenberg 8. November 1808. † 12. März 1875 ebenda)laut WeGA war eine deutsche Schauspielerin, Opernsängerin (Sopran) und Harfenspielerin, die nach 1835 als Madame Baum auftrat.Hinweis auf A b b i l d u n g zusammen mit dem Schauspieler Eduard Franz Genast in Geschichte des Weimarer Theaters von seinen Anfängen bis heute. S. 282, Verzeichnis der Abbildungen mini|hochkant|Hofkirche mit Taufbecken
Leben mini|hochkant|Das alte Hoftheater vor dem Brand von 1825 mini|hochkant|Hoftheater vor 1907 Maria Schmidt war das einzige Kind des Weimarer Hofmusikus Carl Schmidt (* 1777 in Tannroda, † 1858 in Weimar) und Enkeltochter von Johann Nicolaus Ambrosius,entsprechend Kirchenbuch Hofkirche ebenfalls Hofmusikus in Weimar.Neuer Nekrolog der Deutschen von Friedrich August Schmidt, S. 174. sowie Briefkontakt mit Goethe Ihre musikalische Ausbildung (Klavier, Harfe, Gesang) erhielt Maria Schmidt bei ihrem Vater, dem ersten Fagottisten der Weimarer Hofkapelle, sowie dem Kammersänger Karl Melchior Jakob Moltke (Tenor, 1783–1831), Mitglied des sogenannten Weimarer Quartetts.
Bereits 1822 hatte Maria Schmidt einen Auftritt als Harfen-Solistin.Allgemeine Musikalische Zeitung, 24. Jahrgang, August 1822, S. 576–577. bei Google Books 1823 debütierte sie am Hoftheater als Ännchen in Der Freischütz von Carl Maria von Weber (1786–1826) und sang 1824 die Hauptrolle Euryanthe in der Weimarer Erstaufführung der gleichnamigen Weber-Oper. 1835 heiratete Maria Schmidt den „Kaufmann Baum“ und debütierte in Weimar unter ihrem neuen Namen mit der Rolle der Zerline in Fra Diavolo von Daniel-François-Esprit Auber (1782–1872) als „Madame Baum“.Organ für Autographensammler und Autographenhändler Es folgten Engagements in Hannover, Oldenburg (Oldenburg) und Dessau, wo sie 1836/37 unter der Leitung des Schauspielers und Entertainers Heinrich Eduard Bethmann auftrat.
Bis zu ihrer Pensionierung 1858 war sie wieder in Weimar auf der Bühne und sang dort am 27. Juni ihre Abschiedsvorstellung als Salome in Die Saalnixe nach Ferdinand Kauers (1782–1871) Donauweibchen.Digitales Archiv der Thüringischen Staatsarchive Für das auf dem abgebildeten Theaterzettel mit aufgeführte „Frl. Baum“ in der Rolle der Hulda, die Saalnixe, finden sich Hinweise auf die von Milde ausgebildete Schauspielerin und Sängerin (Sopran) Melanie Baum, 1856 Debüt am Weimarer Hoftheater,Berliner Musikzeitung S. 351., Neue Zeitschrift für Musik S. 258., A. Heinrich’s deutscher Bühnen-Almanach S. 373–377. Neue Zeitschrift für Musik S. 41., Staatshandbuch von 1859, S. 70–71., Neue Zeitschrift für Musik S. 192. Genast Tagebuch S. 289. Liszts Erinnerungen S. 110. jedoch keine ausreichende Textstelle dafür, dass es sich um eine Tochter von Maria (Schmidt-)Baum handelt. mini|hochkant|Abschiedsvorstellung 1858
Bühnenrollen (Auswahl) Ännchen in Der Freischütz von Carl Maria von Weber Euryanthe in Euryanthe von Carl Maria von Weber Zerline in Fra Diavolo von Daniel-François-Esprit Auber Zerline in Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart Konstanze in Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart Rosina in Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini Madeleine in Der Postillon von Lonjumeau von Adolphe Adam Salome in Die Saalnixe nach Karl Friedrich Henslers Donauweibchen von Christian August Vulpius, Musik von Ferdinand Kauer
Rezeption Insbesondere Ludwig Eisenberg beschreibt Maria Schmidt als besonders vielseitige Künstlerin: ihre schöne, kunstvoll vorgetragene Sopran-Stimme, geeignet für die großen Rollen des Koloraturfachs, ihr in jungen Jahren gewandtes Spiel in den jugendlich-naiven Partien, in späteren Jahren den ausdrucksstarken Gesang in tragischen Rollen. Aber auch als sogenannte „komische Alte“ begeisterte sie später das Publikum, und ihre Konzerte als virtuose Harfen-Solistin fanden große Bewunderung. Goethe widmete ihr das Gedicht An die Schauspielerin Marie Schmidt:Sämtliche Werke, Band 36, Verlag G. Müller, 1823, S. 336 Das holde Tal hat schon die Sonne wieder Mit Frühlingsblüt' und -blumen angefüllt, Die Nachtigall singt immer neue Lieder Dem Hochgefühl, das ihr entgegenquillt; Erfreue dich der gottverliehnen Gaben! Froh, wie er dich erschuf, will er dich haben.
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 896, (). Maria Schmidt. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 9, Herausgeber Rudolf Vierhaus, Verlag Walter de Gruyter, 2008, ISBN 978-3-11-096502-5, S. 49, auch: Google Books
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Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Opernsänger Kategorie:Sopran Kategorie:Darstellender Künstler (Weimar) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1807 Kategorie:Gestorben 1875 Kategorie:Frau