Die Liste der Landeshauptleute Tirols zeigt die Tiroler Funktionsträger vom 14. Jahrhundert bis heute auf.

Diese Liste behandelt die Personen, die an der Spitze der Landesverwaltung bzw. -regierung standen, d. h. im Rang gleich nach dem Herrscher (Landesfürsten) kamen, oder Chef der jeweiligen Behörde waren. Der Name und die jeweilige Aufgabe bzw. Befugnis wechselte: Burggraf (nur für Hoheitsbereich der Burg Tirol, heute Burggrafenamt), (Landes-)Hauptmann mit militärischen, juristischen und tlw. auch finanztechnischen Aufgaben, Gouverneur, Statthalter, bayrische Hofkommissare, Landeshauptmann (zeitweise nur als Stellvertreter des Landeschefs), Gauleiter/Reichsstatthalter, Hochkommissare (nach 1945) und Landeshauptmann (der Republik Österreich).

Der Landeshauptmann (LH) war ursprünglich ein landesfürstlicher Funktionsträger, dem erst allmählich Aufgaben innerhalb der Tiroler Landstände zuwuchsen. Der erste Landeshauptmann als Stellvertreter des Landesfürsten wurde 1314 und 1316 von Herzog Heinrich von Kärnten eingesetzt. Aber erst Ludwig der Brandenburger schuf um 1340 die Institution Landeshauptmannschaft. Unter Rudolf IV. verlor der „Hauptmann unserer Grafschaft zu Tirol, des Landes an der Etsch und im Inntal“ die Leitung der Finanzverwaltung. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts lässt sich das Amt des Hauptmanns an der Etsch nachweisen, der später auch die Funktion eines Burggrafen von Tirol übernehmen sollte. Die Hauptaufgaben waren die Vertretung des Landesherren bei dessen Abwesenheit und die militärische Führung der Landesverteidigung. Der Sitz blieb lange Zeit in Bozen, erst ab ca. 1720 war es Innsbruck, der Stellvertreter blieb weiterhin in Bozen. Nachdem Tirol endgültig zu Österreich gekommen war, wurde die Reformen analog zu allen anderen Ländern des Habsburgerreiches durchgeführt. So war von 1774 bis 1860 der Gouverneur bzw. Statthalter zugleich Landeshauptmann. Ab 1860/61 war der Landeshauptmann Vorsitzender des Landtages und zugleich Mitglied und Chef des Tiroler Landesausschusses.

Die Aufstellung folgt, mit Korrekturen, P. Justinian Ladurner, Die Landeshauptleute von Tirol (1865).

Zu Südtirol (nach 1945) siehe: Liste der Landeshauptleute Südtirols

Burggrafen von Tirol Das Amt des Burggrafen von Tirol beginnt unter Graf Albert II. von Tirol mit einem 1163 und 1183 genannten Chunradus prefectus urbis de Tyrolis. Ein burggravius noster ist 1233 in einem Dokument Graf Alberts III. bezeugt. Seine Aufgaben bezogen sich auf die Verwaltung des Steuerwesens, die Ausübung des Richteramtes und der politischen Verwaltung in dem Sprengel der Burg Tirol und des zugehörigen Landgerichtes Meran. Er stand dem Residenzschloss der regierenden Grafen von Tirol vor. Den Burggrafen fiel bisweilen auch der Titel eines Hauptmannes von Tirol zu, so wird Petermann von Schenna in seiner Ernennungsurkunde als „hauptmann und purggraf zu Tyrol“ bezeichnet.Werner Köfler, 1985, S. 489–490.

Hauptmänner, Hauptleute und Burggrafen 1257–1341 Hauptmänner, Hauptleute und Burggrafen unter den Meinhardinern 1257–1335 (bzw. 1361) und dem Luxemburger 1335–1341

Als Burggrafen sind seit der Regierungszeit von Meinhard II. nachgewiesen

Jakob 1290 Konrad Gandner 1292 Bertold Gruber 1303 Ulrich von Cordo (auch: Coredo) 1314; war 1289/1300 capitaneus tridentinusE. H. von Ried: Über Vinschgauer Geschlechter des Namens von Galsaun. 1. Walther von Galsaun und seine Nachkommen. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Band 3_56, 1912, S. 3 ().Claudia Feller: Das Rechnungsbuch Heinrichs von Rottenburg: ein Zeugnis adeliger Herrschaft. Böhlau 2010, S. 26 (books.google). Albert/Albrecht von Camian (und Forst) († 1335/36), 1324, unehelicher Sohn Graf Meinhards II. Heinrich von Annenberg 1325 (= Heinrich von Partschins, Heinrich vom Thurm zu Meran und Partschins, Heinrich Tolde von Meran) (→ Schloss Annenberg) Konrad Arberger 1330 Volkmar von Burgstall 1330–1340 Konrad von Schenna 1341, auch Landeshauptmann Petermann von Schenna († 1369), 1346–1369, auch (Landes)hauptmann Hans von Starkenberg 1370, Verwalter Ulrich Magnus/Magus, Ritter 1372Siegfried Krezdorn, Fritz Steinegger: Burg Klamm in Tirol. Univ.-Verlag Wagner, 1979 (books.google).Christian Lackner (Hrsg.): Die Regesten der Herzoge von Österreich (1371–1375). Böhlau 2010, S. 164 (books.google). Heinrich der Friedinger 1380–1388 Johann der Jedenspeuger (Jedenspeigen), auch Idunspeugen 1388–1394 Siegmund von Flednitz/Fladnitz 1396 Friedrich von Flednitz/Fladnitz 1402, (derselbe wohl 1408–1412 Landeshauptmann der Steiermark) Michael von Wolkenstein 1406 Ekkehard von Villanders 1411 Georg von Villanders 1412 Konrad Hartenfelder 1415 Hans von Königsberg 1420–1432 Konrad Hartenfelder 1434 Ulrich von Weißpriach 1437 Wolfart Fuchs 1443 Parzival von Annenberg 1447, auch Landeshauptmann Graf Eberhard von Kirchberg 1457 Christoph Botsch 1460, auch Landeshauptmann

Seit Christoph Botsch ist das Amt des Burggrafen mit dem des Hauptmanns an der Etsch bzw. dem Amt des Landeshauptmanns verbunden. Seit dieser Zeit wird das Amt des Burggrafen nicht mehr persönlich geführt, sondern es wird ein Unterhauptmann auf Schloss Tirol als ständiger Vertreter eingesetzt.

Hauptmänner, Hauptleute und Burggrafen der Grafschaft Tirol (1341 bis 1363) Hauptmänner, Hauptleute und Burggrafen unter den Wittelsbachern 1341–1363.

Konrad von Schenna, Oktober 1343 als Landeshauptmann und Burggraf von Tirol genannt – St. Valentin 14. Februar 1346 Engelmar von Villanders, 1346 – April 1347, nach Aufstand abgesetzt und hingerichtetRoschmann 63 Konrad IV. Herzog von Teck 16. Mai 1348 – 4. September 1352 (von schwäbischen Adeligen ermordet), siehe Stammlistesiehe Roschmann 64 Petermann von Schenna, 21. November 1352 hauptmann und purgraf zu Tyrol, s. Burg Schlossberg (Seefeld in Tirol), nur Burggraf auf Schloss Tirol Albrecht von Wolfstein, 3. Februar 1353 – 10. Dezember 1354 und noch länger? Heinrich von Bopfingen, 1354 – 1359/60 Konrad II. von Fraunberg Conrad von Frauenberg, 6. November 1359 – September 1361? Landeshauptmann und Burggraf Ulrich IV. Vogt von Matsch (1349–1402), Diepolt Häl und Heinrich von Bopfingen, 1362 Hauptleute und Pfleger der Herrschaft zu Tirol,Häl und Bopfingen werden abberufen und Heinrich von Rottenburg 1. Juni 1362 ernannt, gemeinsam mit Ulrich IV. Vogt von Matsch (Ulrich der Jüngere) am 1. Juni 1362 ernannt, am 30. Januar 1363 von Margarete Maultasch bestätigt – im September 1363 von Rudolf IV. abgesetzt, → MatschKronprinzenwerk, Band 13, S. 149 (KPW 149).

Stellvertreter (1341 bis 1363) Friedrich Mautner, aus Bayern, Verwalter vor 1346 Swicker von Gundelfingen, aus Bayern, Verwalter vor 1346 Ludwig auf dem Stein, 30. April 1349 – 1350, als Verwalter (Vertreter?) (nach Burg Stein in Baden im Aargau) Marquart der Lotterbeck, ab 27. März 1350 als Vertreter für Ludwig auf dem Stein, wenn dieser abwesend war

Landeshauptmänner und Burggrafen der Grafschaft Tirol (1363 bis 1490) (habsburgisch) Grafen von Tirol und Regenten des österreichischen Teillandes Tirol/„Oberösterreich“ (nicht das heutige, das war Österreich ob der Enns)

Berchtold von Gufidaun, 13. Dezember 1363 – 28. August 1371 Heidenreich von Meissau 1367 und 1368 als LH genannt; ab 1356 Oberster Schenk von Österreich; 1368–1376 und wieder 1378–80/81 Landmarschall von Niederösterreich Rudolph IV. Graf von Habsburg-Laufenburg, Freitag vor Urbani 1373 genanntEiner der letzten der Laufenburger, zu der Zeit schon als Söldner unterwegs. Heinrich V. von Rottenburg, s. Rottenburg 24. Februar 1374 – 1400 Heinrich VI. von Rottenburg, 1400 – mindestens 6. April 1404 Peter von Spaur, Michaeli 29. September 1404 – 2. Mai 1406 Heinrich VI. von Rottenburg 20. September 1406 – 28. Januar 1408 Leonhard von Lebenberg, St. Luzia 13. Dezember 1408 – 27. Dezember 1409 Heinrich VI. von Rottenburg (2. Amtszeit) 3. März 1409 – April 1409 Ulrich VII. Vogt von Matsch (1396–1431), Lorenzi 1410 – September 1411 Peter von Spaur 10. Januar 1412 – 6. Mai 1416 Wilhelm Vogt von Matsch, Graf zu Kirchberg, 29. September 1417 – 25. April 1428J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 32: Sonntag nach Georgi 14281422: Hawbtmann an der Etsch vnd des Bystumbes zu Triendt (books.google.at). Ulrich VII. Vogt von Matsch, der jüngere Graf zu Kirchberg, 8. Mai 1429J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 32: Sonntag nach Christi Himmelfahrt – 1431 Ulrich VIII. Vogt von Matsch (1396–1461), Landeshauptmann von Tirol 1431 – 1448, 1446–1448 zugleich Hofmeister Percival/Parzival von Annenberg, 15. April 1449 – mindestens 31. Mai 1456Johannes Helmrath, Thomas Woelki (Hrsg.): Acta Cusana. Quellen zur Lebensgeschichte des Nikolaus von Kues. Band II, Lieferung 4. Felix Meiner Verlag, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-3344-8, S. 1261–1252, Nr. 481., LH und Burggraf zu Tirol Oswald Sebner von Reifenstein, 29. September 1457J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 32: Michaeli 1457 – 1. Mai 1460 abgesetzt; vorher seit April 1449 Verweser des LH Christoph Botsch, 18. Juli 1460 – ca. 10. März 1471J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 33: Sonntag Reminiscere 1471, LH und Burggraf von Tirol

Von nun an sind alle Landeshauptleute zugleich auch Burggrafen zu Tirol. Ulrich IX. Graf von Kirchberg und Matsch (1419–1489), um 10. März 1471„um den 10. März 1471“ bei Ladurner, Die Vögte von Matsch, 1871 bis 1873; „6. Dez. 1471“ bei J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 33: Nicolai – 1476/1475? Christoph Botsch (2. Amtszeit), März 14761476 März 20: ritter Cristoff Botsch, haubtman an der Etsch und burkgraf zu Tirol, bei Hannes Obermair: . Band 2. Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 165 Nr. 1165. – 4. Juli 1478J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 33f: Mondtag nach Ulrich Vogt von Matsch Gaudenz, Graf zu Kirchberg (um 1436–1504), 30. Juni 1478 – 18. April 1482 abgesetzt Jörg Häl von Maienburg (?–19. Juli 1483), 1482 – 19. Juli 1478 Degen Fuchs von Fuchsberg St. Lucientag 13. Dez. 1483 – ?, wenige Monate Victor von Thun († 15. August 1487), 6. September 1484J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 34: Mondtag nach St. Gilgentag 1484 – 4. Mai 1486J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 34: Christi-Himmelfahrtstage 1486 oder 15. August 1487laut seines Epitaphs in der Pfarrkirche Meran St. Nikolaus (Meran) Verwalter?

Stellvertreter (1363 bis 1490) Jörg von Annenberg, April 1409? – 1410, LH-Verwalter Franz von Greifenstein, Juni 1420 genannt, Stellvertreter Oswald Sebner von Reifenstein, 16. April 1456 bis Michaeli 29. September 1457 Verweser des LH, dann wirkl. LH Hans von Annenberg, 1470 als Verwalter Jörg von Annenberg, St. Ulrich 1475 – April 1476, als Verwalter, s. Schloss Annenberg Burkart von Knöringen, Mai 1478? bis 1478J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 34: von Sonntag Jubilate 1478, am Samstag vor Margreten und am Erchtag nach Augustini 1478 als Verwalter Hans von Griesingen (Hans Griesinger), Pfleger zu Kastelbell, Januar 1479Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 170 Nr. 1183. – Mai? 1482J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 34: am Pfinztag nach Quasi modo (Quasimodogeniti = 1. Sonntag nach Ostern) 1482, als Verweser, abgesetzt Jörg von Annenberg (2. Amtszeit), 19. Juli 1483 – Freitag nach St. Lucientag 1483, zum zweiten Mal als Verwalter Jörg von Annenberg (3. Amtszeit), Mai/Juni 1483J. Ladurner, Landeshauptleute, 1865, S. 34: Freitag vor Cantate (= 4. Sonntag nach Ostern) = Mai/Juni 1483 – 1484, zum dritten Mal als Verwalter

Landeshauptmänner der (Gefürsteten) Grafschaft Tirol (1490 bis 1748) In manchen Fällen, wie bei Leonhard von Fels oder Johann III. von Trautson kam es zu einer Teilung in den „nominellen“ Landeshauptmann, den ein wirklicher Landeshauptmann vertrat.

Landeshauptmann der (Gefürsteten) Grafschaft Tirol (1490 bis 1618)