mini|Kirchturmruine Landstein Diese Liste führt die Wüstungen im Hochtaunuskreis auf.
Vorbemerkungen: Die Existenz von Wüstungen ist typischerweise durch Nennung in Urkunden oder auf Karten belegt. Das Datum der Ersterwähnung ist daher typischerweise kein Gründungsdatum. Die Gründung erfolgte früher. Noch ungenauer ist die Datierung der Aufgabe der Wüstung. Sofern sich keine Kartenangaben mit dem Hinweis „Wüstung“ finden, ist der Zeitpunkt nur dadurch abzuschätzen, dass der Ortsname ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in Urkunden vorkommt. Auch die Lokalisierung ist meist ungenau. Quellen hierzu sind Flurnamen oder historische Karten. Die angegebenen Geokoordinaten sind daher nicht als exakte Angaben zu verstehen. Ebenfalls typisch ist die Vielfalt an Schreibweisen. Teilweise ist es dadurch nicht möglich, zu beurteilen, ob zwei Namen auch zwei Orte bezeichneten oder dies nur Schreibweisen waren.
Liste der Wüstungen Name(n) Lage Ersterwähnung Letzte Erwähnung Anmerkung Alt-Cratzenbach Cratzenbach (westlich des Ortes) 1579 1579 Es besteht heute noch der Flurname Altcratzenbach Alt-DillingenDillungeTullingenDollingenDullingen Seulberg, südlich des Bahnhofs Friedrichsdorf119216. Jahrhundert Siehe auch Dillingen (Friedrichsdorf) Alt-DornholzhausenHolzesheimDürreholz Dornholzhausen, östlich des heutigen Ortes 14011580 Flurname „Holzesheimer Feld“ Alt-Michelbach= Elderode? Michelbach 1280 15. Jahrhundert 1710/16 neu gegründet. Die Identität mit Elderode ist unklar. Es bestehen Flurnamen „Elde(n)rod“ und in der Gemarkung Eschbach „Elternrod“. Alt-SeelenbergSelderbergSellenbergSuderbergSelenberg Seelenberg12721595 Alt-WernbornBerinburnynBerenbrunnenWernborn1191Flurname „Im alten Wernborn“ Alt-WilhelmsdorfHü(h)nergesäßHunengesesseWilhelmsdorf, neuer Hof 12801669 Flurname „Hühnergesäß“ Auf der Sorge→ siehe Sorge Bizzenbach Wehrheim13101536Angeblich bestand ein Ober-Bizzenbach und ein Unter-Bizzenbach. BreitenbachOberlauken1401um 1450 Dillenbergidentisch mit Veltmarshausen?Oberreifenberg, östlich des Ortes 1675 Keine schriftlichen Erwähnungen. Darstellung auf einer Karte von 1675 als Wüstung. Flurname „Dillenberg“ DittelshainDietelshain u. ä.Schloßborn, nordöstlich des Ortes13. Jahrhundert1566 Flurnamen „Wiesen im Dettelshain“ und „Wiesen im Dittelshain“ und „Dettelhainer Kirchhof“Bethke: Main-Taunus-Land, S. 39–40 als DiezelshainHermin Herr: Lexikon vom hohen Taunus, S. 22–23. Die Waldstücksbezeichnung Kilbskirchenhof (benannt nach dem späteren Besitzer Kilb) soll der Standort des Friedhofs von Dittelshain gewesen sein.Hermin Herr: Lexikon vom hohen Taunus, S. 65 DurchhainDurchhaneDirchhainDorchhainDorckheimRod am Berg, südwestlich des Ortes13981580 DutmannshausenDitmannshausen?Schmitten im Taunus, am oberen Niedbach 1675 Keine schriftlichen Erwähnungen. Darstellung auf einer Karte von 1675 als Wüstung. Flurname „Dutmannswald“ und „Tuttmannswald“ in der Gemarkung Niederreifenberg EichelbachRod an der Weil13351410Siehe Burg Eichelberg (Weilrod) und Eichelbacher Hof Eldenrode→ siehe Alt-Michelbach Faule(n)berg(en)Arnoldshain an der Westseite des Aubachs 1675 Keine schriftlichen Erwähnungen. Darstellung auf einer Karte von 1675 als Wüstung. Bergbausiedlung, mehrfach kartographisch erwähnt. Flurname „Fauleberg“. FinkenhainLaubach (Taunus)11001580 FrankenbrückenFrankinbruckinSchloßborn12261433Flurnamen „Frankenbach“, Frankenlach" und „Frankenlachseck“Bethke: Main-Taunus-Land, S. 66 FronrodeFronroideFrohn röder Schaafhof Kronberg im Taunus 1327 Der heutige Schaafhof.Bethke: Main-Taunus-Land, S. 66 Gattenhofen (identisch mit Gonzenheim?)GoczenhaneGoczenheimOberursel, südwestlich des Bahnhofs13511488Flurnamen „Gattenhöfer Loch“, „Gattenhöfer Mühle“ und „Gattenhöfer Weg“ Geroldsheim?GeroldshainFalkenstein zwischen Ödenröther Weg und Falkensteiner Leimenkautsweg18. JahrhundertDarstellung auf einer Karte des 18. Jahrhunderts, Flurnamen „Geroldsheimer Feld“ Gründorf?Dorfweil am Leistenbach 1675 Keine schriftlichen Erwähnungen. Darstellung auf einer Karte von 1675 als Wüstung. HattsteinZwischen Schmitten im Taunus und Oberreifenberg unterhalb der Burg Hattstein 129415. JahrhundertFrüher befand sich dort auch die Hattsteiner Mühle Hausen Oberursel zwischen Eichwäldchen und Hohemarkstraße140115. Jahrhundert Flurnamen Häuserfeld,- hain, - mühl, -schlag, -mühl Hausen→ siehe Kleinhausen HelbigshainHalbigshainHellwigsheimKronberg im Taunus unterhalb Falkensteiner StockKarte des 18. JahrhundertsFlurnamen „Helbigshain“, „Helbigshainer Weg“, „Helbigshainer Wiesen“Bethke: Main-Taunus-Land, S. 74 HeuchelheimHeuchilheimBad Homburg vor der Höhe östlich des Gotischen Hauses1528Flurnamen Heuchelbach, „Heuchelheimer Feld“, „Heuchelheimer Hohl“, „Heuchelheimer Weg“ HeuchelheimSchloßborn südlich des Ortes nahe dem SilberbachFlurname Heuchelheim HinterweilScanwillaHinderwilenDorfweil am unteren AubachAnfang 13. Jahrhundert1401 HolzbergKransberg1275Dreißigjähriger Krieg KleinhausenWenigenhausenWenigenhusenHausen-Arnsbach12741404 LandsteinAltweilnau13501556 Lippenhain(e)Gemünden, südlich des Ortes14741615 Flurnamen „Lippenhainer Feld“ und „Lippenhain“ in der Gemarkung Grävenwiesbach und Rod an der Weil LubrechtsbornLiebrechtsbornRuprechtsbornSchloßborn1433Bethke: Main-Taunus-Land, S. 119 Mittelstedten Oberursel, nordöstlich des Ortes1303um 1600Flurnamen „Mittelstedter Feld“, „Mittelstedter Gericht“ und „Mittelstedter Linde“ (Naturdenkmal), auf hochtaunuskreis.deMolnhusenMühlhausenSchloßborn, südlich des Ortes1453 Flurnamen „Im Moellese“, „Mühleser Berg“, „Mühlhauserberg“ und „Müllersberg“NeidhausenNithusenSchloßborn an der Grenze zu Kröftel1433Flurnamen „Neitzer(wiesen)hag“, „Neidhäuser Heid“ in der Gemarkung Kröftel NiederbommersheimBommersheim nahe der Autobahn12351438Das heutige Bommersheim wurde damals als Oberbommersheim bezeichnet. Flurnamen „In Niederbommersheim“, „Niederbommersheimer Feld“ NiederholzburgUnterholzburgHulzberg nahe Kransberg, aber auf Wehrheimer Gemarkung vor 11941316 Flurnamen Holzbach, Holzberg und Holzburg;Wüst gefallene Niederungsburg. Die Niederholzburg, eher Wasserburg als Ort, war bis nach 1194 Reichsgut und vor 1208/18 Teil der Mörler Mark. Im Früh- und Hochmittelalter zur Wetterau gehörig. Niederstedten Oberstedten12631587 Niedernhain Wehrheim südlich des Ortes1243Landwirtschaftliches Gut und Häusergruppe, aus der das Kloster Thron hervorging, siehe auch Obernhain NiederstedtenBad Homburg vor der Höhe1401um 1550Flurnamen „Niederstedter Feld“, „Niederstedter Kirch“, „Niederstedter Kirchhof“ und „Niederstedter Kirchhofslinde“ NiedgesthalNötgesthalZwischen Treisberg und Seelenberg nahe der Einmündung des Saubaches12741675Flurnamen Niedgestalter (und ähnliches) Bach, Grund, Weg, auch in den Gemarkungen von Schmitten und Finsternthal Oberdorf (Arnoldshain)Arnoldshain am Krimmelberg und Krötenbach1675 auf einer Karte als „wüst“ bezeichnet Oberholzburg Gemarkung Kransberg, nördlich Friedrichsthal Wüst gefallener Ort. Im Früh- und Hochmittelalter zur Wetterau gehörig. OberlaubachLaubach 1,5 km nördlich des Gemeindegebietes PardebachPferdebachGrävenwiesbach zwischen Wilhelmsdorf und Michelbach12801530nach Kloft südlich HasselbornJost Kloft: Territorialgeschichte des Kreises Usingen (= Schriften des Hessischen Landesamtes für Geschichtliche Landeskunde. Bd. 32). Elwert, Marburg 1971, ISBN 3-7708-0417-1. PetrissaPetershausenBrombach?88810.–11. JahrhundertFlurnamen Petersweg, in Hausen-Arnsbach Petersborn, in Usingen Petris Gärten, in Obernhain Peterweg und in Cratzenbach Peterswies Pohlburg(en)PohlbergOberreifenberg nahe Kastell Kleiner Feldberg1675 Karte RaupenhainTaubenhain Ruppenhane (1482) Rappenhain (1579) EngelsteinHasselbach nördlich des Ortes148215. JahrhundertFlurnamen „Im Raupenhain“, „Raupenhainer Berg“, „Raupenhainer Weg“ Rosbach Riedelbach südwestlich des Ortes an der Grenze zu Steinfischbach 1274vor 1559 Flurnamen Roßbach oder Rosbach RuthardshainRuthardishain Kronberger Wald nordwestlich des Bürgelkopfs 1339 Ruinenreste der Antoniuskapelle am Standort. Flurname Ruders.Bethke: Main-Taunus-Land, S. 163 SarmsbachSamyrsbach Arnsbach 1300 1402 17010 wird noch ein Armsbach erwähnt. Vorgängersiedlung von Hausen-Arnsbach?SchneebachHasselbach südöstlich des Ortes SorgeAuf der Sorg Brombach an der Weil Richtung Dorfweil 1401 vor 1659 Flurnamen: Sorge, Sorgenborn, Sorgergrund, Sorgisee Stahlnhain Neu-Anspach1370Ende des 14. JahrhundertsHermin Herr: Lexikon vom hohen Taunus, S. 105 StockheimStogheimUsingen11951456Siehe auch Stockheimer Gericht Tal Neuweilnau nahe Erbismühle wird auch als Bezeichnung für Niederreifenberg genutzt. Taubenhain→ siehe Raupenhain VeltmarshausenVellmershausenVelpershausenFeldbergshausen Oberreifenberg, östlich des Ortes am Galgenkopf 1539 1675 Karte wüst Möglicherweise identisch mit Dillenberg Wanbach→ siehe Wimbach Weil(s)berg(en) Niederreifenberg ca. 1 km südlich des Ortes nahe der früheren Sprungschanze 1675 Karte wüst Flurname Weilsberg Wenigenhusen → Kleinhausen WillkommenhausenWilcenhusen Friedrichsdorf nahe dem Geisborn 1363 1367 Flurnamen: Willkommenshäuser Bach, Willkommenhäuser Feld WimbachWambachWeinbach Merzhausen nordöstlich des Ortes an Sattelbach und Erdfunkstelle Usingen 1405 Flurnamen Auf/An dem Wimbacher Berg, Wimbacher bzw. Wimicher Born Zum Elend Winden bzw. Heinzenberg am Utenhof 1526 Flurname Elendsmühler Acker Zum Hof (Wüstung, Gemünden) Gemünden ost-südöstlich des Ortes 1410 Flurname Rödern Zum Hof (Wüstung, Usingen)Hofstatt Usingen am südlichen Ortsrand oder bei Stockheim 1405 1502
Siehe auch Mittelursel – an der Grenze zwischen Hochtaunuskreis und Frankfurt am Main Burg Binzelberg - abgegangene Burg nahe Usingen
Literatur Reinhard Michel. Von den Wüstungen im Hochtaunuskreis. In: Ingrid Berg, Eugen Ernst, Hans-Joachim Galuschka, Gerta Walsh (Hrsg.): Heimat Hochtaunus. Kramer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 163–171. Gerd Bethke: Main-Taunus-Land: Geschichtliches Ortslexikon. 1996 Hermin Herr: Lexikon vom hohen Taunus. 1993, ISBN 3-7829-0437-0
Einzelnachweise
! Hochtaunuskreis