mini|Kirchdorf im Februar 2010 mini|Mariä Himmelfahrt, Kirchdorf
Kirchdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.
Geografie Geografische Lage Kirchdorf befindet sich in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland auf einer Anhöhe mit Blick über den Nachbarort Haag hinweg auf die Kette der Bayerischen Alpen. Der im Norden des Gemeindegebiets entspringende Ornaubach gilt als südliche Grenze des Gattergebirges. Kirchdorf liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 15 und 12 rund 20 Kilometer westlich von Waldkraiburg, 17 Kilometer nördlich von Wasserburg, 51 Kilometer östlich der Landeshauptstadt München, 15 Kilometer südlich von Dorfen und 30 Kilometer von der Kreisstadt Mühldorf am Inn entfernt. Die beiden nächstgelegenen Bahnstationen befinden sich in Soyen und Gars am Inn, welche regelmäßig von der Südostbayernbahn bedient werden.
Gemarkungen Es gibt die Gemarkungen Berg, Fürholzen und Kirchdorf.
Gemeindeteile
Kirchdorf hat folgende 50 Gemeindeteile:
Nachbargemeinden Haag, Oberndorf Sankt Wolfgang Obertaufkirchen Reichertsheim
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Kirchdorf „Pohchurdorf“ wird im Jahre 790 erstmals schriftlich erwähnt. Das in Kirchdorf ansässige Ortsadelsgeschlecht der Gurren von Kirchdorf wird 1140 bis 1245 erwähnt und gründete um 1200 die Freie Grafschaft Haag, zu deren Herrschaftsgebiet Kirchdorf bis 1804 gehörte. Kirchdorf war der kulturelle und religiöse Mittelpunkt der Freien Grafschaft Haag, welche von 1200 bis 1804 bestand. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Kirchdorf, der (im Jahre 1315) 14 Filialkirchen unterstanden, wurde um 1200 von den Gurren im romanischen Stil erbaut, im Jahre 1472 von Graf Hans VI. von Haag im gotischen Stil neu errichtet und um 1690 barockisiert. Die Krypta von Kirchdorf (Unterkirche) ist die Erbbegräbnisstätte der Reichsgrafen von Haag. Das größte Grabdenkmal dieser Grafen, der Sarkophag des Grafen Ladislaus zu Hag, steht heute im Bayerischen Nationalmuseum in der Eingangshalle. Die Kirche von Kirchdorf beherbergt die Gebeine der Seligen Kasta aus den Katakomben von Rom in einem gläsernen Schrein im linken Seitenaltar.
Kirchdorf gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Haag des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. mini|rechts|Kirchdorf b. Haag mit kath. Kirche Mariä Himmelfahrt, vom Gemeindeteil Bach aus gesehen
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. April 1971 die Gemeinden Berg und Fürholzen eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1182 auf 1355 um 173 Einwohner bzw. um 14,6 %. 1961: 1196 Einwohner 1970: 1216 Einwohner 1987: 1162 Einwohner 1991: 1217 Einwohner 1995: 1248 Einwohner 2000: 1260 Einwohner 2005: 1291 Einwohner 2010: 1326 Einwohner 2015: 1339 Einwohner
Politik Bürgermeister ist Christoph Greißl (Freie Wählergem. Kirchdorf).
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichertsheim.
Wappen
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2023 gab es 398 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, 599 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort und 9 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. 2020 bestanden 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1243 ha.
Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist die Schletter Solar GmbH (Schletter Group).
Energie Drei Solarkraftwerke mit jeweils 100 kW Leistung stehen seit 2003 auf einer Fläche zwischen Öd, Wella und Au.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2024): Kindergarten: 105 Kindergartenplätze mit 89 Kindern
Persönlichkeiten Christian Grainer (* 1964), Koch, sein Restaurant am Ort ist seit 1999 mit einem Michelinstern ausgezeichnet
Weblinks
Gemeinde Kirchdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mühldorf am Inn Kategorie:Ersterwähnung 790 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)