Andělská Hora (deutsch Engelsberg) ist eine Stadt im Okres Bruntál (Bezirk Freudenthal) in der tschechischen Mährisch-Schlesischen Region (Moravskoslezský kraj).
Geographische Lage mini|Stadtpanorama Die Stadt liegt in den Sudeten, etwa acht Kilometer nordnordwestlich von Bruntál (Freudenthal).
Angrenzende Gemeinden sind Ludvíkov (Ludwigsthal) im Nordwesten, Vrbno pod Pradědem (Würbenthal) im Nordosten, und Světlá Hora (Lichtewerden) im Süden. Alle genannten Gemeinden gehören zum Okres Bruntál.
Geschichte Engelsberg wurde 1540 gegründet und 1553 als Bergstadt registriert. Johann d. Ä. von Würben und Freudenthal erteilte Engelsberg 1556 das Bergrecht. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Engelsberg an den Deutschen Ritterorden, in dessen Besitz es bis 1939 blieb.
Durch das Münchner Abkommen wurde Engelsberg 1938 dem Deutschen Reich zugesprochen; bis 1945 gehörte die Stadt zum Landkreis Freudenthal im Regierungsbezirk Troppau im Reichsgau Sudetenland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Bewohner enteignet und vertrieben.
Am 12. Juni 1960 wurden die Gemeinden Andělská Hora mit Pustá Rudná und Světlá (Lichtewerden) zu einer Gemeinde Světlá Hora vereinigt, in der Světlá den Ortsteil Světlá Hora I und Andělská Hora den Ortsteil Světlá Hora II bildeten. Diese amtlichen Ortsteilnamen konnten sich bei der Bevölkerung nicht durchsetzen und wurden seit 1971 nicht mehr verwendet. Nach der Samtenen Revolution löste sich 1991 Andělská Hora und Pustá Rudná wieder los und bildeten die Gemeinden Andělská Hora (Engelsberg). Im April 2008 erhielt Andělská Hora die Stadtrechte zurück.
Demographie Jahr 1834 1869 1880 1890 1900 1910 1921 1930 1939 1947 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 2021 Einwohner 1759 2270 2353 2270 2043 1789 1435 1417 1421 409 514 579 501 419 384 383 362 361
Zensus 2021, Český statistický úřad, abgerufen am 9. Juli 2025 (tschechisch)
Im 19. Jahrhundert war das Dorf von deutschen, katholischen Einwohnern geprägt.Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 3: Beschreibung des Oppalandes und seiner Bewohner im Allgemeinen. Gerold, Wien 1836, . 1910 gab es in Engelsberg 1.761 Katholiken, 22 Evangelische und sechs Israeliten.Ludwig Patryn (Hrsg.): Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in Schlesien, Troppau 1912, S. 36–37, Ziffer 6.
Gemeindegliederung Andělská Hora (Engelsberg) Pustá Rudná (Lauterseifen)
Bauwerke mini|Gnadenkapelle auf dem Annaberg Die Pfarrkirche Mariä Geburt wurde 1672 errichtet und 1734 nach einem Brand wiederaufgebaut. Statue des Hl. Johannes Nepomuk von 1724. Empire-Kreuz aus Sandstein am Marktplatz von 1815 Die Gnadenkapelle auf dem Annaberg wurde 1767 erbaut.
Söhne und Töchter der Stadt
Franz Karl Alter (1749–1804), Sprachwissenschaftler Albert Schindler (1805–1861), Biedermeiermaler und Kupferstecher Josef Partsch (1813–1886), Krippenschnitzer Eduard Schön (1825–1879), Komponist Moritz Jursitzky (1861–1936), schlesischer Volksschriftsteller Adolf Burgert, (1888–1952), deutscher Gewerkschafter und Politiker Monika Pauderer (* 1940), deutsche Schriftstellerin
Literatur Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 3: Beschreibung des Oppalandes und seiner Bewohner im Allgemeinen. Gerold, Wien 1836, Adolf Kühnel: Meine Heimatstadt Engelsberg. Memmingen 1962. Adolf Gottwald und Helmut Rössler: Freudenthal und seine Kreisgemeinde. Bruno Langer Verlag, Esslingen am Neckar 1990.
Weblinks Webpräsenz der Gemeinde Andělská Hora
Einzelnachweise
Kategorie:Bergstadt in Tschechien