mini|Sitz in Hannover
Die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und fungiert als zentrale geowissenschaftliche Beratungseinrichtung der Bundesregierung. Der Hauptsitz der Bundesanstalt befindet sich in Hannover, darüber hinaus gibt es Außenstellen (Dienstbereiche) in Berlin und Cottbus.
Die BGR ist auch als Forschungsinstitut tätig und bearbeitet neben Themenbereichen der Geologie, der kontinentalen, marinen und Energierohstoffe sowie der Bodenkunde auch die Polarforschung und die Geodatenverwaltung.
Die BGR, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik bilden das Geozentrum Hannover.
Aufgaben und Themenfelder Die Arbeit dient einer ökonomisch und ökologisch vertretbaren Nutzung und Sicherung natürlicher Ressourcen und somit der Daseinsvorsorge. Die BGR ist die zentrale Forschungs- und Beratungseinrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Geowissenschaften und Rohstoffe. Sie erbringt hoheitliche und öffentliche Leistungen. Als Einrichtung der Ressortforschung ist die Behörde Bestandteil der wissenschaftlich-technischen Infrastruktur Deutschlands. Die BGR nimmt als nationaler geologischer Dienst von Deutschland neben überwiegend koordinierende Funktionen im Inland zugleich zahlreiche internationale Aufgaben wahr. Die Einrichtung stellt ihre Arbeit zum Umgang mit natürlichen Ressourcen und Geogefahren unter das Leitmotiv „Nachhaltigkeit, Verantwortlichkeit und Sicherheit“.
Mit der Deutschen Rohstoffagentur berät die BGR seit Oktober 2010 die deutsche Wirtschaft in Fragen der Verfügbarkeit und nachhaltigen Nutzung von Rohstoffen sowie zu Marktentwicklungen (Stichwort „Rohstoffmonitoring“).Siehe Seite der Deutschen Rohstoffagentur zum Rohstoffmonitoring, abgerufen am 11. Dezember 2024 Die BGR nimmt als nationaler geologischer Dienst von Deutschland zugleich zahlreiche internationale Aufgaben wahr. Im Auftrag des BMWK nimmt die BGR die Aufgaben als nationale Behörde entsprechend der EU-Verordnung „Sorgfaltspflichten in der Lieferkette für Unionseinführer von Zinn, Tantal, Wolfram, deren Erzen und Gold aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“ wahr. Die BGR vollzieht das Geologiedatengesetz (GeolDG) im Bereich der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) und des Festlandsockels der Bundesrepublik Deutschland. Die BGR ist durch das Ausführungsgesetz zum Nuklearversuchsverbotsvertrag (UVNVAG) beauftragt, die technischen und fachlichen Verpflichtungen Deutschlands zur Überwachung der Einhaltung dieses Abkommens zu erfüllen, und betreibt dafür das Nationale Datenzentrum (NDC) sowie seismologische und Infraschall-Stationen als Teil des internationalen Überwachungssystems (IMS).
Die BGR hat nach der Novelle des Errichtungserlasses vom 26. November 2019 folgende grundlegende Aufgaben:
Rohstoffwirtschaftliche und geowissenschaftliche Beratung der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft Die BGR berät die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft in allen rohstoffwirtschaftlichen und geowissenschaftlichen Fragen. Diese Beratung dient insbesondere der langfristigen Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung des Industriestandortes Deutschland sowie der Geosicherheit und dem nachhaltigen Georessourcenmanagement. Durch die Beteiligung der BGR am Aufbau von nationalen und internationalen Kartenwerken sowie an Standardisierungen für die Bereitstellung von Geofachdaten werden Voraussetzungen für schnelle, einheitliche und länderübergreifende Abfragemöglichkeiten geschaffen.
Internationale geowissenschaftliche und technische Zusammenarbeit Die BGR ist eine der Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In den Sektoren Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Energie, Grundwasser und Boden sowie Georisiken berät die BGR das BMZ und führt Projekte der technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern durch. Die BGR beteiligt sich im Auftrag der Bundesressorts und in Abstimmung mit nationalen und internationalen geowissenschaftlichen Institutionen an der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit sowie der europäischen und internationalen Kooperation im Geosektor.
Geowissenschaftliche Forschung und Entwicklung Die BGR betreibt die zur Beratung der Ressorts notwendige Zweck- und Vorlaufforschung. Sie bilden die Grundlage für die fachgerechte Aufgabenerfüllung der BGR und umfassen methodische und instrumentelle geowissenschaftliche Entwicklungsarbeiten und deren Umsetzung in die Praxis. Hierzu gehört die Beteiligung der BGR an Forschungsvorhaben im Rahmen des Antarktisvertrages zur Polarforschung. Auf dem Gebiet der internationalen Meeresforschung ist sie im Vorfeld industrieller Aktivitäten beteiligt. Die mittelfristige Forschungsplanung der BGR orientiert sich an einer Forschungsleitlinie, die in Forschungs- und Entwicklungsplänen konkretisiert ist.
1. die rohstoffwirtschaftliche und geowissenschaftliche Beratung der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft insbesondere zur langfristigen Sicherung der Rohstoff- und Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland, bei der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle und beim nachhaltigen Georessourcenmanagement.
2. die Förderung von Wissenschaft und Wirtschaft durch geowissenschaftliche Forschung und Entwicklung, Wissens- und Technologietransfer, Mitwirkung in der Hochschullehre, Beratung und Information.
3. die nationale und internationale geowissenschaftliche und technische Zusammenarbeit in den Bereichen Geowissenschaften, Rohstoffe, Boden und Grundwasser sowie Georisiken und Endlagerung radioaktiver Abfälle.
4. die Erhebung, Standardisierung, Harmonisierung und Bereitstellung geowissenschaftlicher und rohstoffwirtschaftlicher Fachdaten auf der Bundesebene sowie die dazu erforderlichen Koordinierungsarbeiten mit den Staatlichen Geologischen Diensten der Bundesländer.
5. den Erdbebendienst des Bundes (Quellen: Bundesanzeiger vom 05.12.2019/BGR-Website).
Es existieren vier Fachabteilungen: Energierohstoffe, Mineralische Rohstoffe Grundwasser und Boden Unterirdischer Speicher- und Wirtschaftsraum Geowissenschaftliche Informationen, Internationale Zusammenarbeit Die BGR nimmt Aufgaben auf unterschiedlichen Themenfeldern wahr.
Energierohstoffe Die BGR analysiert und bewertet die weltweiten Potenziale von Energierohstoffen einschließlich der erneuerbaren Energien unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten. Die Energierohstoffforschung der BGR konzentriert sich auf Erdgas als Brücke beim Übergang in eine dekarbonisierte Energieversorgung mit dem Ziel, einen Beitrag zur sicheren und nachhaltigen Energierohstoffversorgung Deutschlands zu leisten.
Mineralische Rohstoffe Die BGR analysiert die globalen Rohstoffmärkte und bewertet die Potenziale mineralischer Rohstoffe, Metalle, Industrieminerale sowie Steine und Erden. Die BGR forscht im Vorfeld industrieller Aktivitäten und entwickelt neue Explorationsmethoden und -strategien, insbesondere für Hochtechnologiemetalle, sogenannte „kritische Rohstoffe“ und spezifische Industrieminerale. Sie entwickelt rohstoff- und entwicklungspolitische Instrumente und erarbeitet Konzepte für eine verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung durch Beiträge zur Sorgfaltspflicht und Kontrolle in Lieferketten, guter Bergbaupraxis und Rohstoffeffizienz. Dabei werden ökonomische, ökologische und soziale Kriterien betrachtet. Die Forschungs- und Beratungsarbeiten sollen eine sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung Deutschlands und seiner Partner unterstützen.
An den Dienststandorten Berlin-SpandauBundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Geowissenschaftliche Sammlungen Berlin. auf www.bgr.bund.de. und HannoverBundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Aufbau der Sammlung im Geozentrum Hannover. auf www.bgr.bund.de. befinden sich umfangreiche Sammlungsbereiche, die aus wissenschaftlichen Beleg- und Arbeitssammlungen entstanden. Die Bestände in Berlin beruhen zu einem erheblichen Teil auf den Sammlungen der ehemaligen Bergakademie Berlin sowie der Preußischen Geologischen Landesanstalt, die u. a. die Basis für publizierte Gesamtdarstellungen über die damalige Rohstoffsituation Deutschlands (beispielsweise von W. Dienemann und O. BurreDNB: bibliografischer Nachweis.) bildeten.Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Die Geowissenschaftlichen Sammlungen. auf www.bgr.bund.de.Angela Ehling: Die historische Naturwerkstein-Sammlung in der BGR. In: Zeitschrift für Angewandte Geologie, Jg. 43 (1997) Heft 1, S. 11–12.
Grundwasser Die BGR untersucht und bewertet weltweit Grundwasserpotenziale. Sie berät nationale und internationale Institutionen mit dem Ziel der nachhaltigen Nutzung von Grundwasservorkommen zur Ressourcensicherung insbesondere auch in ariden Gebieten und Küstenzonen. Mit z. T. internationalen Partnern arbeitet sie an besseren Informationsgrundlagen über die regionalen. Hierbei werden Flächen- und Rauminformationen erhoben sowie Instrumente zur verbesserten Vorhersage von Grundwasserdurchflüssen entwickelt.
Die BGR beschäftigt sich auch mit der nachhaltigen Gestaltung von Bergbaufolgen. Bisherige Sanierungserfahrungen in Deutschland werden mit Blick auf Grundwasser und Boden übergreifend systematisch erforscht und weiterentwickelt. Dazu wird die BGR ein neues „Forschungs- und Entwicklungszentrum Bergbaufolgen“ (FEZB) in Cottbus gründen. Momentan befindet sich die Außenstelle der BGR im Aufbau.Quelle: Lausitzer Rundschau 6. Januar 2021 Sie soll mit Universitäten, Sanierungsträgern und lokaler Wirtschaft zusammenarbeiten und den Strukturwandel in Ostdeutschland unterstützen.
Boden Die BGR unterstützt mit Forschung und Beratung national und international die nachhaltige Nutzung der Georessource Boden und die Ernährungssicherheit. Das Bodensystem wird für die Aufgaben des Ressourcenschutzes und der Raumplanung mit dem Ziel verbesserter Prognosefähigkeit analysiert. Dabei kooperiert sie mit den bodenkundlichen Diensten der Bundesländer und Europas.
Endlagerung radioaktiver Abfälle Die BGR ist Ansprechpartner für den Bund bei geowissenschaftlichen und geotechnischen Fragenkomplexen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle. Im Standortauswahlverfahren für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle (nach StandAG) und zu den Standorten des Bundes (Schachtanlage Asse II und die Endlager Konrad und Morsleben) berät sie den Vorhabenträger, die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE), auf Basis einer Zusammenarbeitsvereinbarung. Darüber hinaus führt die BGR im Rahmen der Ressortforschung des BMWK auch eigene grundlagenorientierte Forschung zur Endlagerung durch. Die Aufgaben umfassen insbesondere die geologische Erkundung der Standorte, die gesteinsphysikalische Charakterisierung der Wirtsgesteine Steinsalz, Tonstein und Kristallingestein sowie der geotechnischen Barrieren (Bentonit und Salzgrus), den Nachweis der Stabilität von Endlagerbergwerken und die Analyse von Szenarien für die Langzeitsicherheit.
Nutzung des tieferen Untergrundes; geologische CO2-Speicherung Die BGR berät die Bundesregierung in allen geowissenschaftlichen und geotechnischen Fragen zu Nutzungsoptionen des geologischen tieferen Untergrundes. Sie ermittelt Potenziale zur geotechnischen Sicherheit von untertägigen Bauwerken und Hohlräumen ebenso wie für Fragen einer dauerhaften untertägigen Speicherung von Energie aus erneuerbaren Quellen und bewertet die Speicherung von Kohlendioxid (CO2) in geologischen Formationen. Zu den weiteren Aufgaben gehört die Methodenentwicklung zur verstärkten Nutzung von Erdwärme (Geothermie).
Internationale geowissenschaftliche Zusammenarbeit