mini|Porträt von Imagawa Ujizane Imagawa Ujizane (jap. ; * 1538; † 27. Januar 1615) war ein General der Sengoku-Zeit und Azuchi-Momoyama-Zeit. Sein Kindheitsname lautete Ryūōmaru (). Er war außerdem Sengoku-Daimyō der damaligen Provinz Suruga, heute Präfektur Shizuoka. Nach der Niederlage seines Vaters Imagawa Yoshimoto in der Schlacht von Okehazama kontrollierte er immer noch die Provinzen Suruga, Mikawa und Tōtōmi, was ihn zu diesem Zeitpunkt zu einem der mächtigsten Fürsten im Land machte. Er war das 10. Familienoberhaupt (1588–1611) der Imagawa von Suruga. Darüber hinaus war er auch der erste kaiserliche Militärkommissar des Imagawa-Klans in Suruga. Als solcher war er Berater im vierten Rang unter dem Tennō. Sein Grab liegt auf dem Gelände des Banshōin Kōun-ji () in Kami-Takada, Stadtbezirk Nakano, Präfektur Tokio. Ebenfalls im Tokioter Stadtbezirk Suginami liegt der Familientempel der Imagawa, der Kansen-ji (). Ujizane zählt zudem zu den Intellektuellen der frühen Edo-Zeit.
Stammbaum und Familie mini|Das Wappen (Mon) der Imagawa
Ujizane Imagawa wurde 1538In der Ahnentafel der Omo Osamu der Kansai-zeit () so angegeben. Demgegenüber notierte Kuwata Tadachika () 1539 als Geburtsdatum. als ältester Sohn von Yoshimoto Imagawa und Jōkeiin (1519–1550), der ältesten Tochter von Takeda Nobutora, im Sunpu-Han (), der späteren Präfektur Shizuoka, geboren. Uchizanes Mutter brachte ihre Tochter Reishōin () mit in den Haushalt der Familie Ujizane, wodurch Reishōin die Stiefschwester von Ujizane wurde. Während Reishōin später Takeda Yoshinobu heiratete, dort sind die Bündnisse Ujizanes mit den Takeda ebenfalls beschrieben. nahm Ujizane 1554 Fürstin Hayakawa (, ≈ dono), die älteste Tochter von Hōjō Ujiyasu, zur Frau. Durch diese Heiratspolitik wurde ein Dreimächteabkommen zwischen den Provinzen Kai, Sagami und Suruga (, Kōsōsun sangoku dōmei) geschlossen vom 26. November 2014. und befestigt (also der Klans der Takeda, der späteren Hōjō und der Imagawa). Zudem war Ujizane mit einer Nebenfrau, einer Tochter von Ihara Tadayasu (), liiert.
Ujizane besaß noch drei weitere Geschwister. Der Mönch Ichigetsu Chōtoku (), der als dritter Sohn von Yoshimoto Imagawa und Jōkeiin geboren wurde, sowie und (phonetische Übersetzung unklar aufgrund alter Zeichen, Anm. d. Verf.).
Ujizane selbst hatte fünf leibliche Kinder und mit Hōjō Ujinao einen adoptierten Sohn. Während sein erstgeborener Sohn Imagawa Norimochi die Stammlinie der Imagawa fortführte, wurde sein zweitgeborener Sohn, Shinagawa Takahisa, Stammvater der Shinagawa-Linie. Historische Quellen lassen den Schluss zu, dass er außerdem eine Tochter hatte, die im Haushalt von Kira Yoshisada lebte. Über diese Tochter ist sonst nahezu nichts bekannt. Als dritter Sohn wurde Nishio Yasunobu (, ?–1613) und als vierter Kiyoshi Son (, 1579–1652) geboren.reichsarchiv.jp, abgerufen am 6. Februar 2015.
Sein Grab befindet sich auf dem Gelände des Tempels Banshōin Kōun-ji im Stadtbezirk Nakano, Präfektur Tokio. Er starb 1614 vom 26. November 2014. nach seiner Abdankung in einem buddhistischen Tempel als Mönch.
Stammbaum (Ausschnitt):
Als Rufnamen verwendete Ujizane auch den Namen Imagawa Hikogorō (), kurz Gorō ().so Yasushi Oishi () in seinem Beitrag Kindheitsnamen und angenommene Namen von Imagawa Ujizane (), in: Forschungen zur Geschichte der Sengoku-Zeit (), Band 23, Februar 1992
Ujizane als Sengoku-Daimyō Seine Zeit als Daimyō markiert den Untergang der Imagawa. Im Laufe der Kämpfe wurde er diplomatisch isoliert, unbeliebt beim Volk und von Vasallen verraten. Ihm werden viele negative Charaktereigenschaften nachgesagt. Er sei feminin, unentschlossen und übergebildet gewesen. Zumindest jedoch schaffte er es nicht, seine Vasallen genügend zu sammeln und zu binden.
1558 beerbte er seinen Vater Imagawa Yoshimoto als Klanführer, da dieser sich auf den Einfluss in die Provinzen Totomi und Mikasa im Westen konzentrieren wollte.Stephen Turnbull: Samurai: The World of the Warrior. Osprey Publishing, London 2003, S. 224. Durch die Heiratsallianz der drei großen Daimyō des Ostens (siehe oben: Familie) wähnte sein Vater Imagawa Yoshimoto sich sicher und entschied sich zum Marsch nach Kyōto, um Shōgun zu werden, und fand wenig später am 19. Juni 1560 in der Schlacht von Okehazama durch Oda Nobunaga den Tod, was jenem Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi Auftrieb gab und die Imagawa entscheidend schwächte. vom 26. November 2014.
Kriegerische Auseinandersetzungen mini|Karte der japanischen Provinzen, Suruga rot markiert mini|Karte der japanischen Provinzen, Tōtōmi rot markiert mini|Karte der japanischen Provinzen, Mikawa rot markiert
1560 Niederlage des Vaters gegen Nobunaga: Sein Vater Imagawa Yoshimoto starb 1560 in der Schlacht von Okehazama (, Okehazama no tatakai) vom 25. November 2014. gegen Oda Nobunaga,John Whitney Hall: Japan - From Prehistory To Modern Times. ISBN 0-939512-54-8, S. 143 und noch einmal darauf Bezug nehmend auf Seite 162 aufgeführtRichard Bowing, Peter Kornicki: The Cambridge Encyclopedia of Japan. Cambridge Univ. Press, ISBN 0-521-40352-9, S. 65 rechte Spalte ab dem zweiten Absatz, wo die Bedeutung der Schlacht noch einmal herausgestellt wird mit vielen Vasallen des Hauses Imagawa (Yui Masanobu (), Ichinomiya Munekore (), Matsui Manenobu () und Ii Naomori ()).
nach 1560 Separatismus in Mikawa:The Chronicle of Lord Nobunaga. S. 218. vom 25. November 2014, wo er nach der Niederlage seines Vaters um die Gefolgschaft der Vasallen bangt und des Verrats bezichtigt wird; mehrmals führt er Disziplinierungsmaßnahmen gegen sein eigenes Gefolge durch, so auch 1562 gegen Ii Naomasa, den Herrn der Burg Iidani.zum Verrat eines Gefolgsmanns siehe auch vom 25. November 2014. Durch die Unzufriedenheit des Volkes und den Tod des Daimyō in der Schlacht von Okehazama begannen die Bewohner der Provinz Tōtōmi und Provinz Mikawa Revolten. Die Bewohner von Mikawa hatten im Kampf zwischen Imagawa Yoshimoto und Oda Nobunaga große Opfer erlitten. Ujizane versuchte, die öffentliche Stimmung durch Steuererleichterungen für Tempel und Schreine sowie Händler in Mikawa zu stabilisieren. Aber Tokugawa Ieyasu zog in das benachbarte Lehen der Burg Okazaki ein und brachte West-Mikawa unter seinen Einfluss. Zum Neujahr 1561 drängte Shōgun Ashikaga Yoshiteru Ujizane und Tokugawa Ieyasu zu einer Aussöhnung, doch trotz der Vermittlung durch Hōjō Ujiyasu brach Ieyasu bald wieder mit den Imagawa und schloss sich Oda Nobunaga an. Auch in Ost-Mikawa gärte es. Besonders bezeichnend für die Ausmaße dieser Separationsversuche ist auch, dass sogar einer der drei Reichseiniger, Toyotomi Hideyoshi, als Vasall und einfacher Fußsoldat die Treue aufkündigte und mit einigen Kriegsherren der Mōri zu Oda Nobunaga überlief, wo er sich schließlich in kurzer Zeit zu dessen Nachfolger empordiente. Daran lässt sich der massive Machtverlust infolge der Niederlage in der Schlacht von Okehazama erahnen.
1561 Invasion von Uesugi Kenshin: Im März 1561 fiel Uesugi Kenshin (damals noch als Nagao Kagetora bezeichnet) in die Kantō-Ebene ein. Er griff die mit Ujizane verbündeten Hōjō an. Ujizane hielt dagegen, sammelte Verstärkungen der Imagawa und schickte sie zur Burg Kawagoe in der heutigen Präfektur Saitama. Außerdem war er etabliert im Muromachi-Bakufu, also dem militärischen Verwaltungsapparat des Shōguns, weshalb angenommen wird, dass er 1561 kriegerische Gegenmaßnahmen auf seinem Gebiet gegen die Unruhen, die vom Shōgunat ausdrücklich erwünscht waren, vornahm.
1562 Anfeindungen durch Tokugawa Ieyasu: Ieyasu ging im Neujahr 1562 mit Oda Nobunaga das „Kiyosu-Bündnis“ (, Kiyosu dōmei) ein und erklärte damit die Aufhebung seiner Bündnistreue gegenüber den Imagawa. Im Februar entsandte Ujizane Truppen aus der Burg Ushikubo (), griff die Burg Ichinomiya an und wurde von der Nachhut Ieyasus in einem erbitterten Kampf zurückgeworfen. Ujizane machte mit seinen Truppen kehrt, weil sein Bündnispartner Takeda Nobutora, Großvater mütterlicherseits, beunruhigt war und ihn um Unterstützung in Sunpu bat.Über diese Schlacht, die sich 1564 ereignete, sind verschiedene Erzählungen (wie das Mikawa Monogatari, ) überliefert, deren Details voneinander abweichen. Im Juni 1564 kapitulierte die Burg Yoshida (), der Stützpunkt der Imagawa in Ost-Mikawa, wodurch der Einfluss der Imagawa auf die Provinz Mikawa verschwand.
1562 Separatismus in Tōtōmi: vom 26. November 2014 erwähnt ausdrücklich Ujizanes Abhängigkeit vom Asahinaklan, um Ordnung und Sicherheit in seiner Provinz aufrechtzuerhalten, er selbst war dazu nicht mehr in der Lage. Auch in der Provinz Tōtōmi kam es unter den Vasallen und Einwohnern zu Unruhen und der Separatismus verstärkte sich; den Separatisten schlossen sich auch Ii Naochika von Iinoya, Iio Tsuratatsu, Herr der Burg Hamamatsu, und die äußere Burgwache unter Horikoshi Uchinobu () und Amano Kageyasu () aus Inui an. 1562 ließ daraufhin der Lehnsherr Asahina Yasutomo Ii Naochika töten. Daraufhin schlossen der verbliebene Iio Tsuratatsu und Tokugawa Ieyasu 1564 ein geheimes Bündnis und zettelten eine Rebellion an.
1565 Niederwerfung des Aufstands: Ujizane schickte einen seiner wichtigsten Vasallen, Miura Masatoshi, um die Burg Hamamatsu von den Rebellen zurückzuerobern, aber dieser wurde besiegt. Bei der vorgetäuschten Unterzeichnung eines Friedensabkommens ließ Ujizane im Dezember 1565 den abtrünnigen Iio Tsuratatsu ermorden. Das Haus Iio wurde erneut belagert und im folgenden Jahr im April zur Kapitulation getrieben, womit Ujizane die Rebellion beenden konnte.Siehe Tetsuo Owada: , in: , S. 39. In der Politik soll sich Ujizane sehr stark von seiner Großmutter Jukeini () beraten lassen haben. Von der zweiten Hälfte 1560 an bis 1562 entwickelte er einen regen Schriftverkehr, betätigte sich aktiv am Bau von Tempeln und Schreinen. Auf der diplomatischen Ebene verstärkte er den Zusammenhalt mit den verbündeten Hōjō.
1568 Einmarsch der Takeda: Als die verbündeten Takeda aus der nördlichen Nachbarregion Provinz Kai sich nach der bereits fünften unentschiedenen Schlacht von Kawanakajima(Ort im Süden von Nagano; Takeda Shingen und Uesugi Kenshin; 1553–1564) mit den Uesugi um die nördlichen Territorien einigten, begrüßten die Imagawa diese diplomatische Änderung. Imagawa Yoshimoto hatte ein Bündnis mit den benachbarten Daimyō angestrebt, um selbst nach Kyōto marschieren und Shōgun werden zu können.
Nach der Schlacht von Okehazama (in der Provinz Owari, Mai 1560) erneuerte Ujizane sein Bündnis mit dem benachbarten Anayama Shintomo () nicht, der damals in der Provinz Suruga in der Stadt Kawachi Ryōshu () (Lehnsherr) war. Damit riskierte er Spannungen an der Grenze zu den Takeda, die auf Expansionskurs waren und mit ihrem Ruf, die stärkste lokale Macht zu sein, schnell unentschlossene Lehnsherren für sich gewannen. Die Lage beruhigte sich allerdings 1565 wieder, als Ujizanes jüngere Schwester Reishōin () als Mätresse an den Erben der Takeda, Takeda Yoshinobu, gegeben wurde, was das Bündnis erneuerte. Dieser Yoshinobu wurde jedoch bald durch den sich selbst zum Anführer putschenden Takeda Shingen, seinen jüngeren Bruder, enterbt und so kam es, dass noch im Jahr der Enterbung im November Reishōin () ins Haus der Imagawa zurückkehrte auch die diplomatische Verbindung der Imagawa zu den Takeda abbrach.