Der Eisenbahnunfall von El Cuervo war der Frontalzusammenstoß eines Triebwagens mit einem Nachtschnellzug am 21. Juli 1972 bei dem Bahnhof El Cuervo an der damals eingleisigen Bahnstrecke Alcázar de San Juan–Cádiz. 86 Menschen starben.
Ausgangslage mini|Lokomotive der Baureihe 2100 (heute: 321), wie sie vor dem Schnellzug lief mini|Schienenbus in der Ausführung für die RENFE (Baureihe 591), wie er in Doppeltraktion von Cádiz nach Sevilla unterwegs war
Eine vierteilige Schienenbusgarnitur der RENFE-Baureihe 591 war als Nahverkehrszug von Cádiz nach Sevilla mit etwa 200 Passagieren unterwegs und hielt planmäßig im Bahnhof El Cuervo auf einem Ausweichgleis. Der Fahrdienstleiter beabsichtigte, hier die Zugkreuzung mit dem in der Gegenrichtung verkehrenden Schnellzug, der von Madrid nach Cádiz unterwegs war, durchzuführen. Dieser war mit der Diesellokomotive 2118 (heute: Baureihe 321) bespannt und führte 14 Wagen, in denen etwa 500 Menschen reisten.NN: 76 killed. Hinter der Lokomotive lief als erstes ein Bahnpostwagen.
Der Fahrdienstleiter stellte Weichen und Signale entsprechend, so dass der Schnellzug auf dem Durchfahrgleis passieren konnte, der Triebfahrzeugführer des Schienenbusses aber ein „Halt“ zeigendes Signal erhielt.Carbonell.
Unfallhergang Gleichwohl fuhr der Triebfahrzeugführer des Schienenbusses los und über das „Halt“ zeigende Ausfahrsignal. Die Berichte weichen hier voneinander ab: Entweder war die Ausfahrt des Schienenbusses in das Durchfahrgleis nicht durch eine Schutzweiche gesichert oder diese war defekt. Die Einfahrweiche in das Durchfahrgleis jedenfalls fuhr das Fahrzeug auf.Jurada. Der Schienenbus verließ den Bahnhof in Richtung des nächsten Bahnhofs, Lebrija. Den hatte der Schnellzug, dessen nächster planmäßiger Halt Jerez de la Frontera sein sollte, aber zu diesem Zeitpunkt schon durchfahren, konnte also nicht mehr aufgehalten oder verständigt werden. Der Schienenbus war mit etwa 80 km/h, der Schnellzug mit 90 km/h unterwegs. Aufgrund einer Kurve nahmen sich die Lokomotivführer beider Züge erst sehr spät gegenseitig wahr, leiteten noch eine Bremsung ein, aber der Zusammenstoß, der sich gegen 07:30 Uhr bei Streckenkilometer 86 ereignete, war nicht mehr vermeidbar.NN: Wieder fünf Tote. Dabei war der Schnellzug noch 78 km/h schnell.NN: 40 años. Die drei vorderen Einheiten des Schienenbusses wurden zerstört. Die Lokomotive und die ersten drei Wagen des Schnellzuges entgleisten.
Folgen 86 Menschen starbende la Plata nennt abweichend 78 und 79., 112 wurden verletzt.NN: 40 años nennt abweichend: 106; de la Plata: 103. Die meisten Menschen starben in dem Schienenbus. In dessen vorderem Fahrzeug überlebte niemand.de la Plata. Unter den Toten war auch der Triebfahrzeugführer des Schienenbusses, so dass nicht mehr festgestellt werden konnte, warum er das „Halt“ zeigende Signal überfahren hatte. Allein 57Nach NN: 40 años waren es 26 der Todesopfer. der Opfer waren Marinesoldaten einer 60 Mann starken Gruppe, die sich auf Landgang von der Marinebasis San Fernando bei Cádiz befand. Einziger Toter im Schnellzug war der Schaffner des Bahnpostwagens, nach anderen Quellen auch der Lokomotivführer des Schnellzuges.
Über den Rundfunk wurden Ärzte aufgefordert, zur Unfallstelle zu kommen und es wurde um Blutspenden gebeten. Hilfe kam unter anderem durch die US Navy von der Marinebasis Rota. 15 Hubschrauber wurden eingesetzt. Die Toten wurden zunächst in den Innenhof des Franziskaner-Klosters von Lebrija gebracht, wo sie bis zur Identifizierung unter Decken lagen.
Siehe auch Liste schwerer Unfälle im Schienenverkehr
Literatur NN: Wieder fünf Tote bei Zugunglück. In: Reutlinger General-Anzeiger v. 24. Juli 2014, S. 2.
Weblinks Antonio Carbonell und José María Morillo: El accidente de trenes en el cuervo. 21 de julio de 1972. In: El Puerto de Santa Maia, sus gentes, sus habitantes. Foto vom zerquetschten Schienenbus auf der Front der Lokomotive des Schnellzuges. Luis Gómez: Casi todos los muertos viajaban en ‘La Cochinita’. In El País v. 25. Juli 2013 [Unfallfoto mit dem zusammengedrückten Schienenbus]. Miguel Jurada: Aniversario del accidente de trenes ocurrido entre El Cuervo y Lebrija. 39 años. Blog mit Augenzeugenberichten. NN: 76 killed in Spanish crash when train runs red light. In: The Montreal Gazette v. 22. Juli 1972. Juan de la Plata: Testigo directo de la tragedia de El Cuervo, hace ahora 41 años. In: Diario de Jerez v. 30. Juli 2013. NN: 40 años atrás... y todo sigue igual.
Einzelnachweise
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