mini|Boms, Rathaus und Kirche mini|Schwarzenbach von Osten, Boms im Hintergrund Boms ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg in Deutschland.
Seit 1972 ist die Gemeinde ein Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen.
Geographie Lage Boms liegt zwischen Bad Saulgau und Altshausen an der Europäischen Hauptwasserscheide.
Nachbargemeinden Boms grenzt an Bad Saulgau im Landkreis Sigmaringen und an Altshausen, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach und Eichstegen im Landkreis Ravensburg.
Gliederung Neben Boms gehören die Orte Hundsrücken, Schwarzenbach und Glochen sowie in einer Exklave die Orte Litzelbach und Haggenmoos zur Gemeinde. Bis 1833 gehörte auch Ingenhart zur Gemeinde (jetzt zu Altshausen).
Schutzgebiete
In Ebenweiler liegen das Landschaftsschutzgebiet Höhe 652,4 südwestlich von Boms und das Landschaftsschutzgebiet Haldenmoos. Der südliche Gemeindeteil liegt im Landschaftsschutzgebiet Altshausen-Laubbach-Fleischwangen.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte Altertum Im heutigen Gemeindegebiet lagen zwei römische Gutshöfe bei Glochen und im Apsenwald.
Mittelalter und frühe Neuzeit Der Teilort Schwarzenbach wurde erstmals 1128 als Suerzebach urkundlich erwähnt. Von 1127 bis 1311 ist Ortsadel belegt. Ulrich, Ritter von Schwarzenbach, ein Ministeriale der Grafen von Nellenburg, nannte sich 1230 nach dem heutigen Teilort Hundsrücken auch Hundsrukke.
Boms wurde erstmals 1275 als Bams urkundlich erwähnt, 1353 dann unter dem heutigen Namen Boms. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt, vermutet wird eine Ableitung von bameze = Baumgut. Boms und seine Umgebung waren in zahlreiche kleinste Parzellen und Herrschaftsgebiete aufgeteilt, unter anderem gehörten Gebiete zu Friedberg-Scheer, zur vorderösterreichischen Landvogtei Schwaben, zum Gebiet der Herren von Königsegg, zur Kommende Altshausen der Deutschordensballei Schwaben-Elsass-Burgund und zu den Klöstern Weingarten und Schussenried. Von 1414 bis 1683 kam Boms durch Käufe nach und nach fast vollständig in den Besitz der Deutschordenskommende Altshausen. Die Hoheitsrechte hatte bis zu deren Verpfändung an den Deutschorden 1759 das vorderösterreichische Amt Geigelbach inne.
Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts Im Zuge der Säkularisation wurde das Gebiet der Kommende Altshausen 1806 zunächst Teil des Königreichs Bayern, aufgrund des Grenzvertrags zwischen Bayern und Württemberg 1810 dann Teil des Königreichs Württemberg, in welchem es für mehr als ein Jahrhundert zum Oberamt Saulgau zählte.
Am 25. Juli 1869 wurde nahe Boms der Bahnhof Hochberg an der Bahnstrecke Herbertingen–Isny eröffnet und damit ein Anschluss an das Netz der Württembergischen Staatseisenbahnen hergestellt.
Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Boms 1938 zum erweiterten Landkreis Saulgau.
Im Jahre 1945 wurde die Gemeinde Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging.
Seit der Kreisreform von 1973 ist Boms Teil des Landkreises Ravensburg.
Religion In Boms leben derzeit etwa 400 Katholiken, welche der römisch-katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt angehören. Die katholische Gemeinde ist Bestandteil der Seelsorgeeinheit Altshausen im Dekanat Saulgau der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die evangelisch-lutherischen Gläubigen gehören zur evangelischen Kirchengemeinde Altshausen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1829 370 1900 458 1961 460 1969 466 1970 455 1991 490 1995 498 2005 578 2010 619 2015 627 2020 706 2022 743
Politik Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2025 Jörg Stadler (CDU). Er wurde am 6. Oktober 2024 mit 74,5 Prozent der Stimmen gewählt. Er folgte Peter Wetzel nach, der von 2001 bis 2024 amtierte.
Gemeinderat Nach der Kommunalwahl vom 9. Juni 2024 hat der Gemeinderat acht Mitglieder, fünf Männer und drei Frauen.https://www.boms.de/de/rathaus/gemeinderat/ +Partei/Liste20242019AnteilSitzeAnteilSitzeFreie Wählervereinigung65,1 %5Neue Liste34,9 %3Wahlbeteiligung70,0 %
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt: Eine Kirche St. Urban in Boms wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt, 1361 wurde sie vom Kastenvogt Hartuid Kröwel dem Kloster Habsthal gestiftet. Seit 1558 wurde der Ort von der St.-Katharinen-Kaplanei in [Saulgau] betreut. 1728 verkaufte das Kloster Habsthal das Patronat und die Besitzrechte an die Deutschordenskommende Altshausen. Erst 1869 wurde Boms zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 1882 wurde die Kirche umgebaut und Unserer Lieben Frau von La Salette geweiht. Heute trägt sie den Titel "Mariä Himmelfahrt". Eine La-Salette-Kapelle befindet sich im Ortsteil Schwarzenbach. mini|Kapelle in Schwarzenbach Dorfgemeinschaftshaus von 1998 Dorfbrunnen von Dagmar Geiger
Wirtschaft und Infrastruktur Boms ist mit etwa 400 ha Ackerland und 350 ha Dauergrünland von der Landwirtschaft geprägt, zudem gibt es 162 ha Privatwald. Viele Einwohner pendeln nach Bad Saulgau und nach Altshausen.
Verkehr mini|Ortsende in Boms Boms ist durch Buslinien mit Bad Saulgau, Altshausen, Aulendorf und Ravensburg verbunden. Die Gemeinde gehört zum Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).
Boms liegt an der Bundesstraße 32 zwischen Bad Saulgau und Altshausen, rund sechs Kilometer südlich von Bad Saulgau.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Boms mit Bad Saulgau und in der anderen Richtung über Altshausen, Wolpertswende und Weingarten mit Ravensburg verbunden.
Bildung In Boms gibt es keine Schule, Grundschüler besuchen die Grundschule in Altshausen. Es gibt einen Kindergarten in der Gemeinde.
Literatur
Chronik des Kreises Ravensburg. Landschaft, Geschichte, Brauchtum, Kunst. Chroniken-Verlag Boxberg, Hinterzarten 1975 Oskar Sailer (Hrsg.): Der Kreis Ravensburg. Theiss, Stuttgart 1976, ISBN 3-8062-0145-5 Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Saulgau. Neuausgabe. Unveränd. photomechan. Nachdr. [d. Ausg.] Stuttgart u. Tübingen, Cotta, 1829. Reprint Magstadt (bei Stuttgart): Horst Bissinger KG Verlag und Druckerei, 1982. (Die württembergischen Oberamtsbeschreibungen, Bd. 6). ISBN 3-7644-0006-4 (Volltext auf Wikisource)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ravensburg Kategorie:Ort in Oberschwaben
Kategorie:Ersterwähnung 1128