Die Savognin Bergbahnen AG ist ein Schweizer Verkehrsdienstleistungs- und Tourismusunternehmen, dessen Aktivitäten sich auf die Region Savognin/Riom-Parsonz im Kanton Graubünden konzentrieren und die Bereiche Bergbahnbetrieb sowie Gastronomie umfassen. Das Unternehmen beschäftigt rund 30 Jahres- und 80 SaisonmitarbeitendeSavognin Bergbahnen AG: 50 Jahre Savognin Bergbahnen AG. 1. Auflage. walder,werber werbeagentur, 2012. und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 8.65 Millionen Schweizer Franken.Savognin Bergbahnen AG: 53. Geschäftsbericht 2014/15. 2015.

Die Savognin Bergbahnen AG ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. 51 Prozent der Aktien besitzen Markus Schröcksnadel und die Brüder Anton und Peter Schmidl. Die Familien Schröcksnadel und Schmidl halten in Savognin gleich grosse Anteile.

Tätigkeitsgebiet Der Bergbahnbetrieb ist das Hauptgeschäft des Unternehmens und trägt mit rund 6 Millionen Franken am Umsatz bei.Savognin Bergbahnen AG: 52. Geschäftsbericht 2013/14. 2014. Der Winterbetrieb bildet mit rund 205'000 Ersteintritten das Hauptgeschäft (45'000 im Sommer). Der Rest wird durch Gastronomieangebote (2 Restaurants, 1 Schneebar) erreicht.

Das Unternehmen betreibt insgesamt 13 Anlagen: zwei Gondelbahnen, eine Sesselbahnanlage, vier Skilifte (davon zwei Doppelskilifte), eine kurze Standseilbahn, zwei Klein-Skilifte und ein Laufband.

Geschichte Als 1882 die Gotthardbahn in Betrieb genommen wurde, verloren viele Passstrassen, die als Nord-Süd-Verkehrsachse dienten, an Bedeutung; und viele Bergdörfer wie auch Savognin verloren somit ihre Existenzgrundlage. In Savognin wurde für den wirtschaftlichen Aufschwung und gegen die Abwanderung der Wintersport entdeckt. Treibende Kräfte damals waren der Gemeindekanzlist Leza Spinatsch und Tobias Kuoni.

Gründung mini|hochkant=1.5|Alte Logos von Nandro und Savognin Bergbahnen Am 25. Mai 1962 hat Tobias Kuoni die Aktiengesellschaft «Nandrò Ski- und Sessellifte Savognin-Piz Martegnas AG» gegründet. Der Name Nandrò hatte das Unternehmen von der Val Nandro, einem Seitental des Oberhalbsteins, in dem sich das Skigebiet befindet. Der Name Nandrò-Bergbahnen AG Savognin blieb bis Dezember 1998 der offizielle Name des Unternehmens.Savognin Bergbahnen AG auf der Website monetas.ch. Abgerufen am 11. November 2014. Im Sommer 1962 baute die Nandrò AG ganz ohne Hilfe von Helikoptern (die gab es damals noch nicht) drei Transportanlagen: Eine 2er-Sesselbahn von Savognin nach Tigignas, einen Skilift von Tigignas nach Somtgant und einen weiteren Skilift von Somtgant auf den Piz Martegnas. Die letzten Anlagen wurden am 20. Dezember 1962 – 2 Tage vor der Eröffnung der drei Bahnen – fertiggestellt. Eine Einzelfahrt pro Sektion kostete im Winterjahr 1963/64 1.50 Franken, eine Tageskarte 10 Franken. In der Wintersaison wurden ca. 196'000 Personen befördert.

Frühe Pionierleistungen mini|Autoaufkleber «Mein Ziel Savognin» In den folgenden Jahren erbrachte das Unternehmen eine Vielzahl weiterer Pionierleistungen.. Website der Savognin Bergbahnen. Abgerufen am 19. Februar 2016. Unter anderem richtete es 1965 den ersten automatischen Schnee- und Pistenbericht ein, baute 1969 die längste Gondelbahn der Welt und führte als erster Ferienort der Schweiz einen Autokleber mit der Aufschrift «Mein Ziel Savognin» ein. 1973 schrieb die Musikgruppe Peter, Sue & Marc sogar ein Lied mit dem Text «Mein Ziel ist Savognin».Savogninerlied auf YouTube. Abgerufen 10. November 2014. 1978 baute das Unternehmen die erste Gross-Schneeanlage Europas (siehe unten)Andrej Abplanalp: Aus heiterem Himmel Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 9. Dezember 2017, die dem Skigebiet Schneesicherheit brachte. Als Skigebiet mit der einzigen Schneeanlage weit und breit wurde Savognin zu einem attraktiven Trainingsort für Profiskifahrer, und zwischen 1983 und 1995 zum Austragungsort von sieben FIS-Doppelveranstaltungen. 1985 fand dank der Schneeanlage sogar der Slalom-Weltcup der Damen in Savognin statt. In Leysin im Kanton Waadt, wo der Weltcup eigentlich stattfinden sollte, lag weder Schnee, noch verfügte das Skigebiet über Beschneiungsmöglichkeiten.

See/Parkplatz

mini|Doppelnutzungsanlage See im Sommer (oben) und Parkplatz im Winter (unten) Im Sommer 1986 bauten die Savognin Bergbahnen zusammen mit der Gemeinde Savognin für 2,5 Mio. Franken die Doppelnutzungsanlage See/Parkplatz. Eine Fläche von 1.4 ha wurde asphaltiert und dient seitdem im Winter als Parkplatz für die Wintersportler. Im Frühling wird der Winterparkplatz über eine unterirdische Wasserleitung aus einer Quelle geflutet, und ein 40 – 60 m breiter und 250 m langer Badesee mit einer maximalen Tiefe von 2,80 m entsteht. Der See wird genannt. Das Wasser wird via Überlauf in die Julia geleitet. Durch den dunklen Asphaltboden erwärmt sich der See im Sommer schnell auf eine angenehme Badetemperatur, deshalb wird er in der Tourismuswerbung als "wärmster Badesee der Alpen" bezeichnet. Um den See herum befinden sich zusätzlich zahlreiche Freizeitmöglichkeiten (Beachvolleyball, Minigolfanlage, Kinderspielplatz).

Verkauf an Österreicher 2010 haben Markus Schröcksnadel – Sohn des österreichischen Skiverbandspräsidenten Peter Schröcksnadel – und die Brüder Anton und Peter Schmidl 51 Prozent der Aktien gekauft. Die Familien Schröcksnadel und Schmidl halten in Savognin gleich grosse Anteile. Neben Leo Jeker verkauften auch die Hauptteilhaber Astrid Kuoni und Jörg Pool den Grossteil ihrer Aktien. Unverändert blieb das namhafte Aktienpaket der Gemeinde Savognin."Savognin Bergbahnen in den Händen von Österreichern Österreichisches Geld soll die Zukunft sichern". In: Tages-Anzeiger, 1. Dezember 2010. Abgerufen am 3. November 2014. Die neuen Herren sind in der österreichischen Bergbahn-Branche bekannte Grössen und arbeiten seit Längerem zusammen. Im Jahr 2000 übernahmen die Familien das Skigebiet Großglockner Heiligenblut und positionierten es neu. Daneben beteiligen sie sich an einer Reihe von weiteren österreichischen Bergbahnen. Daher sind die Saisonkarten der Savognin Bergbahnen auch in den acht Ski-Destinationen Kössen/Hochkössen, Hinterstoder, Wurzeralm, Hochficht, Kasberg/Grünau, Ötscher, Grossglockner/Heiligenblut und Hochkar in Österreich gültig. Website der Savognin Bergbahnen. Abgerufen am 5. November 2014. Das erklärte Ziel der neuen Besitzer ist es, in neue Anlagen zu investieren, und Savognin in der Topliga der Familienskigebiete zu halten. Zu diesem Zweck wurde auch eingeführt, dass Kinder bis 10 Jahren in Begleitung eines zahlenden Elternteils die Bergbahnen gratis benützen dürfen. Die neuen Besitzer erklärten, sie hätten die gleichen Vorstellungen über die Entwicklung des Unternehmens und über die Führungsphilosophie wie die vorherigen Hauptaktionäre.

Preise und Auszeichnungen rahmenlos|hochkant=0.6|links mini|Pokale vom Skiareatest für den Beschneiungsmeister des Jahres. Seit dem Jahr 2001 trägt das Unternehmen das Qualitäts-Gütesiegel QI vom Schweizer Tourismus-Verband der Stufe 2. Ausserdem hat das Unternehmen in den letzten Jahren eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten. Für die Wintersaison 2003/04 hat das Skigebiet vom internationalen Skiarea-Test die Preise für das freundlichste Bahn- und Bergrestaurantpersonal, für die beste Betriebsleitung (Teias Wasescha), für den kompetentesten Schneemeister (Leza Schmid), für die beste Beschneiungsanlage, für die beste Pistenpflege sowie für den Seilbahner des Jahres (Leo Jeker) gewonnen.Die Besten im Jahr 2003/04 Website vom Internationalen Skiareatest. Abgerufen am 5. November 2014. Vom selben Test wurden an Savognin in der Saison 2007/08 die Preise für den besten Schneemacher und für die beste Beschneiungsanlage sowie der PistengütesiegelDie Besten im Jahr 2007/08 Website vom Internationalen Skiareatest. Abgerufen am 5. November 2014. und in der Saison 2010/11 die Preise für das freundlichste Kassenteam, der 3. Platz als Familienskigebiet und wiederholt der Pistengütesiegel vergeben.Die Besten im Jahr 2010/11 Website vom Internationalen Skiareatest. Abgerufen am 5. November 2014. Seit 2008 hat das Skigebiet bei mehreren Tests die höchsten Auszeichnungen für Familienfreundlichkeit erhalten, unter anderem bei snowfriends.ch (2008/09), skigebiete-test.de (2009/10)Testbericht Savognin - Anfänger skigebiete-test.de. Abgerufen am 5. November 2014. und alpensicht.com (2011/12, 2012/13 und 2013/14).Bewertung Savognin Alpensicht.com. Abgerufen am 5. November 2014. Am 14. November 2006 erhielt Leo Jeker, der langjährige Direktor der Savognin Bergbahnen, den «Milestone 2006» für sein Lebenswerk. Schweizer Tourismus-Verband. Abgerufen am 5. November 2014.Simone Leitner (PDF) In: hotel+tourismus revue, 20. Mai 2009. Abgerufen am 5. November 2014. Der Milestone wird jährlich von der Fachzeitung hotel+tourismus revue, dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und dem Schweizer Tourismus-Verband (STV) verliehen.

Schneeanlage In den 1950er-Jahren hat der Ingenieur Joe Tropeano aus den USA zufällig die erste Schneekanone entwickelt, als er Rasensprenger durch den Einsatz von Druckluft verbessern wollte und dabei ungewollt Schnee produziert hat.Bayerisches Landesamt für Umwelt Damit ging Joe Tropeano als Entdecker des industriell hergestellten Schnees in die Geschichte ein. In Europa begannen sich Anfang der 1950er-Jahre schneeärmere Winter abzuzeichnen. In Savognin musste vor allem nach längeren Föhnperioden die Talabfahrt geschlossen werden. Das Gebiet um Savognin leidet natürlicherweise an Schneearmut. Die Verantwortlichen der Savognin Bergbahnen haben sich 1976 über bestehende Beschneiungsmöglichkeiten umgesehen, jedoch keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Sie beschlossen deshalb, selbst ein Gesamtkonzept für den Bau einer Schneeanlage zu entwerfen. Es entstand die erste Gross-Schneeanlage Europas.

Die erste Gross-Schneeanlage Europas mini|hochkant=1.5|Schild über dem Eingang zur Pumpstation Savognin Die Projektierung fand im Winter 1977/78 statt. Am 12. Juli 1978 war Baubeginn. Die Schneeanlage entstand im Sommer 1978 mit Unterstützung des Erfinders Joe Tropeano aus den USA, von Sture Hennigson aus Schweden und des Churer Hydraulikingenieurs Reidar Hegland. Es wurde ein Graben von Savognin () über Tigignas () bis nach Fugna () gebaut und zwei Leitungen gezogen, eine für das Wasser und eine für die Druckluft. In Savognin wurde eine Pumpstation mit 3 Pumpen und 5 Kompressoren gebaut. Die Pumpen mussten auch für die oberste Schneekanone im System einen Wasserdruck von 12 bar und einen Luftdruck von 7,5 bis 8 bar sicherstellen. In Tigignas entstand ebenfalls eine Pumpstation mit zwei Pumpen. Die Kanonen sind über Schweden aus den USA gekommen. Das Wasser wurde von der Julia abgezogen. Bereits am 23. November 1978 schneite Savognin erstmals für seine Gäste, und der Slogan «Savognin schneit für Sie» wurde im Umlauf gebracht. Olympiasieger Heini Hemmi und Landammann Tona Collet haben die Schneeanlage am 8. Dezember 1978 getauft. Der Bau der Schneeanlage bestehend aus 10 Hochdruck-Kanonen vom Typ Larchmont verteilt auf einer 3,5 Kilometer langen PistePionier der weissen Pracht aus der Kanone. In: Neue Zürcher Zeitung, 2. Februar 2009. Abgerufen am 7. November 2014. hat 3,4 Mio. Franken gekostet.Leo Jeker Seilbahnen Schweiz – «30 Jahre Beschneiung in Europa». Tagung 10./11. März 2009 in Savognin. Abgerufen am 7. November 2014. Treibende Kräfte von Anfang an waren Dr. Tobias Kuoni (Verwaltungsratspräsident), Leo Jeker (Direktor), Teias Wasescha (Betriebsleiter) und Leza Schmid (Chef-Schneemacher).Der Schneemacher und seine Passion. In: Bündner Tagblatt, 8. März 2014. Abgerufen am 10. November 2014. Alle blieben ihren Ämtern über 30 Jahre lang treu.

Medien mini|Streifen aus Kunstschnee auf der Talpiste in Savognin.