mini|Logo Arosa Lenzerheide
Arosa Lenzerheide ist ein Wintersportgebiet in der Schweiz. Es entstand 2013/14 durch die Verbindung der bestehenden Skigebiete von Arosa und der Lenzerheide. Mit 225 Pistenkilometern sowie 43 Seilbahnanlagen ist es die grösste zusammenhängende Wintersportarena Graubündens.
Lage und Beschreibung
Das in Nord- und Mittelbünden gelegene Wintersportgebiet erstreckt sich vom innersten Schanfigg über das Urdental in die benachbarte westliche Talschaft mit Lenzerheide, Parpan–Valbella und Churwalden. Es deckt einen Höhenbereich von bis ab. Herausragende Gipfelerschliessungen mit Pendelbahnen und Panoramarestaurants sind das Weisshorn und das Parpaner Rothorn, das zugleich den höchsten mechanisch erschlossenen Punkt des Skigebiets markiert.
Arosa Lenzerheide verfügt weiter über 103 km präparierte Langlaufloipen sowie 4 Funparks («Snowpark Tschuggen», «Wood Ranch» und «Bärensnowpark» in Arosa sowie «JibArea Stätz» auf der Lenzerheide).Aroser Zeitung vom 21. November 2014, S. 5. Hinzu kommen 11,5 km Schlittelbahnen sowie 140 km präparierte Winterwanderwege. Im Sommer ist die Region ein beliebtes Wander- und Mountainbikegebiet.
Die seilbahntechnische Verbindung zwischen Arosa und Lenzerheide erfolgt über eine im Sommer 2013 erstellte, 1694 m lange und knapp 70 Höhenmeter überwindende Seilbahn – die Urdenbahn – vom Hörnligrat zum Urdenfürggli, das von der Lenzerheidner Seite zudem mit zwei kuppelbaren Sechser-Sesselbahnen erschlossen wird. Für den Betrieb des Skigebiets zeichnen hauptsächlich die Arosa Bergbahnen und die Lenzerheide Bergbahnen verantwortlich.
Bahnanlagen und Restaurants
Der Tarifverbund Arosa Lenzerheide umfasst 43 Seilbahnen. Davon befinden sich 14 in Arosa, 12 auf der Lenzerheide Ostseite (mit Urdenbahn und Sesselbahn Obertor), 13 auf der Lenzerheide Westseite (mit Sesselbahn Obertor) und 4 in Churwalden. Hier nicht aufgeführt sind reine Übungsanlagen wie Stricklifte und Förderbänder («Zauberteppiche»). Folgende Anlagetypen sind vorhanden (Stand 2026):
4 Pendelbahnen 4 Gondelbahnen 18 Sesselbahnen (17 kuppelbare) 15 Skilifte
Mit (F) gekennzeichnete Bahnen können auch von Fussgängern benutzt werden.
Arosa
Lenzerheide, Valbella, Parpan (Ostseite)
Lenzerheide, Valbella, Parpan (Westseite)
Churwalden
Die Urdenbahn (Luftseilbahn Hörnli–Urdenfürggli) Das Herzstück der Skigebietsverbindung ist die von den Arosa Bergbahnen gebaute und betriebene Urdenbahn zwischen dem Hörnligrat und dem Urdenfürggli. mini|Die Urdenbahn mit den roten Tragseilreitern im Eröffnungswinter 2013/14 Der österreichische Seilbahnbauer Steurer erstellte zwei parallel verlaufende einspurige Zweiseilpendelbahnen, die mit je einem Seilfeld ohne Stützen auskommen. Es bestehen zwei Zugseil-Schlaufen, wobei die Rückführung der Seile jeweils auf der Spur der anderen Bahn erfolgt. Zur entsprechenden Stabilisierung werden je 17 grosse Tragseilreiter eingesetzt. Als Transportmittel fungieren zwei verglaste Kuechler-Design-Kabinen von Gangloff mit je sechs automatischen Türen und einer Kapazität von jeweils 150 Personen. Die stündliche Transportleistung beträgt 1700 Personen pro Richtung. Bei niedrigem Fahrgastaufkommen oder technischen Einschränkungen kann mit nur einer Bahn operiert werden. Bei einer Passagier-Evakuation sieht das Bergekonzept den Einsatz von Seilwinden zwischen den beiden Kabinen vor.
Um die Betriebsenergie im Rahmen zu halten, sind die Fahrprogramme der beiden Bahnen aufeinander abgestimmt. Die Fahrten werden so gesteuert, dass die Generator-Leistung der einen Bahn optimal mit der motorischen Leistung der anderen verknüpft wird. Damit kann verhindert werden, dass ab der Fahrbahnmitte bei Volllast unnötige Energie verbraucht wird. Die beiden Stationen wurden in offener Bauweise errichtet, wodurch sie sich unauffälliger in die Landschaft einfügen. Die Passagiere gelangen über klappbare Podeste in die Kabine und zwar durch drei Türen gleichzeitig. So lassen sich die Kabinen in rund zwei Minuten entladen und wieder füllen. Während die Kabine die Station verlässt, werden die Zutrittspodeste automatisch hochgeklappt und dienen als Sicherheitsgeländer.s&bt Magazin, Seilbahn & Business Tourismus, 1/2013, S. 64 f. mini|Die Urdenbahn (Station Hörnligrat) im Bau 2013 Der Bau der Urdenbahn folgte einem ambitiösen Zeitplan. Der Werkvertrag mit dem Seilbahnbauer wurde im Mai 2012 abgeschlossen und die Einsprachen der Naturschutzverbände im Dezember 2012 zurückgezogen. Die Bauleitung übernahm Thomas Gurzeler, der ehemalige Direktor der Arosa Bergbahnen, auf Mandatsbasis. Das Bauvorhaben schien zunächst schneller voranzukommen als dasjenige der beiden Sesselbahnen Heimberg und Motta. Zu Beginn wurde eine Transportseilbahn mit markanten Fachwerkstützen zwischen dem Hörnligrat und dem Urdenfürggli eingerichtet. Im Bereich der Weststation starteten die ersten umfangreichen Erdarbeiten aufgrund der Schneelage allerdings erst Ende Juni, während am Hörnligrat der Schnee schon zuvor abgetragen wurde, um mit den Bauarbeiten zeitig beginnen zu können. Aufgrund eines unerwartet nassen Frühjahrs sowie geologischen Problemen am Urdenfürggli, auf die mit zusätzlichen Stabilisierungsarbeiten reagiert werden musste, verzögerten sich die Bauarbeiten erheblich. Erst Mitte September waren die Tiefbauarbeiten soweit abgeschlossen, dass mit der Montage der Stationsaufbauten begonnen werden konnte. Die Anlieferung der Tragseile erfolgte mit Schwertransportern von der Lenzerheide zum Urdenfürggli. Der Transport der Zugseile wurde von Arosa aus durchgeführt. Mitte Oktober wurde bekannt, dass sich die Arbeiten sechs Wochen hinter dem Zeitplan befanden. mini|Die Station Urdenfürggli 2015 In den darauffolgenden Wochen liefen die Montagearbeiten auf Hochtouren. Anfang November wurden die Tragseile von der Weststation auf dem Urdenfürggli zur Oststation am Hörnligrat gezogen und zunächst mit einem Gewicht von 90 Tonnen gespannt. Die endgültige Leerseilspannung von 150 Tonnen erreichten die Seile einige Wochen später. Die erste der beiden 150-Personen-Kabinen wurde am 8. November 2013 vom Produktionsstandort Bern auf einem Tieflader nach Arosa gebracht. Dort wurde sie zwischengelagert und danach per ferngesteuertem Pneutransporter im Schritttempo zum Hörnligrat transportiert. Die Montage erfolgte durch einen Mobilkran, nachdem die Fertigstellung der Oststation und der Abspannung der Seile beendet war. Die Anlieferung der zweiten Kabine erfolgte einige Zeit später, was erneut einen aufwendigen Spezialtransport zum inzwischen tief verschneiten Hörnligrat nach sich zog.
Trotz aller Anstrengungen mussten die Arosa Bergbahnen am 8. November 2013 in einer Pressemitteilung bekanntgeben, dass der geplante Eröffnungstermin im Dezember 2013 nicht eingehalten und die Verbindungsbahn erst in der zweiten Januarhälfte 2014 dem Betrieb übergeben werden könne. Allerdings konnten noch vor den Weihnachtsfeiertagen die Bau- und Seilarbeiten im Urdental weitgehend abgeschlossen werden. In der Folge wurden diverse Inbetriebnahmearbeiten durchgeführt, ehe die interne Abnahme seitens der Arosa Bergbahnen und schliesslich die offizielle Abnahme durch das BAV Anfang 2014 erfolgten. mini|Die Station Hörnligrat 2014 Nach der Eröffnung am 18. Januar 2014, die mit einem Festakt begangen wurde, lief der Winterbetrieb trotz reger Nutzung der Bahn weitgehend störungsfrei. In den ersten 93 Betriebstagen transportierte die Urdenbahn 335‘000 Personen, an Spitzentagen waren rund 11‘000 Frequenzen zu verzeichnen. Im Sommer 2014 fand während der Hauptsaison ein sechswöchiger Probebetrieb statt, um den entsprechenden Nutzungsbedarf von Wanderern und Mountainbikern zu evaluieren. Das Ergebnis fiel trotz des meist trüben Wetters zufriedenstellend aus. Im Anschluss daran nahmen die Arosa Bergbahnen die letzten Bauarbeiten vor. Unter anderem wurden die vier Tragseil-Betonpoller bei den Stationen eingekleidet und die Umgebungsarbeiten zu Ende geführt.
Technische Daten Fahrbahnlänge: 1682 m Oststation Arosa: Weststation Lenzerheide: mini|Seilbahnkabel der Urdenbahn über dem Urdensee Höhendifferenz: 66 m Nutzlast pro Kabine: 150+1 Pers. / 12'080 kg Dimension Tragseile: 76 mm Dimension Zugseile: 42 mm Mittlere Antriebsleistung: 850 kW Maximale Fahrgeschwindigkeit: 12 m/s (schnellste Pendelbahn der Schweiz) Durchschnittliche Fahrdauer: 5 min (inkl. Wartezeit in Kabine) Installierte Förderleistung: 2 × 850 Pers./h
Auszeichnung mini|Neue Kabine der Rothornbahn nach dem Vorbild der Urdenbahn Die Urdenbahn wurde anlässlich des vom Rat für Formgebung verliehenen German Design Awards 2015 unter 2250 nominierten Produkten als «Winner» der Kategorie «Transportation and Public Design» ausgezeichnet. Die Lenzerheide Bergbahnen orientierten sich an der Formgebung der Urdenbahn-Kabinen und liessen im Zuge der Konzessionserneuerung 2015 die neuen Kabinen der Rothornbahn 2. Sektion ebenfalls durch Kuechler Design gestalten.Aroser Zeitung vom 29. Dezember 2014, S. 13.
Trivia Der 20. Dezember 2014 sah mit Corinne und Steve Hafner-Stamm das erste Brautpaar, das sich in einer Kabine der Urdenbahn das Ja-Wort gegeben hat.Aroser Zeitung vom 29. Dezember 2014, S. 15.
Restaurants Im ganzen Skigebiet verteilt befinden sich rund 45 Restaurants und Bars (Stand 2026). Davon sind rund die Hälfte auch für Winterwanderer erreichbar.
Partner-Schneesportgebiet Tschiertschen mini|alt=|Tschiertschen mit Sesselbahn Waldstafel Das auf der linken Seite des Schanfigg gelegene Skigebiet Tschiertschen ist nicht Teil des Tarifverbunds Arosa Lenzerheide. Der über rund 27 Pistenkilometer verfügende Ferienort Tschiertschen unterhält je 2 Sesselbahnen und Skilifte. Er kann über Freeridepisten vom Bereich Hörnli–Urdenfürggli auch von Arosa und der Lenzerheide aus erreicht werden. Für die «Skisafari» (Rundtour) Arosa–Tschiertschen–Parpan/Lenzerheide–Arosa werden in Tschiertschen speziell vergünstigte Transporttarife angeboten.
Sommerbetrieb Auch im Sommer ist die Region Arosa Lenzerheide ein bekanntes Urlaubsziel, vom Frühjahr 2018 bis Herbst 2021 ebenfalls im gemeinsamen Auftritt. Neben Wander-, Nordic-Walking- und Mountainbike-Möglichkeiten gibt es zahlreiche Attraktionen, wie die Downhillstrecken an Rothorn, der 2018/19 eröffnete Flowtrail am Hörnli oder die über 3 km lange Sommerrodelbahn samt Seilpark in Churwalden/Pradaschier. Weiter laden der Untersee und der Heidsee zu alpinem Badespass, wobei für Kinder spezielle Infrastruktur zur Verfügung steht.
In Arosa können Einheimische, Aufenthalter, Ferien- und Tagesgäste mit der «All-Inclusive-Karte» diverse Angebote gratis nutzen, darunter den Bootsbetrieb auf dem Obersee, den Seilpark Waldfestwiese, das Heimatmuseum, den Arosa-Bus sowie die Bergbahnen vor Ort.
Folgende Seilbahnen sind grundsätzlich auch im Sommer in Betrieb (Stand 2026): mini|Sommerbetrieb der Rothornbahn mit Mountainbike-Park Arosa Weisshornbahn 1. Sektion (Arosa – Mittelstation) Weisshornbahn 2. Sektion (Mittelstation – Weisshorngipfel) Hörnli-Express (Innerarosa – Hörnligrat) Urdenbahn (Hörnligrat – Urdenfürggli) Lenzerheide, Valbella Rothornbahn 1. Sektion Rothornbahn 2. Sektion Sesselbahn Weisshorn-Speed Urdenbahn (Urdenfürggli – Hörnligrat) Sesselbahn Tgantieni (Val Sporz – Tgantieni) Sesselbahn Scalottas (Tgantieni – Piz Scalottas) Churwalden Gondelbahn Heidbüel (Churwalden – Heidbüel) Sesselbahn Pradaschier (Churwalden – Pradaschier)
Geschichte Projekte für die Skigebietsverbindung mini|Die Skipiste am Gredigs Fürggli markiert die geographische Grenze zwischen Arosa/Schanfigg und Lenzerheide/Churwaldnertal Die Realisierung der Skigebietsverbindung Arosa Lenzerheide beanspruchte seit den ersten öffentlich bekannt gewordenen Projektideen 60 Jahre. Aufgrund dieses bemerkenswerten und in der Schweiz einmaligen Umstands nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Eckpunkte des Vorhabens:
Erste «Vision» 1953