Der FC Wohlen ist ein 1904 gegründeter Schweizer Fussballclub aus Wohlen im Kanton Aargau.
Er spielte von 2002 bis 2018 in der Challenge League. Nach dem 2018 vom Verein beschlossenen Rückzug aus dem Profifussball spielte die 1. Mannschaft eine Saison in der Promotion League und stieg danach in die 1. Liga ab. Als Heimstätte dient das 2004 eröffnete Stadion Niedermatten.
Geschichte Gründung Die blühende Wohler Strohindustrie brachte es mit sich, dass viele junge Männer als Vertreter im Auftrag ihrer Firmen in die Romandie, nach Frankreich oder sogar nach England reisten. Der dort praktizierte «Football» faszinierte einige so stark, dass sie diesen in die Heimat bringen wollten.
Das Gründungsprotokoll des «Football-Club Wohlen» beginnt dann auch folgendermassen: «Wir, junge Handelsbeflissene von Wohlen, welche das Fussballspiel teilweise in der französischen Schweiz kennengelernt und betrieben haben, kamen auf die Idee, auch in Wohlen einen Football-Club zu gründen, um uns selbst, wie auch anderen jungen Leuten, die Gelegenheit zu bieten, sich durch das Fussballspiel Zerstreuung, Kraft und Gesundheit zu erwerben.» Neben der Erläuterung des gesundheitlichen Nutzens ist zudem folgende Devise zu lesen: «Unser Prinzip ist: Mit bescheidenen Mitteln sich viel Nützliches zu bieten.» Etwas, was auch heute noch seine Gültigkeit hat. Als Gründer werden Richard Wohler, Fritz Muntwyler, Arnold Meyer, F. Honegger, Otto Furter, Otto Aeschbach, Edwin Meyer, Emil Duber und Victor Bürgi erwähnt.
Am 21. Mai 1904 fand die erste protokollierte Sitzung mit zwölf Mitgliedern statt. Die Wahl des Vorstandes ergab folgendes: Richard Wohler, Präsident, Fritz Muntwyler, Aktuar, Arnold Meyer, Kassier, Fritz Moser, Captain, und Otto Furter, Materialwart. Als Vereinslokal wurde einstimmig das «Rössli» gewählt, da dort ein Zimmer zur Verfügung stand, das abgeschlossen werden konnte. Robert Wohler stellte dem Club eine Wiese im Boll als Spielplatz zur Verfügung, der bis im April 1918 genutzt wurde. Es wurde zudem beschlossen, Goals zu erstellen, einen Ball in Genf zu beschaffen und sich erste Trikots zu organisieren. Diese hatten noch die Farben Gelb und Grün. Nicht zuletzt stand die Beschaffung der «Regeln über das Fussballspiel» auf der Traktandenliste.
Anfangsphase (1904–1929) Das erste Spiel fand am 25. September 1904 in Wohlen gegen «Aarau II» statt, denen als Dank ein Fass Bier spendiert wurde. 0:17 ging die Partie verloren. In der Mannschaft war nur eine Person auf dem Platz, die davor schon einmal einen Match gespielt hatte, weshalb die hohe Niederlage niemanden überraschte. Für den FC Wohlen spielten: Arnold Meyer, Josef Donat, Otto Furter, Fritz Moser, Winiger, Victor Bürgi (Captain), Fritz Muntwyler, Emil Dubler, Richard Wohler, Edwin Meyer und F. Honegger. Am 23. Oktober folgte das Rückspiel in Aarau, das nur noch 1:5 verloren ging. Der spätere Gemeinderat Richard Wohler ging als erster Torschütze für den FC Wohlen in die Geschichte ein.
Der Verein entwickelte sich weiter und erhielt regen Zuwachs an aktiven und passiven Mitgliedern. Auch die Crème de la Crème der Wohler Strohindustrie gehörte schnell zu den Mitgliedern. Im Protokoll vom Dezember 1905 wurde zudem vermerkt, dass der Fussballclub «12 Chemisettes und ebenso viele Casquettes in schönem Blau und mit einem weissen Stern auf der Brust ausgeführt» von Paul Walser geschenkt bekam. Da entstanden die neuen Clubfarben, und Paul Walser wurde zudem zum ersten Ehrenmitglied ernannt.
1906 trat der FC Wohlen der «Schweizerischen Fussball-Association» bei, die ihn in die Serie C eingliederte. Ein Jahr später wurde er auch offiziell aufgenommen. Das Jahr schloss er als Sieger der «Serie C Ostschweiz» ab. 1908 wurde eine zweite Mannschaft gebildet (die 1914 aber wegen Spielermangels wieder aufgelöst werden musste). 1910 wurde die «Aargauisch-Solothurnische Fussball-Association» gegründet, in die dann auch der FC Wohlen eintrat. Ein Jahr später konnte das Grundstück neben dem Spielfeld erworben werden, sodass dieses angepasst werden konnte und auch endlich reglementarisch einwandfrei war.
Während des Ersten Weltkrieges konnte zwar eine Interimsmannschaft aufrechterhalten werden, aber an einen Ligabetrieb war nicht zu denken. So kamen in dieser Zeit lediglich ein paar Freundschaftsspiele zustande. Auch der Spielplatz fiel 1918 der «Notstandsaktion» zum Opfer, sodass dort nun Getreide und Kartoffeln angebaut und nicht mehr Fussball gespielt wurde. Die Spieler hielten sich mit Leichtathletik etwas in Form. Für die Saison 1918/19 konnte ein Platz an der Villmergerstrasse gepachtet werden, sodass es auch im regulären Spielbetrieb wieder weitergehen konnte.
Ab 1920/21 stellte der FC Wohlen bereits vier Teams. Die 1. Mannschaft spielte in der Serie B des inzwischen in SFAV (Schweizerischer Fussball und Athletik-Verband) umbenannten nationalen Verbands, die 2. in der Serie A des Kantonalverbandes, die 3. in der Serie B, und die 4. trug nur Freundschaftsspiele aus. Die 1. Mannschaft reiste an Pfingsten 1921 zum ersten Mal ins Ausland zu Freundschaftsspielen (gegen Durlach, Grötzingen und Karlsruhe). Durch den Kauf des Terrains an der Villmergerstrasse durch Paul Walser war der FC Wohlen zumindest die Sorge über die Unsicherheit eines Spielplatzes los. 1922/23 spielte die 1. Mannschaft dann zum ersten Mal in der Serie Promotion und wurde da Sechster. Zudem wurde beschlossen, Juniorenmannschaften zu gründen.
Am 28. September 1929 fand die grosse Jubiläumsfeier «25 Jahre FCW» statt. Das Programm im Casino Wohlen bestand aus dem Orchester Bindschedler, dem Männerchor Wohlen sowie anschliessendem Tanz und «Kilbileben». Abgerundet wurden die Festlichkeiten mit einem Katerbummel am Tag darauf.
Entwicklung ab 1930 Für den FC Wohlen lief es sportlich gut, und so wurden 1930 die Spiele um den Aufstieg in die 1. Liga erreicht. Das erste Aufstiegsspiel wurde in Zürich gegen den FC Oerlikon mit 1:0 gewonnen. Die zweite Partie gegen Schaffhausen/Sparta endete mit 2:2, sodass es eine Woche später zu einem Wiederholungsspiel kam. Mit 2:1 gewann der FC Wohlen das Spiel, das in Winterthur stattfand, und stieg so in die höchste Liga der Schweiz auf.
Das erste Spiel in der höchsten Liga fand am 16. Januar 1931 im Hardturm gegen den Grasshopper Club Zürich (GC) statt. Die Zürcher waren klar überlegen und entschieden die Partie mit 10:1 für sich. Nach einer Saison war der Höhenflug wieder vorbei, und der FCW verabschiedete sich wieder aus der höchsten Spielklasse.
Nach einer Saison in der 1. Liga (die durch eine Ligareform nun die zweithöchste Spielklasse war) ging es für den FC Wohlen noch eine Stufe hinunter in die 2. Liga (Zürcher Gruppe), wo er dann die nächsten Jahre verbleiben sollte. 1935 wurden zudem die Eintrittspreise neu festgelegt: Herren 0.80 Fr., Damen 0.50 Fr., Kinder 0.20 Fr. und Tribüne 1.30 Fr. Zudem wurden neue Trikots angeschafft, welche die Spieler selbst zu bezahlen hatten.
Selbst die Zeit des Zweiten Weltkrieges verlief in Wohlen eher unspektakulär. Der Platz durfte sogar weiterhin als Spielfeld genutzt werden. Wegen der vielen militärischen Absenzen bei praktisch allen Vereinen sind die sportlichen Resultate in dieser Zeit nicht besonders aussagekräftig. Der FC Wohlen hielt sich aber in der 2. Liga, wo er auch die darauf folgenden Jahre verbrachte.
Zum 40-Jahr-Jubiläum des FCW wurde ein Freundschaftsspiel gegen GC organisiert. Rund 900 Personen verfolgten die Jubiläumsveranstaltung, bei der es auch noch ein Junioren- und ein Senioren-Spiel gab. Zum Jubiläum zehn Jahre später wurde das erste Grümpelturnier in Wohlen organisiert und ein Wiesenfest durchgeführt.
Am 5. September 1957 starb Paul Walser in London. Von dem wohl grössten Gönner und Stifter des Vereins wurde mit einer Gedenkfeier Abschied genommen.
Aufstieg und Fall (1961–1975) Die Saison 1960/61 schloss der FC Wohlen mit dem Gruppensieg ab, sodass er sich für die Aufstiegsspiele qualifizierte. In Dietikon kam es am 2. Juli 1961 zum Entscheidungsspiel gegen den SC Zug. Für dieses Spiel reisten rund 1000 Personen aus Wohlen an. Dem FCW genügte bereits ein Unentschieden, um den Aufstieg zu realisieren. Das Spiel endete mit 4:4. Mit einer Autokolonne ging es anschliessend zurück nach Wohlen, wo der Aufstieg in die höchste Amateurklasse auf dem Bärenplatz gefeiert wurde.
Der FC Wohlen musste sich in den folgenden Jahren zwar meist mit Tabellenrängen in den hinteren Regionen begnügen, trotzdem besuchten im Schnitt 800 bis 1000 Personen die Spiele. In dieser Zeit fanden auch die ersten «grossen» Cup-Spiele (u. a. gegen YB, Chiasso, Aarau oder Lugano) statt.
Sechs Saisons konnte sich der FCW in der Liga halten. Die Saison 1966/67 war aber zum Vergessen. Mit nur 11 Punkten aus 24 Spielen wurden die Freiämter klar Letzte und stiegen somit wieder in die 2. Liga ab. Die Spielzeiten in der 2. Liga Gruppe Aargau verliefen unspektakulär. Oftmals spielte Wohlen oben mit, aber für mehr reichte es nie. In den 70er Jahren lief es dann plötzlich nicht mehr ganz so rund. In der Saison 1974/75 ereignete sich der wohl grösste sportliche Tiefpunkt in der Geschichte des FC Wohlen. Nach einer desaströsen Saison stand der Abstieg in die 3. Liga fest.
Der langsame Aufstieg ab 1978 Insgesamt zwei Jahre spielte der FC Wohlen in der 3. Liga. Im Frühling 1978 gelang dann der Wiederaufstieg. In der 2. Liga konnte sich der Verein etablieren. Im Jahr 1979 wurde zudem ein Wärterhäuschen in der Innerschweiz für 5000 Franken gekauft, dort abgebaut und in Wohlen wieder aufgebaut. Die «Paul-Walser-Stube» war geboren. Der Aufstieg in die 1. Liga blieb den Freiämtern erst noch verwehrt. Trotzdem gab es den ersten «kleinen» Titel zu gewinnen. Mit einem 4:0-Sieg gegen Buchs wurde der FCW 1980 das erste Mal Aargauer Cupsieger.
Es passierte nicht mehr viel, bis 1984 der ehemalige FCW-Junior René Meier zum Präsidenten des FC Wohlen gewählt wurde. Meier machte sich aber nicht nur Freunde, und so wurde schliesslich der gesamte Vorstand und Trainerstab ausgetauscht; aber auch eine Professionalisierung fand statt. Nach dem ersten Jahr, als der Ligaerhalt noch das Ziel gewesen war, hiess das Ziel im zweiten Jahr schon Aufstieg in die 1. Liga. Der Coup gelang fast: Der FCW wurde 1986 Aargauer Meister, aber in den Aufstiegsspielen gegen Herisau konnte er sich nicht durchsetzen. In dieser Saison stand auch das erste Mal Ciriaco Sforza auf dem Platz. Auch in der darauffolgenden Saison sicherte sich der FCW die aargauische Meisterschaft, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen. So wurde 1987/88 der dritte Anlauf genommen. Nach dem dritten Meistertitel in Folge gelang es dann auch, sich in den Aufstiegsspielen gegen Rüti durchzusetzen. Im Restaurant Frohburg wurde der Aufstieg in die 1. Liga gefeiert.
Während in der ersten Saison die Liga noch gehalten werden konnte, gelang dies in der Saison 1989/90 nicht mehr, und der FC Wohlen stieg wieder in die 2. Liga ab.
Der Weg in die Nationalliga B (1990–2003) Die ersten Jahre in der 2. Liga verliefen sportlich ruhig und unspektakulär. Erst in der Saison 1994/95 gelang es, die Meisterschaft zu gewinnen. In den Aufstiegsspielen konnte sich der FCW dann aber nicht durchsetzen. Zwei Jahre später konnte die Meisterschaft erneut gewonnen werden – mit 10 Punkten Vorsprung auf Zofingen. Im Aufstiegsentscheidungsspiel am 18. Juni 1997 setzte sich der FC Wohlen gegen den FC Witikon schliesslich mit 3:0 durch und konnte den Aufstieg in die 1. Liga feiern.
Die Mannschaft erlebte einen zu grossen Umbruch und war auch sonst sportlich der neuen Liga nicht gewachsen. Als Zweitletzte stieg sie nach nur einer Saison wieder in die 2. Liga ab. Es folgte aber der direkte Gegenangriff. In der Saison 1998/99 holte der FCW das Double (Meisterschaft und Aargauer Cup), und auch bei den Aufstiegsspielen gegen Dürrenast liess er nichts anbrennen. Der Wiederaufstieg war geglückt.