mini|Exemplar mit breiten Zweigen mini|Exemplar mit schmalen Zweigen Die Gemeine Gabelzunge (Dictyota dichotoma) ist eine Braunalge aus der Gruppe der Dictyotales. Sie ist fast weltweit an den Meeresküsten verbreitet und kommt auch in der Nordsee vor.
Beschreibung Die Gemeine Gabelzunge besitzt einen buschigen, gelbbraunen bis olivbraunen Thallus, der 10 bis 15 (selten bis 35) Zentimeter hoch wird. Er besteht aus ganz regelmäßig gabelig verzweigten flachen Bändern von 2 bis 15 (selten bis 30) Millimeter Breite. Sie sind im Aussehen sehr variabel, so können sie spiralig verdreht oder flach sein, und an der Spitze stumpf-abgerundet enden oder leicht spitz zulaufen.
Die dichotome Verzweigung kommt zustande, indem sich die Scheitelzelle am Thallusende längs teilt. Der Thallus besteht aus einem inneren Gewebe aus großen Zellen zwischen zwei äußeren Rindenschichten aus kleinen Zellen.
Entwicklungszyklus Der Generationswechsel der Gemeinen Gabelzunge weist zwei gleichgestaltete (isomorphe) Generationen auf. Die Sporophyten sind aber schmalbandiger als die Gametophyten. Die Fortpflanzungsorgane sind über die ganze Thallusfläche (mit Ausnahme des Randes) verteilt, die dadurch fein punktiert wirkt. Der Sporophyt setzt unbewegliche Sporen frei. Diese wachsen zu männlichen und weiblichen Gametophyten heran, auf denen die Eizellen beziehungsweise Spermatozoiden entstehen.
Vorkommen Die Gemeine Gabelzunge ist weltweit an den Meeresküsten verbreitet. Im Atlantik kommt sie von Skandinavien bis zu den Kanarischen Inseln und Westafrika vor sowie von der Karibik bis nach Brasilien. Sie gedeiht auch im Mittelmeer. Ihr Areal umfasst ebenfalls Küsten im Pazifik (Japan, China, Chile), im Indischen Ozean, vor Australien und Neuseeland sowie in der Subantarktis.
In der Nordsee wurde die Art bei Helgoland und im Nordfriesischen Wattenmeer nachgewiesen. Während sie bei Helgoland in den 1930er Jahren noch reichlich vorkam, wurde sie bis zu den 1980er Jahren immer seltener. Nachdem sie für einige Jahrzehnte verschwunden war, trat sie ab 1999 wieder auf. Die Ursachen für diese starken Schwankungen der Bestände sind nicht bekannt.
Die Gabelzunge wächst auf festem Untergrund von der mittleren bis unteren Gezeitenzone bis zum Sublitoral. Selbst in mehr als 50 Metern Tiefe wurde sie noch gefunden.
Systematik Die Erstbeschreibung der Art erfolgte 1762 durch unter dem Namen Ulva dichotoma (in: Flora anglica, S. 476). stellte die Art 1809 in die Gattung Dictyota. Dictyota dichotoma ist die Typusart dieser Gattung.
Die Art wurde zeitweise anderen Gattungen zugeordnet und als Dichophyllium dichotomum , Fucus dichotomus , Haliseris dichotoma , Ulva dichotoma und Zonaria dichotoma bezeichnet. Außerdem gibt es zahlreiche weitere Synonyme: Dictyota acuta , Dictyota acuta var. patens , Dictyota aequalis var. minor , Dictyota apiculata , Dictyota areolata , Dictyota attenuata , Dictyota complanata ex , Dictyota elongata , Dictyota latifolia , Dictyota rotundata , Dictyota setosa , Dictyota volubilis , Neurocarpus annularis , Neurocarpus areolatus , Zonaria rotundata und Fucus zosteroides .
Nutzung Taucher können die Gemeine Gabelzunge zum Abreiben ihrer Tauchmasken verwenden, wodurch das Beschlagen der Gläser verhindert werden soll.
Quellen Michael D. Guiry in Michael D. Guiry, G.M Guiry: Dictyota dichotoma - In: AlgaeBASE - World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway, abgerufen am 10. November 2014. Inka Bartsch, Ralph Kuhlenkamp: Entwicklung der Makrophytenvegetation bei Helgoland vor dem Hintergrund der Wasserrahmenrichtlinie. In: Meeresumwelt Aktuell Nord- und Ostsee, 2009/1, S. 3. PDF-Datei Wolfram Braune: Meeresalgen. Ein Farbbildführer zu den verbreiteten benthischen Grün-, Braun- und Rotalgen der Weltmeere. Ruggell: Gantner, 2008, ISBN 978-3-906166-69-8, S. 126–127. P. Kornmann, P.H. Sahling: Meeresalgen von Helgoland – Benthische Grün-, Braun- und Rotalgen. Biologische Anstalt Helgoland, Hamburg 1983, , S. 161. Dirk Schories, Uwe Selig, Hendrik Schubert: Species and synonym list of the German marine macroalgae based on historical and recent records (Arten- und Synomliste der Makroalgen in den Deutschen Küstengewässern – Auswertung von historischen und rezenten Befunden). In: Rostock. Meeresbiolog. Beitr., Heft 21, 2009, S. 39. PDF-Datei. Michael Guiry: The Seaweed Site: information on marine algae: Dictyota dichotoma, abgerufen am 10. November 2014.
Weblinks
Kategorie:Braunalgen