mini|Wappenstein am ehemaligen Gerichtsgebäude, dem Wappen des Patrimonialgerichtes der Börde Lesum nachempfunden

Das Amtsgericht Lesum war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Lesum.

Geschichte Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Das Amtsgericht wurde daraufhin mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend als königlich hannoversches Amtsgericht gegründet. Es umfasste das Amt Lesum.Hannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32, 67, online Das Amtsgericht war dem Obergericht Verden untergeordnet.Verzeichnis der Obergerichte, Anlage zur Verordnung zur Ausführung der §§ 14,15 und 35 des Gesetzes über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 vom 7. August 1852, abgedruckt in: Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover: unter besonderer Berücksichtigung der Regierungs- und ständischen Motive zum practischen Gebrauche. Band 3, 1852, S. 135 online Es wurde 1859 aufgehoben und sein Gerichtsbezirk dem des Amtsgerichtes Blumenthal zugeordnet.Verordnung vom 31. März 1859 zur Bildung der Gerichte; abgedruckt in: Christian Hermann Ebhardt: Gesetze, Verordnungen und Ausschreiben für das Königreich Hannover: aus dem Zeitraume von 1813 bis 1839. Vierte Folge. 1856–1862: Abtheilung I. Rechts-Sachen, Band 12, 1863, S. 306, online Das Gericht amtierte als „Abtheilung Lesum“ am Ort weiter.Aufschrift z. B. „Actum Amtsgericht Blumenthal, zu Lesum, den 4. Januar 1869“ auf einem gerichtlich protokollierten Vertrag. Die Gemeinde errichtete 1875 auf der dem Gericht gegenüberliegenden Straßenseite ein Amtsrichter-Wohnhaus.

Infolge der Annexion des Königreichs Hannover durch das Königreich Preußen galt ab 1866 preußisches Recht. Durch die Justizreform wurde 1879 das Amtsgericht Lesum wieder verselbständigt. Der Gerichtsbezirk umfasste die Gemeinden Aumund (ohne Lobbendorf), Borchshöhe, Brundorf, Burgdamm, Eggestedt, Erve, Friedrichsdorf, Grohn, Holthorst, Lesum, Lesumstotel, Leuchtenburg, Löhnhorst, Neu Schönebeck, Platjenwerbe, St. Magnus, Schönebeck, Stendorf, Stubben, Voraumund und Wollah.Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879 PrGS 1879 S. 393 (Digitalisat) und 517 (Digitalisat)

Durch die Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939 wurde zum 1. November 1939 ein großer Teil des Gerichtsbezirkes in das Land Bremen eingegliedert.Wikisource: Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939 In der Folge wurde durch den Erlass über die Änderung von Gerichtsbezirken vom 9. Oktober 1942 das Amtsgericht Lesum zum 1. Januar 1943 aufgehoben und der Gerichtsbezirk je nach Landeszugehörigkeit den Amtsgerichten Bremen und Blumenthal (Bremen) bzw. Osterholz (Preußen) zugeordnet.RGBl. I 1942, S. 589. Digitalisat bei der Österreichischen Nationalbibliothek.

mini|Amtsgericht Lesum von 1854

Gerichtsgebäude Im Jahre 1854 erbaute die Justizverwaltung für 9622 Taler an der 1830/32 ausgebauten Chaussee (heute Hindenburgstraße 32) das Amtsgerichtsgebäude. Das Gebäude aus roten Backsteinen hatte halbrunde Fenster und ein flaches Zeltdach.

Neben den Gerichtsräumen waren vier Gefängniszellen angebaut.

Von 1912 bis 1915 wurde nördlich vom alten Amtsgericht ein Neubau errichtet und anschließend die beiden Gebäude durch einen niedrigeren Mittelbau verbunden. Heute wird das Gebäude als Polizeirevier genutzt.

Seit 2025 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Amtsrichter Wilhelm Adickes (1854–1894) (der Vater von Franz Adickes und Erich Adickes) Amtsgerichtsrat Dietrich Bernhard (1895–1925) F. W. Regeniter (1925–1939) Im Jahre 1912 wurde eine zweite Amtsrichterstelle eingerichtet, die nur bis 1926 besetzt war. Richter Bernhard erhielt die Dienstaufsicht.Johann Hennings: Der berufliche Werdegang des Richters Dietrich Bernhard. 1990 aus den beim Bremer Staatsarchiv verwahrten Akten des Amtsgerichtes Lesum. Als Stelleninhaber werden die Richter Pommy und Rohbach genannt.

Weblinks Wilfried Hoins: Luxuswohnungen im Knast. auf der Seite www.lesum.de Behördengeschichte beim Niedersächsisches Landesarchiv (Abteilung Stade)

Einzelnachweise

Lesum Lesum Kategorie:Burglesum Kategorie:Kulturdenkmal in Bremen Kategorie:Gerichtsgründung 1852 Kategorie:Aufgelöst 1859 Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1943