mini|hochkant|Skulptur Aufstrebende Kräfte (2008) von Gertrude Reum in Buchen Gertrude Reum (* 8. Oktober 1926 in Saarbrücken; † 16. August 2015 in Buchen) war eine deutsche Bildhauerin, die insbesondere für ihre Skulpturen aus geschwungen aufwärts strebenden Chromnickelstahlrohren bekannt ist.

Leben Gertrude Reum erhielt ihre künstlerische Ausbildung von 1942 bis 1946 – mehrfach durch die Kriegsereignisse unterbrochen – bei Jacob Schug in Saarbrücken. 1947 schloss sie ein Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main an (bis 1950).

Reum lebte und arbeitete seit Mitte der 1950er Jahre in Buchen (Odenwald), wo sie 2015 im Alter von 88 Jahren starb.

Auszeichnungen 1970 Preis der Jury (Salon International de la Femme, Nizza) 1984 Arthur-Grimm-Kunstpreis des Neckar-Odenwald-Kreises 1985 Preis des Deutschen-Kupfer-Institutes Berlin 1987 Willibald-Kramm-Preis Heidelberg 1996 Förderpreis von Industrie und Handel der Stadt Offenburg 2001 Verdienstmedaille der Stadt Buchen 2011 Ehrenmitglied des Kunstvereins Neckartal Odenwald Kreis

Einzelausstellungen (Auswahl) Zu den mit «K» gekennzeichneten Ausstellungen erschien ein Katalog.

1968: Kabinett Dr. Grisebach, Heidelberg 1976: Wayne Art Gallery, Windsor (Ontario), Kanada; Galerie Suzanne Bollag, ZürichK 1979: Kunsthaus Glarus 1986: Galerie am Nachmittag, Aschaffenburg;K Kunstverein Neckar-Odenwald, MosbachK 1996: Bezirksmuseum Buchen e.VK 1998: Museum der Stadt Miltenberg 1999: Hirschwirtscheuer, KünzelsauK 2001: Kunstverein Neckar-Odenwald, Bezirksmuseum Buchen 2002: Saarlandmuseum Saarbrücken; Städtische Sammlungen SchweinfurtK 2005: Kunstverein Neckar-Odenwald, Mosbach 2006: Kulturforum, Buchen 2009: Rosenheim-Museum, OffenbachK 2012: Kunstverein Hockenheim 2026: Das Prinzip Verwandlung, Museum WürthK

Werk Zunächst widmete sich Reum der Malerei; ihre Frühwerke aus den 1950er und 1960er Jahren zeigen häufig noch realistisch-gegenständliche Motive wie z. B. Odenwaldlandschaften, Blumen, Stillleben, Kinderbilder. In den 1970er Jahren ging sie zum plastischen Gestalten in Metall, insbesondere Reliefs, über. Häufig nutzte sie hierfür vorgestanzte industrielle Formteile aus Aluminium, Messing, Nickel und Kupfer. Seit 1983 entstanden auch Radierungen und Serien von Aquarellen. Ihre Zellstoffreliefs mit den aufbrechenden Strukturen, die sie bekannt machten, entstanden ab 1986. 1997 übersetzt sie die ins Metall eingeschliffenen Lichtbündel ins Dreidimensionale: monumentale Skulpturen – von denen etliche im öffentlichen Raum aufgestellt wurden – entstehen, bei denen sich kreuzende (Licht-)Bahnen, die von irgendwo kommen und sich ins Unendliche verlieren,Gertrude Reum – Biografie auf eART.de sich in geschwungen aufwärts strebenden Chromnickelstahlrohren manifestieren.

Gemeinsam ist Reums Arbeiten das bewegte und das naturhafte Moment. Aber insbesondere das Offene, das Transitorische ist ihnen einbeschrieben – man mag sie als Form gewordene Metapher für den Fluss des Lebens lesen.

Bildergalerie

Arbeiten im öffentlichen Raum (Auswahl) Reums Werke zieren Kirchen, Museen, öffentliche Gebäude und Plätze, darunter Auftragsarbeiten für den Altarraum in Kirchen wie z. B. St. Oswald in Buchen und St. Johannes in Heimbuchenthal.

Ohne Titel. Bismarckstraße 16, Saarbrücken – Sankt Johann Buchen, Stadtkirche St. Oswald, Gestaltung Altar und Chorraum Buchen, Kreuz in der Friedhofskapelle Buchen, Stadthalle, „Fünfteilige Arbeit auf Kupferplatten“Gertrude Reums Meisterwerke haben perfekten Platz gefunden. Rhein-Neckar-Zeitung, 28. November 2018 Buchen, Stadthalle, „4 Aluminiumarbeiten“ Buchen, Sportzentrum Odenwald (Kreissporthalle), Henry-Dunant-Straße 4, Skulptur, ca. 4 m hoch, an der Außenwand Buchen, Helene-Weber-Schule, „Aluminiumarbeit“ Heimbuchenthal, St.-Johanneskirche, Gestaltung Altar Berufsschulzentrum Sinsheim, Würth Duale Hochschule Mosbach 2000 Kommunikation, Tauberbischofsheim 2002 Ohne Titel. Rathaus-Innenhof Schweinfurt 2003 Gebündelte Kräfte. Museum Würth – Schloss Arenberg (Salzburg) 2007 Sursum corda (Die Herzen in die Höhe). Theologisches Zentrum Wuppertal 2008 Aufstrebende Kräfte. Kreisverkehr Hettinger Str. / Am Haag / Schüttstr., BuchenAufstrebende Kräfte, Stadt Buchen (Odenwald)

Literatur Gertrude Reum – Metallreliefs, Plastiken, Aquarelle. Werkphasen 1974–1986. Reum, Gertrude / Jensen, Jens Christian / Winkler, Konrad. Galerie am Nachmittag, Aschaffenburg, 1986 Gertrude Reum – Durchgänge. Werkgruppen 1992–1999. Hrsg. Carmen Sylvia Weber. Text: Sonja Klee. Swiridoff Verlag, Künzelsau, 1999. Katalog zur Ausstellung vom 15. September bis 14. November 1999 in der Hirschwirtscheuer, Künzelsau Gertrude Reum – Verwandlungen. Metallarbeiten, Skulpturen, Zellstoffreliefs. Swiridoff Verlag, Künzelsau, 2002. Katalogred.: Norbert Brey. Katalog zu den Ausstellungen im Saarland Museum Saarbrücken vom 4. Februar bis 7. April 2002 und in den Städtischen Sammlungen Schweinfurt vom 5. Juli bis 8. September 2002 Gertrude Reum – Durchkreuzungen. Skulpturen, Bozzetti, Metallbilder. Swiridoff Verlag, Künzelsau, 2006. Ausstellungskatalog, Buchen. Katalogred.: Norbert Brey Gertrude Reum – das Raue und das Lichte. Hrsg. Bernd-und-Gisela-Rosenheim-Stiftung, Offenbach, 2009. Katalog zur Ausstellung im Rosenheim-Museum Offenbach vom 5. Juli bis 27. September 2009. Gertrude Reum – pánta rhei. Hrsg. Konstantin Mühling mit Beiträgen von Hans Gercke und Friedhelm Mennekes. Swiridoff Verlag, Künzelsau, 2016. ISBN 978-3-89929-340-1 Maria Gehrig: Gertrude Reum. Eine Künstlerin mit unerschöpflichen [sic!] Ideenreichtum. In: Beiträge zur Buchener Geschichte. Stadt Buchen, Buchen 2023 (Zwischen Neckar und Main; 39), ISBN 978-3-9825499-1-0, S. 483–490. Das Prinzip Verwandlung – Gertrude Reum. Sammlung Würth und Leihgaben. Swiridoff Verlag, Künzelsau, 2026. ISBN 978-3-89929-478-1.

Weblinks

Gertrude Reum – Biografie auf eART.de Gertrude Reum (mit Portraitfoto) – Kunstverein Schweinfurt

Einzelnachweise

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