Die UN-Klimakonferenz in Lima 2014 (, kurz COP 20) fand als 20. UN-Klimakonferenz und gleichzeitig zehntes Treffen zum Kyoto-Protokoll (, kurz CMP 10) vom 1. bis 14. Dezember 2014 in Lima, Peru statt.
Den Vorsitz hatten die UNFCCC-Generalsekretärin Christiana Figueres sowie der peruanische Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal.UNFCCC: Lima Climate Change Conference – December 2014. Abgerufen am 7. November 2014.„Wir werden die Klimaverhandlungen mit Erfolg meistern“. Interview mit Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal. Auf: Deutsche Welle, 23. Oktober 2014.
Die Verhandlungen in Lima dienten schwerpunktmäßig der Vorbereitung des neuen internationalen Klimaschutzabkommens, das 2015 bei der 21. UN-Klimakonferenz in Paris verabschiedet wurde (Übereinkommen von Paris).Lima soll Weg für Klima-Abkommen ebnen. Auf: Deutsche Welle, 28. November 2014.
Ereignisse im Vorfeld der Konferenz UN-Arbeitsgruppe zum Kyoto-Protokoll Die auf der UN-Klimakonferenz in Durban gegründete Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action (ADP) – deren Aufgabe es war, ein Nachfolgeprotokoll für das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll zu erarbeiten – traf sich im März, Juni und Oktober 2014 in Bonn.UNFCCC: ADP Session Archive. Abgerufen am 7. November 2014. Auf der COP20-Konferenz in Lima sollte ein Entwurf für einen Verhandlungstext präsentiert und diskutiert werden, der dann spätestens 2015 fertiggestellt worden sein sollte (vgl. Post-Kyoto-Prozess).UNFCCC: Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action (ADP). Abgerufen am 7. November 2014.Einig Klima in Europa. In: Die Tageszeitung. 24. Oktober 2014. Abgerufen am 7. November 2014.Trippelschritte vor Lackmustest in Lima. Auf: klimaretter.info, 26. Oktober 2014. Abgerufen am 8. November 2014.
Klimaziele Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte am 14. Juli 2014 beim fünften Petersberger Klimadialog in Berlin erneut die im Jahr 2010 festgelegten Klimaschutzziele. Unter anderem sollen demnach in Deutschland die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Bis 2025 solle der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung auf 40 bis 45 Prozent steigen, bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent.Merkel sagt 750 Millionen Euro für weltweiten Klimaschutz zu. Auf: Zeit Online, 14. Juli 2014. Abgerufen am 9. November 2014.Rede von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich des 5. Petersberger Klimadialogs am 14. Juli 2014. Auf: Bundeskanzlerin.de, 14. Juli 2014. Abgerufen am 9. November 2014.Bundesumweltministerium: Stand: 9. April 2014. Abgerufen am 17. November 2014.
Am 23. Oktober 2014 vereinbarten die EU-Staaten auf einem Gipfeltreffen in Brüssel Klimaziele für 2030. Nach langen Diskussionen einigten sich die Mitgliedsstaaten darauf, dass die Treibhausgasemissionen bis 2030 (im Vergleich zu 1990) um 40 Prozent verringert werden sollten. Der Anteil erneuerbarer Energien solle auf mindestens 27 Prozent steigen. Zudem wurden Einsparungen im Energieverbrauch von mindestens 27 Prozent avisiert.Europäische Kommission: Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030. Abgerufen am 20. November 2016.Europäischer Rat: Tagung des Europäischen Rates (23./24. Oktober 2014): Schlussfolgerungen zum Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 (PDF, abgerufen am 8. November 2014) Vor allem Polen und Großbritannien hatten sich gegen ein ursprünglich ehrgeizigeres Ziel für die Energieeffizienz ausgesprochen.Klima-Kompromiss auf EU-Gipfel: Europa will ein bisschen umweltfreundlicher werden. Auf: Süddeutsche.de, 24. Oktober 2014. Abgerufen am 8. November 2014.Handelsblatt: Kampf um Energieeffizienz vom 21. Oktober 2014, abgerufen am 10. November 2014.
Am 12. November 2014 gaben, am Rande des APEC-Gipfels in Peking, die USA und die Volksrepublik China nach monatelangen Verhandlungen gemeinsam ihre Klimaziele bekannt. China wolle spätestens bis zum Jahr 2030 den Gipfel der Kohlenstoffdioxid-Emissionen erreichen und bis dahin den Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 20 Prozent steigern. Die USA plane, ihre Emissionen spätestens bis 2025 um 26 bis 28 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken.USA und China einigen sich auf neue Klimaziele. Auf: Zeit Online, 12. November 2014. Abgerufen am 12. November 2014.Climate Goals Pledged by China and the U.S. (grafische Darstellung). In: The New York Times. 12. November 2014. Abgerufen am 15. November 2014. Diese Vereinbarung galt als wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss des Post-Kyoto-Protokolls, da China und die USA zusammen für ca. 40 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich waren. Die Ziele wurden aber vielfach auch als zu wenig ambitioniert kritisiert, da sie Prognosen zufolge nicht ausreichen werden, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.Joachim Wille: Leitartikel zu Klima-Zielen von USA und China: Ein bisschen Hoffnung fürs Klima. In: Frankfurter Rundschau. 12. November 2014. Abgerufen am 27. November 2014.Klimapartner USA und China: Aus Sündern werden Sieger. Auf: Süddeutsche.de, 12. November 2014. Abgerufen am 27. November 2014. Klimakonferenz: Die Tricks der Klimapolitiker. In: Die Zeit. 27. November 2014. Abgerufen am 27. November 2014.
Green Climate Fund Der Green Climate Fund ist ein im Jahr 2010 im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen errichteter Hilfsfonds für die Unterstützung von Klimaschutz- und -anpassungprojekten in Entwicklungsländern. Die Beteiligung möglichst vieler Länder am Green Climate Fund wird als „entscheidender Meilenstein“ für das Gelingen der Verhandlungen in Lima betrachtet.Green Climate Fund: Presseerklärung, 7. November 2014. Abgerufen am 9. November 2014. Entwicklungsländer hatten geäußert, sie könnten ohne den Klimafonds Vereinbarungen zu Emissionseinsparungen nicht unterschreiben.G20: Obama to pledge up to $3bn to help poor countries on climate change. In: The Guardian. 14. November 2014. Abgerufen am 14. November 2014. Auf der UN-Klimakonferenz in Cancún 2010 war von den Industrieländern geplant worden, dass der Fonds mit ihrer Unterstützung ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar bereitstellt.UNFCCC: Abgerufen am 14. November 2014.Milliarden für das Klima: Obama tut es schon wieder. Auf: n-tv.de, 14. November 2014. Abgerufen am 14. November 2014. Die UN hatten sich als informelles Ziel gesetzt, bis zur COP20-Konferenz in Lima zehn Milliarden US-Dollar einzuwerben. Entwicklungsländer hatten 15 Milliarden gefordert. Auf: Reuters.com, 14. November 2014. Abgerufen am 14. November 2014.
Bis Anfang November 2014 sagten lediglich zehn Länder (davon zwei Entwicklungsländer) ihre Beteiligung von zusammen 2,8 Milliarden US-Dollar zu.Lenore Taylor: G20: Australia resists international call supporting climate change fund. In: The Guardian. 7. November 2014. Abgerufen am 9. November 2014. Unter anderem gab Bundeskanzlerin Angela Merkel am 14. Juli 2014 bekannt, dass Deutschland 750 Millionen Euro einbringen wolle. Frankreichs Präsident François Hollande sagte auf dem UN-Klimagipfel am 23. September in New York eine Milliarde US-Dollar (780 Millionen Euro) zu. Auf: Zeit Online, 23. September 2014. Abgerufen am 14. November 2014.
US-Präsident Barack Obama machte am 15. November 2014 auf dem G20-Gipfeltreffen in Brisbane eine Zusage über 3 Milliarden US-Dollar.Barack Obama tells G20 a global climate change deal is possible and vital. In: The Guardian. 16. November 2014. Abgerufen am 17. November 2014. Japan sagte 1,5 Milliarden zu.G20: Japan pledges $1.5bn to climate change fund after trilateral meeting. In: The Guardian. 16. November 2014. Abgerufen am 17. November 2014.
Bei einer Konferenz zum Green Climate Fund am 20. November 2014 in Berlin gab Großbritannien eine Unterstützung von 1,2 Milliarden US-Dollar bekannt. Weitere Zusagen kamen von Panama, Finnland, Neuseeland, der Mongolei und Spanien. Geld für arme Länder: Uno-Klimafonds startet mit Finanzlücke. Auf: Spiegel Online, 20. November 2014. Abgerufen am 22. November 2014. Auch Kanada, das sich bis dahin gegen den Green Climate Fund ausgesprochen hatte, kündigte eine Unterstützung in Höhe von 265 Millionen US-Dollar an. Australien verweigerte weiter seine Beteiligung.Canada pledges $265m to Green Climate Fund. In: The Guardian. 21. November 2014. Abgerufen am 22. November 2014.Canada breaks with Australia to contribute to Green Climate Fund. In: The Guardian. 17. November 2014. Abgerufen am 17. November 2014.
Bis Ende November 2014 wurden von insgesamt 22 Ländern 9,7 Milliarden US-Dollar zugesagt.Green Climate Fund: Pressemitteilung vom 28. November 2014. Abgerufen am 2. Dezember 2014.UNFCCC: Report of the Green Climate Fund to the Conference of the Parties. 30. November 2014 (PDF, abgerufen am 2. Dezember 2014). Die Vertreter der vereinten Entwicklungsländer G77 kritisierten, dass die bisherigen Zusagen bei weitem nicht ausreichend seien.UN-Klimakonferenz in Peru: Das große Feilschen beginnt. Auf: Deutsche Welle, 1. Dezember 2014. Abgerufen am 2. Dezember 2014.
Sonstiges Am 17. September 2014 veröffentlichte der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen das Sondergutachten Klimaschutz als Weltbürgerbewegung.WBGU: . Presseerklärung vom 17. September 2014. Abgerufen am 29. November 2014.
Am 23. September 2014 fand auf Initiative von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ein Klimagipfel in New York statt, der unter anderem zur Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenzen in Lima 2014 und Paris 2015 diente.
Am 2. November 2014 wurde der Synthesebericht des fünften Sachstandsberichts des Weltklimarats in Kopenhagen vorgelegt.
Am 5. November 2014 stimmte der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über eine nicht bindende Entschließung in Vorbereitung auf COP 20 ab.Europäisches Parlament: Diese Woche im EP: Ebola, Weltklimabericht & 25 Jahre Mauerfall. Presseerklärung vom 3. November 2014. Abgerufen am 7. November 2014.Europäisches Parlament: Entschlussantrag B8-0000/2014 Entschließung des Europäischen Parlaments zur Konferenz über Klimaänderungen in Lima, Peru (COP 20) (PDF, abgerufen am 7. November 2014)
Am 11. November 2014 startete das Bundesumweltministerium unter der Leitung von Barbara Hendricks eine Informationskampagne zum Klimaschutz.Bundesumweltministerium: "Zusammen ist es Klimaschutz": Hendricks startet neue Kampagne des BMUB. Pressemitteilung, 11. November 2014. Abgerufen am 17. November 2014.
Am 19. November 2014 veröffentlichte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) seinen fünften Emissions Gap Report. Dieser befasst sich insbesondere damit, wie das Zwei-Grad-Ziel nach dem Jahr 2020 eingehalten werden kann, basierend auf dem fünften Sachstandsbericht des Weltklimarats.UNEP: The Emissions Gap Report 2014 (PDF, abgerufen am 22. November 2014).
Am 23. November 2014 veröffentlichte die Weltbank den vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung unter der Leitung von Hans Joachim Schellnhuber erstellten Bericht Turn down the heat 3: Confronting the New Climate Normal, der vor allem die Folgen des Klimawandels für Entwicklungsländer thematisiert.Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: „Der neuen Normalität ins Auge sehen“: Weltbank veröffentlicht PIK-Klimareport. Pressemitteilung, 23. November 2014. Abgerufen am 27. November 2014.Weltbank warnt: Anstieg des Meeresspiegels nicht mehr aufzuhalten . Auf: FAZ.net, 24. November 2014. Abgerufen am 27. November 2014.
Ereignisse während der Konferenz