mini|Porträtmedaillon Franz Pleickard Ulner von Dieburg (links) und Maria Theresia Josepha geb. von Haxthausen (rechts), vom Epitaph der Gattin, Weinheim, Pfarrkirche St. Laurentius mini|1725 datiertes Allianzwappen des Paares am Weinheimer Schloss (Ulner von Dieburg links, Haxthausen rechts) Franz Pleickard Ulner von Dieburg (* 1677; † 1748 in Mannheim) war ein Freiherr und kurpfälzischer Hofbeamter bzw. Diplomat.
Leben Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Ulner von Dieburg und war ein Sohn von Franz Joseph Gernand Ulner von Dieburg und dessen Gattin Maria Susanna geb. Zobel von Giebelstadt. Er trat in kurpfälzische Hofdienste. 1720 wurde er Gesandter bei den holländischen Generalstaaten, 1739 Geheimrat und Regierungs-Vizepräsident in Mannheim. Er wurde zum Freiherrn erhoben und bekleidete zudem die Ämter eines kurpfälzischen Oberst-Küchenmeisters, Oberst-Hofmarschalls und Hofgerichtspräsidenten.
In seiner Heimat Dieburg erbaute Ulner 1717 das Schloss Fechenbach in seiner heutigen Form; es trug damals den Namen Ulnerschlösschen bzw. Ulner-Schloss., Webseite der Stadt Dieburg; abgerufen am 12. April 2019.Schloss Fechenbach: Geschichte auf www.museumserver.de; abgerufen am 12. April 2019.
In Weinheim ließ er 1725 den Südflügel des ererbten Weinheimer Schlosses neu errichten, stiftete er drei Hochaltäre für die (alte) katholische Pfarrkirche St. Laurentius und stellte 1718 das Weinheimer Spital mit der zugehörigen Kapelle (1721) wieder her.
Familie und Nachkommen Franz Pleickard Ulner von Dieburg heiratete 1713 Maria Theresia Josepha von Haxthausen (1692–1731),Johann Gottfried Biedermann: Geschlechts-Register Der reichs-frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken Löblichen Orts Ottenwald, Kulmbach, 1751, Tafel CCXCV; (Digitalscan). Tochter des kurpfälzischen Generals und kaiserlichen Feldmarschallleutnants Johann Raab von Haxthausen († 1733 in Mainz).Vgl. Biedermann 1751, Tafel CCLIII; (Digitalscan zum Stammbaum)Andreas Saalwächter, Franz Weyell: Die Königspfalz zu Ingelheim am Rhein und ihre Mühlen, Band 14 von: Beiträge zur Ingelheimer Geschichte, Historischer Verein Ingelheim, 1963, S. 46 u. 47; (Ausschnittscan)Historische Webseite zum Grab des Feldmarschall-Leutnants Johann Raban von Haxthausen in Großwinternheim. Ihr setzte er in der Weinheimer Laurentiuskirche ein Epitaph, das beide Porträtmedaillons aufweist. Es wurde 1911, beim Neubau der heutigen Kirche, aus dem Vorgängerbau übertragen. Die lateinische Grabinschrift lautet übersetzt:mini|Epitaph der Gattin, Weinheim, Pfarrkirche St. Laurentius
Das Paar hatte neun Kinder, darunter die Tochter Augusta Elisabeth (* 1719), Benediktinerin im Kloster Oberwerth. Einer der Söhne war Johann Wilhelm Franz Ulner von Dieburg (1715–1771), der ebenfalls in kurpfälzische Hofdienste trat.Sohn: Dessen Tochter Elisabeth Auguste (1751–1816) ehelichte Wolfgang Heribert von Dalberg, Minister und Intendant des Nationaltheaters in Mannheim. Aus dieser Verbindung ging u. a. der Diplomat Emmerich Joseph von Dalberg (1773–1833) hervor.
Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 2, Leipzig, 1860, S. 483; (Digitalscan) Fortgesetzte neue genealogisch-historische Nachrichten, 121. Teil, Leipzig 1771, S. 776; (Digitalscan)
Weblinks Genealogische Seite zur Person Biografische Webseite zu Franz Pleickard Ulner von Dieburg und seinem Umfeld
Einzelnachweise
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