mini|hochkant|Pfarrkirche St. Vitus mini|hochkant|Seitenansicht mini|hochkant|Innenraum St. Vitus ist die römisch-katholische PfarrkircheLangweid: St. Vitus. Bistum Augsburg von Langweid am Lech, einer Gemeinde im Landkreis Augsburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Ursprünglich als mittelalterliche Chorturmkirche erbaut, wurde das Gebäude in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch einen frühklassizistischen Neubau komplett ersetzt. Schutzpatron der Kirche ist der heilige Vitus, einer der Vierzehn Nothelfer. Die Kirche gehört zu den geschützten Baudenkmälern in Bayern., Denkmalnummer D-7-72-171-3.
Vorgeschichte Die historischen Ursprünge der Pfarrei liegen aller Wahrscheinlichkeit nach in der Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes im nahegelegenen Weiler Eggelhof, welche als Mutterkirche der Pfarrei Langweid angesehen wird.Pfarrbrief für Achsheim und Gablingen, Juli 2019 Wegen des Vitus-Patroziniums datiert Pötzl die Kirchengründung von Langweid in die ottonische Zeit des 10. bis frühes 11. Jahrhunderts. Aufgrund der lückenhaften Quellenlage ist eine präzise Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte der Langweider Veitkirche nicht möglich.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 20. Es wird lediglich vermutet, dass sich an der Stelle des heutigen Baus schon im Mittelalter ein dem heiligen Veit gewidmetes Gotteshaus befand, über das jedoch keine näheren Aufzeichnungen existieren. Durch die Lage am höchsten Punkt des Dorfes blieb die Kirche von Hochwasser verschont. In der päpstlichen Bulle von 1143 erscheint Langweid bereits unter den Besitzungen des Domkapitels Augsburg. Durch Schenkungen und Kauf gelang es dem Stift, seine Besitzungen in Langweid zu erweitern und bis zur Säkularisation im Jahr 1803 die Grundherrschaft auszuüben. Damit verbunden besaß das Domkapitel auch das Patronatsrecht über die Kirche von Langweid. 1551 übernahm der spätere Dompropst und Bischof von Augsburg Marquard II. für zwei Jahre die Leitung der selbständigen Pfarrei Langweid. 1677 erhielt die mittelalterliche Chorturmkirche einen neuen Hochaltar. 1694 wurden eine neue Kanzel und 1741 neue Seitenaltäre angeschafft. 1727 verlängerte der Maurermeister Hans Socher aus Gersthofen das Langhaus.
Neubau Von 1776 bis 1777 erfolgte ein Neubau im frühklassizistischen Stil unter der Leitung des fürstbischöflichen Hofbaumeisters Johann Martin Pentenrieder, der mit dem weitgehenden Abriss des Vorgängerbaus einherging. Von der alten Kirche wurden nur der quadratische Turmunterbau und die Langhausfundamente übernommen. 1778 fand die feierliche Weihe des Kirchenneubaus statt. 1781 wurde der Umbau des Pfarrhofs Langweid begonnen. Sanierungsmaßnahmen fanden 1959 bis 1961 und 1978 statt. Von 2007 bis 2010 wurden erneut umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt.
Architektur An der Ostseite der Kirche erhebt sich der Glockenturm mit seinem quadratischen Unterbau, den ein Oktogon mit Spitzhelm bekrönt. Der in der Mitte weit ausschwingende Zentralbau wird von einer illusionistisch gemalten Scheinkuppel gedeckt. Auch der quadratische Chor und der quadratische Anbau im Westen, der von einer Doppelempore eingenommen wird, besitzen mit Fresken bemalte Scheinkuppeln.
Fresken Die Deckenfresken wurden 1777 von Johann Joseph Anton Huber ausgeführt. Sie stellen im Chor Engel mit Monstranz und Weihrauchfass dar, im Langhaus das Martyrium des heiligen Vitus und über der Empore die Verherrlichung des Kirchenpatrons.
Wandmalereien Auch die Malereien in den Langhausnischen mit Darstellung des heiligen Georg, des Erzengels Michael, der heiligen Maria Magdalena und des Apostels Petrus wurden von Johann Josef Anton Huber geschaffen wie auch die Assistenzfiguren Maria, Maria Magdalena und des Evangelisten Johannes in der Hochaltarnische.
Ausstattung mini|Doppelempore im Westen mit Orgelprospekt In der Kirche wird eine geschnitzte Pietà aus der Zeit um 1510/20 aufbewahrt. Die Figur des heiligen Vitus im Ölkessel, des Schutzpatrons der Kirche, wird um 1550 datiert. Das Taufbecken ist mit 1661 bezeichnet. Seine weit ausladende kelchförmige Schale wird von einer toskanischen Säule getragen. Die Kanzel wurde 1778, das Chorgestühl 1779 und das geschnitzte Kommuniongitter 1784 von Philipp Jakob Einsle geschaffen. Von Philipp Jakob Einsle stammen auch die Altäre von 1783/86. Das Kruzifix in der Nische hinter dem Tabernakel des Hochaltares ist eine Arbeit von Joseph Weinmüller. Die Assistenzfiguren Maria, Maria Magdalena und der Evangelist Johannes sind gemalt. Die Orgel mit 17 Registern wurde 1964 von den Gebrüdern Sandtner erbaut. 2008 erfolgte eine Überholung.Orgelbeschreibung auf Organ index, abgerufen am 21. März 2024.
Literatur Georg Dehio (bearbeitet von Bruno Bushart und Georg Paula): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Kunstdenkmäler Bayern III: Schwaben. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1989, ISBN 3-422-03008-5, S. 604–605. Sabine Klotz: St. Vitus Langweid. 2010.
Weblinks
Website der Pfarreiengemeinschaft
Einzelnachweise
StVitus StVitus Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Augsburg Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Augsburg Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren Kategorie:Veitskirche Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Bayern Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa