mini|Attrappe einer Kirche auf dem Truppenübungsplatz, 1930er Jahre Der Truppenübungsplatz Neuhammer liegt in der Nähe des schlesischen Ortes Neuhammer am Queis. Er wird heute von der polnischen Armee genutzt und als Truppenübungsplatz Żagań bezeichnet.
Geschichte mini|links|Truppenübungsplatz, Partie am Wasserturm Mitte der 1930er Jahre mini|links|Gebäude des Waldlagers auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer mini|Friedhof für russische Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs
Der Truppenübungsplatz wurde am 26. März mit Wirkung zum 1. April 1901 für die Preußische Armee errichtet. Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 860. Im Jahr 1905 umfasste er eine Fläche von 5000 ha. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 und der folgenden Aufrüstung der Wehrmacht wurde der Truppenübungsplatz massiv erweitert, sodass er zu Beginn des Zweiten Weltkriegs einer der größten Übungsplätze des Deutschen Reiches war. Auf ihm konnten Großverbände mit 60–70.000 Soldaten das Gefecht der verbundenen Waffen trainieren. Bekannt wurde das Areal auch durch den Stuka-Flugunfall von Neuhammer im Sommer 1939, als sich auf dem Übungsgelände der schwerste Flugunfall der deutschen Luftwaffe in Friedenszeiten mit 26 Todesopfern ereignete.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stalag VIII-E auf dem Truppenübungsplatz errichtet. Es war zunächst mit polnischen und französischen Soldaten, später dann mit russischen Gefangenen belegt. Im Lager starben mindestens 50.000 Soldaten an Hunger und Krankheit, 200 weitere wurden bei der Einnahme des Lagers durch den NKWD erschossen.
Die Rote Armee, die den Truppenübungsplatz 1945 besetzte, nutzte diesen bis 1955 allein. Ab 1955 durfte die polnische Volksarmee zusammen mit anderen Warschauer-Pakt-Staaten das Gelände zu Großmanövern nutzen. Seit dem Abzug der Roten Armee 1992 nutzt die polnische Armee das Gelände. Es umfasst heute eine Fläche von 34.000 Hektar.
Aufstellungsstandort Der Truppenübungsplatz wurde wiederkehrend während des Zweiten Weltkrieges als Aufstellungsort für neue Verbände verwendet.
Anbei eine nicht abschließende Aufzählung:
226. Infanterie-Division *26.6.1944 Grenadier-Regiment 1040 *26.6.1944 Grenadier-Regiment 1041 *26.6.1944 Grenadier-Regiment 1042 *26.8.1944
Literatur Dziennik Urzędowy MON z 2003, 2006, 2007. Ośrodek Szkolenia Poligonowego Wojsk Lądowych Żagań, materiał promocyjny wydany przez Departament Wychowania i Promocji Obronności MON.
Weblinks
Poligon Bory Dolnośląsie i Linia Maginota (auf Polnisch)
Einzelnachweise
Neuhammer am Queis Kategorie:Truppenübungsplatz in Preußen Kategorie:Militärgeschichte (Schlesien) Kategorie:Gmina Osiecznica Kategorie:Gegründet 1901