Der Stadtteilfriedhof Lindener BergPeter Schulze: Stadtteilfriedhof ... (siehe Literatur) ist ein zur Zeit des Königreichs Hannover angelegter Friedhof, der heute eineHelmut Knocke, Hugo Thielen: Am Lindener Berge 44 (siehe Literatur) denkmalgeschützteIlse Rüttgerodt-Riechmann: Lindener Berg (siehe Literatur) Parkanlage in Hannover darstellt. Ihre Blaustern (Scilla) -blüte im März zieht jedes Jahr tausende Besucher an.

Beschreibung Standort des heute rund 6,1 Hektar großen Parks mit seinen zum Teil als Alleen an parallel angelegten Wegen unter der Adresse Am Lindener Berge 44 ist der Lindener Berg als „Hausberg“ Hannovers.Helmut Knocke, Hugo Thielen: Am Lindener Berge. In: Stadtlexikon Hannover, S. 81 Der dortige Küchengarten-Pavillon ist Sitz des gemeinnützigen Vereins Quartier e. V., dessen Mitglieder sich insbesondere in der Vermittlung der Geschichte des Stadtteils Linden engagieren und Ausstellungen organisieren.Vergleiche die Webseite des Vereins

Geschichte mini|hochkant|Der 1884 aufgestellte Brunnen mit dem „Friedensengel“ von Karl Gundelach

Der Friedhof wurde 1862 angelegt als Begräbnisstätte der evangelisch-lutherischen Gemeinde der Kirche St. Martin, nachdem der Industrielle Georg Egestorff der Gemeinde das Grundstück hierfür geschenkt hatte. Den ältesten Abschnitt des Friedhofes mit seinen zahlreichen Grabstellen zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert stellt das seinerzeit im Gebiet der späteren Kapelle und dem Brunnen angelegte Gelände dar.

1864 konnte auf dem Gelände die von dem Architekten Conrad Wilhelm Hase entworfene Friedhofskapelle eingeweiht werden.

Im Jahr der Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs schenkten die Erben Egestorffs 1871 der Gemeinde ein weiteres Grundstück zur Friedhofs-Erweiterung. Zusätzliche Flächen kamen in den Jahren 1874, 1884 und 1894 hinzu. Ebenfalls 1884 wurde im Zentrum des Geländes der Brunnen errichtet mit der von dem Bildhauer Karl Gundelach aus Sandstein geschaffenen Figur des „Friedensengels“.

1906 wurde der Bergfriedhof von Linden übernommen; das ehemals „größte Dorf Preußens“ war längst zur Industriestadt aufgestiegen und hatte bereits 1885 die Stadtrechte erhalten.Klaus Mlynek: Linden. In: Stadtlexikon Hannover, S. 406ff. Nachdem nur zwei Jahre später 1908 jedoch der neue Hauptfriedhof Lindens, der Stadtfriedhof Ricklingen, eröffnet worden war, wurden auf dem Bergfriedhof nur noch Bestattungen in den Erbbegräbnisstätten zugelassen.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Küchengarten-Pavillon, der 1911 von seiner ursprünglichen Stelle am herzoglichen Küchengarten abgebaut worden war,Helmut Knocke: Küchengarten-Pavillon. In: Stadtlexikon Hannover, S. 374 auf dem südlichen Hauptweg des Bergfriedhofes wieder aufgebaut. Zur Zeit der Weimarer Republik diente der Pavillon dann als Gedenkstätte für die Kriegsgefallenen Lindens, später auch als Atelier und für Kunstausstellungen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde 1937 auch das Portal vom 1866 aufgegebenen Küchengarten, nachdem es zunächst in einen Privatgarten an der Ihme versetzt worden war, zum Bergfriedhof transloziert und vor die Allee in die südliche Friedhofsmauer eingebaut.

Zum Ausbau der Badenstedter Straße wurde 1960 ein Teil des Friedhofsgeländes abgegeben. Rund fünf Jahre später wurde der Friedhof 1965 zur Parkanlage für die Öffentlichkeit ausgewiesen.

Auf dem Friedhof findet sich die leicht beschädigte Galvanoplastik eines Engels, deren Form der Leipziger Bildhauer Adolf Lehnert für die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) schuf.

Die Grabstätten Nachdem seit 1965 nur noch wenige Beisetzungen in den vererbten Familiengräbern vorgenommen wurden, fanden sich im Jahr 2008 noch insgesamt 130 erhaltene Grabstätten. Zu den bekannten Gräbern zählen diejenigen von dem Adelsgeschlecht von Alten Carl Buchheister; Heinrich Loges; Hermann Heinrich Stephanus Ludwig PoppelbaumVergleiche die Dokumentation bei Commons (siehe unter dem Abschnitt Weblinks) sowie von einigen Bauernfamilien aus Linden und der Umgebung.

Siehe auch Friedhöfe in Hannover

Literatur Ilse Rüttgerodt-Riechmann: Lindener Berg. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Bd. 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1985, ISBN 3-528-06208-8, S. 118f. sowie Linden-Mitte im Addendum: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, S. 22f. Helmut Knocke, Hugo Thielen: Am Lindener Berge 44. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 82 Jonny Peter, Wilfried Dahlke: Der Küchengartenpavillon in Linden (= Lindener Geschichtsblätter, Heft 1), 2., überarbeitete Auflage, hrsg. vom Verein Quartier e. V., 2003 Jonny Peter, Ulf Kronshage (Red.): Der Lindener Bergfriedhof (= Quartier-Reihe „Rundgänge“, Heft 3), Hrsg.: Quartier e. V., Hannover: 2012 Peter Schulze: Stadtteilfriedhof Lindener Berg. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 593f.

Weblinks

Jens Matthaei, Edith Meyfarth, Jonny Peter (Verantw.): Der Stadtfriedhof Am Lindener Berge auf der Seite quartier-ev.de

Einzelnachweise

Linden Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Hannover Kategorie:Parkanlage in Hannover Kategorie:Linden-Mitte Hannover