Talheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg mit rund 1300 Einwohnern.

Geographie Geographische Lage Talheim liegt am östlichen Rand der Baarhochebene am Fuße des hohen Lupfen, dem höchsten Punkt der Gemarkung und westlichsten Ausläufer der Schwäbischen Alb. Auf der anderen Seite (südlich) ist der 940 Meter hohe Himmelberg, der aber schon zum Bad Dürrheimer Stadtteil Öfingen gehört. Direkt nördlich hinter dem Lupfen liegt Seitingen-Oberflacht.

Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Norden an Durchhausen, im Osten an den Ortsteil Oberflacht der Gemeinde Seitingen-Oberflacht, im Südosten an den Stadtteil Eßlingen der Kreisstadt Tuttlingen, im Süden an den Immendinger Ortsteil Ippingen sowie im Westen an den Stadtteil Öfingen der Kurstadt Bad Dürrheim und an Tuningen, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Talheim gehören das Dorf Talheim und die Höfe Götzenlocher Hof, Obere Mühle und Untere Mühle. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Asp und Ötishofen und die abgegangenen Burgen Burg Klingenberg, Lupfen und Reifenberg.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 668–669

Schutzgebiete

Bei Talheim liegen das Landschaftsschutzgebiet Lupfen und seit Februar 2024 das Naturschutzgebiet Lupfen. Im Süden hat die Gemeinde Anteil am FFH-Gebiet Nördliche Baaralb und Donau bei Immendingen, im Westen am Vogelschutzgebiet Baar.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte Überblick Talheim wurde im Jahre 973 als Talhan erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte den Grafen von Lupfen. In Auseinandersetzungen mit dem Kaiser verloren die Grafen ihre Rechte und das Dorf kam über die Freie Reichsstadt Rottweil an die Herren von Friedingen, die es 1444 an Württemberg verkauften. Seitdem ist Talheim ununterbrochen württembergisch. Sowohl im Dreißigjährigen Krieg als auch im Spanischen Erbfolgekrieg hatte das Dorf furchtbare Drangsale durch marodierende Truppen zu erdulden. 1704 brannten die Franzosen das Dorf nieder.

Seit dem 16. Jahrhundert gehörte Talheim zum württembergischen Amt Tuttlingen, das nach den Umwälzungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Württemberg als Oberamt Tuttlingen fortbestand. Durch einen Dorfbrand wurde im Jahre 1848 ein erheblicher Teil Talheims verwüstet und es gingen 42 Häuser verloren. Mit der Gebietsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Talheim 1938 zum Landkreis Tuttlingen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Talheim 1945 Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Talheim wurde durch ein Landesgesetz zum 1. Januar 1975 in die Stadt Trossingen eingemeindet. Die Gemeinde klagte gegen dieses Gesetz vor dem baden-württembergischen Staatsgerichtshof, der das Gesetz durch Urteil vom 2. April 1976 für ungültig erklärte. Talheim war damit wieder selbständig und ging in der Folge freiwillig eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Trossingen ein.

Religion Eine Kirche St. Ägidius, später St. Brigitta wurde in Talheim 1275 erstmals erwähnt. Das Patronatsrecht hatte das Domkapitel Konstanz, wohl als Nachfolger des Klosters Reichenau. Im 16. Jahrhundert wurde Talheim als Bestandteil Württembergs der Reformation unterzogen und ist seither evangelisch geprägt. Die Kirche wurde 1811 vergrößert und umgebaut. Dabei wurde der Turm des bisherigen Baus beibehalten. Die Kirchengemeinde Talheim gehört zum Kirchenbezirk Rottweil der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Talheim besteht aus den zehn gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Die Wahlbeteiligung betrug 70,21 %.

Liste / Partei Stimmen Sitze Freie Wähler 54,26 % 5 Unabhängige Wähler 45,74 % 5

Vogte (Quelle: )

Amtszeit Name 1559–1564 Conrat Leubering 1564–1578 Conrad Bernhardt 1578–1584 Hannß Leybering 1584–1608 Marte Hölderlin ab 1608 Hans Manger 1650–1689 Jakob Held1690–1707Jakob Kohler1707–1737Michael Glaser1737–1739Martin Kohler1739–1764Johannes Kohler1765–1797Johannes Held1797–1801Martin Kohler1801–1825Johannes Kohler

Schultheiße (Quelle: )

Amtszeit Name 1825–1840 Jakob Irion 1840–1848 Philipp David Wolf 1848–1852 Johann Andreas Otto 1852–1870 Philipp David Wolf 1870–1871 Johann Jakob Neher 1872–1905 Johann Martin Voßeler1905–1915Robert Neher1915–1919Otto Wieland

Bürgermeister Am 27. September 2020 wurde Andreas Zuhl mit 88,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, bei einer Wahlbeteiligung von 73,1 Prozent, zum Bürgermeister von Talheim gewählt. Zuhl trat die Amtsnachfolge von Martin Hall an. Er hatte das Amt seit 2004 inne.http://www.gemeinde-talheim.de/wp-content/uploads/2020/09/Bekanntmachung-Ergebnis-f%C3%BCr-Wahl-Sonntag-27.09.2020.pdf

Amtszeit Name 1919–1945 Martin Kohler (WBWB, NSDAP) 1945–1965 Wilhelm Ulrich 1966–2001 Helmut Fröhlich (SPD) 2001–2004 Manfred Härle (CDU) 2004–2020 Martin Hall seit 2020 Andreas Zuhl

Wappen

Banner und Flagge 63px Banner: „Das Banner ist gelb-rot längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“ 100px Hissflagge: „Die Flagge ist gelb-rot quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen. Talheim hat einen Badesee, ein Heimatmuseum, einen Fischerteich und Schrebergärten.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Matthias Schneckenburger (1804–1848), evangelischer Theologe, Professor in Bern Max Schneckenburger (1819–1849), Dichter des patriotischen Liedes Die Wacht am Rhein Johann Martin Vosseler (1842–1905), württembergischer Landtagsabgeordneter Martin Kohler (1894–1973), Politiker (WBWB, NSDAP), Reichstags- und Landtagsabgeordneter

Literatur

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Talheim

Einzelnachweise

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