Uherské Hradiště (deutsch Ungarisch Hradisch, ) ist eine Stadt im Okres Uherské Hradiště im Zlínský kraj in Tschechien. Sie liegt im Südosten Tschechiens in der Mährischen Slowakei. Ihr Ortskern befindet sich in einer Ebene auf einer Insel am linken Ufer der March (Morava). Südlich verlaufen die Olšava und deren altes Flussbett Stará Olšava.

Stadtgliederung Uherské Hradiště untergliedert sich in sieben Stadtteile: Zentrum, Jarošov (deutsch: Jaroshofmapy.mzk.cz), Mařatice, Míkovice, Rybárny, Sady (deutsch: Derfle), Vésky

Klima Das Klima ist warm-gemäßigt mit milden Wintern und warmen Sommern bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,1 °C. Die Jahresniederschlagssumme beträgt 727 mm. Alle zwölf Monate sind humid. Die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger lautet Cfb.

Geschichte mini|links|Modell der mittelalterlichen Stadt mini|Mariensäule

Die Stadt wurde im Jahre 1257 auf einer Insel in der March als Nový Veligrad durch Ottokar II. Přemysl gegründet. Sie erhielt dabei die Marktrechte von Veligrad-Staré Město und Kunovice übertragen. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erhielt die Königsstadt den Namen Hradiště, der im 17. Jahrhundert um den Zusatz Uherské (Ungarisch) erweitert wurde. 1469 bis 1473 wurde die Stadt vergeblich durch Matthias Corvinus belagert.

Bis 1749 übten die privilegierten Jäger von Stříbrnice das Scharfrichteramt aus. 1780 wurde die Festung aufgelassen.

In Altösterreich war Ungarisch-Hradisch der Sitz der Bezirkshauptmannschaft des gleichnamigen Bezirkes.Politische und gerichtliche Organisation der im Reichsrathe vertretenen Länder in Österreich. Auer, Wien 1869, S. 169. Um 1880 lebten in der Stadt noch 1.898 deutschsprachige und 1.712 tschechische Bürger, doch das slawische Element wurde immer bedeutender, während die Anzahl der Deutschsprachigen, darunter viele jüdischen Glaubens, ständig abnahm.Moritz Gehre: Die deutschen Sprachinseln in Österreich. Verlag Hentze, 1886, S. 39. Um 1900 lebten im Ort 5137 vorwiegend tschechische Einwohner, darunter 937 Deutsche und Juden.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Neues Rathaus Uherské Hradiště ist das Zentrum der Mährischen Slowakei. Der historische Kern der Stadt ist vollständig denkmalgeschützt. mini|Apotheke in einem Bürgerhaus der Altstadt

Reste der Stadtbefestigung Großer Platz mit Mariensäule Pfarrkirche (ehemalige Jesuitenkirche), mit Altar von Johann Georg Heinsch ehemaliges Jesuitenkolleg, Kulturzentrum Franziskanerkonvent Altes Rathaus Neues Rathaus am Palackého náměstí Ehemalige Synagoge, heute Stadtbibliothek Museum der Mährischen Slowakei (Slovácké muzeum)

Verkehr mini|Bahnhofsgebäude Der Bahnhof Staré Město u Uherského Hradiště liegt an der Linie Wien–Krakau der ehemaligen Staatsbahnen (heute Bahnstrecke Břeclav–Petrovice u Karviné), von dort zweigt die Bahnstrecke Kunovice–Staré Město u Uherského Hradiště über den Bahnhof Uherské Hradiště nach Kunowitz der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahn ab und schließt an die Bahnstrecke Brno–Vlárský průsmyk im Bahnhof Kunovice an.

Bildung In Uherské Hradiště ist die Fakultät für Logistik und Krisenmanagement der Tomáš-Baťa-Universität in Zlín angesiedelt.

Kultur Uherské Hradiště ist Heimat des Musikensembles Hradišťan.

Partnerstädte , Vereinigtes Königreich, seit 1992 , Deutschland, seit 1994 , Polen, seit 2009 , Slowakei, seit 2009 , Ungarn, seit 2012

Söhne und Töchter der Stadt Johann Peter Maria Cerroni (1753–1826), Beamter, Archivar und Historiker Friedrich von Teuchert (1797–1872), österreichischer Offizier, Feldzeugmeister Franz Utsch von Gillenbach (1804–1877), Kommunalpolitiker Alois von Pražák (1820–1901), österreichischer Politiker Adolf Promber (1843–1899), Jurist, Abgeordneter des österreichischen Reichsrates und des mährischen Landtages Otto Luitpold Jiriczek (1867–1941), deutscher Anglist Heinrich Koch (1896–1934), tschechisch-deutscher Fotograf und Pädagoge Jan Baťa (1898–1965), tschechisch-brasilianischer Unternehmer Zdeněk Chalabala (1899–1962), Dirigent Anna Rieder (* 1943), österreichische Politikerin und Landesrätin in der Steiermärkischen Landesregierung Miroslav Kadlec (* 1964), Fußballspieler Petr Nečas (* 1964), Ministerpräsident (2010–2013) Milan Kerbr senior (* 1967), Fußballspieler Zbyněk Hráček (* 1970), Schach-Großmeister Václav Kolaja (* 1971), Diplomat und Botschafter beim Heiligen Stuhl, Malteserorden, San Marino Milan Kadlec (* 1974), Radrennfahrer Radim Bičánek (* 1975), Eishockeyspieler Miloslav Gureň (* 1976), Eishockeyspieler DJ Tatana (* 1976), DJ Pavel Benedikt Stránský (* 1978), Bischof der Altkatholischen Kirche Jaroslav Balaštík (* 1979), Eishockeyspieler Michal Tabara (* 1979), Tennisspieler Jana Maláčová (* 1981), Beamtin und Politikerin Štěpán Hulík (* 1984), Drehbuchautor und Filmhistoriker Lukáš Droppa (* 1989), Fußballspieler Milan Kerbr junior (* 1989), Fußballspieler Eva Josefiková (* 1990), Schauspielerin Šárka Pančochová (* 1990), Freestyle-Snowboarderin Filip Hlúpik (* 1991), Fußballspieler Lucie Koudelová (* 1994), Leichtathletin Veronika Andrýsková (* 1997), Handballspielerin Michal Sadílek (* 1999), Fußballspieler Matěj Kovář (* 2000), Fußballspieler Tomáš Habarta (* 2003), Leichtathlet Petr Meindlschmid (* 2006), Weitspringer Marek Kolodziejczyk (* 2009), österreichischer Fußballspieler

Im Ort lebten weiterhin: Dana Zátopková (1922–2020), Speerwerferin Im Ort leben: Paul Speckmann (* 1963), amerikanischer Death-Metal-Musiker

Literatur

Johann Friedrich, Joseph Czibulka: Geschichte der königlichen Stadt Hradisch in Mähren. Rudolf Rohrer’s Erben, Brünn 1859 ().

Weblinks

Offizielle Website der Stadt Uherské Hradiště

Einzelnachweise

Kategorie:Tschechische Hochschul- oder Universitätsstadt Kategorie:Gegründet 1257